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Alte BORSIG GmbH - Insolvenz durch die "Mutter" BABCOCK Borsig AG
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Lesenswert:

Die "Babcock" Pleite

Chronologie der Pleite
und
Vom
sozialdemokratischen "NRW" Filz zum Co-Management

https://www.wsws.org/de/articles/2002/07/babc-j20.html


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Zeitungsberichte von Febr. 2002 bis Okt. 2004
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Alte Borsig GmbH in Berlin-Tegel / Mutterkonzern: Babcock Borsig AG in Oberhausen
Insolvenz durch Missmanagement
: Lederer, Neuber, Frenzel und weitere "Manager"
           
Folgende Berichte aus:

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Tagesspiegel Nachrichten
Berlin 1.02.2002

Endgültig: Borsig zieht nach Spanien

150 Arbeitsplätze in Berlin gehen verloren

Die Fertigung von Apparaten für die chemische Industrie der Berliner Traditionsfirma Borsig soll noch
in diesem Jahr aus Kostengründen ins spanische Bilbao verlegt werden.
150 von insgesamt 400 Arbeitsplätzen bei der Borsig GmbH fallen dabei weg,
teilte der Oberhausener Mutterkonzern Babcock Borsig am Donnerstag mit.

In Berlin werde das bleiben, was bleiben kann, sagte der Vorstandsvorsitzende der Babcock Borsig AG,
Klaus Lederer.
Dazu zähle das Kompetenzzentrum des Unternehmens.
Die beiden Service-Standorte in Ostdeutschland sollen ebenfalls erhalten bleiben.

Am Borsig-Standort Berlin war die Entscheidung erwartet und befürchtet worden.
Die Beschäftigten hatten mehrfach vor dem Roten Rathaus um politische Unterstützung geworben.

Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) hatte vor den Demonstranten die Tradition des Unternehmens
in der Hauptstadt bekräftigt.

"Borsig gehört zu Berlin, das ist einfach so."
Daran müsse auch die Konzernmutter denken.
Der PDS-Politiker wollte prüfen, ob er per Anzeige gegen eine eventuell unrechtmäßige Vergabe
von EU-Fördermitteln zur Ansiedelung des Unternehmens in Spanien vorgehen kann.
Möglicherweise handle es sich um eine "Verlagerungsförderung", sagte Gysi.

Lederer bezeichnete die Vorwürfe gegen Babcock Borsig,
Subventionsbetrug begangen zu haben, als "Blödsinn".


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Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN)

Borsig auf dem Abstellgleis

Mutterkonzern will Produktion des Traditionsunternehmens nach Spanien
verlagern / 700 Arbeitsplätze in Gefahr

von Rainer W. During

Reinickendorf. Der 65 Meter hohe Borsigturm - das erste Hochhaus Berlins -
und das erhaltene Werkstor sind denkmalgeschützte Zeugen Berliner
Industriegeschichte.
Mit der Borsig GmbH droht jetzt ein weiteres Traditionsunternehmen,
sich aus der Stadt zu verabschieden.
Nach Informationen der Gewerkschaft IG Metall soll in der nächsten Woche
die Schließung der Fertigung in Reinickendorf bekannt gegeben werden.
Insider befürchten, dass insgesamt rund 350 produktionsabhängige
Arbeitsplätze verloren gehen - rund die Hälfte der Berliner Belegschaft.
Die Restbereiche Service, Montage und Konstruktion gelten dann
ebenfalls als massiv gefährdet.

Bereits am Mittwoch wurde der betroffenen Belegschaft vom Betriebsrat
mitgeteilt, dass spätestens zum Jahresende "Schluss" sein werde, berichteten
Mitarbeiter. Wie verlautet, soll ausgerechnet die gewinnbringende Produktion
nach Spanien verlagert werden. Dort hat der Mutterkonzern in Bilbao
umfangreiche Werksanlagen erworben.
Die Borsig GmbH beschäftigt auf einem Teilbereich des Traditionsgeländes
rund 700 Mitarbeiter und gilt als Kompetenzzentrum im Apparatebau für
chemische und petrochemische Industrie.
Bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft war man gestern noch nicht über
die Pläne informiert.
Man werde mit der Konzernleitung in Oberhausen Kontakt aufnehmen und,
falls sich die Schließungsabsichten bestätigen, nach Möglichkeiten zum Erhalt
des Standortes und der Arbeitsplätze suchen, sagte die Sprecherin von
Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS), Heike Engelhardt.

Wegen der Verluste im Servicebereich hatte die IG Metall wiederholt
Lohnkürzungen zugestimmt.
Die letzten Reduzierungen gab es zum Ende des vergangenen Jahres.
Im Gegenzug gab es das Versprechen der Geschäftsleitung, die Jobs zu
erhalten, so Tarifsekretär Karl Röhrig.
Es bezeichnet es als "enttäuschend", dass die Geschäftsleitung die Gewerkschaft
bisher noch nicht einmal von den Schließungsplänen informiert hat.

Borsig-Sprecher Gerhard Schultz verweist auf die schlechte wirtschaftliche
Situation der exportierenden Branche im Maschinen- und Anlagenbau.
Deshalb werden die einzelnen Fertigungsstandorte überprüft.
Endgültige Beschlüsse der Konzernzentrale gibt es nach seinen Angaben
noch nicht.

Den im November angekündigten Maßnahmenkatalog zur strategischen
Absicherung des Konzerns will Vorstandschef Klaus G. Lederer bei der
Bilanzpressekonferenz am 31. Januar bekannt geben.

Der Berliner Betriebsrat befand sich gestern komplett zu Verhandlungen
mit der Konzernleitung in der Zentrale der Babcock-Borsig AG in Oberhausen.
Lederer hatte bereits im November erklärt, dass im laufenden Geschäftsjahr
mit einem "allenfalls ausgeglichenen operativen Ergebnis" zu rechnen sei.

Insider befürchten, dass die Einstellung der Produktion den Anfang vom Ende
für Borsig in Berlin bedeuten würde.
In der Vergangenheit sei es gerade der Servicebereich gewesen, der
"unter Druck" gestanden habe.
"Wenn der Apparatebau geschlossen wird, ist der Rest auch nicht mehr stabil
und mit Sicherheit in Gefahr", so Karl Röhrig.
"Gegen das spanische und tschechische Kostenniveau kommen wir nicht an.
Wenn der Verschiebebahnhof so läuft, ist das nicht gut für Berlin."

Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) glaubt, dass das letzte Wort
noch nicht gesprochen ist.
In Gesprächen will sie sich in der kommenden Woche intensiv bemühen,
"dieses Damoklesschwert abzuwenden".
Der Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen hat für Reinickendorf und Berlin
besondere Bedeutung, sagt die Kommunalpolitikerin.
Deshalb hofft sie, bei der Konzernführung noch einen Sinneswandel
herbeiführen zu können.

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BZ vom 01.02.2002 

"Zu alt für neuen Job"

Reinickendorf - Wut, Enttäuschung, Angst - düstere Stimmung gestern,
am 31.02.2002, im Tegeler Borsig-Werk:
150 Mitarbeiter verlieren ihren Job.
Gegen 10 Uhr kam der endgültige Schließbefehl, verkündet von
Konzern-Vorstandschef Klaus Lederer in Düsseldorf.

Wenn das Firmengründer August Borsig (1804-1854) wüsste!

Der Mann, der mit 5000 Talern Startkapital eine Firma aus dem
Tegeler Boden stampfte, die sich binnen weniger Jahrzehnte zur
damals größten Lokomotiven-Fabrik Europas entwickelte.

Aber jetzt ist der Zug abgefahren!

Jetzt ist es amtlich: Die Borsig-Fertigungsstätte
(Gaskühler für die Chemie-Industrie) soll von der Egellsstraße 21 in
Reinickendorf nach Bilbao in Spanien verlegt werden.
Aus Kostengründen, so der Vorstand des Mutterkonzerns Babcock Borsig AG.

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CDU-Fraktionschef Frank Steffel zum Rundfunksender "Hundert,6":

"Ein trauriger Tag für Berlin und ein wenig erfolgreicher
Tag für den neuen Wirtschaftssenator Gysi."

"Details wurden uns noch nicht mitgeteilt",
sagt Betriebsrats-Chef Peter Schrader, 59.

Er geht von rund 150 Betroffenen aus,
die jetzt direkt in die Arbeitslosigkeit schlittern.

Nächste Borsig-Demo: Donnerstag, 7. Februar, ab 13 Uhr.
Treffpunkt: Egellsstraße 21, von da geht's zum Rathaus Reinickendorf.

Fritz Haack, 55, aus Reinickendorf, Schweißer:

"Über 32 Jahre hab' ich bei Borsig geschuftet, auf mein Urlaubsgeld
verzichtet, um der Firma zu helfen. Und was ist der Dank? Wir werden
platt gemacht.
Und das heißt: Ab in die Arbeitslosigkeit!
In meinem Alter finde ich doch keinen Job mehr!" 

"Ganz düster für Azubis"

Yvonne Heinemann, 24, aus Weißensee, Azubi-Vertreterin im Betriebsrat:
"Für unsere Azubis sieht's ganz düster aus. Ohne Fertigungs-Stätte können
sie im dritten Lehrjahr nicht in der Praxis ausgebildet werden.
Und nun? Andere Berliner Firmen bieten unsere Spezial-Ausbildung nicht an!"


"Familienpläne zerstört"

Ibrahim Kisa, 26, aus Tiergarten, Schlosser:

"Meine ganze Zukunftsplanung wird zerstört. Ich wollte eine
Familie gründen, aber ohne Job geht das nicht.
Bei welchem Berliner Unternehmen soll ich denn arbeiten ?
Es gibt keins in meiner speziellen Schlosser-Sparte! Endstation Arbeitslosigkeit."

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Aus der Gewerkschaftszeitschrift  IGM - "METALL" - (März 2002)

Kampf um Arbeitsplätze bei der BORSIG GmbH

Die Belegschaft der BORSIG GmbH zog am 7. Februar von ihrem
Produktionsstandort in Tegel vor das Rote Rathaus in Berlin.
155 hoch qualifizierte BORSIG-Mitarbeiter werden in die Arbeitslosigkeit
geschickt, weil der Konzern die Apparatefertigung noch in diesem Jahr
ins spanische Bilbao verlagern will.
In Berlin sollen die Forschung und Entwicklung sowie der Servicebereich
mit 150 Leuten bleiben.
"Das ist Tod auf Raten", warnte der Betriebsratsvorsitzende Peter Schrader.

Die CDU-Bürgermeisterin von Reinickendorf Marlies Wanjura,
fühlt sich ausgetrickst:
"Das war nicht ausgemacht".
Vor fünf Jahren hatten Senat und Bezirk dem Konzern erlaubt,
den alten Borsig-Hafen mit Wohnhäusern zu bebauen.
Die alte Industriefläche wurde damit zum Filetgrundstück.
Im Gegenzug soll Babcock-Borsig-Vorstandschef Klaus Lederer
versprochen haben, die Arbeitsplätze in Berlin zu halten.

Böser Verdacht: Die Babcock Borsig AG soll für den Umzug der Borsig GmbH
nach Bilbao spanische Subventionen in Millionenhöhe kassiert haben.
Der Berliner IG Metall-Bevolhnächtigte Arno Hager sieht geltendes EU-Recht
verletzt und will das prüfen lassen.
Wirtschaftssenator Gregor Gysi war solidarisch:
"Mit EU-Fördermitteln sollen neue Arbeitsplätze geschaffen,
nicht bestehende verlagert werden."


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BZ
vom 16.02.2002

Eichel soll BORSIG retten

Reinickendorf - Jetzt soll sich Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD)
für den Erhalt der Tegeler Borsig-Fertigungsstätte stark machen.
Das Bundesfinanzministerium müsse "ein Verfahren zur Wettbewerbskontrolle"
einleiten und prüfen, ob "unrechtmäßige" Subventionen von Spanien fließen,
sagte Berlins Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) gestern auf einer
Borsig-Betriebsversammlung.
Er habe Minister Eichel bereits angeschrieben, so Gysi.

Wie berichtet, soll die Tegeler Fertigungsstätte nach Bilbao (Spanien)
verlagert werden –

150 Beschäftigten droht die Arbeitslosigkeit.

"Ich bin erschüttert und erwarte sowohl von Wirtschaftssenator Gysi
als auch von Bundeskanzler Schröder, dass sie sich jetzt ganz persönlich
für das Berliner Traditionsunternehmen Borsig einsetzen",
fordert Reinickendorfs Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU). 

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Berliner Morgenpost,
vom: 16.02.2002

Berlins Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) sagte dieser Zeitung,
die Recherchen seiner Behörde hätten ergeben, dass der Verdacht auf
Subventionen für Babcock-Borsig in Spanien gerechtfertigt gewesen sei.

Das Unternehmen brauche den Namen Berlin für sein Image,
deshalb wolle es eine «Hülle» in der Stadt erhalten, sagte Gysi.
«Das ist fast eine Täuschung.»
Er kündigte an, dass er sich an das Bundeswirtschafts- und das
Bundesfinanzministerium wenden werde.
Letzteres müsse prüfen, ob unrechtmäßige Beihilfen in Spanien fließen.

  
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BERLINER ABENDBLATT

Lokalausgabe Reinickendorf
vom 16. Februar 2002

BORSIG - Aus, Konsequenz falscher Prioritäten ?

Bezirksbürgermeisterin von Reinickendorf,
Frau Marlies Wanjura (CDU) :

Nur noch Schadensbegrenzung. An der "Abwanderung" der hiesigen 150 Arbeitsplätze bei der
BORSIG GmbH in Tegel
nebst Maschinen nach "Bilbao / Spanien" wird nichts zu ändern sein, aber es gilt, möglichen
negativen "Dominoeffekten" entgegenzuwirken.

Die Betroffenheit ob der Aufgabe des Traditionsstandortes BORSIG in Reinickendorf
war parteienübergreifend spürbar.
Denn auch die Hoffnung, dass BORSIG mit EU-Mitteln nach Spanien gelockt worden sein könnte
und es somit eine juristische Handhabe gegen die Firmenverlegung gebe, hatte sich zerschlagen.

"Wir haben über den Europa-Abgeordneten der CDU, Ingo Schmitt erfahren, dass das nicht
so ist, sondern es sich um Zuschüsse der spanischen Regierung handelt", informierte die
Bezirksbürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin die Wirtschaftsausschuss-Mitglieder
der BVV Reinickendorf.

"Ich empfinde es als bedrückend, dass Deutschland als Produktionsland offensichtlich zu teuer
geworden ist. Da muss die Bundesregierung gegensteuern", forderte Marlies Wanjura.
Sie halte die Babcock-Konzernentscheidung für nicht mehr beeinflussbar.

Die Politikerin spitzte zu und wagte eine weit über den Einzelfall BORSIG hinausgehende Einschätzung:
"Wir sind dem Dienstleistungsfetisch zu lange hinterher gerannt und müssen nun möglicherweise
zusehen, wie die Intelligenz der Produktion folgt."
  
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BERLINER ZEITUNG, vom 16. Februar 2002

Berlin prüft Beihilfen für Babcock-Borsig in Spanien

Berlins Wirtschaftssenator Dr. Gregor Gysi (PDS)


sieht kaum noch Chancen für den Erhalt der BORSIG-Produktion.
"Der Zug ist zwar abgefahren", sagte Gysi am Freitag auf einer
Betriebsversammlung der BORSIG GmbH.
Er sei aber "noch nicht angekommen".

Gysi wolle prüfen, ob Beihilfen für das spanische
Babcock-Borsig-Espana Werk gerechtfertigt seien.
Zudem werde erwogen, Babcock-Borsig die Baugenehmigung für
ein umgewidmetes Industriegrundstück wieder zu entziehen.

Anmerkung:
Diese wurde vor einigen Jahren leider nur unter der
"mündlichen" Zusage erteilt, dass die noch vorhandenen
Arbeitsplätze erhalten bleiben !

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"NordBerliner" , vom 21.02.02

Wirtschaftssenator Dr. Gregor Gysi stellte sich vor dem BORSIG-Werkstor
den Fragen der Journalisten.

Wirtschaftssenator besuchte BORSIG in Tegel - Beihilfen werden überprüft
Mitarbeiter befürchten das völlige Aus für den Standort

Kampf um die BORSIG GmbH: Das Traditionsunternehmen in der Tegeler Egellsstraße soll nach
Plänen des Oberhausener Mutter-Konzerns Babcock Borsig in Berlin von der Landkarte
verschwinden und die Fertigung nach Spanien verlegt werden (wir berichteten).
Am vorigen Freitag hatte die Geschäftsführung auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung
unter Ausschluss der Presse erstmals die gesamte Belegschaft offiziell über die geplante Schließung
informiert. Auch Wirtschaftssenator Gregor Gysi war vor Ort, um Möglichkeiten zu finden,
das Unternehmen am jetzigen Standort zu halten.


"Hier ist eine hoch qualifizierte und motivierte Belegschaft, und die wirft man nicht so einfach weg",
erklärte Gregor Gysi nach der außerordentlichen Betriebsversammlung
vor dem Werkstor der BORSIG GmbH.

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von der Verlagerung des Standortes nach Bilbao betroffen
wären, sind darüber empört, dass mit ihnen darüber nie gesprochen worden ist, auch nicht über
die Frage, wie man das eine oder andere auch kostengünstiger strukturieren kann in Berlin,
um den Standort zu halten."

Babcock brauche den Namen Berlin aus Imagegründen und wolle deshalb hier eine Hülle in Form
des Service-Bereichs und der Firmenleitung lassen, sagte der Wirtschaftssenator weiter.
Doch wie der Wirtschaftssenator halten auch die Mitarbeiter dies eher für ein Täuschungsmanöver,
denn in Wirklichkeit gibt es dann in Berlin keine Fertigung von BORSIG mehr.

Die Mitarbeiter gehen sogar noch einen Schritt weiter und befürchten das
völlige Aus für den gesamten Standort, sollte die Fertigung verlagert werden.

"Wir sind speziell erst einmal nicht betroffen", sagte Dagmar Lorenz, die im Service-Bereich der
Borsig GmbH tätig ist, "aber wenn die Fertigung künftig in Spanien geschieht, bricht hier
alles zusammen. "

Dem stimmt auch Hansjürgen Lenk, Leiter der Normenabteilung, zu:
"Wir haben hier eine fertigungsbegleitende Entwicklung und waren nah am Produkt für unsere Kunden,
haben also Probleme direkt vor Ort gelöst. Das geht schon bald nicht mehr."

Neben den 110 Arbeitsplätzen aus der Fertigung sind auch 45 Arbeitsplätze aus der Verwaltung gefährdet.

"Keiner weiß, wen von den Mitarbeitern es hier trifft, und es beunruhigt uns sehr, was hier geschieht",
so Dagmar Lorenz.

Bei der Betriebsversammlung wurde für den Fall der Schließung eine Beschäftigungs- und
Qualifizierungsgesellschaft von der Konzernleitung versprochen.
Etwas anderes auf diesem Firmengelände her- oder fertig zu stellen, wurde jedoch nicht ins Auge gefasst.

Gysis nächster Schritt ist es, das Bundesfinanzministerium einzuschalten, um prüfen zu lassen,
ob unrechtmäßig staatliche Beihilfen nach Spanien fließen:

"Staatliche Beihilfen sind dafür gedacht, dass neue Arbeitsplätze entstehen und
nicht Arbeitsplätze verlagert werden", sagte der Wirtschaftssenator weiter.
"Sollten möglicherweise Vorteile durch unrechtmäßige Beihilfen aufgedeckt
werden, sieht die Situation für den Standort in Reinickendorf wieder anders aus.


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BERLINER ZEITUNG , vom 16. Februar 2002

Arbeitsamt Nord: Höchststand an Arbeitslosen seit Bestehen
Reinickendorf:

Dass neben Reinickendorf auch für Tiergarten, Wedding und Pankow zuständige Arbeitsamt Nord
vermeldete für Januar 2002 den Höchststand an Arbeitslosen seit seiner Gründung im Jahr 1997.

Danach waren Anfang 2002 über 72.500 Frauen und Männer im Arbeitsamtsbezirk arbeitslos.

Auch die Tatsache, dass im Januar ABM, Weiterbildung, SAM und Jugend-Sofortprogramm
den Arbeitsmarkt noch nicht so stark entlasteten, führte zu den hohen Werten.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb verhalten, von Betrieben und Verwaltungen wurden
dem Arbeitsamt Nord im Januar nur 1.529 offene Stellen angeboten !

Dagegen beträgt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an der Gesamtarbeitslosenzahl mittlerweile
fast ein Drittel, das sind exakt 32,3 Prozent, Tendenz steigend

42,7 Prozent der Reinickendorfer Arbeitslosen sind Frauen,
12 Prozent jünger als 25 Jahre und 15,2 Prozent älter als 55 Jahre.

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Berliner Zeitung     vom 19. März 2002
Proteste bei Babcock Borsig


Appell an Aktionäre für Erhalt der Produktion in Berlin
dpa


DÜSSELDORF, 19. März. Rund 50 Beschäftigte der Berliner Traditionsfirma Borsig haben am Dienstag
in Düsseldorf gegen die Verlagerung der Fertigung nach Spanien demonstriert. Mit Transparenten
und Flugblättern appellierten sie vor der Hauptversammlung des
Mutterunternehmens Babcock Borsig AG
an die Aktionäre, sich beim Vorstand für den Erhalt der Produktion in Berlin einzusetzen.

Zum Jahresende 2002 soll die Fertigung von Apparaten für die Petro- und Chemische Industrie in
Berlin aus Kostengründen geschlossen werden. In Berlin fallen dabei 150 von insgesamt 400
Arbeitsplätzen weg. Das Werk in Bilbao verfüge weder über das technische
know-how noch über
den traditionsreichen Ruf des Berliner Werkes auf den internationalen Märkten, hieß es auf einem Flugblatt.
Außerdem seien Umsatz und Ergebnis in den vergangenen zwölf Jahren in respektablen Größenordnungen
gewesen. Der Auftragsbestand lasse auch in diesem Jahr eine volle Auslastung erwarten.
Die Belegschaft sei bereit, weitere Kostensenkungsmaßnahmen mit zutragen.

Turbulente Hauptversammlung

Auch die Hauptversammlung verlief turbulent. Aktionäre forderten zu Beginn die Abwahl des
Versammlungsleiters, des Aufsichtsratsvorsitzenden Friedel Neuber, sowie die Vertagung der
Hauptversammlung. Es gab lautstarke Wortwechsel zwischen Podium und Aktionären.
Hintergrund des Unmuts war der vergangene Woche bekannt gewordene Strategiewechsel des
Energietechnik- und Maschinenbaukonzerns. Babcock Borsig hatte überraschend die Hälfte
seiner 50-Prozent-Mehrheit an der Kieler Werft HDW an einen amerikanischen Finanzinvestor
verkauft und will sich künftig auf die Energietechnik konzentrieren.
Der Vorstandsvorsitzende von Babcock Borsig, Klaus Lederer, verteidigte den Verkauf. Für den
25-Prozent-Anteil habe man fast das Doppelte des damaligen Kaufpreises bekommen. (dpa)


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Berliner Morgenpost vom 20.März 2002

Laute Stimmen und Unmut bei Babcock Borsig

dpa Düsseldorf - Rund 50 Beschäftigte der Berliner Traditionsfirma Borsig
haben am Dienstag in Düsseldorf gegen die Verlagerung der Produktion
nach Spanien demonstriert.
Mit Transparenten und Flugblättern appellierten sie vor der Hauptversammlung
des Mutterunternehmens Babcock Borsig AG an die Aktionäre, sich beim
Vorstand für den Erhalt der Produktion in Berlin einzusetzen. Zum Jahresende
will der Konzern den Apparatebau für die Petro- und Chemische Industrie
in Berlin aus Kostengründen schließen. 150 von 400 Arbeitsplätzen fielen weg.

Das Werk in Bilbao verfüge weder über das technische Know-How noch über
den traditionsreichen Ruf des Berliner Werkes, hieß es auf einem Flugblatt.
Außerdem seien Umsatz und Ergebnis der Berliner in den vergangenen
zwölf Jahren in respektablen Größen gewesen.


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Handelsblatt  vom 20. März 2002

Turbulente Hauptversammlung

Babcock-Chef von Aktionären scharf kritisiert

Auf einer turbulenten Hauptversammlung haben die Aktionäre der
Babcock Borsig AG am Dienstag ihrem Ärger über die heftig umstrittene
Kehrtwende in der Unternehmensstrategie Luft gemacht.
"Täuschung" und "Verrat" warfen die Aktionäre
Vorstandschef Klaus Lederer vor.

Konzernchef Lederer verteidigte unterdessen in seiner Rede den Rückzug
aus dem Schiffbau. Seine noch im Januar erklärte Absicht, die
Beteiligung an der Kieler Howaldswerke-Deutsche Werft AG (HDW)
von 50 Prozent plus eine Aktie auf 100 Prozent aufzustocken, sei nicht
realisierbar gewesen.
Die Preussag habe auf Verkauf ihres Anteils gedrängt, und Babcock habe
den Kauf dieses Anteils nicht finanzieren können.
Der Verkauf von 25 Prozent an HDW bringe Babcock einen dreistelligen
Millionen-Euro-Betrag, sagte Lederer.


"Mieser Stil"
Als "miesen Stil" bezeichnete Aktionär Horst Steinharter, dass Lederer Babcock
um seinen Schiffbau gebracht habe, das Unternehmen verlasse und künftig
selbst nach Kiel übersiedelt.
"Herr Lederer gehörte eben lieber zu den Gewinnern als zu den Verlierern",
meinte ein anderer Aktionär.

Lederer, dessen Vertrag bei Babcock im vorigen Jahr um fünf Jahre verlängert
worden war, wollte sich nicht dazu äußern, ob er für sein Ausscheiden
aus dem Babcock-Konzern eine Abfindung bekommen wird.

Durch Lederer stünden die Aktionäre vor einem Scherbenhaufen,
sagte Erika Czebulla von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre.

Lederer habe sich "mitverkauft an den neuen Arbeitgeber",
warf Elsässer dem Vorstandschef vor.

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Der Ruhr-Rambo (19.3.2002)

Der Babcock-Chef kennt keine Tabus, er bevorzugt ein Management des
"Hire and Fire".
Genützt hat das dem Konzern nicht, Babcock steht erneut am Abgrund.

Eine völlig neue Situation für Klaus Lederer. Seit 1997 ist der 53-Jährige Chef
von Babcock-Borsig, und seitdem ist in Oberhausen "Hire and Fire" an der
Tagesordnung. Der bullige Zweimetermann fackelt nicht lange, wenn die
Dinge nicht in seinem Sinne laufen.
Die Zahl der von Lederer gefeuerten Manager dürfte in die Hunderte gehen.
Doch nun sieht es so aus, als ginge es dem Ruhr-Rambo selbst an den Kragen.


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Die Welt vom 25. März 2002

Auszüge der Meldung:


Aktionäre halten Scherbengericht über Babcock-Führung

Aufsichtsratschef Friedel Neuber am Reden gehindert.
Vorstand Inkompetenz und Bilanzmanipulation vorgeworfen


Von Jürgen H. Wintermann

Düsseldorf - Es war die bislang turbulenteste Aktionärsversammlung von
Babcock, geprägt von Enttäuschung und Wut. Mit Protesten und rhythmischen
Klatschkonzerten hinderten die Aktionäre den Aufsichtsrats - Vorsitzenden
Friedel Neuber mehrfach am Reden, weil er einen Geschäftsordnungsantrag
des Großaktionärs Guy Wyser-Pratte (5,7 Prozent) auf Vertagung
der Hauptversammlung nicht zulassen wollte.
"Abstimmen, Abstimmen, sofort!", skandierten die aufgebrachten
Babcock-Eigner.
Einer nannte Neubers Insistieren auf Ablehnung "Unverschämtheit".
Neuber verstoße gegen jede ordnungsgemäße Versammlungsleitung.
Ein anderer forderte, Neuber die Versammlungsleitung zu entziehen.

In seinem Rechenschaftsbericht begründete Vorstandsvorsitzender
Klaus G. Lederer, warum er kurz vor dem Aktionärstreffen die Strategie
überraschend geändert und die Beteiligung an der Werft HDW an
US-Investor One Equity veräußert habe.
Noch im Januar hatte er verkündet, dass Babcocks Zukunft im Schiffbau liege,
HDW auf 100 Prozent aufgestockt und die Energietechnik heruntergefahren
werden solle.
"Jetzt rückt naturgemäß die Energietechnik in den Mittelpunkt unseres Geschäfts",
vertrat Lederer gestern die Kursänderung.

Zugleich verabschiedete er sich nach fünf Jahren aus dem Babcock-Vorstand.
Lederer wird ab Juni als Chef der von One Equity erworbenen HDW antreten.
Zynisch stellte Markus Elsässer, der deutsche Vertreter von Wyser-Pratte, fest:
"De facto hat sich unser Vorstandsvorsitzender im Paket an den neuen
Arbeitgeber gleich mitverkauft."

Die Debatte, die bis in den Abend hinein dauerte, glich einem
Scherbengericht über Aufsichtsrat und Vorstand.
Die Vorwürfe reichten von Misswirtschaft über Fehlinformationen
bis zur Bilanzmanipulation.

Schutzvereinigungs-Sprecher Jörg Pluta und der aus USA angereiste
Wyser-Pratte forderten eine außerordentliche Hauptversammlung,
um den Aufsichtsrat auszuwechseln und über den HDW-Verkauf die
Aktionäre selbst entscheiden zu lassen.
Wyser-Pratte attackierte den Strategiewechsel.
Der Vorstand habe "mit dem überhasteten Ausstieg aus HDW seine
Glaubwürdigkeit vollends verloren".


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Meldung aus Oberhausen, vom 14. Juni 2002.

Der Aufsichtsrat der "Babcock Borsig AG" wurde heute vom Vorstand der
Gesellschaft über die Eckpunkte des mit den beauftragten

Unternehmensberatern Roland Berger sowie der BDO erarbeiteten
Restrukturierungskonzepts für die Gesellschaft informiert.


Er geht davon aus, dass das Gesamtkonzept in Kürze vorliegen wird und
beabsichtigt, sodann Dr. Jochen Melchior zum Vorstandsvorsitzenden der

"Babcock Borsig AG" zu berufen.

Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, am 14. und 15. August 2002
eine außerordentliche Hauptversammlung nach Oberhausen einzuberufen.
Diese Hauptversammlung wird den Aktionären Gelegenheit geben, unter
anderem den Gesamtkomplex HDW einschließlich des Verkaufs
der noch verbliebenen HDW-Beteiligung zu erörtern.


Der Aufsichtsrat hat Ludger Kramer (42) als weiteres Vorstandsmitglied
mit dem Ressort Energietechnik berufen.
Zugleich wurde Ludger Kramer zum Vorsitzenden der Geschäftsführung
der "Babcock Borsig Power GmbH" bestellt.


( Unser, nun ehemaliger, oberster Boss der Babcock BORSIG AG )

Prof. Dr.-Ing. Klaus G. Lederer hat mit sofortiger Wirkung
alle Ämter im "Babcock Borsig-Konzern" niedergelegt.


Der Aufsichtsrat hat dem zugestimmt.

Honorarprofessor Dr. Ing. Klaus G. Lederer
leitet in Zukunft die Fa. HDW


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Er konnte sich "rüberretten":

Es ist wie immer,
nur der schnöde Mammon zählt,
bloß jetzt noch viel schlimmer !



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Lapidare Mitteilung von der
Babcock Borsig AG
an die Mitarbeiter:


Oberhausen, 8. Juli 2002

Sanierungsverhandlungen gescheitert / Insolvenzantrag bleibt bestehen

Die Verhandlungen über ein Sanierungskonzept für
die Babcock Borsig AG sind endgültig gescheitert.
Damit kann der am Donnerstag, den 4. Juli 2002
gestellte Insolvenzantrag nicht zurückgenommen werden.

In Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter
Helmut Schmitz wird jetzt geprüft, auf welche weiteren
Konzerngesellschaften sich die Insolvenz erstreckt und
in welcher Weise die Geschäfte des Konzerns fortgeführt
werden können.

Die Mitarbeiter erhalten nunmehr nach Antragstellung
durch den Insolvenzverwalter Insolvenzgeld. Dieses
bemisst sich nach dem Durchschnittsnettogehalt der
letzten drei Monate.

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Kommentar: Danke, dass war´s dann wohl.

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Nachricht vom 20. Juni 2002 ....."Westfälische Rundschau":

"Kaltschnäuziger Manager"
Auszüge der Meldung:

Oberhausen.   In ungewöhnlich scharfer Form hat der Oberhausener
Oberbürgermeister Burkhard Drescher
die Geschäftspolitik des angeschlagenen
Maschinenbau-Konzerns Babcock Borsig AG
kritisiert:

"Der ausgeschiedene  Babcock-Chef  Klaus Lederer hat die Interessen
der Mitarbeiter und des Unternehmens verkauft, um seine eigene Haut zu
retten", sagte Drescher.
Entsetzt zeigt sich Drescher über die "Kaltschnäuzigkeit, mit der Beteiligungen
hin- und her geschoben werden, ohne Rücksicht auf die Folgen für Standorte,
ihre Beschäftigten und das Gesamtunternehmen zu nehmen."

Im Zusammenhang mit dem umstrittenen Verkauf der Mehrheit an HDW warf
Drescher Lederer, der Chef der Werft bleibt, persönliche Vorteilsnahme vor.


"Der Verantwortliche wechselt blitzschnell die Kommandobrücke und
belohnt sich selbst mit einem lukrativen Vorstandsposten bei HDW."


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Kommentar:

Endlich mal ein Politiker, der diese merkwürdige Vorgehensweise
mit den richtigen Worten ausdrückt !


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Nun können Sie die Bestsellerbücher:

"Nieten in Nadelstreifen"
und
"Ego AG" -
Überleben in der Betrügerwirtschaft

von Günter Oggers, sicher besser verstehen !


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FTD - Nachrichten vom 17. Juli 2002
(Financial Times Deutschland)

Schon mehr als 50 Babcock-Töchter sind pleite

Die Pleite der Babcock Borsig AG hat die meisten inländischen
Töchter in ihren Sog gerissen.
Darunter auch die "Tochter" und "Teilnamensgeber"
BORSIG GmbH.
Nächste Woche endlich Lohn für Juni ?
Verfahren gegen Lederer läuft.


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SFB-BerlinText vom 11. Juli 2002

Borsig GmbH in Berlin meldet Insolvenz an

Die Berliner Borsig GmbH hat Insolvenz beantragt.
Damit hat die Pleite der Muttergesellschaft Babcock Borsig nun
auch das Tochterunternehmen in Tegel erfasst.
Damit ist, wie erwartet, die Krise des Konzerns endgültig
in Berlin angekommen.
Das Traditionsunternehmen Borsig gehörte vor Jahrzehnten
zu den größten Berliner Arbeitgebern in der Industrie,
ist heute aber auf wenige hundert Mitarbeiter geschrumpft.


Betroffen sind 330 Mitarbeiter.

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde die Kanzlei des Rechtsanwalts
Leonhard beauftragt, die bereits mit der Herlitz-Pleite befasst ist.

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Hiobsbotschaft vom 15. September 2002:
Nach 42 Arbeitsjahre bei BORSIG - Insolvenz -
Entlassung ohne Dank!
      
Insolvenz-Entlassung bei BORSIG - Ulrich Orling - Bild-Zeitung
Eine Fotomontage von und mit mir, aus dem
Bericht der Berliner "Bild - Zeitung" vom 17. September 2002
(Reporter: Daniel Streib / Fotograf: Bublitz)
  
                                   
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Meldung im Internet von "n-tv.de", 20.9.2002:
Prof. Dr. Abzock v. Babcock (Lederer),
kurzzeitiger (ca. 4 Monate) HDW-Chef, zum Rücktritt bereit.
!!! --- Abfindung von mehr als 6 (sechs) Millionen Euro --- !!!

            
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Lederer - Bundesregierung wusste vom HDW Verkauf ?!
Manager-Magazin vom 13. Oktober 2002:


"Völlig anderes Bild von Lederer"

Laut Ex-Chef Klaus Lederer wusste die Bundesregierung
vom HDW-Verkauf an die Amerikaner.


Hamburg - Der Ex-Chef des insolventen Konzerns Babcock Borsig, Klaus Lederer,
weist in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL Vorwürfe zurück,
der Verkauf des U-Boot-Bauers HDW an einen amerikanischen Rüstungskonzern
sei ohne Wissen der Bundesregierung erfolgt.


Klaus Lederer: "Berlin und Kiel waren informiert"

"Alles war mit der Politik abgestimmt", wehrt sich Lederer.
"Der Bundeskanzler war informiert, das Wirtschafts- und
Verteidigungsministerium und die Landesregierung in Kiel."


Gleichzeitig räumte Lederer ein, dass er nach dem Verkauf von HDW
Babcock nicht hätte verlassen dürfen. "Das war mein Fehler."


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Aus der Website "Wirtschaft - Die Welt" vom 8. Januar 2003

Neuber verlässt offenbar den
Babcock-Borsig-Aufsichtsrat

Menschen und Märkte

Artikel erschienen am 30. Dez 2002

Im Aufsichtsrat des insolventen Oberhausener Anlagenbauers Babcock Borsig stehen
nach Informationen des "Spiegels" radikale Veränderungen an.
Wie das Magazin unter Berufung auf Mitglieder des Gremiums berichtete,
wird der langjährige
Aufsichtsratschef Friedel Neuber sein Amt in der zweiten
Januar-Woche niederlegen.

Auch der
Bremer Rechtsanwalt und Kirch-Intimus Joachim Theye werde sein
Mandat im Januar zurückgeben.

Neuber war in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten.
Ihm wurde vorgeworfen, auf die drohende Insolvenz des Traditionsunternehmens zu
spät reagiert zu haben, um den damaligen Babcock-Chef Klaus Lederer zu schützen.

Babcock Borsig hatte am 4. Juli Antrag auf Insolvenz gestellt.
Die Staatsanwaltschaft Duisburg leitete gegen Lederer knapp zwei Wochen später
ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue und der
Insolvenzverschleppung ein.
Derzeit werde intensiv geprüft, ob auch gegen Neuber ein Ermittlungsverfahren
eingeleitete werden solle
, schreibt das Magazin. DW


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Bericht der Berliner Morgenpost vom 14. Jan. 2003

Die Affäre um die Pleite des Maschinenbau- und Energietechnik-
"Konzerns Babcock Borsig" in Oberhausen weitet sich aus !


Justiz ermittelt gegen Seilschaften - Berliner Morgenpost Jan. 2003


Oberhausener (NRW) Management - Clan ?!
Haben die Politiker nicht aufgepasst ?!



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Bericht aus "Welt.de", vom 19. Jan. 2003


Müllabladeplatz Babcock Borsig AG in Oberhausen

Der TUI-Konzern wurde auf dem Rücken des Oberhausener Unternehmens saniert,
vermutet der Insolvenzverwalter. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft !



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Bericht aus "Welt.de", vom 13. März 2003

Willkommen im Club

Jahrzehntelang galt das "System Neuber" als vorbildlich.
Es war perfektes Networking zwischen Politik, Wirtschaft und Bürokratie.
Nun droht es zu zerbrechen - und Friedel Neuber ist selbst schuld.
(von Helmut Breuer, Jürgen Wintermann und Frank Seidlitz)

.......... 1972 gründete der Genosse Friedel Neuber diesen Spar-Club in Duisburg.
Der bis heute sagenhaft trinkfeste Kettenraucher saß damals schon als jüngster
Abgeordneter bereits im Düsseldorfer Landtag und gehörte als Präsident des
Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes zum Geld-Establishment des Landes.

Die ersten Mitglieder des IC 72 waren Sparkassendirektoren mit
SPD- und CDU-Parteibüchern vom Niederrhein.
Aber schon bald wurde auch der aufstrebende junge Wissenschaftsminister
Johannes Rau Mitglied in der illustren Runde. Monatlich mussten 100 Mark eingezahlt werden.
Zwei Mal im Jahr traf sich der Spar-Club zur „fröhlichen Debatte des Rechenschaftsberichtes“,
umschrieb einst einmal ein Club-Mitglied die Trinkgelage und Strategiebesprechungen.
Mit der Zeit füllte sich das Mitgliederbuch erstaunlich:
Oberstadtdirektoren, Bürgermeister, Vorstandschefs einer davon war inzwischen auch Neuber.


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Bericht im "Tagesspiegel", vom 21. März 2003

(Babcock Management-Clan zurückgetreten)
( !!! Hoffentlich ohne Abfindung !!! )

Der Aufsichtsratsvorsitzende des insolventen Maschinenbaukonzerns
Babcock Borsig AG / Oberhausen (NRW)
Friedel Neuber und fünf weitere Aufsichtsräte haben am Donnerstag, den 20.03.2003
(endlich !)   ihren Rücktritt erklärt.
Auch TUI-Vorstand Rainer Feuerhake scheidet aus dem Gremium aus.
Gegen Neuber, den früheren Chef der Westdeutschen Landesbank (WestLB) und Feuerhake
laufen im Zusammenhang mit der Insolvenz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf !

Der Oberhausener Babcock Borsig Konzern weist im Geschäftsjahr 2001/2002 einen
Verlust von gut drei Milliarden Euro aus,
durch Folgeinsolvenz von mehr als 64 Tochtergesellschaften.


Von ehemals 27.000 Mitarbeitern im Konzern,
arbeiten heute nur noch ca. 3.000 bei der Babcock Borsig AG
!



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Bericht aus "Welt.de", vom 23. Oktober 2004


http://www.welt.de/data/2004/10/23/350097.html

Babcock Borsig: Nichts gemerkt von Frank Seidlitz

Es war die zweitgrößte Pleite der deutschen Nachkriegsgeschichte: Babcock Borsig.
( Hinweis: vormals "Deutsche Babcock Aktien Gesellschaft" )

Gläubiger blieben nach der Zahlungsunfähigkeit des Oberhausener Maschinen- und
Energietechnik-Konzerns im September 2002 auf knapp fünf Milliarden Euro sitzen,
Aktionäre verloren innerhalb weniger Wochen rund 500 Millionen Euro.
Mehr als 1000 Mitarbeiter fanden sich beim Arbeitsamt wieder - und
das Ruhrgebiet verlor einen weiteren Großkonzern und Steuerzahler.

Zwar konnte der Interimsvorstand und der spätere Insolvenzverwalter den völligen
Zusammenbruch und damit den Komplettverlust von 20 000 Stellen bei Babcock direkt
und rund 10 000 bei Zulieferern verhindern,  trotzdem musste der Traditionskonzern
mit mehr als 150jähriger Geschichte filettiert  und zerschlagen werden:
Die wirtschaftliche Basis war nicht mehr vorhanden. Am Schluss konnte noch nicht
mal die Haftpflichtversicherung für die Babcock-Fahrzeuge bezahlt werden.

Die genaue Ursache der Pleite ermittelt derzeit der Düsseldorfer Staatsanwalt.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen: der frühere Babcock-Chef Klaus Lederer und sein
Aufsichtsratsvorsitzender Friedel Neuber - gleichzeitig oberster Kontrolleur von Tui.

(Hinweis - neueste Meldung der Tagesschau: Friedel Neuber verstarb am 23. Okt. 2004 mit 67 J.)

Sie sollen, so der Vorwurf des Insolvenzverwalters, in einer gemeinsamen Aktion
den Reisekonzern Tui auf dem Rücken von Babcock saniert haben.
Verlustbringer mit Milliardenrisiken wurden einfach von der damaligen Preussag AG
nach Oberhausen abgeschoben
.

Die Gewerkschaften und der Betriebsrat wollen von allem nichts mitbekommen haben.

Statt die Handlungsweise des Managements gezielt zu hinterfragen und Geschäftsunterlagen
zu prüfen, stimmte die Arbeitnehmerbank im Aufsichtsrat fröhlich mit ab.
Kritische Nachfragen hielten sich in Grenzen.
"Die Arbeitnehmerbank zeichnete sich nicht gerade durch Fachwissen aus",
sagte ein ehemals hochrangiger Babcock-Manager.

Das Fazit: Die Mitbestimmung als Korrektivinstanz scheiterte bei Babcock und
gefährdete so das, was sie eigentlich beschützen sollte: die Jobs der Arbeitnehmer. fs



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Sozialabbau mit Hartz IV und Arbeitslosengeld II
Missmanagement auch der Bundesregierung
für Millionen - Arbeitslose ?!


Aussterbende Spezies Industriesaurier der Arbeitswelt
                                                                                                          
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Bericht aus der ZDF-Sendung:
Frontal21 vom 19. November 2002


Raffgier im Reichstag, von Wolfgang Kramer und Ullrich Stoll:
Die Abgeordneten, die Diäten und die Rente


Pension der armen Sozialabbauer
Rente gesichert !

Arme Politiker

Bedauernswerte Politiker

Die Durchschnittsrente eines normalen Arbeitnehmers,
der 45 Jahre in die Rentenkasse einzahlen musste (!),
beträgt ca. 1136 Euro.
320 Jahre müsste er arbeiten, um den Pensionsanspruch
eines Bundeskanzlers bzw. seines Stellvertreters zu erhalten.


Es ist die Woche der Grausamkeiten - der Gürtel wird immer enger geschnallt.
Beamte, Arbeitnehmer, Selbständige und Rentner - ganz Deutschland soll mehr zahlen.
Ganz Deutschland?
Eine kleine Gruppe widersetzt sich dem allgemeinen Zwang zur Sparsamkeit -
unsere Abgeordneten.


Renten Paradies Bundestag

Denn im Hohen Haus der Besserverdienenden wird kräftig kassiert.
Doch das reicht ihnen noch nicht.
Jetzt wollen sich die 603 Abgeordneten erneut die Diäten erhöhen.
Dabei bekommt jeder Volksvertreter schon jetzt
3417 Euro Kostenpauschale pro Monat
- steuerfrei.
Dazu kommen noch einmal 6878 Euro monatlich an Diäten.

Und im Januar soll es Nachschlag geben:
noch einmal 131 Euro pro Monat mehr.
10.426 Euro - jeden Monat und für jeden Abgeordneten.
Den Bürgern werden höhere Steuern und Nullrunden zugemutet - doch die
Abgeordneten wollen auf die zum Januar geplante Einkommenssteigerung
nicht verzichten.

 

Bundestagsabgeordnete - Fremdfoto aus Zeitung
 
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Bundeskanzler schon damals weit entfernt von der Realität ?!

Keine weitsichtige Politik, schlechte Berater und Informanten
oder gewollte Blindheit ?

Meldung aus der Bildzeitung
vom
6. Februar 2002:

Miese Laune beim Bundeskanzler Schröder :
Blauer Brief


Der drohende "Blaue Brief" aus Brüssel.

Der Kanzler glaubt an eine Verschwörung (?!) politischer Gegner,
vermutet in den Reihen der EU-Kommission "andere Gründe als ökonomische".
Soll wohl heißen:
Brüssel wolle sich in den Bundestagswahlkampf einmischen !
Kommissionspräsident Romano Prodi ließ diese
(unausgesprochene)
Unterstellung gestern scharf zurückweisen.

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Arbeitslosenzahlen steigen !
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Morgen (7.02.2002) verkündet die Nürnberger Bundesanstalt
die neuen Arbeitslosenzahlen – 4,28 Millionen (?),
sickerte in Berlin bereits durch.
Zum ersten Mal seit vier Jahren ist die Arbeitslosigkeit
damit im Januar 2002 wieder höher als im Vorjahr. Und eine
durchgreifende Besserung ist im Wahljahr nicht in Sicht !
Die Arbeitslosigkeit werde auch im Jahresdurchschnitt
"nur geringfügig unter 4 Millionen liegen" (?),
räumte der Kanzler gestern in Berlin ein.

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Traue nie einer Statistik, es sei denn,
sie wurde von Dir selbst gefälscht !


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Meldung vom 01. Juli 2002 aus der Berliner Morgenpost

Trotz der Sparbemühungen fürchten die Kommunen eine
EU-Verwarnung Deutschlands wegen Missachtung der
EURO-Stabilitätskriterien.

Wenn der Rückgang der Steuereinnahmen nicht gestoppt werde,
sei der Bundesrepublik "der blaue Brief aus Brüssel" sicher,
erklärte der Deutsche Städte- und Gemeindebund in Berlin.



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Immer schön optimistisch bleiben, sonst kommt man noch
in den Verruf, ein Miesepeter und Pessimist zu sein !

Ich gehöre keiner Partei oder Organisation an, egal welcher "Couleur" auch immer.
   
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