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Der Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte,
einer der schönsten Plätze Europas (über 300 Jahre alt).
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*) Beschreibung aus dem Jahr 1900:                                       

.......und mit dem ehemaligen Gendarmenmarkt, dem jetzigen Schillerplatze,
der den deutschen und französischen Dom ( 1705 erbaut ) mit den beiden schönsten Türmen Berlins,
sowie Schinkels prächtiges Schauspielhaus umschließt, dass schönste und bedeutungsvollste Stück der
deutschen Kaiserstadt.
Von hier aus hat sich in immer größeren Kreisen die Residenz ausgereckt und ausgestreckt;
von hier aus schoben sich die Häusermassen nach allen Seiten vor;
hier zeigt sich das öffentliche Leben am fieberhaftesten, von hier aus durchzucken die Nachrichten
bedeutender Ereignisse die ganze Stadt und veranlassen die Bevölkerung nach diesen Viertel zu strömen.



Deutscher Dom am Gendarmenmarkt
Deutscher Dom am Gendarmenmarkt, rechts das Konzerthaus (Schauspielhaus).

Hinter dem Deutschen Dom das Hilton Hotel. Aufnahme im April 2003
von dem Außenrundgang der Kuppel des Französischen Doms.

Auf dem Platz, die im Aufbau befindliche Filmkulisse für die Neuverfilmung
des Klassikers "In 80 Tagen um die Welt",
die von den Filmstudios Babelsberg durchgeführt wurde.



Französischer Dom am Gendarmenmarkt
Konzerthaus (Schauspielhaus), Franz. Friedrichstadtkirche und Französischer Dom
mit dem Hugenottenmuseum am Gendarmenmarkt.

Von 1701 bis 1705 durch Jean Louis Cayart (* 1645; 1702) und
Abraham Quesnay
(* 1666; 1726) erbaut.

Der Dom besteht aus der Friedrichstadtkirche und dem nachträglich
1785 aufgesetzten Kuppelturm der einen begehbaren Außenrundgang hat.

Wegen der Kuppelform der Türme setzte sich schon bald für die beiden Kirchen
auf dem Platz die Bezeichnung "Dom" durch.

Der 70 m hohe Turm wurde nach Plänen Carl von Gontard
ausgeführt, gleich dem des Deutschen Doms.
1905 wurde der Dom nach Plänen von O. March erneuert.

1944 durch Kriegseinwirkung zerstört, von 1978 bis 1983 wieder aufgebaut.



In der Französischen Friedrichstadtkirche finden Gottesdienste und Konzerte,
aber auch Tagungen der Evangelischen Akademie und anderer Veranstalter statt.

Entsprechend dem reformierten Gottesdienstverständnis ist der barocke Innenraum,
als Saalkirche, schlicht gehalten.

Der Raum wird von der Kanzel an der Ostseite, dem Ort der Verkündigung, dominiert,
darunter befindet sich der einfache Abendmahlstisch mit der Bibel, einen Altar gibt es nicht.

An der Westseite befindet sich über dem Eingangsbereich die Orgel,
welche 1985 durch die Bautzener Orgelbaufirma Hermann Eule neu eingebaut wurde.


Da es in der reformierten Tradition auch ein Bilderverbot gibt,
gibt es in der Kirche weder eine bildhafte Darstellung noch ein Kreuz.
 
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Die Geschichte der französisch-reformierten Kirche zu Berlin und Potsdam ist
untrennbar mit dem Edikt der französischen Krone vom 18. Oktober 1685 verknüpft.

In diesem Edikt von Fontainebleau wurde das Toleranzedikt von Nantes zurück-
genommen und damit die 850.000 Hugenotten, etwa 8 Prozent der französischen
Gesamtbevölkerung, in den Stand von geächteten Außenseitern versetzt.
Der reformierte Gottesdienst wurde verboten, die reformierten Kirchen zerstört
und nicht zum Abschwören bereite Prediger wurden des Landes verwiesen.

Trotz eines Auswanderungsverbotes flohen ca. 200.000 Protestanten in verschiedene
europäische Länder. Etwa 30.000 der Flüchtlinge wurden in Preußen, Brandenburg
bzw. in der Stadt Berlin aufgenommen.
Gefördert wurde diese Entwicklung durch Kurfürst Friedrich Wilhelm (der große Kurfürst),
der in seinem Einladungsedikt vom 29. Oktober 1685 den Zuwanderern eine freie,
öffentliche Religionsausübung in französischer Sprache und nach reformierter amtlicher
Form des kirchlichen Gottesdienstes gestattete.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sank die Zahl der Einwohner Berlins dramatisch
von 100.000
auf etwa 6.000.
Unter der Regierung des Großen Kurfürsten (1640-1688) stieg sie wieder auf 20.000, vor allem,
weil Friedrich Wilhelm nach der Wiederzulassung einer jüdischen Gemeinde mit dem Edikt
von Potsdam ( 29. Oktober 1685) auch die französischen Hugenotten ins Land geholt hatte.
6.000 von ihnen ließen sich in Berlin nieder, vor allem in der Dorotheen- und der
Friedrichstadt.

Damit war etwa jeder fünfte Berliner um 1700 von französischer Herkunft.

Die Bezeichnung "Hugenotten" wird abgeleitet von "Huguenots",
einem Spottnamen für die französischen Protestanten.




 
Schauspielhaus am Gendarmenmarkt
Konzerthaus (Schauspielhaus), 1818 - 1821 nach Plänen von K. F. Schinkel
auf den Grundmauern des 1817 abgebrannten Nationaltheaters errichtet,
eingefasst im Norden (links) vom Deutschen Dom und
im Süden (rechts) vom Französischen Dom.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg konnte das historische Bild der äußeren Gestalt des Gebäudes
wiederhergestellt werden:
 
Die Sandsteinfassade und der Skulpturenschmuck mit den "neun Musen" auf den Giebelspitzen
des Portikus (Säulenhalle) und den beiden Seitenflügeln,
die Figurenzyklen in den vier großen Reliefs der dreieckigen Giebelflächen (Tympana)
mit der "Geschichte der Niobe
(Mythologie)", dem "Bacchanal (Bacchusfest - Weinfest - im antiken Rom)"
und der "Befreiung der Eurydike durch Orpheus",

Apollo im vom Greifen gezogenen Streitwagen - Konzerthaus Berlin.
dem in Kupfer getriebenen Apollo im von Greifen (
geflügeltes Fabeltier, halb Adler - halb Löwe) gezogenen Streitwagen,
dem Pegasus (
geflügeltes Pferd) auf der Rückseite und den vier Opferschalen auf dem Dach des Theatersaales,
konnten restauriert beziehungsweise nach altem Vorbild neu angefertigt werden.

Ebenso die auf den Seitenwangen
der großen Freitreppe vor der Hauptfassade platzierten markanten Bronze-Skulpturen,

Genius auf Löwe - Konzerthaus Berlin.         Genius auf Panther - Konzerthaus Berlin.
 mit Löwe beziehungsweise Panther,
die
auf ihrem Rücken musizierende Genien tragen.

Erschaffen von dem Bildhauer Christian Friedrich Tieck,
dessen
Thema hierfür die Macht der Musik war, die selbst wilde Tiere zähmen kann.



Eingang Schauspielhaus
Portal des Schauspielhauses, in der heutigen Zeit auch Konzerthaus genannt.
 
Die Reliefs der Giebelfelder und die Musengestaltung des Daches sowie
die
Bronze-Skulpturen auf den Seitenwangen der Freitreppe stammen von Friedrich Tieck,
das große Relief am Fronttor von J.G. Schadow.
Christian Daniel Rauch schuf den Giebel des Theatersaales.

Vor dem Schauspielhaus steht das Schillerdenkmal, 1871 von Reinhold Begas geschaffen.

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Nach der Märzrevolution 1848 tagte im Gebäude der Singakademie
( heute Maxim Gorki Theater - Am Festungsgraben 1 und 2 ),
vom 22. Mai bis in den Sept. 1848, die erstmals aus allgemeinen Wahlen
hervorgegangene Preußische Nationalversammlung.
Sie sollte eine Verfassung für das Königreich Preußen ausarbeiten.

Von der Singakademie "Am Festungsgraben 1 und 2" siedelte die Versammlung
in das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt über,
bis die Regierung am 9. November 1848 ihre
Ausweisung in die Stadt Brandenburg verfügte.

Am 10. November 1848 traf General Wrangel mit seinen Truppen
in Berlin ein und verlieh dieser Forderung ultimativ Nachdruck.

Am 5. Dezember 1848 löste eine königliche Order die
Nationalversammlung auf. Die von ihr erarbeitete demokratische
Verfassung wurde vom König zwar abgelehnt, aber viele grundlegende
Artikel fanden Eingang in die revidierte Verfassung von 1850,
die in Preußen bis 1918 galt.

(Inschrift einer Bronzetafel am Schauspielhaus, rechts vom Aufgang.)

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Im Schauspielhaus, der Große Saal.
Im Konzerthaus - der Große Saal.

Aus dem Dresdener Hause Jehmlich stammt die große Orgel, eine der repräsentativsten Orgeln Berlins.
Sie besitzt 74 Register und 5811 Pfeifen.


 
Friedrich von Schiller (* 1759; 1805) - am 9. Mai 2015 war der 210. Todestag
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Vor über 210 Jahren, am 9. Mai 1805, starb in Weimar der am 10. November 1759 in
Marbach am Neckar geborene Dichter Friedrich von Schiller. Nur 46 Jahre wurde er alt.
Diese kurze Lebenszeit genügte ihm für seine Karriere als Dramatiker, Lyriker und Historiker,
die ihm Dichterlorbeer, Standesadel und - als Klassiker - Unsterblichkeit eintrug.

Schillerdenkmal vor dem Schauspielhaus
Auf dem Platz vor dem Konzerthaus steht das Schillerdenkmal,
1871 von Reinhold Begas gestaltet.

Der Gendarmenmarkt hieß um 1900 Schillerplatz.


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Das folgende Foto wurde mir freundlicherweise von Herrn Heyde,
aufgenommen bei einem Besuch 2002 in seiner alten Heimatstadt Berlin,
zur Verfügung gestellt
.

Gendarmenmarkt - Fremdfoto Hr. Heyde
Der Gendarmenmarkt, mit Konzerthaus und Französischer Dom.



Deutscher Dom
Deutscher Dom am Gendarmenmarkt, dahinter das Hilton Hotel.
1701-08 wurde der auch unter dem Namen Neue Kirche bzw.
Deutsche Kirche bekannte Deutsche Dom nach Plänen von M. Grünberg
durch Giovanni Simonetti errichtet.


Unter Friedrich dem Großen erhielt die Kirche nach Plänen von
Carl von Gontard eine Säulenvorhalle und den 70 m hohen
Kuppelturm, gleich dem des Französischen Doms.
Der Turm stürzte während der Bauarbeiten am 28. Juli 1781 ein und musste
neu errichtet werden.

Wegen der Kuppelform der Türme setzte sich schon bald für die beiden Kirchen
auf dem Platz die Bezeichnung "Dom" durch.


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Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
war nicht nur der königliche Baumeister Friedrichs II. , sondern auch sein Freund.
Beim Bau von Park und Schloss Sanssouci, nach den Plänen von Friedrich II., kam es zum
Zerwürfnis zwischen den Freunden.

von Knobelsdorff starb am 16. September 1753 in Berlin und wurde am 18. Sep. 1753
in der Gruft der Neuen (Deutschen) Kirche, heute Deutscher Dom,
auf dem Gendarmenmarkt bestattet.
1757 wurde nebenan sein Freund, der Hofmaler Antoine Pesne zur letzten Ruhe gebettet.

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Herzlichen Dank an Herrn Kroll aus Berlin-Tempelhof - Stadtentwicklungsamt - leitender Baudirektor,
für folgenden Hinweis:


Beim Umbau der Deutschen Kirche 1881/82 verlegte man die sterblichen Überreste der
Gräber auf einen der Friedhöfe am Halleschen Tor.
Das Grab war durch eine Marmortafel und einen Putto (kleiner Knabe) gekennzeichnet.
Diese Grabanlage fiel einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und ist danach von
einer Straße überbaut worden.

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Auf dem Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, im (West-)Berliner Bezirk Kreuzberg
vor dem Halleschen Tor - Zugang von der Zossener Straße -
erinnert "nur" ein einfacher weißer Gedenkstein aus Marmor,
ein Epitaph
- Gedächtnismal, das nicht identisch mit der Grabstelle ist -

Grabstelle von Knobelsdorff und Pesne
als Ehrengrab ( ? ) des Landes Berlin an Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (* 1699; † 1753),
Architekt Friedrichs II., Gartengestalter sowie Maler
und
Antoine Pesne (* 1683; † 1757), Historien- und Bildnismaler sowie auch
Bildhauer am Hofe Friedrichs I. und II.
             

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Das barocke Wohnhaus, von Knobelsdorff 1750 erbaut, steht noch am
Alten Markt in Potsdam, rechts neben dem Alten Rathaus.

Die Arbeiten von Pesne können heute noch, u. a. auch am Schloss Sanssouci,
bestaunt werden.

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Gegenüber dem Konzerthaus steht u. a. das Gebäude der ehemaligen "Preußischen Seehandlung".

Das alte Gebäude von 1777 der Preußischen Seehandlung - vormals, 1735, "Domestikenhaus" für Beamte des Hofes,
wurde 1901 für die ehemalige "Preußische Staatsbank" abgerissen und umgebaut.

 Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das nicht zerstörte Haus wieder hergerichtet; 1946 wurde in Deutschland
das Gebäude
als "Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin" wiedereröffnet und setzte
zumindest teilweise die Tradition der "Preußischen Akademie der Wissenschaften" fort.

Zu den Wissenschaftlern die im Laufe der Zeit an der
"
Preußischen Akademie der Wissenschaften"
gewirkt haben gehören unter anderen
Franz Karl Achard
, Andreas Sigismund Marggraf,
Leonhard Euler, Albert Einstein, Jacob und Wilhelm Grimm,
Alexander und Wilhelm von Humboldt, Max Planck und Rudolf Virchow.

1972 erfolgte die Umbenennung von "Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin"
in "Akademie der Wissenschaften der DDR".

Zu DDR-Zeiten hieß dann der Gendarmenmarkt - ab 16. August 1950 - Platz der Akademie.


Akademie der Wissenschaften - am Gendarmenmarkt.

Die "Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften" ist eine 1992 durch Staatsvertrag
zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg neu gegründete Wissenschaftsakademie.


 
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Angaben der Erbauer und Jahreszahlen auf dieser Seite, stammen
zum Teil aus dem "Falk Plan", Berlin mit Potsdam
bzw. gängigen Lexika,
*) sowie dem Buch
"Die Provinz Brandenburg", vom Julius Klinkhardt Verlag,
aus dem Jahre 1900.

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Berliner BZ Foto-Bärchen
  
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