Zur Berlin-Seite 2 pfeil1.gif (1042 Byte)
17. Juni 1953
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Reichstagsgebäude pfeil1.gif (1042 Byte)
Berliner Dom pfeil1.gif (1042 Byte)
Neue Synagoge pfeil1.gif (1042 Byte)
Frame_Startseite.jpg (1763 Byte)
für Quereinsteiger
pfeil.gif (272 Byte) Fotoarchiv
pfeil.gif (272 Byte) Nikolaiviertel
pfeil.gif (272 Byte) Museumsinsel
pfeil.gif (272 Byte) St. Hedwigs Kathedrale
pfeil.gif (272 Byte) Parochialkirche (Singuhrkirche)
Berlin,
Bundesland und Bundeshauptstadt,
Flagge Bundesland und Bundeshauptstadt Berlin

größte Stadt der Bundesrepublik Deutschland - an der Spree und Havel gelegen.

891 km² groß mit ca. 3,5 Mio. Einwohnern, 1/3 der Fläche ist von Seen und Wald bedeckt.

Nord-Süd-Ausdehnung ca. 38 km, Ost-West-Ausdehnung ca. 45 km, Länge der Stadtgrenze ca. 234 km.


Blick vom Teufelsberg
Der Blick über die Stadt, vom Teufelsberg - dem zweithöchsten "Berg" von Berlin,
zu den Messehallen sowie dem Internationalen Congress Centrum (ICC) am Funkturm (Langer Lulatsch)
und nach Berlin-Mitte, zum Fernsehturm (Telespargel) am Alexanderplatz (Alex).

Der Name des "Berges" stammt von dem umliegenden Grunewalder Naturschutzgebiet Teufelsfenn.
(siehe auch im Archiv:  Olympiastadion / Teufelsberg - oder hier klicken)





Blick vom Turm der Parochialkirche in Berlin.
Blick vom Turm der Parochialkirche (Singuhrkirche) in der Klosterstraße über die Dächer der Berliner Stadtmitte - City Ost.


2012 feierte die Stadt Berlin ihr 775jähriges Jubiläum
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Um 1800 war Berlin nach London und Paris die größte Stadt Europas.

Die Preußen dachten patriotisch aber nicht nationalistisch; sie waren religiös geprägt und
lehnten daher jede von Menschen erdachte Ideologie ab. So entwickelte sich
Preußen zum modernsten Staat Europas und wurde zur Brücke zwischen West und Ost,
seine Bevölkerung setzte sich aus vielen Nationalitäten zusammen.

Es war ein "Kleineuropa" auf deutschem Boden.

Berlin, die Hauptstadt Preußens, wuchs in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts
sehr schnell.
Die Stadt hatte um 1840 noch etwa 300.000 Einwohner, 1858 waren es schon über 500.000 !

Elend und Not hatten bereits seit dem Weberaufstand in Schlesien 1844 eine
Landflucht nach Berlin ausgelöst.
Die Zahl der Zugezogenen übertraf die der Einheimischen bald um ein Vielfaches.
Die gebürtigen Berliner waren eine Minderheit unter vielen Minderheiten.

1866 wird Berlin Hauptstadt des Norddeutschen Bundes.

1871, nach der Proklamierung König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser wird sie
Hauptstadt des (zweiten) Deutschen Reiches und ist 1883 als eigener Verwaltungsbezirk
der Mark Brandenburg ausgeschieden. Sie hatte in dieser Zeit mittlerweile 823.000 Einwohner

1880 wurde die Millionengrenze erreicht und zur Jahrhundertwende waren es
2,7 Millionen Einwohner.
   
Im Jahr 2014, sind es ca. 3,7 Millionen Einwohner.

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Vor allem nach der Reichsgründung von 1871, als die neue
Reichshauptstadt Berlin zusätzlich Menschen anzog, nahm der schon 1862
begonnene Bau von Mietskasernen gigantische Ausmaße an.


Wasserleitungen gab es erst ab 1856, eine Kanalisation erst ab 1873.
Die sanitären Verhältnisse waren im größten Teil der Stadt katastrophal schlecht.

Nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/1871 (wegen "Emser Depesche"), kam es
zu einer Pockenepidemie, was zur Entstehung des Krankenhauses Moabit
- zunächst als behelfsmäßiges Barackenlazarett -
führte.
Auch die Wochenmärkte der Stadt galten als hygienisch unzureichend,
nach 1871 wurden daher die zum Teil heute noch bestehenden Markthallen erbaut.

Die Stadt wuchs zum Zentrum der deutschen Wirtschaft und Verwaltung heran.
Schon 1871 und 1877 wurde in zwei Abschnitten die Ringbahn um die Stadt gebaut.

Die größten Berliner Fernbahnhöfe waren:

Portal des Anhalter Bahnhofs.
Anhalter Bahnhof (1839-41 und Umbau 1876-80) - hier die stehen gebliebene Ruine,
das
historische Portal, nach der Sprengung des kriegszerstörten Kopfbahnhofs

und dann noch der
Potsdamer, Lehrter und Hamburger Bahnhof.

Die Bahngesellschaften der Stettiner, Ostbahn, Görlitzer und Schlesischen Bahn
nahmen den Verkehr aus allen Himmelsrichtungen auf.

Hamburger Bahnhof in Berlin
Der Hamburger Bahnhof in Berlin-Moabit, Invalidenstraße 50 - 51.

Das spätklassizistische Gebäude, 1846-47 erbaut, ist der einzige heute noch erhaltene Kopfbahnhof aus dieser Zeit.
Vierzig Jahre diente er als Endbahnhof der Strecke von Hamburg nach Berlin, 1884 wurde der Bahnhof stillgelegt.

Ab 1906 war er Domizil des Königlichen Bau- und Verkehrsmuseums,
später Verkehrs- und Baumuseum (Lokomotivenmuseum)
.
Seit der kriegsbedingten Zerstörung 1944 war der Hamburger Bahnhof als Gebäude
unzugänglich, die Sammlung blieb aber überwiegend erhalten.

Nach dem Krieg wurden alle Bahnanlagen im West-Alliierten Teil Berlins der in Ost-Berlin (SBZ)
ansässigen Deutschen Reichsbahn übertragen, u. a. auch das Gebäude dieses Bahnhofs.

Herzlichen Dank an Herrn Gutsche aus Berlin für folgenden Hinweis:

Ab 1984 übernahm die BVG die Betriebsrechte der in West-Berlin gelegenen
S-Bahn Strecken,
somit auch die Kosten der Instandhaltung.
Die Deutsche Reichsbahn (DDR) hatte kein Interesse am Gelände und Gebäude des
Hamburger Bahnhofs, so wurde es an den Senat von West-Berlin übergeben.
Nach grundlegender Sanierung  wurde der nicht leerstehende Bahnhof 1987 erstmals wieder als
Ausstellungsort genutzt.
Seit 1996 beherbergt er als Museum für Gegenwart - Berlin eine der wichtigsten
Sammlungen internationaler zeitgenössischer Kunst.

Die Ausstellungsstücke des Verkehrs- und Baumuseums wurden vom Museum für Gegenwart
an das Deutsche Technikmuseum Berlin und das Verkehrsmuseum Dresden übergeben.




Hauptbahnhof (Lehrter Stadt-Bahnhof)
Foto: Juli 2005
Eine der Superlativen am Regierungsviertel, der neue, hier noch im Bau befindliche
Hauptbahnhof (ehemalige Lehrter Bahnhof). Der "Schienen-Glaspalast" wurde noch
vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, im Mai 2006 fertiggestellt.
  
8.500 Glasscheiben mit 20.000 m² Glasfläche sind an der einzigartigen Stahlkonstruktion befestigt.
Die Hallenkonstruktion überspannt die Bahnsteige in einer Höhe von ca. 17 m auf 321 m und ist
zwischen 46 und 68 m breit. In 27 m Höhe überspannt das Hallendach die gläserne Halle die Gleise
der Ost-West-Verbindung zwischen den Bügelbauten. 15 m unter Straßenniveau befinden sich die
Bahnsteige für Fern- und Regionalzüge der Nord-Süd-Verbindung.

Architekt:  Meinhard von Gerken  /  Statiker:  Jörg Schlaich

Der bisherige alte Lehrter Stadt-Bahnhof wurde zum zentralen Hauptbahnhof Berlins
für täglich 1.000 Züge und ca. 250.000 Fahrgäste aus- und umgebaut.
Er ist der größte Kreuzungsbahnhof Europas, gleichzeitig ein neues Wahrzeichen Berlins,
mit den Hochgeschwindigkeitslinien Rom - Kopenhagen und Paris - Moskau.

Nach über zehnjähriger Bauzeit wurde der Bahnhof am 26. Mai 2006 mit einer großen
Feier eingeweiht und in Betrieb genommen.

Er liegt dem Hamburger Bahnhof schräg gegenüber (auf dem Foto undeutlich rechts im Hintergrund)
und in der Nähe des Bundeskanzleramts.
Links im Foto die "Gustav-Heinemann-Brücke", als Spree-Fußgängerüberweg
vom Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof zum Regierungsviertel.

Die gewaltigen Ausmaße des Bahnhofs kann man hier nur erahnen, denn der größere
Teil des Bahnhofs verläuft einige Etagen unterhalb der Oberfläche.


Skulptur Rolling Horse am Hauptbahnhof Berlin      Skulptur - Rolling Horse - Hinterteil
Die Skulptur "Rolling Horse", steht seit Mai 2007 auf der nördlichen Terrasse des Berliner Hauptbahnhofs am "Europaplatz".

Entworfen wurde die, einem Pferd nachempfundene Figur, sich kreisförmig krümmend und einem Radsegment ähnelndes Gebilde
von dem Bildhauer Jürgen Goertz (* 1939).

Sie soll wahrscheinlich die Zeit der Postkutsche bis zur modernen Eisenbahn verkörpern.

Die Skulptur besteht aus Edelstahl, Aluminium, Kunststoff, Glas sowie Stein und
ist 9,70 Meter hoch, 8,70 Meter breit und wiegt 35 Tonnen.
Im Sockel sind architektonische Elemente des alten Lehrter Bahnhofs integriert, die durch vier große Bullaugen betrachtet werden können.


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1882 wurde die Stadtbahnstrecke eröffnet, die Berlin von Ost nach West durchquert;
hier fuhren Fern- und Lokalzüge.
Seit 1891 wurden alle Fernstrecken mit separaten Vorortgleisen ausgestattet.

Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches 1918 gab es 1920
eine bedeutende Entwicklung Berlins.

Durch ein "Gesetz über die Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlins" vom 1. Oktober kam
es zur Vereinigung von 7 Städte: Charlottenburg, Spandau, Wilmersdorf, Schöneberg, Neukölln,
Köpenick, Lichtenberg - 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke.

Bezirksnamen sind dann an die Stelle der alten Stadtteilbezeichnungen getreten und aus dem
alten historischen Kern wurde schlicht "Mitte".

Es entstand die Riesenstadt Groß-Berlin, nun dreizehn mal so groß wie das historische Berlin.

Als ehemaliger Brückenort und "Herz der Mark" an der Spree, entwickelte sich Berlin
im Lauf der Geschichte zum Sammelpunkt wichtiger Handelsstraßen und wurde der
Verkehrsmittelpunkt insbesondere des nord- und mitteldeutschen Raums.
Im Zentrum des märkischen Wasserstraßennetzes
zwischen Elbe und Oder gelegen, wurde Berlin auch zu einem bedeutenden Binnenhafen.

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Im Jan. 1933 kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Durch Manipulation
erringt Hitler für die NSDAP die Mehrheit der Sitze im Reichstag, die erste
demokratische Republik Deutschland, die Weimarer Republik, fand somit ihr Ende.

Damit er an der Reichspräsidentenwahl teilnehmen konnte, musste dem am 30. April 1925
auf Antrag aus der österreichischen Staatsbürgerschaft entlassenen
und seitdem staatenlosen Hitler am 26. Februar 1932 erst noch die
deutsche Staatsbürgerschaft zuerkannt werden.

Der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte den Vorsitzenden
der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)
Adolf Hitler
zum neuen Reichskanzler.

Hitler und sein Baumeister Albert Speer planten u. a.
Berlin als Welthauptstadt "Germania",
der neuen, monumentalen Hauptstadt des 1.000jähr., III. Deutschen Reiches.


Er sagte einst zu seinen, bis auf wenige, "treuen" deutschen Ober- und Untertanen:
   
"Gebt mir 10 Jahre Zeit und ihr werdet eure Städte nicht wieder erkennen."

Bald folgte der von ihm initiierte Zweite Weltkrieg (1. September 1939 - 8. Mai 1945)
und er hat leider Recht behalten.
 
          
Kriegsende am Brandenburger Tor
180° - Fotoleinwand
hinter dem Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz.
8. Mai 2005 - 60 Jahre nach Kriegsende
und der Kapitulation des "1.000jährigen" III. Deutschen Reiches.

Hitler wurde als Österreicher am 20. April 1889 in Braunau am Inn (Oberösterreich) geboren und entzog sich seiner
Verantwortung
am 30. April 1945 durch Selbstmord (aber nicht in seiner braunen Uniform) im Bunker unter der
Reichskanzlei in Berlin, zusammen mit seiner kurz zuvor geheirateten langjährigen Geliebten Eva Braun.

 
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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hauptstadt Groß-Berlin
- im Grundgesetz alter Fassung so bezeichnet -
geteilt und bestand nun aus West- und Ost-Berlin.

             
West-Berlin wurde als Bundesland der Bundesrepublik Deutschland betrachtet,
ab
1982 bekam es die amtliche Bezeichnung "Berlin (West)".

Im ehemaligen West-Berlin gab es keine Wehrpflicht,
daher zogen zahlreiche Männer aus
West-Deutschland (Bundesrepublik Deutschland) nach Berlin, um sich dem Wehrdienst zu entziehen.

 

Die 23 Bezirke in den ehemaligen Alliierten Sektoren
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West-Berlin Ost-Berlin
Französischer Sektor Sowjetischer Sektor
Reinickendorf Mitte
Wedding Prenzlauer Berg
Britischer Sektor Friedrichshain
Tiergarten Pankow
Charlottenburg Weißensee
Wilmersdorf Hohenschönhausen
Spandau Lichtenberg
Amerikanischer Sektor Marzahn
Kreuzberg Hellersdorf
Neukölln Treptow
Tempelhof Köpenick
Schöneberg  
Steglitz  
Zehlendorf  


Alliierten Sektoren und die Berliner DDR-Mauer Mauer-Wachturm in der Erna-Berga-Strasse, Nähe Potzdamer Platz
Für uns ehemaligen West-Berliner "Inselbewohner" gab es nur eine "Himmelsrichtung - Osten".

Ein Ausflug innerhalb West-Berlins nach dem 13. August 1961 endete immer irgendwann an der
DDR-Mauer, ringsum war "Osten" - Ost-Berlin und der DDR-Bezirk Potsdam, Kreis Brandenburg.

Der
original DDR-Mauer-Rundblickbeobachtungsturm vom Typ "BT 6" in der "Erna-Berger-Straße"
- Nähe Leipziger- und Potsdamer Platz -
diente der Überwachung des Grenz-Todesstreifens und des Geländes am "
Haus der Ministerien".

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Erna Berger (* 1900; † 1990) war eine weltberühmte deutsche Opern- und Konzertsängerin.

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Nach dem Vier-Mächte-Abkommen war West-Berlin zwar kein integraler Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland,
es wurde jedoch von dieser als Bundesland betrachtet und mit einigen Einschränkungen (
Alliiertes Vorbehaltsrecht)
auch so behandelt.

Die friedliche Revolution in der DDR hatte am 9. November 1989 gesiegt.

Bereits am 3. Oktober 1990 kam es mit Zustimmung der vier Alliierten durch den Beitritt
der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
zur staatlichen Wiedervereinigung Deutschlands.


Am 20. Juni 1991 entschied der Deutsche Bundestag in Bonn mit knapper Mehrheit,
den Sitz von Parlament und Regierung nach Berlin zu verlegen.

A
usschlaggebend war die Rede von Dr. jur. Wolfgang Schäuble und
die
Zustimmung von Alt-Bundeskanzler Dr. phil. Helmut Kohl
(* 1930; † 2017).

"
Das Symbol für Einheit, Freiheit und Demokratie in Deutschland sei wie keine andere Stadt immer Berlin gewesen",
sagte er damals.
Mit hauchdünner Mehrheit beschloss der Bundestag daraufhin, die Regierung und einen Teil der Ministerien nach Berlin zu verlagern.

Deshalb wurde der Bundesminister für Finanzen, Dr. Wolfgang Schäuble, am 24. Oktober 2016
zum Ehrenbürger der Bundeshauptstadt Berlin ernannt. Er ist damit der 119. Berliner Ehrenbürger.


Das Reichstagsgebäude wurde zum neuen Sitz des Deutschen Bundestages.


Mit der Wiedervereinigung wurde das Land West-Berlin wieder um Ost-Berlin erweitert
und zählt zu den alten Bundesländern.


Der Teil-Umzug von Bonn nach Berlin erfolgte 1999.

Bonn war
seit Nov. 1949 provisorische Bundeshauptstadt, erst ab 1973 offiziell als Bundeshauptstadt von
Alt-Bundeskanzler
Willy Brandt in seiner Regierungserklärung,
zur Entspannung des "Kalten Krieges", anerkannt.

Heute ist
Bonn die einzige Bundesstadt Deutschlands.


Nach der Verfassung von 1995 ist Berlin als deutsche (Bundes)Hauptstadt (Stadt-Land) erneut bestätigt worden
und zugleich (von 16 Bundesländern) ein deutsches Bundesland.
 

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Die Volksvertretung von Berlin ist das Abgeordnetenhaus,
die Landesregierung ist der Senat mit dem Regierenden Bürgermeister.

Seit der Bezirksreform am 1. Januar 2001 ist Berlin jetzt in 12 (vorher 23) Bezirke gegliedert,
ihre Organe sind die Bezirksverordnetenversammlungen (Bezirksparlamente) und die Bezirksämter,
geleitet von Bezirksbürgermeistern.

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Chechpoint Charlie in Berlin - Friedrichstraße
Der ehemalige Grenzübergang "Checkpoint Charlie" in Berlin-Kreuzberg an der Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße
zählt zu den bekanntesten und meist fotografierten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Hier die Sicht vom ehemaligen West- nach Ost-Berlin - wobei heute dort schon neu gebaute Häuser stehen.

Der heutige
Nachbau eines Wachhäuschens dient nur Touristen, um sich mit Laiendarstellern in Uniform
gegen Entgelt fotografieren zu lassen.


Der einstige militärische Kontrollpunkt war neben der Glienicker Brücke (nach und von Potsdam) der bekannteste
Grenzübergang in Berlin und wurde durch die US-Amerikaner kontrolliert.

 Der Übergang durfte nur von den Alliierten, Ausländern und Mitarbeitern der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR
sowie von DDR-Funktionären benutzt werden.


Zu erreichen mit der
U-Bahn Linie 6, vom U-Bahnhof Kochstraße.


US- Panzer am Checkpoint Charlie.
Am 27. Oktober 1961 fand hier eine der gefährlichsten Konfrontationen zwischen den
USA und der UdSSR
statt.
Es standen sich amerikanische und sowjetische Panzer direkt am weißen Grenzstreifen gegenüber,
bei Beginn einer unüberlegten Kriegshandlung hätte die Welt an der Schwelle eines Atomkrieges gestanden!

Der Grund hierfür war, dass die DDR-Organe US-Staatsbürger in Zivilkleidung und auch in Uniform an der Grenze
kontrollieren wollten, wozu nach alliiertem Recht nur die sowjetische Besatzungsmacht berechtigt war.


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*) Berlin - Mitte, Beschreibung von 1900:

Die Menge von Fremden, die in Berlin Einkehr hält und vor allem einen äußeren Eindruck von dem Leben und Treiben in der
neuen Kaiserstadt gewinnen will, sucht sicherlich zunächst die Straße Unter den Linden und die angrenzenden Stadtteile auf;
denn hier scheint sich alles vereinigt zu haben, was einer modernen Stadt Ansehen und Prunk verleiht.

Die Linden sind in der Erinnerung untrennbar mit dem Wachstum der Stadt verknüpft; sie bilden mit ihrer näheren Umgebung das
Herz derselben. Auch in dem baulichen Charakter der Linden macht sich ihr Einfluss auf die gesamte Stadt so recht bemerkbar.

Den Anfang bildet das hoheitsvolle Säulenportal des Brandenburger Tores, dessen Viergespann (Quadriga)
Napoleon I.  1806
als Siegesbeute, nach der Schlacht von Jena und Auerstedt, nach Paris bringen ließ.

Diese Tat brachte dem berühmten Korsen bei den bestohlenen Berlinern den
Spitznamen Berliner Pferdedieb ein.


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**) Beschreibung von 1912:                                                     

Vom Fischerdorf zur Reichshauptstadt


Oberflächlicher Betrachtung erscheint es rätselhaft, wie innerhalb des märkischen Sandes die Millionenstadt Berlin entstehen konnte.

Das Alter der beiden Schwesterstädte Berlin - Cölln, zwei verschiedene, durch die Spree getrennte Ortschaften,
die den Grundstock zur heutigen Residenz abgeben, zu berechnen, ist geschichtlicher Forschung bisher nicht gelungen.

Soviel steht fest, dass die Schwesterstädte Berlin-Cölln mindestens um zwei Jahrhunderte früher gegründet worden sind,
bevor der zweite Hohenzoller der Mark in ihnen dauernd seinen Wohnsitz nahm.
Alt-Cölln erhielt nachweislich 1232 bereits Stadtrechte und Berlin wird 1244 zum ersten Mal genannt.

Nachdem sich beide Städte 1307 unter einem gemeinsamen Rat vereinigt hatten, war Berlin ums Jahr 1450 bereits die
bedeutendste und einflussreichste Stadt der Marken.

Sie hat sich bis zum Jahre 1870 mit ihrer Weichbildgrenze innerhalb des Spreetales gehalten, erst die gewaltige Ausdehnung,
die sie später erlangte, ließ die Bebauung auf die südlich und nördlich gelegenen Hochflächen hinaufschreiten.

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Die Straße Unter den Linden wurde 1575 zwischen der Brücke über dem
Festungsgraben am Berliner Stadtschloss und dem Großen Tiergarten als Sandstraße angelegt,
um den Herrschaften vom Schloss bis zum Großen Tiergarten einen Reitweg zu bieten.

Kurfürst Friedrich Wilhelm
ließ dort 1647
1.000 Linden und 1.000 Nussbäume pflanzen.
Die Nussbäume konnten sich nicht im Märkischen Sand halten und gingen ein.
Die Linden überstanden die Anpflanzung und gaben der Straße ihren Namen.

Das historische Stadtzentrum erstreckt sich vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz,
in der berühmtesten Straße Berlins, Unter den Linden, mit zahlreichen historischen, barocken und
klassizistischen Bauten, aufgrund dessen Berlin auch manchmal Spree-Athen genannt wird.



Brandenburger Tor am Pariserplatz
Ansicht der inneren Seite des Brandenburger Tores.

Nach der Wiedervereinigung (3. Okt. 1990), der neu gestaltete Pariser Platz - vor 1814 "Quarré" genannt -
"
hinter" dem bis Oktober 2002 restaurierten Brandenburger Tor, am Ende der "City Ost".

Das Brandenburger Tor ist über 20 m hoch, fast 70 m breit und über 10 m tief.
Es hat fünf Tordurchfahrten, die mittlere wurde zur Durchfahrt für Kutschen breiter gebaut
.

Das Wahrzeichen Berlins,
heute auch für die Spaltung und Wiedervereinigung Deutschlands stehend,
den Propyläen im alten Athen nachgebildeten Bau (Akropolis),
wurde 1789 - 93 von C.G. Langhans dem Älteren (* 1732; 1808) erschaffen,
die Hallen zu beiden Seiten wurden später hinzugefügt.

Das hierfür benutzte Baumaterial stammt aus dem Elbsandsteingebirge
und
aus dem Kalksteintagebau in Rüdersdorf bei Berlin.

Bei der Fertigstellung 1791 war die Quadriga von Schadow (* 1764; 1850) noch nicht vollendet.
Die Friedensgöttin Eirene musste nachträglich verändert werden und erhielt einen "Mantel" als Bekleidung.
Dadurch erfolgte die Montage der Bronzen  erst im Juni 1793.

Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt.

Die heutige "Victoria mit ihrem Siegeswagen", nach dem Entwurf von J.G. Schadow gefertigt, ist eine Kopie von 1958.


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Auf den folgenden Fotos wird die schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts bestehende falsche Behauptung widerlegt,
dass die Quadriga einmal stadtauswärts, Richtung Westen (Großer Tiergarten), ausgerichtet war!


Brandenburger Tor in Berlin um 1795.
Äußere
Ansicht des Brandenburger Tores im 18. Jahrhundert.

         
Kupferstich um 1800 - Brandenburger Tor
Kupferstich um 1800
-
Märkisches Museum, Inv.VII 63/1072 W.
"Ansicht der äussern Seite des Brandenburger Thores zu Berlin"
  Kupferstich um 1810 - Brandenburger Tor - Einzug Kaiser Napoleons
Kupferstich um 1810
-
Musée National Versailles, Inv. MV 1552.
"Der Einzug Kaiser Napoleons in Berlin am 27. Oktober 1806"

          
D
as Brandenburger Tor
diente nach den siegreichen Kriegen von 1815 (Schlacht bei Waterloo),
1864 (deutsch-dänischer Krieg) und 1866 (deutsch-österreichischer Krieg) als Einzugstor.
Das Tor wurde immer wieder als Hintergrund für Einzüge und Staatsfeierlichkeiten genutzt.

Des weiteren fanden die Einzugszeremonien in die Stadt
nach dem deutsch-französischen Krieg
am 16. Juni 1871 vor der Kulisse des Brandenburger Tores statt.

Auf diesen Fotos ist also zu erkennen,
dass die "Friedensgöttin Eirene" mit der Quadriga auf dem Brandenburger Tor
schon immer
stadteinwärts gerichtet war, Richtung Berliner Stadtschloss, nach Osten.

Der Spruch eines Berliners:
       
"
Was hätte der preußische König wohl gesagt, wenn die Pferde ihm den Hintern zugewandt hätten?"

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So lautet das bereits vor Jahren vorformulierte Schreiben, um die zahlreichen Anfragen
an das Berlin Museum rationell beantworten zu können:

"Sehr geehrte(r) Frau/Herr . . . . . . . ,
                                                                                       
auf Ihre Anfrage vom . . . . . teilen wir Ihnen mit, dass die Quadriga des Brandenburger Tores
schon immer stadteinwärts gerichtet war. Sie ist weder nach der Rückführung aus Paris im
Jahre 1814, noch nach dem Krieg von 1870/71 in Richtung Westen gewendet worden. Auch
im 20. Jahrhundert gab es keine Richtungsänderung, weder nach Westen noch nach Osten !
  
Mit freundlichen Grüßen . . . . . . .

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Altes Fremdfoto der Quadriga aus dem Jahr 1909
Bildunterschrift eines alten Fremdfotos von 1909 aus der Publikation von 1912
des Emil von Siefart
(* 1858; † 1929):
"Nach einer photographischen Aufnahme des Architekten Kroog".
- Links im Foto sieht man das alte Reichstagsgebäude -


Lesen Sie das Buch des kaiserlichen Oberstleutnants Emil von Siefart (* 1858; † 1929)
aus dem Jahr 1912 zur Geschichte des Brandenburger Tores.
 
Emil von Siefart, der schon 1912 die erste und auf gründlichem Quellenstudium fußende
Monographie des Tores schrieb, hat sich schon damals veranlasst gesehen, gleich zu Beginn
seiner Publikation die Behauptung von der Richtungsänderung der Quadriga in den Bereich der
Legende zu verweisen, siehe hierzu die Website der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB):

http://opus.kobv.de/zlb/volltexte/2012/14017/
und
http://digital.zlb.de/viewer/file?pi=15520329&file=Heft_45.pdf


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Am 20. Februar 1813 führten die mit Preußen verbündeten russischen Truppen während der Befreiungskriege einen
Überraschungsangriff auf die französische Garnison (seit 1806) in Berlin durch.
Die Russen vertrieben von hier morgens um 5 Uhr die Franzosen und der General von Tschernitschef und Fürst Repnin
rückten in die Stadt ein.
Mit Unterstützung der Berliner Bevölkerung gelangten sie in die Stadt und wurden dort als Befreier umjubelt.
Die Franzosen konnten diesen Angriff zwar abwehren, mussten aber angesichts der russisch - preußischen Übermacht
am 4. März 1813 endgültig aus Berlin abziehen.


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*) Berlin - Mitte, Beschreibung von 1900:

Nach den Befreiungskriegen wurde die Quadriga 1814 wieder aus Paris zurückgeholt.
Das Viergespann nannten die Berliner dann im Volksmund die "Retourkutsche".

Mit der Einnahme von Paris wurde General von Pfuel (* 1779; 1866) Kommandant
eines Teiles der französischen Hauptstadt.
Ihm verdanken es die Berliner besonders, dass die "Victoria mit ihrem Siegeswagen" wieder auf das
Brandenburger Tor zurückkehrte.

Nachdem der Wagenlenkerin Eirene durch den Baumeister Karl Friedrich Schinkel 1814 das "Eiserne Kreuz"
in den erzenen Lorbeerkranz geflochten war und mit dem preußischen Adler ergänzt wurde, verwandelte er
die Friedensgöttin Eirene in die Siegesgöttin Victoria.

(siehe auch im Archiv die Seite "Kreuzberg" - oder hier anklicken)

                                
Vierergespann - Quadriga auf dem Brandenburger Tor - Retourkutsche
Quadriga - "Retourkutsche"
               
Ursprünglich war die Friedensgöttin Eirene, wie viele griechische Statuen, nackt.
Auf Anordnung von König Friedrich Wilhelm II. musste die
von Johann Gottfried Schadow 1793 gestaltete Statue
nachträglich mit einem "Mantel bekleidet" werden.

Das Viergespann sollte den "Triumph des Friedens" darstellen, die politischen Ereignisse ließen
aber aus der griechischen "Friedensgöttin Eirene" die römische "Siegesgöttin Victoria" werden.


Sandsteinrelief "Zug des Friedens" Brandenburger Tor
Das Sandsteinrelief der Attika (Aufsatz über dem Hauptgesims) unterhalb der Quadriga,
auf der östlichen Seite - stadteinwärts
, zeigt den "Zug des Friedens",
entsprechend der ursprünglichen Bestimmung - ebenfalls von J.G. Schadow 1792 gestaltet.

Der Einzug der Friedensgöttin im Triumphwagen:
Herkules, der Neid und Zwietracht vertreibt, die Friedensgöttin Eirene - links auf dem Triumphwagen stehend
und Nike die
Siegesgöttin - sie steht etwas weiter rechts vor dem Wagen, die den Heroen Trophäen darbieten,
und die Allegorie (griech. = Sinnbild; Gleichnis) der Staatsklugheit schreiten voran.
Dem von Putten (ital. = kleine, nackte Engelsfiguren) gezogenen Triumphwagen folgen
der Gott der Freude und die Göttin des Überflusses, die ihr Füllhorn ausschüttet. Als Zeugnis
der Kulturblüte in friedlichen Zeiten folgen die Personifikationen der verschiedenen Künste.

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Die schon im 13. bis 14. Jahrhundert errichtete (Zoll-) Stadtmauer, mit einer Höhe von 4 m und Länge
von ca. 16 km, diente einst als Zollmauer (Akzisemauer) und sollte die Fahnenflucht (Desertion)
der in den "Berliner und Cöllner" Kasernen stationierten Soldaten verhindern.


1732 - 1736
ließ der preußische König Friedrich Wilhelm I., Soldatenkönig von 1713-1740
und Vater Friedrich II., um das damalige Berlin die schon vorhandene Stadtmauer stets erneuern
und vergrößern sowie auch um
seine Vorstädte eine Mauer bauen.

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Welches, wie die Geschichte zeigt, zu DDR-Zeiten am 13. August 1961 böse und gewaltig mit den eingesperrten Bürgern
bis zum 9. November 1989
wiederholt wurde - obwohl gerade die "DDR-Führung" das "Preußentum" immer ablehnte.

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Die Einfuhr unverzollter Ware und eben das Desertieren preußischer Soldaten sollte verhindert werden.
Es gab 18 Stadttore als Passage von und nach Berlin, alle Tore dienten als polizeiliche Kontrollstelle
sowie
Zollgrenze und befanden sich an den Ausfallstraßen zu den entsprechenden Städten.

Außer dem Brandenburger Tor gab es im Uhrzeigersinn u. a. noch das Neue Tor, Oranienburger Tor,
Hamburger Tor, Rosenthaler Tor, Schönhauser Tor, Prenzlauer Tor, Königs Tor (vormals Georgen Tor),
Landsberger Tor, Frankfurter Tor, Stralauer Tor (sh. unten), Schlesisches Tor, Cottbusser Tor,
Wasser Tor, Hallesches Tor, Anhalter Tor
und das Potsdamer Tor.

Für die Schifffahrt auf der Spree gab es als polizeiliche Kontroll- und Zollstelle im Nordwesten
Berlins den Unterbaum und im Südosten den Oberbaum (
Oberbaumbrücke, hier anklicken).




Mittelalterliche Stadtmauer in Berlin - am ehemaligen Stralauer Tor
Rest der mittelalterlichen (Zoll-) Stadtmauer, noch 120 m lang, am ehemaligen, nicht mehr vorhandenen
Stralauer Tor
(links) hinter dem "Alten Stadthaus" und "Parochialkirche" gelegen.




Mittelalterliche Stadtmauer in Berlin - am ehemaligen Stralauer Tor
Das "Wirtshaus Alte-Stadtmauer" befindet sich an der Stelle des ehemaligen Stralauer Tores,
hinten - am Ende der Mauer.




Die Parochialkirche gehört zu den
Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde St. Petri - St. Marien

Erreichbar mit der U2 - Bahnhof Klosterstraße
oder
Fußweg vom Alexanderplatz


Parochialkirche in Berlin Mitte
Die Parochialkirche, ein in "Konchenform" angelegter Bau, ist der erste und älteste
Kirchenneubau für die Anhänger der reformierten Gemeinde Berlins - ab 1695 gebaut.

Unter der Parochialkirche in Berlin-Mitte, einem bedeutenden Sakralbau der Barockzeit,
befindet sich eine der eindrucksvollsten neuzeitlichen Gruftanlagen.

Die nach dem Berliner Dom zweitwichtigste Gruft Preußens,
wie der Kirchengrundriss auch in Konchenform angelegt,
 in der diejenigen beigesetzt wurden, die den jungen preußischen Staat mit aufgebaut hatten.

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"Eine Konche" (gr. konché; lat. concha, "Muschel") ist in der Architektur eine Einbuchtung oder halbrunde Nische,
die in der Regel nach oben mit einer Kalotte abgeschlossen ist.

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Die Parochialkirche lag innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, in der Klosterstraße Nr. 67, Ecke Parochialstraße.

Erbaut wurde sie unter der Leitung von Johann Arnold Nering (* 1659; † 1695) und nach dessen Tod 1695
unter der von Martin Grünberg (* 1655; † 1706).


Auf dem Vorbau der Kirche wurde 1713 bis 14, nach einem Entwurf Jean de Bodts (* 1670; 1745),
ein hoher Glockenturm aufgesetzt.


1713
schenkte König (seit 1701) Friedrich I. in Preußen (* 1657; † 1713) der Kirche das berühmte Glockenspiel.
1714
war der Turm vollendet und man baute das Glockenspiel (Carillon) ein.
Sie wurde deshalb später auch "Singuhrkirche" genannt.

Das Glockenspiel bestand aus 37 Glocken, dem so genannten Carillon, ähnlich dem Glockenspiel
der Potsdamer Garnisonkirche.

Weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt spielte es auch den Traditionschoral
"Üb immer treu und Redlichkeit"
nach der Mozartschen Papageno-Melodie aus der Zauberflöte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt aber nicht zerstört und ab 1988 neu eingedeckt.
Nach dem Mauerfall begannen ab 1993 weitere Restaurierungsarbeiten und wurden, bis auf die Turmspitze
und das Glockenspiel (Carillon), abgeschlossen.




Eingangshalle der Parochialkirche - Berlin.
Eingangshalle der Parochialkirche - der
so genannten "Singuhrkirche".

Öffnungszeiten:

Die Kirche ist in der Regel montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 15:30 Uhr geöffnet und kann besichtigt werden.
Außerhalb der Öffnungszeiten kann mit dem Gemeindebüro, unter Tel: 030-24 75 95 10,
ein Besichtigungstermin vereinbart werden.

Die Gruft der Parochialkirche ist aus Rücksicht auf die Totenruhe nur in Ausnahmefällen zugänglich.



Andachtsraum der Parochialkirche in Berlin.
Der konchenförmige Andachtsraum der Kirche.

In der reformierten Theologie nimmt die Bibel, verstanden als göttliche Offenbarung, die zentrale Stelle ein.
Dies schlägt sich nieder in der Schlichtheit der Kirchenräume und des Gottesdienstes.

In der Mitte befindet sich der einfache Abendmahlstisch, einen Altar gibt es nicht.


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Mit Mitteln der LOTTO-Stiftung Berlin, vieler einzelner Sponsoren und einer
Spende des Berliner Unternehmers Hans Wall,
konnte die kupferne Turmspitze mit den vier Zifferblättern der Turmuhr
Anfang Juli 2016
wieder aufgebaut werden.

Der Architekt Jochen Langeheinecker aus Werneuchen (Brandenburg / Barnim) hat den neuen Turm entworfen.

Gebaut wurde der neue Turm von der Firma Heckmann in Berlin-Hoppegarten.


Turmuhr der Parochialkirche in Berlib-Mitte.
Das Uhrengeschoss, welches alleine 40 Tonnen wiegt, ist mit vier steinernen Löwen verziert.



Turmaufbau mit einem 1000-Tonnen-Kran.       Turmaufbau mit einem 1000-Tonnen-Kran.

Deshalb wurde vorher in einer Probehebung getestet, ob der 1000-Tonnen-Autokran das Hauptteil
aus dieser ungünstigen Position überhaupt hochheben kann.


Neue Kirchturmspitze auf dem Turm der Parochialkirche in Berlin-Mitte                Kirchturm mit Glockenspiel - Parochialkirche.
Die Konstruktion wurde mit einer Holzverschalung ummantelt und mit Kupferblech verkleidet.


Glockenspiel Parochialkirche - Berlin.          Glockenspiel Parochialkirche - Berlin.
Das neue Glockenspiel (Carillon) - jetzt mit 52 Glocken.


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Ein Carillon ist ein spielbares, großes Glockenspiel, das sich typischerweise in einem Turm
oder einem eigens errichteten Bauwerk befindet.
Es besteht aus Glocken, die mittels einer Klaviatur durch einen Spieler (oder mechanisch)
gespielt werden können.

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Der Blick aus dem Inneren der Turmkuppel.
          Der Blick aus dem Inneren der Turmkuppel.

Der Ausblick vom Inneren der Turmkuppel nach Berlin-Mitte.

Der Blick aus dem Inneren der Turmkuppel.


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Am Sonntag den 23. Oktober 2016 haben nach 72 Jahren erstmals wieder
die Glocken der Parochialkirche in Berlin-Mitte geläutet.

Der Carilloneur Wilhelm Ritter (* 1953) aus Kassel spielte Stücke aus den vergangenen 300 Jahren.
Die Kirchengemeinde kündigte an, dass das Glockenspiel wieder regelmäßig erklingen soll.


Die Parochialkirche mit neuem Turm - Foto 2017.     Neue Turmspitze der Parochialkirche in Berlin-Mitte.     Die Parochialkirche mit neuem Turm - Foto 2017.


Damit ist auch wieder ein Stück historisches Berlin restauriert und instand gesetzt worden.


Noch sieht der Turm - jetzt wieder 65 Meter hoch - in der Sonne rosa aus.
Nach längerer Wettereinwirkung wird dieser, durch die natürliche Alterung,
sich mit einer Patina in Grünfärbung zeigen.

Links im Foto sieht man die Turmkuppel vom "Alten Stadthaus" am Molkenmarkt,
mit der Glücksgöttin "Fortuna"
auf der Spitze - Höhe 101 Meter.




 

Restaurant "Zur letzten Instanz" in Berlin.
"Zur letzten Instanz".

Innen an der Stadtmauer steht heute noch die 1963 restaurierte Mauer-Schänke und vermutlich
Berlins älteste
Restauration und Destillation, in der Waisenstraße 16, ca. im Jahr 1611 erbaut.
Die Rückwand bildete gleichzeitig die mittelalterliche Berliner Stadtmauer, ein so genanntes "Wiekhaus"
.




Berlins älteste Restauration und Destillation
Hier waren auch schon das Berliner Original Heinrich Zille - Pinselheinrich (* 1858; † 1929)
und der britische Komiker und Schauspieler Charles Chaplin (* 1889; † 1977) zu Gast.




Mittelalterliche Stadtmauer und Landgericht Berlin
"Vor"
der mittelalterlichen (Zoll-) Stadtmauer, zwischen der Waisen- und Littenstraße gelegen,
 steht das historische Gebäude vom Land- und Amtsgericht Berlin-Mitte.




Denkmal-Tafel, historische alte Stadtmauer Berlin.
Informationstafel an der historischen, alten Stadtmauer (Foto oben).


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Die (Zoll-) Stadtmauer, mit ihr auch die meisten Stadttore, wurden 1867 - 1868 wieder abgetragen, da
die vielen Zuwanderer die Stadt sehr schnell über ihre einstige Begrenzung hinaus wachsen ließ.


Das geschichtsträchtige Brandenburger Tor ist heute das einzige noch bestehende
Stadttor Berlins
und bildet den westlichen Abschluss der Prachtstraße Unter den Linden.

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Land- und Amtsgericht Berlin-Mitte in der Littenstraße, Ecke Grunerstraße, wurde 1896 bis 1904
nach den Entwürfen des Regierungs- und Baurates Paul Thoemer ( * 1851; † 1918 ) erbaut.

Das Gebäude ist dem Grundriss und der Raumaufteilung nach im Stile des süddeutschen Barock errichtet.
Mit seiner maximalen Frontlänge von ca. 237 m, war es das zweitgrößte Gebäude der Stadt,
nach dem Berliner Stadtschloss.

Die "Littenstraße" hieß vor 1951 "Neue Friedrichstraße" - wurde von der ehemaligen DDR-Regierung
nach dem Rechtsanwalt Hans Litten, der als Regimegegner 1938 im KZ Dachau starb, umbenannt.




Landgericht Berlin und die Franziskaner-Klosterkirche.
Totale des Landgerichts Berlin in der Littenstraße und der Franziskaner-Klosterkirche in der Klosterstraße.

Die Litten- und Klosterstraße sind Querstraßen von der Grunerstraße und gehen - im Foto - rechts ab.
Hier die Sicht vom Roten Rathaus - Rückfront Grunerstraße.




Ruine der Franziskaner-Klosterkirche.
Die Franziskaner-Klosterkirche ist die Ruine eines bis auf das Jahr 1250
zurückgehenden Gotteshauses und ein historisches Baudenkmal der Stadt Berlin.

Bis 1845 wurde der gesamte Klosterkomplex mehrfach umgebaut.
Wegen starker Feuchtigkeitsschäden wurde die Klosterkirche 1902 geschlossen.
Die neue Weihe fand im Mai 1936 statt.




Ruine Seitenansicht Franziskaner-Klosterkirche.
Während des Zweiten Weltkrieges, noch im April 1945, wurden die gesamten Gebäude des Klosters,
einschließlich der Kirche, durch Fliegerbomben zerstört.

Die Ruine wurde von 1959 bis 1963 gesichert, viele der Klostergebäude wegen totaler Zerstörung
vollständig abgerissen.

Im Jahr 2003 bis 2004 wurde die Ruine mit weiteren Maßnahmen restauriert und gegenwärtig
für Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte genutzt.



 
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Er hat immer daran geglaubt:


Willy Brandt, ehem. Regierender Bürgermeister West-Berlins und Alt-Bundeskanzler
Willy Brandt
(* 18. Dez. 1913 / † 8. Okt. 1992)
 
Regierender Bürgermeister von West-Berlin (3. Okt. 1957 bis 1. Dez. 1966) sowie
4. und erster
SPD-Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
nach dem Zweiten Weltkrieg. (Okt. 1969 bis 6. Mai 1974 / Rücktritt).

"Der Tag wird kommen, an dem das Brandenburger Tor nicht mehr an der Grenze steht."
  
Willy Brandt bei einer Kundgebung in West-Berlin, 1. Mai 1959.


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"Ulbricht oder seinesgleichen werden dranbleiben, bis die Sowjetunion aus Gründen,
die heute leider weniger zu erkennen sind als vor einigen Jahren,
einmal grünes Licht für die Wiederherstellung unserer staatlichen Einheit geben wird."
  
Willy Brandt in einem Schreiben an den SPD-Politiker Waldemar v. Knoeringen
(* 1906; † 1971), August 1959.
 
Die Erfüllung seiner Vision des Mauerfalls (9. Nov.1989) und
der Deutschen Wiedervereinigung (3. Okt. 1990)
konnte er noch miterleben.



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Es lag mehr als 28 Jahre im ehemaligen Ost-Berlin / Ostsektor, abgeschottet durch
die Diktatur und Mauer der DDR-Machthaber, vom 13. Aug. 1961 bis 9. Nov. 1989.

Mauerfall - Dezember 1989 und die Rede von Ex-Bundeskanzler Kohl
Maueröffnung:  Ansprache von Alt-Bundeskanzler Kohl (* 1930; † 2017) im Dez. 1989 - auf das Foto klicken.
Lautsprecher.jpg (1231 Byte)


 
East-Side Gallery  -  Rest der Berliner DDR-Mauer und Rede des Lügenbarons Ulbricht
Die East Side Gallery - Reste der Ost-Berliner DDR-Mauer,
mit Sicht aus dem ehemaligen Todesstreifen an der Ober-Spree (Mühlenstrasse),
nahe der Oberbaumbrücke und dem S- sowie U-Bahnhof Warschauer Straße.

Nach der Maueröffnung besser genutzt von dem Graffiti-Künstler Christian "Lake" Wahle
und 2002 mit dieser
Karikatur "Mauer - Szenerie / Finale" versehen:

Der sozialistische Bruderkuss mit Leonid Breschnew (* 1906; † 1982) und Erich Honecker (* 1912; † 1994).

Der Schatten an der Mauer (rechts) symbolisiert nicht den "Telespargel mit Abrissbirne", sondern ist
zufällig, durch Sonneneinwirkung auf die "störenden" Laterne, entstanden.

Die zweite Diktatur Deutschlands wurde durch die friedlichen Freiheitsbewegungen
in der DDR und in den Ostblockstaaten besiegt.

Wer noch einen Kommentar von den Genossen Walter Ulbricht (* 1893; † 1973) und Erich Honnecker (aus dem chilenischen Exil)
hierzu hören möchte, auf das obere Foto klicken.
Lautsprecher.jpg (1231 Byte)


    
East Side Gallery an der Mühlenstrasse
Blick entlang der ca. 1,3 km langen original, ehemaligen Ost-Berliner Seite der DDR-Mauer,
von der Mühlenstrasse bis Stralauer Allee.

Heute die teilweise kunstvoll bemalte bzw. besprühte Touristenattraktion als East Side Gallery bekannt.



 
O2 World an der East Side Gallery
Die "O2 World" eine von Europas modernsten Multifunktions-Arenen sowie Berlins derzeit größte Veranstaltungshalle
direkt gegenüber der "East Side Gallery",
zwischen Berliner S-Ostbahnhof und S+U Bhf. Warschauer Brücke - Nähe Oberbaumbrücke - an der Mühlenstrasse erbaut.

Der Baubeginn war im September 2006, die Fertigstellung im Herbst 2008,
nach Plänen der J.S.K Dipl. Ing. Architekten aus Frankfurt am Main.



 
Mercedes-Benz Arena in Berlin
Die "O2 World" ist nach 7 Jahren schon wieder Vergangenheit,
sie wurde ab Juli 2015 in "Mercedes-Benz Arena" umbenannt.

Die neue Beschriftung am Dach, welches natürlich in einem gediegenen Schwarz gestaltet wurde.



 
Todesstreifen East Side Gallery in Berlin
Die (Ost-)Berliner DDR-Mauer - Sicht vom damaligen Todesstreifen mit dem "DDR-Postenweg",
auf die heutige East Side Gallery, direkt am Ufer der Spree.



 
Oberbaumbrücke - Nähe der East Side Gallery
Berlins schönste Brücke - die Oberbaumbrücke.
1893 erbaut, aus Anlass der Gewerbeausstellung von 1896 - als Verbindung über die Spree,
von der
Oberbaumstrasse zur Warschauer Strasse.

Im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt.
Sie war dann Teil der DDR-Grenzanlage vom 13. Aug. 1961,
als einer der wenigen Fußgänger-Grenzübergänge von West- (rechts) nach Ost-Berlin (links).

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde sie 1992-1995 für 70 Millionen DM original restauriert und aufgebaut.
Dadurch sind die Stadtbezirke Friedrichshain (im Foto links, ehemals Stralauer Viertel) und Kreuzberg (im Foto rechts),
wieder wie früher direkt verbunden und über die Oberspree auch mit der U-Bahn Linie U 1 bzw. Tram M10,
die diese Brücke überqueren, erreichbar.
 




Der Hochbahnviadukt auf der Brücke besteht aus einer tragenden Stahlkonstruktion, die mit Backsteinmauerwerk umkleidet ist.

Das heutige Mittelteil zwischen den Türmen ist von dem spanischen Architekten Santiaga Calatrava
(* Juli 1951)
entworfen worden und bietet ausreichende Durchfahrtshöhe für die Spreeschiff-Fahrt.




Blick von der Oberbaumbrücke nach Treptow
Blick von der Oberbaumbrücke entlang der Spree - flussaufwärts, Richtung Treptow - Ortsteil Rummelsburg,
zum einzigen noch in Berlin vorhandenen Braunkohlekraftwerk Klingenberg.

Im Mai 2017 wird die Strom- und Wärmeerzeugung auf Erdgas umgestellt.
Damit werden ca. 600 000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart.

1.650 Brücken gibt es in Berlin, mehr als in Venedig.
Manche Brücken sind sehr flach gebaut, so dass man während der Schiffsdurchfahrt
auf dem Oberdeck nicht aufstehen darf, dieses sogar, je nach Größe des Schiffes,
vorübergehend verlassen muss.

Spruch eines Motorschiffkapitäns:

"Klebt erst mal die Brücke auf der Stirn, wird's dunkel im Gehirn."
 

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In der "guten alten" Zeit, als noch Lastkähne diese Brücke durchfuhren, an den Ufern befand sich relativ viel Industrie,
Kraftfahrzeuge gab es nur wenige, wurde damals für diese Passage "nach Berlin" eine Steuer (Zoll) erhoben.

Damit abends in der Dunkelheit keine Kähne ohne Gebühr, unerlaubt diese Brücke durchfahren konnten,
wurde ein Baumstamm - der Oberbaum, als Barriere vor die Brückendurchfahrt geschoben.
Der Fluss heißt hier Oberspree (damals die Fließrichtung oberhalb Berlins), daher der Name "Ober-Baum-Brücke".

 
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Herzlichen Dank an Herrn Guber aus Berlin-Friedrichsfelde, für folgende Informationen:

Als Gegenstück gab es auch die Unterbaumbrücke, eine hölzerne Klappbrücke,
die sich damals unterhalb Berlins am Spreebogen befand.
Diese ist dann 1828 flussaufwärts verlegt und umgebaut worden.
1877 bis 1879 erfolgte der Bau einer neuen Brücke, welche nach dem damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm
als "Kronprinzenbrücke" benannt wurde.
1972 wurde die alte Brücke abgerissen - die Spree war hier "Grenzfluss" zwischen Ost- und West-Berlin.

Kronprinzenbrücke (Unterbaum), mit dem neuen Gebäude der Bundespressekonferenz.
Nach dem Mauerfall war es der erste und teuerste Brückenneubau für ca. 34 Millionen Euro in Berlin
über die ehemalige Sektorengrenze
und wurde ebenfalls nach einem Entwurf des spanischen Architekten Santiago Calatrava (* Juli 1951)
als neue Kronprinzenbrücke errichtet.

Die nicht schöne, verrostete Schiffahrtsleiteinrichtung zur Vermeidung eines Anpralls auf die Brückenkonstruktion
ist erst nachträglich errichtet worden und war nicht Bestandteil des Entwurfs.

Die Brücke verbindet die Konrad-Adenauer-Straße über die Spree mit der Reinhardtstraße (Hintergrund).

Dort heißt eine kleine kurze Straße, links von der Reinhardtstrasse, auch heute noch Unterbaumstraße.

Im Hintergrund, rechts, steht das neue
Gebäude der Bundespressekonferenz.



 

Reichstagsgebäude - Seiten- und Rückansicht mit Ostportal
Aus historischer Sicht, hier mit dem alten Original-Bus "Zille-Express" der BVG,

kurz vor dem Brandenburger Tor links (am Platz des 18. März),
befindet sich der Arbeitsplatz für die Abgesandten des Volkes,
der Abgeordneten des deutschen Bundestages,
das Reichstagsgebäude am Platz der Republik (früher Königsplatz).


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***) So wie die preußische Geschichte seit 1848 in die des deutschen Nationalstaates überging,
so wurde ein großer Teil der Geschichte Berlins bald mit der des Deutschen Reiches identisch.

Und wer an Berlin denkt, von Bismarck bis Friedrich Ebert, von Moltke bis Ludendorff, von
Adolf von Menzel und Anton von Werner  bis Liebermann und Corinth, von den Schinkel
Schülern bis zu Peter Behrens und seinen Schülern Mies van der Rohe und dem jungen Gropius,
der spricht nicht nur von einer Stadt.

Er spricht von einer deutschen Lebensform, die einmal preußisch und protestantisch
geprägt war
und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts das alte Maß sprengte.
Er spricht von einer europäischen Metropole.

Hier war eines der Achslager der politischen Welt zwischen
Petersburg, London, Wien und Paris.

Hier war die Antriebsmaschine der industriellen Revolution in Mitteleuropa und hier das
Kraftzentrum der deutschen Weltwirtschafts- und Weltpolitik der Jahrhundertwende.

Mit einem Satz, es ist von dem Punkt die Rede, wo Geld und Macht, wo Obertanen und
Untertanen, wo Vorgestern und Übermorgen einander am unmittelbarsten begegneten.

***)  Zitat aus dem Buch:
Berlin und seine Wirtschaft, Beitrag von Prof. Dr. phil. Michael Stürmer,
herausgegeben von der Industrie- und Handelskammer zu Berlin
anlässlich des 750jährigen Jubiläum Berlins (1987)
Verlag - Walter de Gruyter - Berlin - New York  -



Das Reichstagsgebäude von oben gesehen
Oben, in den vier Ecktürmen, befinden sich Sitzungssäle für die vier größten Fraktionen des Bundestages.

Aufnahme von der Panoramaplattform auf dem Dach des Kollhoff-Hochhauses am Potsdamer Platz.

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***) Zur symbolischen Geographie Berlins zählte auch das auf sichere Distanz vom
Berliner Stadtschloss gestellte Reichstagsgebäude, in einem synthetischen Reichsstil,
halb Opéra, halb Schlüter-Schloss, auf dem ehemaligen Platz des abgerissenen
Raczynski-Palais jenseits der politischen Geographie von Hohenzollern-Berlin.



Östlicher Teil des Königsplatzes mit dem Raczynski- Palais um 1880,
Blick von der - später zum "Großen Stern" versetzten - Siegessäule.


Bevor 1884 bis 1894 das Reichstagsgebäude errichtet wurde, stand an seiner Stelle das
Palais des Grafen
Athanasius Raczynski (* 1788; † 1874).

Er
entstammte einem bedeutenden polnischen Hochadelsgeschlecht.
Er fand seine geistige Heimat in Preußen, war loyal gegenüber dem preußischen Herrscher,
wurde
Diplomat, Kunstsammler und Kunsthistoriker in preußischen Diensten.

Einen Teil seines Palais hatte er als erstes öffentliches Museum "bei" Berlin eingerichtet.

Für die Errichtung eines Galeriegebäudes schenkte ihm König Friedrich Wilhelm IV. ein Grundstück
am Königsplatz in Berlin unter der Bedingung, damit seine Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Es entstand hier von
1842 bis 1844 das "Palais Raczynski", errichtet von Heinrich Strack (* 1805; † 1880).

Den südlichen Pavillon des Palais überließ Raczynski dem Maler Peter von Cornelius (* 1783, † 1867) als Atelier,
das so genannte "Cornelius-Haus", in dem danach die Neue Akademie der Tonkunst untergebracht wurde.

Es befanden sich auch Meisterateliers der Akademie der Künste im Palais,
von denen eins der Porträtmaler Gustav Graef (* 1821; † 1895) nutzte.


Nach dem Tod
des Grafen Athanasius Raczynski verkaufte sein Sohn das Gebäude 1874 an den Staat,
der das Grundstück für die Errichtung des Reichstagsgebäudes vorgesehen hatte.




 
Ehrengrabstelle des Grafen Athanasius Raczynski - St Hedwigs Friedhof.      
Die Ehrengrabstelle des Grafen Athanasius Raczynski auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig in Berlin-Wedding,
des wieder zugänglichen ehemaligen Todesstreifens der Berliner DDR-Mauer.

Das Mausoleum wurde durch den Bau der Berliner DDR-Mauer am 13. August 1961
und die Anlegung des Todesstreifens auf dem Friedhof im Jahr 1963 zerstört.



 
Reichstagsgebäude am Platz der Republik - Westportal
Das Westportal des Reichstagsgebäudes am Platz der Republik ist der Eingang für die jährlich rund
3 Millionen Besucher des geschichtsträchtigen Parlamentsgebäudes.

Der wuchtige Neorenaissancebau wurde 1884 - 1894 nach Plänen von Paul Wallot (* 1841; † 1912) erbaut.

Bis heute wird das Fundament des Reichstagsgebäudes von, in den märkischen Sand eingerammten,
Eichenpfählen aus dieser Zeit getragen. Nur für die neue, ca. 1.200 Tonnen schwere Glaskuppel
mussten 12 massive Betonsäulen eingesetzt werden.


Auf dem Platz, rechts vor dem Westportal, steht der große Fahnenmast als Denkmal,
an der die größte offizielle Bundesflagge, die so genannte
(Wieder-)Vereinigungsflagge (Fahne der Einheit) seit dem 3. Oktober 1990 (Mitternacht) weht.
Sie hat eine Fläche von 6 m x 10 m = 60.

Die waagerechten Farben "Schwarz-Rot-Gold" unserer deutschen Nationalflagge haben

u. a. ihren Ursprung aus den Befreiungskriegen 1813 gegen die napoleonischen Truppen.

Die Freikorps - eine Freiwilligeneinheit der preußischen Armee - traten oft mit unterschiedlichen
Uniformen und Zivilkleidung an. So wurde eine einheitliche Bekleidung geschaffen, in dem man
die Uniformen schwarz einfärbte. Die Aufschläge am unteren Ärmel und die Kragen des
"Waffenrocks"
wurden in roter Farbe gestaltet.
Besetzt wurden die Uniformen dann mit goldenen (messingfarbenen) Knöpfen.


Banner Heiliges Römische Reich

Schon im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (erstes Reich / Altes Reich) hatte die
Königs- bzw. Kaiserfahne seit dem 12. Jahrhundert bis ins 14. Jahrhundert einen schwarzen,
einköpfigen Adler mit roten Schnabel und Krallen (Gewaff) auf goldenem Hintergrund.


Das heutige Bundeswappen, der Bundesadler, ist das
Bundesadler - offizielle Staatswappen der Bundesrepublik Deutschland
 offizielle Staatswappen der Bundesrepublik Deutschland.





Dem Deutschen Volke
Erst in den Vorweihnachtstagen 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde die 16 m lange und 60 cm hohe
Widmungsinschrift: Dem Deutschen Volke
über dem Westportal am Reichstagsgebäude angebracht.

Die Inschrift überstand, wenn auch beschädigt, den Reichstagsbrand von 1933
und die Bombardierung Berlins. Inzwischen wiederhergestellt,
steht sie stolz über dem restaurierten Westportal des Reichstagsgebäudes.

Die Idee für die Inschrift hatte Reichstagsarchitekt Paul Wallot zum Abschluss der Bauarbeiten.
Doch als das Gebäude am 5. Dezember 1894 eingeweiht wurde, fehlten die drei Wörter.
Die Sozialdemokraten vermuteten, dass Kaiser Wilhelm II. (* 1859; † 1941) lieber die Worte
"Dem Deutschen Reiche"
als Widmung haben wollte und somit die Anbringung des anderen Wortlautes verhindert hatte.

Ihn störte vieles: der Parlamentarismus, der Bau und der Architekt. Somit blieb bis 1916 der
Platz für den Sinnspruch leer. Die Parlamentarier debattierten darüber zwei Jahrzehnte lang.

Kaiser Wilhelm II. erlaubte sich sogar die Geschmacklosigkeit,
das Gebäude als Affenhaus zu bezeichnen.

Um das vom Ersten Weltkrieg verbitterte Volk mit dem Kaiser zu versöhnen - möglicherweise hat
dieser Gedanke Wilhelm II. überzeugt - kam dann schnell von höchster Stelle die Genehmigung.
Es nutzte dem Kaiser aber nicht viel, 1918 wurde er gezwungen abzudanken.

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Die Verfassung der ersten deutschen Republik von 1919 wurde,
weil in Berlin die Lage zu unruhig war,
im idyllischen Weimar beraten und beschlossen.

Weimarer Nationalversammlung
, die vom 6.2. - 11.8.1919 im Nationaltheater von Weimar
tagende verfassungsgebende Nationalversammlung der Deutschen Republik.

"Weimarer Republik" - vom  9. Nov. 1918 bis 30. Jan. 1933.

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Damit Bronze für die Inschrift gewonnen werden konnte, stellte Wilhelm II. kostenlos zwei
Geschützrohre zur Verfügung, von Kanonen stammend, die 1813 im Krieg gegen Napoleon (* 1769; † 1821)
erbeutet worden waren.

Von der Berliner Bronzegießerei (ab 1855 im Scheunenviertel) des deutschen Familienbetriebes
Samuel Abraham Loevy (* 1826; 1900) jüdischen Glaubens - nach der Übernahme des väterlichen
Betriebes 1885 durch seine Söhne Albert (* 1856; 1925) und Siegfried (* 1859; 1936), wurden die
Feindkanonen Ende 1915 eingeschmolzen, die nun genehmigten Buchstaben hergestellt und angebracht.

Ab 1910
gehörte der Betrieb zu den königlichen Hoflieferanten von Kaiser Wilhelm II.

Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, wurden die Nachkommen und Erben
der renommierten deutschen Firma verfolgt und in den Tod getrieben.



 
Ostportal des Reichstagsgebäudes
Hinter dem Reichstagsgebäude, direkt vor dem Ostportal, befand sich
vom 13. August 1961 bis zur Wiedervereinigung 1990, die (Ost-)Berliner DDR-Mauer.



 
Ostportal des Reichstagsgebäudes
Heute ist dort der Eingang für die Abgesandten des deutschen Volkes,
der
 Abgeordneten des deutschen Bundestages.



 
Gegenüber dem Ostportal des Reichstagsgebäudes
steht das ehemalige Reichstagspräsidentenpalais.

Das ebenfalls nach Plänen von Paul Wallot 1899 bis 1904 errichtete Gebäude wurde aus
Platzgründen von Wallot mit der Frontseite zur Spree, Richtung Norden, aufgebaut.
Der Eingang zu den Wohnräumen der damaligen Reichstagspräsidenten befand sich an die
dem Reichstagsgebäude zugewandten rechten Seitenfassade.


Von 1925 bis 1932 war der
letzte vom Reichstag frei gewählte demokratische
Reichstagspräsident
der Weimarer Republik Paul Löbe (* 1875; † 1967) Amtsinhaber.

Von 1932 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 nahm Hermann Göring
(* 1893 in Rosenheim; † Okt. 1946 durch Selbstmord in Nürnberg)
dieses Amt in Anspruch, der erste und letzte Reichstagspräsident der Nationalsozialisten.

Hauptsächlich war Göring an der Ausschaltung und Verfolgung der Opposition beteiligt.

Der Amtssitz des Reichstagspräsidenten wurde von den Nazis nur noch formal aufrechterhalten,
büßte auch durch die Entmachtung des Parlaments seine vormalige Bedeutung weitgehend ein.

Zu DDR-Zeiten wurden hier, von dem Gebäude des Palais, die Sitzungen der Parlamentarier
im Reichstagsgebäude durch die DDR-Spionage und "Stasi" mit Richtmikrofonen abgehört.
Weil man dies wusste, sind damals abhörsichere Räume in das Reichstagsgebäude eingebaut worden.


Heute ist es der Sitz für die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft e.V. (DPG), einer
überparteilichen Vereinigung des Deutschen Bundestages, der deutschen Landtage und
des Europaparlaments.



 
Paul-Löbe-Haus und das Reichstagsgebäude
Die Sicht vom Platz der Republik auf das Paul-Löbe-Haus neben dem Reichstagsgebäude
- westlich der Spree gelegen, die nach dem DDR-Mauerbau an dieser Stelle die
Grenze zwischen Ost- und West-Berlin bildete.

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Am 9. September 1948, auf dem Höhepunkt der sowjetischen Berlin-Blockade,
hielt Ernst Reuter
(* 1889; † 1953) vor über 300.000 Berlinern vor der Ruine des Reichstagsgebäudes
seine berühmte
Rede, in der er an “die Völker der Welt” appellierte, die Stadt nicht preiszugeben.

Ernst Reuters Rede am 9. September 1948 vor dem Reichstag u. a. mit folgenden Worten:
- Regierender Bürgermeister von (West-)Berlin (
SPD), vom 7.12.1948 bis 29.9.1953 -

"
Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien!
Schaut auf diese Stadt und erkennt,
daß ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft und nicht preisgeben könnt!
"

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Das Paul-Löbe-Haus wurde nach der Wiedervereinigung von dem
Münchner Architekten Stephan Braunfels erbaut.

Es dient den Volksvertretern als Bürohaus, mit Sitzungssälen für die Ausschüsse des
Deutschen Bundestages und hat einen unterirdischen Zugang für den Plenarbereich
im Reichstagsgebäude.

Benannt wurde das Haus nach dem letzten demokratischen Reichstagspräsidenten
der "Weimarer Republik", Paul Löbe (* 1875; † 1967).
Als langjähriger Präsident des
Reichstages wurde er zum Symbol der Demokratie der ersten deutschen Republik.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war er 1948/49 als Mitglied des Parlamentarischen Rates
maßgeblich an der Gestaltung des Grundgesetzes beteiligt.


Weimarer Nationalversammlung, die vom 6.2. - 11.8.1919 im Nationaltheater von Weimar
tagende verfassungsgebende Nationalversammlung der Deutschen Republik.

"Weimarer Republik" - vom 9. Nov. 1918 bis 30. Jan. 1933.

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Der Reichstag (ehem. Deutsches Parlament) hatte gegenüber dem Kaiser
und der Reichsregierung zunächst nur sehr eingeschränkte Befugnisse.

Nach und nach konnte er an Ansehen und Einfluss gewinnen. Beharrlich kämpfte
er für die Durchsetzung des sozialen Rechtsstaates und die Parlamentarisierung.

Im Jahr 1900 wurde das Bürgerliche Gesetzbuch beschlossen, 1908 ein neues Vereinsrecht
und 1912 folgten wichtige Sozialreformen. Kurz vor Beginn der Revolution von 1918 und der
damit verbundenen Abdankung Kaiser Wilhelm II. (Ende des Ersten Weltkrieges / 1914 -1918)
gelang es schließlich, die parlamentarische Monarchie durchzusetzen.



Reichstag         Reichstagsgebaeude
Bis zum Reichstagsbrand 1933, war das Reichstagsgebäude Sitz des Deutschen Parlaments.

Am Abend des 27. Februar, knapp 4 Wochen nach Hitlers Machtübernahme,
wurde das Reichstagsgebäude in Brand gesetzt.

Unter dem Vorwand, Volk und Staat zu schützen, nutzten die Nationalsozialisten den
Brand für die Abschaffung der Demokratie. Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt
und demokratische Institutionen aufgehoben; politische Gegner wurden massiv verfolgt.
Hitler begann seine totalitäre Macht gnadenlos auszubreiten.
Mit dem Ermächtigungsgesetz (23. März 1933) - es gab Hitler diktatorische Vollmachten -

wurde das Ende der parlamentarischen Demokratie im März 1933 besiegelt.

Oft ist das Reichstagsgebäude unberechtigt als Symbol des Nazireichs genannt worden.
Hitler hat aber nie an einer Reichstagsdebatte in diesem Hause teilgenommen.

Das Reichstagsgebäude war nicht das Machtzentrum der Nazis, es war bis 1933
der Ort des deutschen Parlamentarismus, mit all seinen Vor- und Nachteilen.

12 Jahre (1933-1945) stand das Gebäude leer und wurde von den Nazis nicht genutzt.

Nach weiteren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Reichstagsgebäude bis 1970
wieder vereinfacht aufgebaut.

Nach der Wiedervereinigung (1990), von 1995-99 komplett um- und ausgebaut,
mit neuem modernen Plenarsaal für die Bundestagssitzungen ausgestattet und ......



 
Glaskuppel auf dem Reichstagsgebaeude
........... einer gläsernen Besucher-Kuppel (Glas-Ei), nach Plänen des
englischen Architekten Sir Norman Foster (* 1935) erbaut.
Um die Gestaltung der Reichstagskuppel ging ein jahrelanger Streit voraus.

Höhe der Kuppel: 23,5 m über der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes.
  Durchmesser: 40 m, mit 800 Tonnen Verglasung, Gesamtgewicht ca. 1.200 Tonnen.

Einlass für die Besucher der Reichstagskuppel, Montag - Sonntag von 8:00 bis 22:00 Uhr.
Um 24:00 Uhr wird die Dachterrasse und das Restaurant des Reichstagsgebäudes geschlossen.



Arbeitszimmer der Bundestagsabgeordneten
Blick von oben - in der Glaskuppel - vorbei an 3.000 m² Spiegelelementen im Konus von 360 Grad,
in das Arbeitszimmer unserer gewählten Abgesandten für den deutschen Bundestag.

Die Lichtumlenkelemente bringen das von oben einfallende Tageslicht in den Plenarsaal.



 
Eingang und Hammelsprungtüren
- Enthaltung -                      - ja -                         - nein -
Hammelsprungtüren zum Sitzungssaal des Bundestages.
(Hammelsprung = parlamentarisches Abstimmungsverfahren)

An der Stirnseite des Plenarsaales hängt über den Köpfen der Abgeordneten die
"Fette Henne", vom Volksmund so bezeichnet.

Das Wappentier aus Aluminium wiegt ca. 2,5 Tonnen und hat eine Fläche von ca. 58 m².
Von vorn gleicht der Bundesadler demjenigen,
der seit 1952 im Bundestag der provisorischen Bundeshauptstadt Bonn hing,
die Rückseite hat durch Sir Norman Foster eine etwas abgeänderte Form erhalten.



Bundeskanzleramt in Berlin
Die Schaltzentrale der Macht für die Bundesrepublik Deutschland, das "Kohlosseum".
In Sichtweite des Reichstagsgebäudes, direkt an der Spree, befindet sich das monumentale
Bundeskanzleramt.
Hier die Ansicht über den Ehrenhof.

Die Architekten des Bundeskanzleramts: Axel Schultes (* 1943) und Charlotte Frank (* 1959).

Der Baubeginn (Jan. 1997) erfolgte in der Amtszeit (1982 bis 1998) von Alt-Bundeskanzler Kohl (* 1930; † 2017) - CDU,
der hier aber nicht mehr einziehen konnte.

Am 2. Mai 2001 war es bezugsfertig
und der siebente deutsche Bundeskanzler (1998 - 2005)
Gerhard Schröder
(* 1944) - SPD
wechselte von dem
provisorischen ersten Amtssitz in Berlin - nach der Wiedervereinigung,
dem ehemaligen Staatsratgebäude der DDR-Regierung, in dieses futuristische Haus.

Nach seinem Einzug wurde es aufgrund von extremen Sozialabbau (Hartz IV)
während seiner Amtszeit
auch als "Reformhaus" bezeichnet.

Im Ehrenhof steht die
5,5 Meter hohe und 87,5 Tonnen schwere, rostige monumentale Eisenskulptur "Berlin"
des spanischen Künstlers Eduardo Chillida (* 1924; † 2002).

Sie weckt mit ihren zwei sich beinahe berührenden Armen die bewusste Verknüpfung von Gedanken wie
Annäherung, Teilung und Vereinigung, was als beabsichtigte politische Symbolik verstanden werden kann.


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Brandenburger Tor - Eingang nach Berlin
Bis Anfang November 2003 und ab Juni bis Anfang Juli 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland,
die Ansicht der äußeren Seite des wieder freien Durchgangs nach Berlin-Mitte (Aufnahme 20. Sept. 2003).

Die freie Sicht vom Platz des 18. März (1848 - Revolution in Berlin) durch das Brandenburger Tor,
über den Pariser Platz entlang dem Boulevard - Unter den Linden - "City Ost"- nach Berlin-Mitte,
versperrte zeitweilig das Werk des Wiener Künstlers André Heller (* 1947).




Fußball-Globus auf dem Pariser Platz
Tagsüber ein Fußball, nachts eine erleuchtete Weltkugel.

20 Meter hoch war der Fußball-Globus, der hinter dem Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz aufgebaut
wurde und für die Fußball-WM 2006 werben sollte.
Er war Teil des begleitenden Kulturprogramms der Bundesregierung und des WM-Organisationskomitees.

Die begehbare Kugel wurde für viele T-Euros aus 60 Tonnen Stahl gefertigt.
40 Lautsprecher und 20.000 Lampen sind in der "Skulptur" verarbeitet worden.
Im Innern wurden Videos von Fußballspielen gezeigt und es gab einige Informationen über Deutschland.

Deutschland errang den 3. Platz im Spiel gegen Portugal (3 : 1) am 8. Juli 2006 in Stuttgart.

Das Endspiel, am 9. Juli im Berliner Olympiastadion, Italien - Frankreich (1 : 1)
Italien gewann nach Verlängerung und Elfmeterschießen (5 : 3) - Endstand 6 : 4
und wurde zum vierten Mal Fußballweltmeister.



In den Hallen vom Brandenburger Tor.
In der Halle links vom Brandenburger Tor     Der Alte Fritz in Berlin     In der Halle rechts vom Brandenburger Tor
Links die südliche Nische mit der Statue des Mars (röm. Kriegsgott) von Carl Friedrich Wichmann (* 1775; † 1836),
rechts die nördliche Nische mit der Statue der Minerva von Johann Daniel Meltzer (* 1753; † ?),
(röm. Göttin des Handwerks, der Weisheit u. der Künste)
nach Modellen von Johann Gottfried Schadow (* 1764; † 1850) gefertigt.

Wenn man nach einem Boulevard-Bummel - Unter den Linden auf den Parkbänken
am Pariser Platz ein wenig ausruht, kann es durchaus geschehen, dass der Alte Fritz
mal eben so aus Potsdam-Sanssouci vorbei kommt und durch das Brandenburger Tor
nach Berlin marschiert
, um in seiner ehemaligen Residenzstadt Preußens
nach dem Rechten zu sehen.

Er passierte hier aber nicht ganz standesgemäß das Tor nach Berlin, Friedrich II. (* 1712; † 1786)
nahm den Durchgang für die Untertanen.
Dies konnte er nicht wissen, denn das Brandenburger Tor wurde erst 1789 - 93, nach seinem Tod erbaut.

Das Brandenburger Tor in Potsdam ließ Friedrich der Große allerdings
schon 1770 auf dem Luisenplatz erbauen.

Nur Kaiser Wilhelm II. und seinem Gefolge war es vorbehalten den mittleren Tordurchgang
des Brandenburger Tores in Berlin zu benutzen, dem "einfachen Volk" war dies untersagt !


Die Straße Unter den Linden wurde 1575 zwischen der Brücke über dem
Festungsgraben am Berliner Stadtschloss und dem Großen Tiergarten als Sandstraße angelegt,
um den Herrschaften vom Schloss bis zum Großen Tiergarten einen Reitweg zu bieten.

Kurfürst Friedrich Wilhelm
ließ dort 1647
1.000 Linden und 1.000 Nussbäume pflanzen.
Die Nussbäume konnten sich nicht im Märkischen Sand halten und gingen ein.
Die Linden überstanden die Anpflanzung und gaben der Straße ihren Namen.

Das historische Stadtzentrum erstreckt sich vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz,
in der berühmtesten Straße Berlins, Unter den Linden, mit zahlreichen historischen, barocken und
klassizistischen Bauten, aufgrund dessen Berlin auch manchmal Spree-Athen genannt wird.

Der Alte Fritz - Touristengespräch
Friedrich der Große war es doch, der sagte:
"In meinem Staate kann jeder nach seiner Fasson selig werden".

Er hat sicher irgendwie von der Tordurchgangs-Regelung erfahren.

Pech hatte deshalb leider ein Tourist (am 19. Juli 2003), der es wagte, bei + 31° C
in kurzer Hose durch den Mitteldurchgang des Brandenburger Tores zu laufen.

Solche Kleidung war Friedrich dem Großen völlig fremd
- hier im Uniformrock mit den Ursprungsfarben der deutschen Nationalflagge "Schwarz-Rot-Gold" -
außerdem konnte er diese Ignoranz nicht dulden, denn preußische Ordnung bestimmte sein Leben.
Der Berlin-Besucher musste deshalb "tief in die Tasche greifen" !



Der Alte Fritz am Brandenburger Tor
Diabolisch freute sich Friedrich II. anschließend darüber, denn
der Bundeskanzler, sein Finanzminister und der Regierende Bürgermeister von Berlin
waren an diesem Tag nicht in der "neuen" Deutschen Bundeshauptstadt.

So konnte er die dringend gebrauchten Einnahmen, der leider auch heutigen Realität von
Ebbe in der deutschen Staatskasse, selbst für sein eigenes leeres Geldsäckelchen behalten.



Der Alte Fritz betreut Berliner Gäste       Hochzeitpaar auf dem Pariser Platz
Der Pariser Platz - bis 1814 "Quarré" genannt - wurde 1734 angelegt.
Bis zum Zweiten Weltkrieg nannte man diese Platzanlage hinter dem Brandenburger Tor
und den zahlreichen Palais "Empfangssalon".

Auf die Ankunft Napoleons vor der Französischen Botschaft am Pariser Platz
- am 27. Oktober 1806 war der berühmte Korse schon einmal in Berlin -
wartete der Alte Fritz jedoch vergebens.

Stattdessen erschien eine friedfertige Hochzeitsgesellschaft mit einer sehr hübschen Braut,
die sich vor der Botschaft, für das Album zur Erinnerung, fotografieren ließ.
Dem frisch vermählten Paar wünschte er sicher,
wie alle anwesenden Touristen auf dem Pariser Platz,
alles Gute für die Zukunft.

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In dem Gewand Friedrich des Großen ist oft der Berliner Historiendarsteller
und Philosoph Dr. phil. Olaf Kappelt als Touristenführer in Berlin unterwegs.

"Ich bin der Einzige, der das regelmäßig als historische Person macht."

Dr. Kappelt ist mittlerweile eine Institution in der deutschen Hauptstadt
und man kann ihn buchen:

http://www.koenig-friedrich.de


e-Mail: contact@koenig-friedrich.de
tel.: 030 – 450 238 74, mobil: 0175 – 950 74 36, Fax: 450 241 67
 

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Franzoesische Botschaft in Berlin
Die neue Französische Botschaft am Pariser Platz Nr. 5, historisch gesehen
hinter dem Brandenburger Tor.


Der französische Staatspräsident Jacques Chirac (* 1932) hat anlässlich der Feiern zum
40. Jahrestag des deutsch-französischen Elysée-Vertrages, der am 22. Januar 1963
von
Charles de Gaulle (* 1890; † 1970) und Konrad Adenauer (* 1876; † 1967) unterzeichnet
worden war, die neue Französische Botschaft in Berlin eröffnet.

Der Neubau wurde von dem Pariser Architekten Christian de Portzamparc (* 1944) entworfen.



Hotel Adlon am Pariserplatz
Hotel Adlon - Unter den Linden Nr. 77 mit der Seitenfront zum Pariser Platz.
Der Ursprungsbau (Redernsche Palais) ist erstmals Mitte des 19. Jh. dort errichtet,
später erweitert worden.

Die Staatsflagge im Foto ganz links, auf dem zweiten Nachbargebäude,
gehört zur Russischen Botschaft - Unter den Linden Nr. 63-65 (siehe weiter unten).

Der Anbau rechts, dass hier noch im Wiederaufbau befindliche Stammhaus und
Hauptsitz der wiedervereinigten Akademie der Künste (Architekt: Günter Behnisch),
am Pariser Platz Nr. 4.
An dieser Stelle stand früher das ehemalige Palais Arnim-Boitzenburg.
Seit 1907 war es das Dienstgebäude für die Akademie der Künste.




Am Pariser Platz in Berlin - Hotel Adlon
1907 wurde das Hotel Adlon eröffnet und galt als das prunkvollste sowie nobelste Hotel Berlins.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark zerstört, nach der Wiedervereinigung von den
Architekten Rüdiger und Jürgen Patzschke und Rainer-Michael Klotz & Partner
rekonstruiert und komplett neu aufgebaut.
Das wieder aufgebaute Hotel Adlon ist keine originalgetreue Nachbildung,
es wurde nur dem historischen Vorbild angepasst.

Dem Gebäude wurde ein Stockwerk aufgesetzt und ist um dieses höher als das alte.


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Mit der Reichsgründung 1871 kamen Bankiers und Aktienspekulanten
an den Boulevard Unter den Linden sowie Pariser Platz und
übernahmen die Palais der Adligen
.

Das Hotel entspricht dem früheren Standort des "Redernschen Palais";
nach Plänen von K. F. Schinkel dort errichtet und wurde manchmal von
Prinzessin Augusta von Preußen, der späteren Kaiserin, mit ihrem Sohn Prinz Friedrich Wilhelm
als Gäste des Grafen Friedrich Wilhelm von Redern (* 1802; 1883) besucht.

Graf Redern war zu damaliger Zeit als Königlicher Theaterintendant eine sehr
bekannte und einflussreiche Persönlichkeit. Nachdem seine Vermögensverhältnisse
etwas heruntergekommen waren, heiratete er eine schwerreiche junge Dame,
die Tochter eines Hamburger Senators.
Ein Saal im Palais war mit seltenen japanischen Kunstgegenständen geschmückt.
Als eines Tages Prinzessin Augusta von Preußen mit ihrem Sohn, dem Prinzen
Friedrich Wilhelm, das Palais wieder einmal besuchte, wandte sie sich an die Frau des
Hauses mit der Frage:
"Ihr Vater handelt wohl mit solchen Sachen ?"

Daraufhin soll diese erwidert haben:
"Nein, Königliche Hoheit, mein Vater handelt mit Verstand !"


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Die Berliner mochten damals das Hotel Adlon nicht, weil für den Hotelbau das geliebte,
schöne "Palais Redern" abgerissen wurde, dessen Front von Schinkel stammte.

Das Haus hätte nicht verkauft werden dürfen, da es Majoratsbesitz war.
Graf Redern hatte aber in einer Woche sein ganzes Vermögen an den König von
England verspielt und der Kaiser hatte darum den Verkauf des Palais gebilligt.

Die Aktiengesellschaft, die dem ruinierten Grafen den hohen Preis zahlte, machte jedoch
den Abriss des Gebäudes zur Bedingung. In der Eile vergaß man es, den neuen Bauherrn
zu verpflichten, in das neue Haus wenigstens den großen Schinkelsaal wieder einzubauen.



Botschaft der USA in Berlin am Pariser Platz
Mit der neuen Botschaft der USA am Pariser Platz Nr. 2, zwischen der DZ Bank (links) und
der Commerzbank (rechts), wurde die letzte Lücke im Berliner "Empfangssalon" geschlossen.

An dieser Stelle stand früher das Palais Blücher, welches die Vereinigten Staaten 1931 kauften.
Ende der 50er Jahre ließ die DDR die Reste der während des Zweiten Weltkrieges zerstörten
Botschaft abreißen.
In den Jahren der DDR-Mauer lag das Grundstück im Niemandsland, direkt im Todesstreifen.

Am 232. amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli 2008, wurde die neue Botschaft durch
den ehemaligen US-Präsidenten George Bush senior eröffnet.

Damit kehrte die diplomatische Vertretung nach 69 Jahren an ihren alten Platz zurück.
Zu der Eröffnungsfeier waren 4.500 Gäste geladen, darunter auch Veteranen der Berliner
Luftbrücke vor 60 Jahren.



Brandenburger Tor und Botschaft der USA - Sicht vom Platz des 18. März

Die äußere Ansicht des Brandenburger Tores.

Der Neubau der neuen Botschaft der USA (rechts, Sicht vom "Platz des 18. März") wurde durch das
kalifornische Team der Architekten Moore und Yudell, unter der Leitung des US-amerikanischen
Architekten John Ruble
entworfen.

Es wird vermutet, dass in dem Rundbau auf dem Dach die Abhör-Spionagetechnik der "NSA" installiert ist.
Die direkte "Blick-Richtung" zum Reichstagsgebäude und zum Bundeskanzleramt ist garantiert gegeben!


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Zu DDR-Zeiten hatte die "Stasi" ihre Spionage- und Abhörspezialisten oben auf dem Brandenburger Tor,
unterhalb der "Retourkutsche", in einem großen Saal (ca. 300 qm),
der so genannten "Soldatenkammer" untergebracht.

Dieser Raum wurde so benannt, weil beim "Spartakusaufstand" oder auch "Januaraufstand"
am 5. bis 12. Januar 1919 dort oben sich angeblich Soldaten versteckt haben sollen.

Nutzt eventuell der "BND" heute auch diese Räumlichkeiten?




Neue Amerikanische Botschaft in Berlin
Amerikanische Botschaft - Rückfronten.



    
Britische Botschaft in der Wilhelmstraße.                Britische Botschaft in der Wilhelmstraße.
In der Wilhelmstraße 70/71 befindet sich die futuristisch aussehende Britische Botschaft.

Sie bildet mit dem Hotel Adlon einen großen Block - rechts im Bild die Seitenfront vom "Hotel Adlon".
Es ist die einzige Straßenseite des Gebäudes, im Blockinneren befinden sich zwei Höfe.

An gleicher Stelle residierte im einstigen "Palais Stousberg" - einem ehemaligen Eisenbahnunternehmer - schon einmal
das Britische Königreich, von 1884 bis zum Zweiten Weltkrieg und das Grundstück gehört seitdem der Britischen Krone.

Die Botschaft wurde von Juni 1998 bis Juli 2000 nach Plänen des Büros Michael Wilford & Partners erbaut
und durch Königin Elisabeth II. (* 1926) eingeweiht und eröffnet.

Wegen der Terrorgefahr und der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, ist die Wilhelmstraße zwischen
Behrenstraße und Unter den Linden für den Durchgangs-Kraftfahrzeugverkehr mit ausfahrbaren Stahlpfeilern komplett gesperrt.



 
Botschaft der Russischen Förderation in Berlin
Das dreiflüglige Gebäude der Botschaft der Russischen Förderation - Unter den Linden 63-65
mit Ehrenhof vor dem Haupteingang.

 Dieses Botschaftsgebäude entstand in den Jahren 1949-52, nach der Gründung der DDR und dem Entwurf
des Architekten Anatoli Jakowlewitsch Stryshewski (* 1908; 1949) im stalinistischem Zuckerbäckerstil
an der Stelle, der auch im Zweiten Weltkrieg  zerstörten, alten russischen Botschaft aus dem 18. Jahrhundert.


Es weicht mit dem Ehrenhof und turmartig erhöhten, von einer quadratischen Laterne gekrönten
Mittelteil, die einen großen, reich dekorierten Kuppelsaal im Inneren überspannt,
von der üblichen Bebauungsstruktur der Straße Unter den Linden ab.
Dadurch wird der zentrale Mittelteil des Gebäudes besonders zur Geltung gebracht.


 

Russische Botschaft in Berlin

Unter Hinzunahme einiger angrenzenden Grundstücke entstand ein Gebäudekomplex, der sich mit
Verwaltungsräumen und Beamtenwohnungen, Nachrichtenagentur, Reisebüro und Luftfahrtgesellschaft
der damaligen UdSSR
bis zur Behren- und Glinkastraße  ausdehnt.

Eigene Wohnhäuser, eine Schule, Klubhaus und ein Schwimmbad machten aus dem schon sehr großen
Botschaftsgebäude ein vollständiges, abgeschottetes und geheimnisvolles Stadtviertel
für die Botschaftsangehörigen und ihre Familien.



 

Eingang zur Russischen Botschaft in Berlin "Unter den Linden".
Eines der zwei kleinen Eingangsportale zur Russischen Botschaft "Unter den Linden Nr. 63", vor dem Ehrenhof.

Ab 1985 wirkte der Generalsekretär der KPdSU (von März 1985 bis August 1991) Michail Gorbatschow (* 1931)
entscheidend als
Wegbereiter für Reformen im gesamten Ostblock. Mit seinen Forderungen nach
Glasnost und Perestroika (Transparenz und Umgestaltung) leitete er eine
neue Ära in der Sowjetunion - zusammenhängend damit auch in Europa und Deutschland ein.
 
 Das heutige Russland ist Rechtsnachfolger aller Besitzstände der ehemaligen Sowjetunion, so fiel dem Land
 auch die ehemalige UdSSR-Botschaft „Unter den Linden“ zu.



Ueber den Daechern von Berlin-Mitte
Über den Dächern von  . . .  Berlin - Mitte, der so genannten "City Ost".
Ausblick vom Außenrundgang der Kuppel des Französischen Doms am Gendarmenmarkt:

Berliner Dom (ev.), Hochhaus Park Inn Hotel, davor die Marien-Kirche, Telespargel,
Palast der Republik, Rote Rathaus, Friedrichswerdersche Kirche, rechts Nikolai-Kirche
und -Viertel, links unten die Deutsche Staatsoper, die Sandstein-Skulpturen auf dem Zeughaus,
davor das Kronprinzen- sowie Prinzessinnen Palais und die Kuppel der St. Hedwigs-Kathedrale.

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Passend zu den historischen Kirchen
in Berlin-Mitte ein Kuriosum:

Foto  von Th. Schneider
Foto von Herrn Thomas Schneider aus Freiburg/Breisgau,
(Koreaexperte und Autor der "
Koreanische Reisenotizen")
beim IFA-Besuch 2003 in Berlin aufgenommen.


Sobald die Strahlen der Sonne auf die Kuppel des Fernsehturms treffen, bildet sich
oberhalb der Fenster des Aussichtsrestaurants ein weithin sichtbares, glänzendes Kreuz.
Für die damaligen Machthaber der DDR war es eine höchst unangenehme Erscheinung,
spöttelnd nannte man den Turm auch "Ulbrichts Kathedrale".

Da der christliche Glaube während der DDR-Diktatur nicht erwünscht war,
die Existenz Gottes geleugnet wurde, versuchte man an den 140 pyramidenförmigen
Edelstahlsegmenten (Kassetten) der Kugelfassade das Erscheinen des Kreuzes zu verhindern.
Dieses gelang aber nicht und so nannte man diese Erscheinung "das Plus des Sozialismus".



Fussball-Kugel des Telespargels am  Alex   Fussball-Kugel des Telespargels am  Alex
Was die "Organe der DDR" nicht geschafft haben, machte die
Fußball-Weltmeisterschaft 2006
mit der FIFA und der Telekom möglich.
Im März 2006 wurde die Kugel des Fernsehturms für die Dauer der Weltmeisterschaft
durch den Sponsor, der Telekom, mit Klebefolie als Fußball verkleidet.
Deshalb konnten sich die Strahlen der Sonne in den Kugelsegmenten in dieser Zeit
nicht mehr als Kreuz abbilden.
Es wurden magentafarbene "Lederflicken" verwendet, die Symbolfarbe der Telekom.
Anfang August bis Ende Oktober 2006 wurde die Folie durch 14 Industriekletterer
wieder entfernt.



Blick von der Panoramaplattform des Park Inn-Hotels am Alex
In 150 m Höhe, der Blick von der Panoramaplattform des Park Inn-Hotels (Radisson) am Alexanderplatz zur "City Ost".

Im Vordergrund die Marien-Kirche mit ihrer wertvollen marmornen Barock-Kanzel von
Andreas Schlüter (* 1659; † 1714), hinter der Baumgruppe der im Abriss befindliche ehemalige Palast der Republik,
darüber die Friedrichswerdersche Kirche und etwas höher, der Deutsche - und Französische Dom
am Gendarmenmarkt.
Dazwischen die Rundkuppel der St. Hedwigs-Kathedrale (katholische Bischofskirche von Berlin),
rechts der evangelische Berliner Dom, davor das Dom Aquarée.



Humboldt Universitaet zu Berlin
Humboldt-Universität (Gründer: Wilhelm von Humboldt) Unter den Linden,
gegenüber dem westlichen Bebelplatz (ehem. Opernplatz).
Das dreiflügelige Universitätsgebäude, eigentlich als neues Stadtschloss geplant,
wurde 1748 - 66 dann aber als Palais für den Prinzen Heinrich (* 1726; † 1802),
Bruder Friedrich des Großen, errichtet. 1810 zog dort die Berliner Universität ein.

*) Beschreibung von 1900:                                                                                 


Rechts und links der Eingangspforte haben die
Brüder Wilhelm (* 1767; † 1835) und Alexander von Humboldt (* 1769; † 1859)
Marmordenkmäler erhalten, während der Vorgarten
mit dem Standbilde des Physikers Helmholtz (* 1821; † 1894) geschmückt ist.


Siehe auch Schlösser und Gärten im Foto-Archiv - Humboldt-Schloss (oder hier anklicken).


 
Reiterstandbild Friedrich II. Unter den Linden
Säulenportal des Kaiserpalais und das 13,5 m hohe Reiterstandbild Friedrich des Großen.
Gegenüber der Humboldt Universität, auf der Mittelpromenade, steht die bedeutendste
Berliner Großplastik des 19. Jahrhunderts.
1851 enthüllt und geschaffen von dem berühmten Bildhauer Christian Daniel Rauch (* 1777; † 1857).

150 Figuren bedeutender preußischer Persönlichkeiten, die unter Friedrich II. den Sockel des Denkmals schmücken,
gaben Anlass zu heftigen Diskussionen. Der Grund hierfür war die Anordnung der Figuren.
Die Militärs wurden von Rauch am Sockel vorne platziert, Künstler und Wissenschaftler aber im hinteren Bereich,
unter dem Pferdeschwanz.
 
 
Das Kaiserpalais und Standbild Friedrich des Großen
Das Alte Palais - Kaiserpalais - nach der Restaurierung.

1951 wurde das Reiterstandbild nach Potsdam, ab 1962 in den Park Sanssouci - ins Hippodrom verbracht
und stand dort als Denkmal bis 1980.
Dann kehrte es nach Berlin zurück und wurde ca. 6 Meter östlich von seinem ursprünglichen Standort wieder aufgestellt.


*) Beschreibung von 1900:                                                                     

Hoch zu Ross, umgeben von den hervorragendsten Helden seiner siegreichen
Schlachten und den bedeutendsten Männern seiner Zeit, schaut der Alte Fritz
im Königsmantel und dreieckigen Hut , den bekannten Krückstock an dem Arm
gehängt, nach der Hauptwache und dem Zeughause hin.

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Das Kaiserpalais (Alte Palais)  - Unter den Linden Nr. 9 - ist das Vordergrundstück
der Königlichen Bibliothek (Kommode),
in dem Wilhelm I. (* 22.03.1797 in Berlin, † 09.03.1888 in Berlin),

König von Preußen seit 1861 - Deutscher Kaiser seit dem 18. Jan. 1871, 50 Jahre lang lebte.

Die begeisterte Liebe und treue Hingebung, welche die Berliner der Königin Luise
entgegenbrachten, übertrug sich in späterer Zeit auf das schmucklose Alte Palais ihres
ruhmreichen Sohnes, des greisen Kaisers Wilhelm I.

Wer könnte an jenem einfachen Gebäude vorbeigehen, ohne den Blick nach dem
historischen Eckfenster im Parterre zu richten, an dem er erschien, wenn die

Wachtparade in Berlin - Postkarte
- Wachtparade - (Abbildung einer alten Postkarte)
vorüberzog, durch das oft genug während der Nacht die Lampe ihren matten
Schimmer auf die einsame Straße geworfen, späten Wanderern verkündend,
dass das Oberhaupt des Staates noch ernster Pflichterfüllung nachgehe.


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Das Drei-Kaiserjahr 1888:

Nach dem Tod des 91jährigen Wilhelm I. (* 1797; 1888) übernahm
Friedrich Wilhelm (Kaiser Friedrich III.) als Todkranker (Kehlkopfkrebs) die Regierung.
Bereits 99 Tage später verstarb er
(* 1831; 1888).

Sein Tod beendete die politischen Hoffnungen der Liberalen.
Nach Kaiser Friedrichs Tod wurde am 15.06.1888 sein Sohn als Wilhelm II. (* 1859; † 1941) deutscher Kaiser.

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Alte Bibliothek - Kommode
Alte "Königliche Bibliothek" (sogenannte "Kommode"), erbaut 1774 - 80 am Opernplatz -
heute westlicher Bebelplatz.
Links im Foto lugt die Kuppel des Französischen Doms (am Gendarmenmarkt) hervor.

Der Anbau (rechts) ist das Alte Palais (Kaiserpalais), in dem Kaiser Wilhelm I.
50 Jahre lang lebte - das historischen Eckfenster im Parterre, an dem sich der Kaiser
damals oft seinen Untertanen gezeigt hatte.



Pergola am Kaiserpalais
Die Pergola an der Stirnseite vor dem Parterre (Eckfenster) des Alten Palais
ist 1962 beim Wiederaufbau der Kriegsruine abgerissen worden.
Nachdem die Fassade 2005-2006 restauriert wurde, errichtete die
Stiftung Denkmalschutz Berlin
2010 wieder diese Pergola.
 

Königliche Bibliothek und Kaiserpalais am rechten Bebelplatz.

Für die auf dem "Forum Fridericianum" geplante Hofbibliothek, welches von dem
Baumeister von Knobelsdorff (* 1699; † 1753) als klassizistisches Platzensemble geplant war,
gab Friedrich II. den Auftrag, den Entwurf für die Michaelerfront der Wiener Hofburg
von Johann Bernhard Fischer von Erlachs (* 1656; † 1723) zu verwenden.

Auf dem Platz mit den umliegenden Gebäuden plante Kronprinz Friedrich und von Knobelsdorff
schon in Rheinsberg, seinem Berlin ein neues Zentrum zu schaffen um dann als König Friedrich II.
hier zu regieren.
Es sollte eine Residenz entstehen, die sich mit Versailles messen konnte. Dazu gehörte auch ein
neues Stadtschloss, aus dem dann "nur" das Prinzenpalais für seinen Bruder Heinrich wurde,
die heutige Humboldt Universität zu Berlin.

Bestandteil der Planung für ein "Forum Fridericianum" war eigentlich das später im
Park von Sanssouci erbaute Schloss "Neue Palais" (hier anklicken).

Friedrich II. bevorzugte später sein Schloss Sanssouci und die Garnisonstadt Potsdam, die
er zu seiner zweiten Residenzstadt machte,
von wo aus er seine kostspieligen Kriege führte.

Heute beherbergt die Alte Bibliothek zusammen mit dem Alten Palais die
Juristische Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin.

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Auf dem Opernplatz - heute westlicher Bebelplatz -
verbrannten die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 mehr als 20.000 Bücher
hunderter berühmter Autoren aus aller Welt.

An genau dieser Stelle, in der Mitte des Platzes, wurde 1995 von dem
israelischen Künstler Micha Ullmann (* 1939)
zur Erinnerung an die sinnlose Tat ein unterirdisches Mahnmal
- einsehbar durch eine in den Straßenboden eingelassene Panzerglasscheibe -
errichtet, es zeigt leere Bücherregale.

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 August Bebel (* 1840; † 1913) war Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratischen Partei.

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Hotel de Rome am Bebelplatz und St. Hedwigs Kathedrale - Berlin
Das Fünf-Sterne-Luxus-Hotel "Rocco Forte Hotel de Rome" am westlichen Bebelplatz,
zwischen der St. Hedwigs Kathedrale und
Königliche Bibliothek.

Die ehemalige Geschäftszentrale der Dresdner Bank ist ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex.
Das Gebäude entstand 1887–1889 nach Entwürfen des Architekten Ludwig Heim (* 1844; † 1917) als
Bank- und Verwaltungsgebäude im Stil der italienischen Renaissance und war zwischen 1889 und 1945
Sitz der Direktion der Dresdner Bank

Von 2003 bis 2006 wurde das Gebäude zu einem Büro- und Hotelkomplex umgebaut,
in dem sich u. a. das vornehme
Hotel de Rome etabliert hat.

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Im April 2012 hatte sich hier auf der Dachterrasse der 70 Quadratmeter großen "Junior Suite" eine Wildente "eingecheckt".
In einem Lavendel-Beet brütete sie fünf Küken aus, die auch von der Dachterrasse ihre ersten Flugversuche mit sehr
exklusiven Blick auf die City-Ost von Berlin starteten.

"Das Hotel freut sich über die Ehrengäste",
sagte die Kommunikationschefin des Luxus-Hotels,
"Sie können natürlich umsonst hier logieren."

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St. Hedwigs Kathedrale - Berliner Bischofskirche
St. Hedwigs Kathedrale, römisch-katholische Bischofskirche als barocker Zentralbau
des Bistums Berlin, hinter der Deutschen Staatsoper, am westlichen Bebelplatz.

Auch hier stand das Pantheon in Rom als Vorbild.

1747 - 1773 nach Zeichnungen Friedrich II. und Plänen von Knobelsdorff erbaut.
Genannt werden auch Jean Legeay (* 1710; † 1786) und J.G. Büring (* 1723; † 1788)
die die Entwürfe des Königs überarbeitet haben sollen.
Johann Boumann d. Ä. (* 1706; † 1776) hatte die Bauleitung.

Die lange Bauzeit ergab sich durch viele Unterbrechungen aufgrund von Geldmangel
und des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763).
Im November 1773 wurde sie als erste katholische Kirche Berlins der Schutzpatronin Schlesiens geweiht.

Mit Willen und Einverständnis Friedrich des Großen, ist sie nach der Reformation das erste Gotteshaus,
dass dem katholischen Glauben in Preußen wieder "gegönnt" wurde.

Dies galt auch als politischer Winkelzug, denn Friedrich II. hatte das katholische Schlesien erobert
und in Preußen eingegliedert.
Die katholische Gemeinde Berlins war nach dem 2. Schlesischen Krieg 1745 auf ca. 10.000 Gläubige angewachsen.

 Die Vorhalle mit Halbsäulengliederung und großem Giebeldreieck bildet die Vorderseite.
Im Giebelfeld wird die Anbetung der Könige dargestellt.
1887
von dem Bildhauer Nikolaus Geiger (* 1849; † 1897) und Prof. an der Universität der Künste Berlin vollendet.


Das ursprünglich vorhandene rote Ziegeldach wurde Ende des 19. Jahrhunderts
durch ein Kupferdach ersetzt und eine ursprünglich geplante Laterne aufgesetzt.

Von 1930 bis 1932 ist die Kuppel um eine Rotunde unter dem Kuppelkreuz ergänzt worden.
Dies stand im Zusammenhang mit der Neugründung des Bistums Berlin
und der Erhebung der Hedwigskirche zur Kathedrale.

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Kathedrale vereinfacht, ohne Laterne aber mit vergoldetem Kupferkreuz,
wieder aufgebaut.



Ober- und Unterkirche der St. Hedwigskathedrale in Berlin.
1943 wurde bei einem Luftangriff die St. Hedwigs Kathedrale bis auf die Umfassungsmauern zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in der DDR-Zeit von 1952 bis 1963 der Wiederaufbau.

Dabei wurde der Sakral-Innenraum neu gestaltet, die Krypta als Unterkirche in den Andachtsraum mit einbezogen.



 
Krypta-Unterkirche in der St. Hedwigskathedrale in Berlin. Kirchenraum der St. Hedwigskathedrale in Berlin.
Den Innenraum gestaltete der Architekt Hans Schwippert (* 1899; † 1973) neu und schuf eine außergewöhnliche Raumaufteilung.

In dem durch den Bombenabwurf zerstörten Sakralbau wurde ein Zugang (Foto links) zur Unterkirche
mit neuen, acht Kapellen geschaffen.

Die Kathedralorgel (Foto rechts) wurde 1975 bis 1977 von der Firma
Johannes Klais Orgelbau / Bonn erbaut und 1978 eingeweiht.
Das Instrument hängt als "Schwalbennest" über dem Hauptportal.

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Als "Schwalbennestorgel" bezeichnet man eine Orgel, die nicht auf waagerechtem Fußboden aufgebaut ist,
sondern die meist in großer Höhe an oder vor einer Innenwand montiert ist.

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Als "Muttergottesvogel" wird die kleine Schwalbe bezeichnet:

"An Mariä Verkündigung (25. März) kommen die Schwalben."
"An Mariä Geburt (8. Sept.) fliegen die Schwalben furt."

Schwalben sind Frühlingsverkünder, weil sie um die Zeit von Mariä Verkündigung (25. März) zurückkehren,
und Herbstboten, weil sie um Mariä Geburt (8. September) wieder nach Afrika fliegen.

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Deutsche Staatsoper - Unter den Linden

Die ehemalige "Königliche Hofoper" - heute Deutsche Staatsoper (Lindenoper), Unter den Linden Nr. 8,
zwischen dem östlichen (links) und westlichen (rechts) Bebelplatz mit 1.452 Plätzen im Zuschauerraum.
1741 - 43 nach Plänen von Knobelsdorff erbaut.

An der schmalen Vorderfront befindet sich ein korinthischer Portikus (Säulenhalle) mit zweiarmiger Freitreppe,
in den Nischen stehen die Statuen der griechischen Dichter Sophokles, Aristophanes, Menander und Euripides,
darunter die Eingänge zu den Kartenschaltern, zum "
Apollosaal" (Bankettsaal, Foyer),
Theatersaal (Zuschauerraum, Ballsaal) und "Korinthischen Saal" (Bühne und Konzertsaal).

In der dreieckigen Giebelfläche über dem Portikus stellt das Relief die
Mythologie "Opfer an Apoll" dar.
Auf den Dachfirsten stehen die Skulpturen Apoll und die Musen.


1786 beauftragte Friedrich Wilhelm II. den späteren Architekten des Brandenburger Tores
Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) mit diversen Umbauten.

Im August 1843 brannte das Opernhaus bis auf die Grundmauern ab.

König Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; † 1861) beschloss den sofortigen Wiederaufbau und beauftragte
damit den
Architekten Carl Ferdinand Langhans (* 1781; † 1869) - Sohn von Carl Gotthard (* 1732; † 1808).

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945), erfolgte 1951 - 1955 der Wiederaufbau
unter der Leitung des
Architekten Richard Paulick.

Hier dirigierten u. a.:
Giacomo Meyerbeer
(* 1791; † 1864), Richard Strauss (* 1864; † 1949), Wilhelm Furtwängler (* 1886; † 1954)
und Herbert von Karajan (* 1908; † 1989).

In diesem Haus hat auch Enrico Caruso (* 1873; † 1921) gesungen.
                
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Am unteren Eingangsportal der Deutschen Staatsoper wurde 1953 eine bronzene Gedenktafel
zur Erinnerung an von Knobelsdorff, dem Baumeister Friedrich des Großen, angebracht.

Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
war nicht nur der königliche Baumeister Friedrich II., sondern auch sein Freund.
Beim Bau von Park und Schloss Sanssouci, nach den Plänen von Friedrich II., kam es zum
Zerwürfnis zwischen den Freunden.

von Knobelsdorff starb am 16. September 1753 in Berlin und wurde am 18. Sep. 1753
in der Gruft der Neuen (Deutschen) Kirche, heute Deutscher Dom, auf dem Gendarmenmarkt bestattet.
1757 wurde nebenan sein Freund, der Hofmaler Antoine Pesne (* 1683; † 1757) zur letzten Ruhe gebettet.

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Herzlichen Dank an Herrn Kroll aus Berlin-Tempelhof - Stadtentwicklungsamt - leitender Baudirektor,
für folgenden Hinweis:


Beim Umbau der Deutschen Kirche 1881/82 verlegte man die sterblichen Überreste der
Gräber auf einen der Friedhöfe am Halleschen Tor.
Das Grab war durch eine Marmortafel und einen Putto (kleiner Knabe) gekennzeichnet.
Diese Grabanlage fiel einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und ist danach von
einer Straße überbaut worden.

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Auf dem Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, im
(West-)Berliner Bezirk Kreuzberg vor dem Halleschen Tor
- Zugang von der Zossener Straße -
erinnert nur ein einfacher weißer Gedenkstein aus Marmor,
ein Epitaph - Gedächtnismal, das nicht identisch mit der Grabstelle ist -

Grabstelle von Knobelsdorff und Pesne
als Ehrengrab ( ? ) des Landes Berlin
an Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (* 1699; † 1753), Architekt Friedrich II.,
Gartengestalter, Maler und
Antoine Pesne (* 1683; † 1757), Historien- und Bildnismaler sowie Bildhauer
am Hofe Friedrich I. und II.
             

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Das barocke Wohnhaus, von Knobelsdorff 1750 erbaut, steht am Alten Markt in Potsdam,
rechts neben dem Alten Rathaus.
Die Arbeiten von Pesne können, u. a. auch am Schloss Sanssouci bestaunt werden.

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Kronprinzen- und Prinzessinnenpalais
Kronprinzen- (links) und Prinzessinnenpalais (rechts - ehemaliges Opern Café, am östlichen Bebelplatz).

Das Kronprinzenpalais wurde 1687 von Johann Arnold Nering (* 1659; † 1695) erbaut.

König Friedrich Wilhelm I. (* 1688; † 1740), der das Haus in seinen Besitz übernahm,
ließ es von Phillip Gerlach (* 1679; † 1748) im Jahr 1732 als Wohnung für den
Kronprinzen Friedrich (* 1712; † 1786) - ab 1740 König Friedrich II. - umbauen.

1810 - 11
wurden die quer zu den Linden stehenden Gebäude mit einem Kopfbau
nach Entwürfen von Heinrich Gentz (* 1766; † 1811) in die Straßenflucht
"Unter den Linden" zwischen Königliche Hofoper und Kronprinzenpalais eingepasst.

Nochmalige Änderungen 1856 - 57 durch Johann Heinrich Strack (* 1805; † 1880) .
Hier wurde am 27. Januar 1859 Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, geboren.


*) Beschreibung von 1900:                                                                              

...... einst das Heim der edlen, vielgeliebten Königin Luise,
später von Kaiser Friedrich III. (99 Tage-Kaiser vom 09.03.1888 bis zum 15.06.1888 ),
dem königlichen Dulder, als Kronprinz bewohnt.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das ausgebrannte Gebäude des Kronprinzenpalais 1968 -70 nach
Plänen von Richard Paulick (* 1903; † 1979) rekonstruiert. Die Innenräume erhielten eine moderne,
der neuen Funktion als Gästehaus des DDR-Ministerrats angepasste Ausstattung.

Nach dem Mauerfall:

Unterzeichnung des Einigungsvertrags Deutschlands
im Kronprinzenpalais, am 31. August 1990
.



Schwibbogen
Aufnahme vom Innenhof, das Prinzessinnenpalais (links),
in dem die drei Töchter von Friedrich Wilhelm III. (* 1770; † 1840) wohnten, wurde 1733-37 nach Entwürfen von
Friedrich Wilhelm Diterichs (* 1702; † 1782) durch die Vereinigung zweier kurz vorher gebauten Wohnhäuser umgestaltet.
So entstand ein schmales lang gestrecktes Barockpalais.

1810-11 ließ Friedrich Wilhelm III. das Palais durch den Architekten Heinrich Gentz (* 1766; † 1811)
mit einem im Stil angepassten Kopfbau zur Straße hin erweitern und mit dem benachbarten
Kronprinzenpalais (rechts), in dem er wohnte, durch einen Schwibbogen (Verbindungsgang) verbinden.



Kommandantur - Unter den Linden 1
Die neu erbaute Alte Kommandantur (Kommandantenhaus) - Unter den Linden Nr. 1 mit
der, durch das Architekturbüro Thomas van den Valentyn (* 1945), bis ins Detail rekonstruierten
historischen Fassade
(Straßenseite), des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes.

Es steht zwischen der Schlossbrücke (Spree) und dem Kronprinzenpalais.

Der Ursprungsbau wurde einst 1653 errichtet und 1873 erweitert.

Der Medienkonzern Bertelsmann AG hat hier im November 2003, nach zweijähriger
Bauzeit und ca. 23 Millionen Euro Kosten, seine Hauptstadt-Repräsentanz eröffnet.


Damit wurde der erste Rückbau eines historischen Gebäudes, nach der Wiedervereinigung, in Berlin fertiggestellt.


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Vor der kriegsbedingten Zerstörung des damals militärisch genutzten Gebäudes war der
Berufsoffizier Paul von Hase (* 1885; 1944) als Stadtkommandant von Berlin
der letzte Hausherr, der auch im Widerstand gegen den Faschismus kämpfte.

Als Generalmajor und Regimentskommandeur hatte er früh Kenntnis von einem für
das Frühjahr 1938 geplanten Sturz Hitlers, der nicht zur Ausführung kam.


In den Planungen der Operation Walküre nimmt Paul von Hase als Stadtkommandant
eine wichtige Rolle ein. Am 20. Juli 1944 wurden die ihm unterstehenden Truppen alarmiert
(das Wachbataillon, die Truppen der Garnison Spandau, die Heeresfeuerwerkerschule und
die Heereswaffenmeisterschule u. a.) und die Kommandeure dieser Einheiten zum
Befehlsempfang in die Stadtkommandantur Unter den Linden 1 befohlen. Sie erhielten die
Befehle zur Besetzung bestimmter Gebäude, Ministerien, SS-Kasernen und Verkehrszentren.
Das Wachbataillon sollte das Regierungsviertel abriegeln.

Paul von Hase wird nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944
noch am Abend des 20. Juli verhaftet, im ersten Prozess gegen die Verschwörer am
8. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt
und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Alte Kommandantur, Schloßbrücke und der Berliner Dom
Links, der noch unverbaute Blick (2004) zur Alten Kommandantur (Parkseite am Werderschen Markt).
Der parkseitige Fassaden-Mittelteil wurde mit neuzeitlicher Architektur versehen.

Die Figurengruppe aus Carrara-Marmor auf der Schlossbrücke und der evangelische Berliner Dom auf der Museumsinsel am Lustgarten.



Palais am Festungsgraben
Das Palais am Festungsgraben wurde 1751-1754 mit seiner Barockfassade durch den
Architekten Christian Friedrich Feldmann (* 1705; † 1765) für den königlichen
Kammerherrn Johann Gottfried Donner (* unbekannt; † 1859) als Wohnhaus erbaut.


Hinter einem Kastanienwäldchen, vor bzw. zwischen dem später die ehemalige
Hauptwache (Neue Wache) errichtet wurde, steht das frühere Palais Donner.

1787 verkaufte der Kammerherr das Palais an die Königliche Finanzbehörde.
Zusammengelegt mit den Nachbargebäuden, diente es ab 1863 als Sitz des
Finanzministeriums.


Nach Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) wurde das beschädigte Palais wieder aufgebaut
und als "Haus der Kultur der Sowjetunion"
und ab 1950 als "Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" eröffnet.


Nach der Wiedervereinigung 1990 wird das Gebäude jetzt vom Land Berlin verwaltet.
Im Palais befinden sich das Museum Berlin-Mitte, das Theater im Palais, ein Restaurant,
der Künstlerclub "Die Möwe", die Tadschikische Teestube, der Berliner Salon e.V.
und verschiedene Büros.



Maxim Gorki Theater
Die ehemalige Singakademie - das heutige  Maxim Gorki Theater mit dem noch
erhaltenen und genutzten historischen Zuschauerraum ist ursprünglich als
Konzerthaus der Singakademie erbaut worden.

Das Gebäude Am Festungsgraben Nr. 1 und 2 wurde im Auftrag des
Musikers Carl Friedrich Zelter
(* 1758; † 1832)
von Carl Theodor Ottmer (* 1800; † 1843)
hinter dem Kastanienwäldchen neben dem Palais am Festungsgraben, zwischen 1825-1827 erbaut.
Ottmer nutzte Pläne von F. Schinkel aus dem Jahre 1821 für seine Entwürfe.

Die von dem Hofmusiker Carl Friedrich Fasch (* 1736; † 1800) im Jahr 1791 gegründete Singakademie zu Berlin,
unter der Direktion von Carl Friedrich Zelter, erhielt hier ihre künstlerische Heimstatt und entwickelte sich zu einem
bedeutenden Zentrum deutscher Musikpflege.

Der älteste Konzertsaal Berlins war für seine gute Akustik in ganz Europa berühmt.
In ihm fanden hervorragende Konzert-Aufführungen mit bedeutenden Künstlern statt.

Alexander von Humboldt (* 1769; † 1859) hielt hier 1827 bis 1828 seine Kosmosvorlesungen.

Hier erklang am 11. März 1829 unter Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy (* 1809; † 1847)
die wiederentdeckte Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach (* 1685; † 1750).

Im Revolutionsjahr 1848 erhielt das Haus eine neue Ausstattung für die Sitzungen
der Verfassungsgebenden Preußischen Nationalversammlung.

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Nach der Märzrevolution 1848 tagte im Gebäude der Singakademie vom 22. Mai bis in den Sept. 1848,
die erstmals aus allgemeinen Wahlen hervorgegangene Preußische Nationalversammlung.
Sie sollte eine Verfassung für das Königreich Preußen ausarbeiten.
Von der Singakademie "Am Festungsgraben 1 und 2" siedelte die Versammlung
in das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt über, bis die Regierung am 9. November 1848 ihre
Ausweisung in die Stadt Brandenburg verfügte.

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Einige Mitbegründer und mitwirkende Künstler der Singakademie haben ihre letzte
Ruhestätte auf dem Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, vor dem Halleschen Tor,
im Bezirk Kreuzberg gefunden - Zugang Zossener Straße.

1865 baute Martin Gropius (* 1824; † 1880) Nebengebäude an, die im Zweiten Weltkrieg
zerstört wurden. Bis 1952 wurde das Haus restauriert und erneuert.

Nach der Instandsetzung 1952 begann das neu gegründete Theaterensemble,
das den Namen des russischen Dichters Maxim Gorki (* 1868; 1936) trägt,
in dem Gebäude mit seinen Vorstellungen.



Neue Wache - Hauptwache
Die Neue Wache (ehem. Hauptwache) - Unter den Linden, zwischen
der Humboldt Universität und dem Zeughaus in einem Kastanienwäldchen eingebettet.

Der kastellartige klassizistische Bau wurde 1816 - 1818 nach Plänen von K. F. Schinkel erbaut,
als Unterkunft für die Wachen, die das schräg gegenüberliegende Kaiserpalais schützen sollten.

Der vorgelegte Portikus (Säulenhalle) hat im dreieckigem Giebelfeld die Darstellung von
Kampf
und Sieg, Flucht und Niederlage, ausgeführt von dem Bildhauer August Kiss.

Nach der französischen Besetzung Berlins (1806-1813) entstand die Neue Wache als erster
staatlicher Repräsentationsbau, zwar nur als einfaches Wachhaus, war aber auch als Denkmal
für die "Befreiungskriege" gedacht.

Standbilder der Generäle Bülow und Scharnhorst
Zwei Standbilder der Generäle Bülow (* 1755; † 1816) und Scharnhorst (* 1755; † 1813) von
Christian Daniel Rauch
(* 1777; † 1857) erschaffen, die links und rechts neben der Wache aufgestellt waren,
gehörten damals zur Ursprungsplanung Schinkels.

Sie stehen heute in der gegenüberliegenden Grünanlage (östlicher Bebelplatz) zwischen dem
Prinzessinnenpalais (Opern Café) und der Deutschen Staatsoper, an der Straße Unter den Linden.


Ab 1929 diente die Neue Wache als Gefallenen-Ehrenmal der vergangenen Kriege,
umgestaltet durch Heinrich Tessenow.

Im Zweiten Weltkrieg wurde sie fast völlig zerstört, nach dreijährigen Wiederaufbau unter
der Leitung von Heinz Mehlan (* 1926; 1987), diente sie
in der ehemaligen DDR seit 1960  als
Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus.

Nach der Wiedervereinigung (3. Oktober 1990), ab dem 14. November 1993 (Volkstrauertag), dient
sie der Deutschen Bundesregierung als Mahnmal gegen den Krieg und die Gewaltherrschaft.

In der Ehrenhalle der Neuen Wache wurde von dem Bildhauer Harald Haacke (* 1924; † 2004)
die Skulptur von Käthe Kollwitz "Mutter mit totem Sohn"
als vergrößertes Original der kleinen Bronzefigur "Pietà" aufgestellt.

Käthe Kollwitz (* 1867; † 1945) schuf die kleine Plastik 1937 im Gedenken an ihren Sohn Peter,
der sich mit ihrem Einverständnis im Ersten Weltkrieg 1914 freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte
und kurz darauf 18jährig gefallen war.


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Leider darf ich hier an dieser Stelle
ohne "kostenpflichtige Genehmigung" mein Foto der Skulptur nicht publizieren,
da diese zwar dauerhaft aufgestellt ist,
die Ehrenhalle aber in der Dunkelheit durch ein Gittertor verschlossen wird !

Damit würde ich das Urheberrecht von Käthe Kollwitz und deren Nachfolger verletzen ?

Dafür hier der Link zur Website von "Wikipedia", mit einer ähnlichen, aber besseren Fotografie:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Neue_Wache.jpg

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Zeughaus
Das Zeughaus gilt als bedeutender zweigeschossiger Berliner Barockbau (Vierflügelanlage).

Die Kuppel des Berliner Doms lugt rechts hinter dem Dach hervor.




Giebeldreieck am Zeughaus in Berlin

1695 bis 1731
erbaut von den Architekten und Bildhauern
Johann Nering
(* 1659; † 1695), Martin Grünberg (* 1655; † 1707),
Andreas Schlüter
(* 1659; † 1714) und Jean de Bodt (* 1670; † 1745).




Giebelrelief am Zeughaus in Berlin Mitte     Reliefbildnis Friedrich I. am Marstall in Berlin-Mitte
Das am Zeughaus von vier Freisäulen getragene Giebeldreieck stellt im Giebelfeld die römische Göttin Minerva dar,
die ihre Jünger in der Kriegskunst unterweist.

In der Portalwölbung hinter den Säulen befindet sich das Reliefbildnis König Friedrich I., dem Großvater Friedrich II.

Die Fassade mit Balustraden und Skulpturen aus Sandstein stammen überwiegend von dem französischen
Bildhauer
Guillaume Houlot
(* 1652; † 1722).

Das Zeughaus diente bis 1877 als Waffenarsenal und Unterbringung für Kriegstrophäen.

Hier hat heute, nach der Wiedervereinigung, das Deutsches Historisches Museum (DHM) seine Räume.



 
Friedrich-Werdersche Kirche-Aufnahme von Hr. Heyde
Die Friedrichswerdersche Kirche - Schinkel Museum (Fremdfoto Hr. Heyde).



Werderscher Markt - Schinkel Platz
Am Werderschen Markt, die Friedrichswerdersche Kirche, errichtet 1824 - 1830 als neugotischer
Backsteinbau nach Plänen von K. F. Schinkel, abweichend von seinem bis dahin griechischen Baustil.



Bauakademie - Auswärtige Amt
Die Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel soll wieder aufgebaut werden.
Eine Musterfassade (links) auf der ehemals originalen Nord-Ost-Gebäudeecke,
ist bereits wieder auf dem Schinkel Platz (neben Werderscher Markt) errichtet worden.

Dahinter das neu erbaute Auswärtige Amt / Bundesaußenministerium -Werderscher Markt 1



Standbilder preussischer Baumeister auf dem Schinkelplatz
 Der Schinkel Platz - 2008 neu gestaltet
(Foto: März 2009).
Im Hintergrund links, dass
ehemalige Staatsratsgebäude der DDR-Regierung.




Schinkelplatz in Berlin Mitte

Die drei Standbilder der preußischen Baumeister und Baureformer unter König Friedrich Wilhelm III.
auf dem Schinkel Platz.
Mitglied der königlichen Oberbaudeputation seit 1810 und Direktor der königlichen Bauakademie seit 1830.
  
Links: 
Mitte:
Rechts: 
C.P.W. Beuth (* 1781; 1853)
Karl Friedrich Schinkel (* 1781; 1841)
Albrecht Thaer (* 1752; 1828)



 

Ehemaliges Staatsratsgebaeude der DDR
Das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR- Regierung - Am Schlossplatz Nr. 1, erbaut 1962-64
nach Plänen der Architekten Roland Korn (* 1930) und Hans-Erich Bogatzky (* 1927; † 2009),
mit dem vorgeblendeten Portalrisalit IV der Lustgartenfront des alten Berliner Stadtschlosses.

In dem Gebäude hatte Erich Honecker (* 1912; † 1994) sein überdimensionales Büro.

Das einzige übrig gebliebene Relikt vom alten Berliner Stadtschloss,
das Portalrisalit IV (Portalvorbau) mit dem von Atlantenhermen getragene Balkon,
stammt von Balthasar Permoser
(* 1651: 1732), einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock,
wurde auf Anordnung der DDR-Regierung in die Front des Staatsratsgebäudes asymmetrisch integriert,
zur Erinnerung an Karl Liebknecht (* 1871; ermordet 1919).

Zum Ende des Ersten Weltkrieges, am 9. November 1918 um 16 Uhr, rief  Karl Liebknecht
vom Balkon des Portalvorbaus am Berliner Stadtschloss die "Sozialistische Republik" aus.

Neben Rosa Luxemburg (* 1871; † 1919) und Leo Jogiches (* 1867; † 1919) gehörte er zu den
Gründern und Führern der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Zwei Stunden zuvor hatte Philipp Scheidemann (* 1865; † 1939) - seit 1903 MdR -
vor dem Reichstagsgebäude in Berlin die "Deutsche Republik" proklamiert.

Er war sozialdemokratischer Politiker und später, von Februar bis Juni 1919, Ministerpräsident.

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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands, Ende 1990, tagte hier das Bundeskabinett und der
damalige
Bundeskanzler Gerhard Schröder (* 1944) - SPD - nutzte das ehemalige DDR-Staatsratsgebäude
als provisorischen ersten Amtssitz in der neuen wiedervereinigten Hauptstadt Berlin.

Nach dem Umzug in das neu fertig gestellte Bundeskanzleramt Mai 2001, wurde der
historische denkmalgeschützte Bau dann mit einem neuen "Kern" versehen
und nach gründlicher Renovierung in eine private Managerschule umgestaltet.

Seit Anfang Februar 2006 ist diese private Universität,
"European School of Management and Technology" (esmt),
die durch die Initiative von 25 deutschen Unternehmen und Verbänden gegründet wurde,
eine exklusive Adresse inmitten der Hauptstadt zwischen Berliner Dom und Auswärtiges Amt.

Am 3. Februar 2006 ist die Managerschule von der Nachfolgerin Gerhard Schröders,
 Bundeskanzlerin Angelika Merkel (* 1954) - CDU -, offiziell eröffnet worden.

Der Managernachwuchs lernt in ungewöhnlicher Umgebung. Das Eingangsfoyer schmückt ein
buntes Fenstermosaik mit sozialistischen Arbeitern und Bauern.
Zwei Stockwerke höher befinden sich die Hörsäle, die einst einen gigantischen Festsaal bildeten.
Und dort, wo früher Erich Honecker sein Amtszimmer hatte, können die Studierenden in einer
"Halle" mit einer Tasse Kaffee entspannen.



 
Jungfernbrücke am "Auswärtige Amt"
Berlins älteste Brücke ist die "Jungfernbrücke" (ehemals Spreegassenbrücke)
am heutigen "Auswärtige Amt" in Berlin-Mitte,
an der Friedrichsgracht bzw. Ober- und Unterwasserstraße (Kupfergraben oder auch Schleusengraben)
.

1789 erbaut, ist sie die letzte original erhaltene Zugbrücke Berlins und
ein technisches Denkmal.

Die unterschiedlich breiten Durchlässe sind aus rotem Sandstein gefertigt.
Der mittlere Durchgang von ca. 8 Meter Breite öffnete sich für die damalige Schiff-Fahrt
als "Sinusoiden-Zugbrücke" - über halbkreisförmige Zahnräder hochklappbar.

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Es gibt viele Legenden der Namensgebung, eine davon wie folgt:


* *) Nach einer wenig bekannten Legende bekam diese Brücke den Namen,
aufgrund eines Eifersucht-Mordes auf derselben, an einer jungen
eingewanderten Französin, Louise Renand, durch den reichen Junggesellen,
Herrn Balthasar, zur Zeit, als die französischen Reformierten durch Aufhebung
des Ediktes (lat.: amtl. Erlass) von Nantes aus ihrem Vaterland vertrieben wurden
und durch den Großen Kurfürsten gastliche Aufnahme in Brandenburg fanden.

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Die Geschichte der französisch-reformierten Kirche zu Berlin und Potsdam ist
untrennbar mit dem Edikt der französischen Krone vom 18. Oktober 1685 verknüpft.

In diesem Edikt von Fontainebleau wurde das Toleranzedikt von Nantes zurück-
genommen und damit die 850.000 Hugenotten, etwa 8 Prozent der französischen
Gesamtbevölkerung, in den Stand von geächteten Außenseitern versetzt.
Der reformierte Gottesdienst wurde verboten, die reformierten Kirchen zerstört
und nicht zum Abschwören bereite Prediger wurden des Landes verwiesen.

Trotz eines Auswanderungsverbotes flohen ca. 200.000 Protestanten in verschiedene
europäische Länder. Etwa 30.000 der Flüchtlinge wurden in Preußen, Brandenburg
bzw. in der Stadt Berlin aufgenommen.

Gefördert wurde diese Entwicklung durch Kurfürst Friedrich Wilhelm (der große Kurfürst),
der in seinem Einladungsedikt vom 29. Oktober 1685 den Zuwanderern eine freie,
öffentliche Religionsausübung in französischer Sprache und nach reformierter amtlicher
Form des kirchlichen Gottesdienstes gestattete.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sank die Zahl der Einwohner Berlins dramatisch
von 100.000
auf etwa 6.000.

Unter der Regierung des Großen Kurfürsten (1640-1688) stieg sie wieder auf 20.000, vor allem,
weil Friedrich Wilhelm nach der Wiederzulassung einer jüdischen Gemeinde mit dem Edikt
von Potsdam ( 29. Oktober 1685) auch die französischen Hugenotten ins Land geholt hatte.
6.000 von ihnen ließen sich in Berlin nieder, vor allem in der Dorotheen- und der
Friedrichstadt.

Damit war etwa jeder fünfte Berliner um 1700 von französischer Herkunft.

Die Bezeichnung "Hugenotten" wird abgeleitet von "Huguenots",
einem Spottnamen für die französischen Protestanten.


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Heilige Gertraude auf der Gertraudenbruecke in Berlin
Auf der Gertraudenbrücke  - über dem Schleusengraben - steht die Skulptur "Heilige Gertraude",
im Hintergrund - links - das Auswärtige Amt.

Die in Bronze gegossene Statue der Heiligen Gertraude auf der Brücke stammt von dem
Bildhauer
Rudolf Siemering (* 1835; † 1905).

Die rund drei Meter hohe Brückenfigur zeigt die Heilige Gertraude, wie sie einem durstigen Wanderer ein Getränk reicht.

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Im 15. Jahrhundert wurde vor dem damals noch existierenden Teltower Stadttor ein Hospital mit Kapelle errichtet,
das
auf den Namen der Heiligen Gertraud geweiht wurde - die ehemalige Teltower-Brücke hieß nun Gertraudenbrücke.

Sie ist eine
Doppelbrücke, bestehend aus der steinernen Gertraudenbrücke aus dem Ende des 19. Jahrhunderts (nur für Fußgänger)
und einem unmittelbar daneben gesetzten Neubau einer Verkehrs-Straßenbrücke aus dem 20. Jahrhundert.
Sie überspannen den westlichen Spreearm (Kupfergraben oder auch Schleusengraben) in Berlin-Mitte und verbinden
die historischen Stadtteile
Neu-Cölln und Friedrichswerder mit Alt-Cölln auf der Spreeinsel.

Ihre heutige Form erhielt die Gertraudenbrücke Ende des 19. Jahrhunderts durch den
Architekten und Baurat von Berlin
Otto Stahn (* 1859; † 1930).

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Die Heilige Gertraude
(* 626; † 659) war Äbtissin des Klosters Nivelles in Brabant und gründete
die Benediktinerinnenabtei im unterfränkischen Karlburg.

Sie kümmerte sich nicht nur um Kranke, Arme, Witwen und Gefangene sondern auch um die Bildung von Mädchen.
Da sie zudem für das leibliche Wohl von Wanderern, Durchreisenden und Pilgern sorgte, wurde sie deren Schutzpatronin.
Aber die Heilige Gertraude, überdies Schutzpatronin der Gärtner, wurde auch bei Mäuse- und Rattenplagen angerufen.

Die Inschrift am Sockel lautet:

"Hei, wie das Naß
Durch die Kehle rinnt
Und der Bursche mit eins
Wieder Mut gewinnt
Nun dankt er laut
Dir, heilige Gertraud
Ratten und Mäusgezücht
Machst du zunicht,
Aber den Armen im Land
Reichst du die Hand"
.


Fußsockel - Heilige Gertraude

Der Sockel, auf dem die Heilige Gertraude steht, wird von bronzenen Ratten und Mäusen gesäumt,
wobei das Streicheln der Tiere reichlichen Geldsegen verheißen soll.

Wie verbreitet dieser Aberglaube ist, zeigt die Ratte mit ihrem blank polierten Kopf und Schwanz.



 

Das Nikolai-Viertel
, Gründungskiez der Stadt Berlin (Berlin-Mitte).

Im Jahr 1237 wird Cölln erstmals urkundlich erwähnt, Berlin folgt 1244.
Die Kaufmannssiedlungen lagen zu beiden Seiten der Spree, im heutigen Bezirk Mitte.
Das Jahr 1237 gilt als offizielles Jahr der Stadtgründung Berlins.

  
Nikolai Viertel
Die an dieser Stelle durch die Spree getrennten Schwesterstädte Berlin und Cölln
wurden hier 1307 vereinigt.

Der Große Kurfürst gab mit dem "Friedrichswerder" westlich der Spreeinsel den Anstoß zur
ersten Erweiterung der Doppelstadt
, denn seit ihrer Gründung bestand die Ortschaft aus der
Kombination zweier Kaufmannssiedlungen.
"Berlin" östlich, "Cölln" westlich der Spree, auf einer von der Spree umflossenen Insel,
früher Cöllner Insel - heute Museumsinsel.

Als dann 1673
nördlich der Linden (Unter den Linden) mit der "Dorotheenstadt" und
südlich 1688 mit der "Friedrichstadt" nochmals Erweiterungen vorgenommen wurden.

Berlin ist erst mit Beginn des Jahres 1710 zu einer Stadt von nennenswerter Größe aufgestiegen.
Bis dahin war sie aufgeteilt in fünf Gemeinden.
Außer Berlin und Cölln mit ihren jeweiligen Rathäusern hatten sich auch die Vorstädte
Friedrichswerder
, Friedrichstadt und Dorotheenstadt ihren eigenen Mittelpunkt geschaffen.

Nach dem Willen König Friedrich I. wurde 1709 die Vereinigung Berlins erklärt und 1710 vollzogen.


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1981 - 89 wurde die Alt-Berliner Milieu-Insel restauriert bzw. neu errichtet, mit vielen Restaurants
rund um die wieder aufgebaute Nikolaikirche, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde.
                 

Die Nikolaikirche ist die älteste Pfarrkirche der Stadt:

Gründungsbau 1230 (Sankt Nikolai) als gotische Hallenkirche.
Sie war drei Jahrhunderte dem katholischen Gottesdienst geweiht.
Durch eine Feuersbrunst, am 10. und 11. Aug. 1380, wurde sie stark beschädigt.
 
Wieder restauriert und aufgebaut, wurde erst im Jahre 1452 die
Liebfrauen- oder Marienkapelle an der Südseite des Gotteshauses
errichtet. Beim Beginn der Reformationszeit wurde sie in eine
evangelische Predigtstelle umgewandelt.

Nikolai Kirchenschiff innen          Nikolai-Kirchenschiff
Im Jahr 1809 bot der prächtige Innenraum von St. Nikolai den Rahmen für die feierliche
Vereidigung des ersten von der Stadtverordnetenversammlung gewählten Berliner Magistrats.

1878 ist die ganze Kirche vollständig erneuert worden und der zweite
Turm, bis dahin unvollendet, wurde nun gleich dem andern fertig gestellt.

Heute gehört die Nikolaikirche als Nebenabteilung zum Berliner Stadtmuseum.



Heiliger St. Georg im Kampf mit dem Drachen
Bronzestatue "Heiliger St. Georg im Kampf mit dem Drachen" (St. Georgsgruppe)
von dem
Bildhauer August Kiss (* 1802; † 1865) aus dem Jahr 1853.

Am Spreeufer, im Nikolaiviertel gegenüber dem Neuen Marstall aufgestellt,
stand d
ie Statue ursprünglich auf dem Hof des Berliner Stadtschlosses - nach dessen Sprengung
1950 zwischenzeitlich, bis zum Wiederaufbau des Nikolaiviertels, im Volkspark Friedrichshain.

Das St. Georgmotiv ist die klassische christliche Version des Themas
"Triumph des Guten über das Böse".


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Nach der "Abdankung" Kaiser Wilhelm II. im Jahr 1918, wird das Gebäude des Neuen Marstalls
von der Zentral- und Landesbibliothek genutzt.

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Giebelrelief - Neuer Marstall - Spreeseite
Das Giebelrelief am Neuen Marstall an der Spreeseite:

"Okeanos besteigt seinen aus einer Muschel bestehenden Wagen".


Gottheit der griechischen Mythologie - Ursprung der Götter sowie aller Flüsse, Meere, Quellen und Brunnen.


Dieser noch erhaltene bildhauerische Schmuck und die Statuen der "Rossebändiger"
- links und rechts über dem Giebel -
wurden von dem Bildhauer Otto Lessing
(* 1846; † 1912) erschaffen.


Ernst Eberhard von Ihne
(* 1848; † 1917) integrierte Teile des Alten Marstalls in den Spreeflügel-Bau,
gegenüber dem Nikolai-Viertel.

Im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss an der Spreeseite, befanden sich Stallungen für bis zu 350 Pferde
und Stellplätze für den Fuhrpark des Kaisers.



 
Zum Nußbaum - älteste Gaststätte im Nikolaiviertel Berlin
 Die älteste Gaststätte "Zum Nussbaum" im Nikolaiviertel, ca. 1507 in Cölln erbaut.

Das Haus stand ursprünglich bis zur Kriegszerstörung 1943 als eines der ältesten
Giebelhäuser in der Fischerstr. 21 an der Fischerinsel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1986/1987 das Gebäude im Nikolaiviertel, in der neu angelegten
Probstraße als Haus Nr.6/7, wieder aufgebaut.


In der Fischerstr. verweilten oft Heinrich Zille - Berliner Pinselheinrich (* 1858; † 1929)
sowie Otto Nagel (* 1898; † 1967) Berliner Maler und Ehrenbürger von Berlin
und die Kabarettistin und Sängerin Claire Waldoff (* 1884; † 1957).



Theater am Nikolaiviertel in Berlin
Das "Theater im Nikolaiviertel" (Kleinbühne) bringt u. a. Vorstellungen zu "Zille und sein Milljöh".



Pinsel-Heinrich - Heinrich Zille   Zille Museum im Nikolaiviertel Berlin   Malerei von Heinrich Zille
In den Arkaden gibt es auch ein "Zille Museum" mit vielen Bildern vom
Berliner Original "Pinselheinrich".



Zille-Destille im Nikolaiviertel Berlin
Zum gemütlichen Beisammensein lädt die "Zille-Destille" und



Zille-Stube am Nikolaiviertel in Berlin

um die Ecke an der Spree, die "Zille-Stube" - Das Berliner Original - ein,
mit Speisen nach dem
Motto von Heinrich Zille "Lieber wat jutet, dafür en bisken mehr"
.



 
Skulptur Heinrich Zille - Köllnische Park
"Berliner Pinselheinrich",
"Ede"
kiekt ihm lässig über seine Schulta zu.


An der Wallstraße am Köllnischen Park - Märkische Museum steht eine Bronzeskulptur,
die den Berliner Zeichner, Maler und Fotografen Heinrich Zille (* 1858; † 1929) darstellt.

Das 1965 geschaffene Werk stammt vom Bildhauer Heinrich Drake (* 1903; † 1994).



 
Das ehemalige Berliner Stadtschloss
Fremd-Foto aus der "guten alten Zeit", mit Blick über die  Schlossbrücke zum
Berliner Stadtschloss in dem Kronprinz Friedrich, später Friedrich II. (der Große),
am 24. Jan. 1712 geboren wurde,
auf die Lustgartenfront und spreeseitige Westfront mit der Kuppel.
(Im Hintergrund links, das Rote Rathaus)

*) Beschreibung von 1900:                                                                                   

Unberührt vom Wandel der Zeiten ist bisher das majestätische preußische Königsschloss
mit seinen weiten Höfen, seinen massigen Mauern, seinen prunkenden Sälen und Balkonen
geblieben.
Fest, trotzig, gewaltig ragt es empor und erhaben blickt es über die angrenzenden
Stadtteile hinweg, als wüsste es, dass von hier aus der Siegesadler seinen Flug genommen
und den Lorbeer, der die Kaiserkrone umwindet, an seine Fittiche geheftet.

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König Friedrich I. (Kurfürst Friedrich III.) ließ sich diese Residenz errichten.
 
Selbst-Krönung am 18. Jan. 1701 in Königsberg für das Herzogtum Preußen,
das nicht Teil des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" war.

Das souveräne Herzogtum Preußen wurde damit zum Königreich ausgerufen.

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Kurfürst Friedrich III. krönt sich in Königsberg als Friedrich I. zum König in Preußen.
Die Stadt wurde 1255 durch deutsche Ordensritter gegründet und war bis Ende
des Zweiten Weltkrieges die Hauptstadt der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen.
Heute heißt sie Kaliningrad und ist die Hauptstadt des Kaliningrader Gebietes
(Förderationseinheit),
einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee.

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Nur er und der letzte Herrscher Preußens (Ende des Ersten Weltkrieges 1918 - "Abdankung")
Kaiser Wilhelm II., feierten hier prunkvolle Feste.
Für die anderen Herrscher verkam das Schloss zur Staatskanzlei und zum Archiv der Bürokratie.

1698 entwarf Schlüter (* 1660; † 1714) dieses monumentale Barockschloss
unter Einbeziehung der älteren Bauteile an der Spreeseite.

Aufgrund eines Einsturzes des Turmes vom Schloss wurde
1707 Eosander von Göthe
(* 1669; † 1728) mit der Weiterführung des Baus beauftragt,
der 1716 durch Johann Christian Böhme (* 1678; † 1730) beendet wurde.

1845 bis 1850 errichteten Friedrich August Stüler (* 1800; † 1865) und Albert Schadow (* 1797; † 1869)
nach einem ursprünglichen Entwurf Schinkels (* 1781; 1841),
die Kuppel auf dem Portal der Westfront des Schlosses; unter ihr befand sich die Schlosskapelle,
ausgeführt durch die
Maschinenbauanstalt von August Borsig (* 1804; † 1854) - hier anklicken.

Das Schloss hatte damit seine endgültige Form erhalten.

Die Ausgestaltung der Innenräume war verbunden mit dem Namen großer Künstler der vergangenen Jahrhunderte,
so neben Schlüter auch Nering, Böhme, Gontard, von Knobelsdorff, Langhans, Erdmannsdorff, Schadow und Stüler.



Schlossbruecke - Palast der Republik
Ehemaliger Blick über die  Schlossbrücke zum Palast der Republik.

Das im Zweiten Weltkrieg am 3. Februar 1945 durch Bomben zerstörte und in drei Tagen völlig
ausgebrannte
Berliner Stadtschloss ist 1950 auf Anordnung des SED-Generalsekretärs
Walter Ulbricht
leider komplett abgerissen und an seiner Stelle ein Aufmarschplatz geschaffen worden.

1973-76 wurde dann der Palast der Republik als zentraler Repräsentationsbau der ehemaligen DDR,
von den DDR-Oberen "Haus des Volkes" bezeichnet,
von der Bevölkerung spöttelnd
"Ballast der Republik", "Erichs Lampenladen" oder auch "Palazzo Protzo" genannt,
an dessen Stelle aufgebaut, mit Räume für Kongresse und Konzerte.



Foto: November 1999

Besonders die Umbaumöglichkeiten und Bühnentechnik des großen Saales waren einmalig auf der Welt.
Bis September 1990 auch Sitz der ehemaligen DDR-Volkskammer, in einem hierfür extra erbauten Saal.

Der Palast war wegen Asbestverseuchung lange Zeit geschlossen.




Palast der Republik - Abriss - Foto Mai 2008
Mit dem selektiven Rückbau wurde im Februar 2006 begonnen - Foto: Mai 2008.

Nach der Asbestentsorgung wurde der entschalte Kern des Baus manchmal
mit Führungen oder Ausstellungen vorübergehend genutzt.

Über die Wiederverwendung, den Abriss des Baus bzw. der Rekonstruktion und den
Rückbau des historischen Berliner Stadtschlosses, wurde jahrelang heftig diskutiert.

Am 4. Juli 2007 entschied die Bundesregierung, dass das Berliner Stadtschloss als
"Humboldt-Forum" - Weltort für Kunst und Kultur - bis 2015 für 80 Millionen Euro
wieder aufgebaut werden soll.




Leere auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte
Große Leere auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte (März 2009).
Die historischen Grundmauern des ehemaligen Berliner Stadtschlosses wurden teilweise
freigelegt, die man auf dafür vorgesehene Holzlaufstege, besichtigen konnte.

Es wurde eine Spendenaktion für den Wiederaufbau des Schlosses
als nationalem Kulturzentrum aufgerufen (steuerbegünstigt absetzbar).

Unter folgender Internetadresse kann man die Spende "online" auf den Weg bringen:

http://www.berliner-schloss.de

Ein unbekannter Spender, der nicht genannt werden möchte, hat 21 Millionen Euro für
den Wiederaufbau bzw. die Rekonstruktion der
Kuppel auf dem Portal der Westfront
des Berliner Schlosses im Jahr 2013 gespendet.



Hochschule für Musik und Zentral- und Landesbibliothek
Nachdem der Schlossplatz "leer geräumt" wurde, ist ein weiteres neobarockes / klassizistisches Gebäude
in Berlin-Mitte Am Schlossplatz Nr. 7 auffällig, der ehemalige Neue Marstall - Schloßplatzseite.



 
Palastrasen oder Berliner Wiesn
Die "Berliner Wiesn" oder der "Palastrasen".

Die freie "Sandwüste" in der Betonwanne des ehemaligen "Palast der Republik", war bis zum Beginn des Wiederaufbaus vom
Stadtschloss vorübergehend mit Rollrasen ausgestattet worden, der zum Ausruhen und Entspannen genutzt werden konnte.

Links der ehemalige Neue Marstall, rechts dass ehemalige Staatsratsgebäude der DDR-Regierung.



 
Baustelle Berliner Stadtschloss "Humboldt-Forum" im Mai 2013
Endlich geht es los auf dem Schlossplatz,
mit dem Wiederaufbau Berliner Stadtschloss zum "Humboldt-Forum" im Mai 2013.

Im Hintergrund das Alte Museum und rechts der Berliner Dom an der Spree.
Links im Bild steht das 28 Meter hohe, zeitweilige Austellungsgebäude der im Jahr 2011 eröffneten Humboldt-Box.
Es ist ein Informations-Center des privaten Betreibers - der Firma Megaposter.



 
Humboldt Box aus der Sicht Vom Außenrundgang des Berliner Doms
Nach Fertigstellung des Berliner Stadtschlosses "Humboldt-Forums" soll die Humboldt-Box wieder abgebaut werden.
Ein genauer Zeitpunkt dafür wurde noch nicht benannt, der Betreiber gibt jedoch das Jahr 2019 als wahrscheinlich an.

Hier der Blick vom Außenrundgang der Berliner Domkuppel Januar 2015.



 
Baustelle Berliner Stadtschloss "Humboldt-Forum" im September 2014
Baustelle Berliner Stadtschloss "Humboldt-Forum" im September 2014.



 
Rohbau Berliner Stadtschloss Blick vom Außenrundgang der Berliner Domkuppel
Rohbau Berliner Stadtschloss "Humboldt-Forum" im Januar 2015.
Blick vom Außenrundgang der Berliner Domkuppel.



 
Berliner Stadschloss mit Kuppel im Rohbau - Juli 2015
Rohbau Berliner Stadtschloss "Humboldt-Forum" im Juli 2015,
die Kuppel hat nun auch schon ihre Dachkonstruktion erhalten.



 
Neu erbaute Rathausbrücke über die Spree am Neuen Marstall und Hochschule für Musik "Hanns Eisler"
Die neu erbaute Rathausbrücke (Oktober 2012) über die Spree am "Neuen Marstall - Spreeseite",
nahe dem Nikolaiviertel, gegenüber dem Berliner Stadtschloss.
 
Hier gab es im 13. Jahrhundert eine hölzerne Spreeüberquerung als Verbindung
der früheren Städte - von Berlin nach Cölln und dem Friedrichswerder.




 
In Berlin Mitte, die Hochschule fuer Musik "Hanns Eisler"
Der Neue Marstall - hier die Schloßplatzseite -
befindet sich links neben dem Staatsratsgebäude der ehemaligen DDR-Regierung.

Er wurde 1898 - 1900 von dem Hofbaumeister Ernst Eberhard von Ihne
(* 1848; † 1917)
-
auch Baumeister des Bode Museums -
gegenüber dem Berliner Stadtschloss errichtet.

Nach der "Abdankung" Kaiser Wilhelm II. wird das Gebäude seit 1918
von der Zentral- und Landesbibliothek genutzt.




Front der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
Nach dem Mauerfall und diversen Umbauten wurde in dem Gebäude des Neuen Marstalls ab April 2005,
als weiterer Standort in Berlin, die heutige Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin,
eine staatliche Musikhochschule, zusätzlich eröffnet.

1950
unter dem Namen "Deutsche Hochschule für Musik" gegründet,
ist sie eine der führenden Musikhochschulen über die Grenzen Europas hinaus.

Ab dem Wintersemester 2004/2005 lehrt hier u. a. auch der berühmte

Sänger Thomas Quasthoff
als Professor für das Fachgebiet Gesang.
http://www.thomas-quasthoff.com/
(hier anklicken)


Er wurde 1999
mit dem Grammy-Preis der US-Musikindustrie für die Einspielung von
Mahlers "Wunderhorn-Liedern" und 2004 für die beste Gesangdarbietung im Bereich Klassik
für seine Interpretation von Schubert-Liedern geehrt.

Im Oktober 2005 ist er mit dem
Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

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Hanns Eisler - österreichischer Komponist -
Sohn des Philosophen Rudolph Eisler,
wurde
am 6. Juli 1898 in Leipzig geboren und starb am 6. Sept. 1962 in Ost-Berlin.
Er war engster Weggefährte von Bertold Brecht, Komponist der "DDR-Hymne" und
u. a. auch des sozialistischen "Arbeiterliedes".

Als Gegner des Nationalsozialismus und Österreicher jüdischen Glaubens,
musste Hanns Eisler 1933 aus Berlin fliehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er ab 1951
eine Meisterklasse für Komposition an der
Deutschen Akademie der Künste.

Als Professor lehrte er an der Deutschen Hochschule für Musik, die seit 1964 seinen Namen trägt.



 
Schlossbruecke - Berliner Dom - Foto von Herrn Heyde
Die  Schlossbrücke und der evangelische Berliner Dom am Lustgarten, in Berlin-Mitte.

Die Brücke wurde 1822 - 1824 nach dem Entwurf von Schinkel (* 1781; 1841) erbaut.
Die acht klassizistischen Figurengruppen aus Carrara-Marmor sind im
Zweiten Weltkrieg ausgelagert worden. Nach der Restaurierung 1983/84 wurden die
Skulpturen am ursprünglichen Standort wieder aufgestellt.

Der monumentale Figurenschmuck der Schlossbrücke erinnerte an die siegreiche
Beendigung der Befreiungskriege. Zwischen 1842-1857 wurden die acht, noch 1813-15
von Schinkel projektierten Kriegergruppen, von mehreren Bildhauern,
Schüler Christian Daniel Rauchs, vollendet.


Dargestellt ist als Zyklus "Das Leben eines Kriegers, vom Knaben bis zum Tode",
begleitet von den griechischen Göttinnen Nike (Siegesgöttin), Iris (Götterbotin)
und Athene (Göttin der Weisheit).

Auf der Südseite der Brücke (Bildvordergrund) stehen von
Westen nach Osten (von links nach rechts) die vier Figurengruppen:


Nike lehrt den Knaben Heldengeschichte (1847 von Emil Wolf)
"Nike lehrt den Knaben Heldengeschichte",
1847 von Emil Wolff (* 1802; † 1879)



 
Athene unterrichtet den Jüngling im Speerwurf (1853 von Hermann Schievelbein)
"Athene unterrichtet den Jüngling im Speerwurf "
1853 von Hermann Schievelbein (* 1817; † 1867)



 
Athene bewaffnet den Krieger zum ersten Kampf (1851 von Karl Heinrich Möller)
"Athene bewaffnet den Krieger zum ersten Kampf "
1851 von Karl Heinrich Möller (* 1802; † 1882)

 
Nike krönt den Sieger mit dem Lorbeerkranz (1853 von Friedrich Drake)
"Nike krönt den Sieger mit dem Lorbeerkranz"
1853 von Friedrich Drake (* 1805; † 1882)

 

Herzlichen Dank an Herrn Prof. em. Lionel Gossman (* 1929) aus den
USA,
Professor (emeritiert) für Romanistik an der Princeton University,
der mir das folgende Foto seines Berlin-Besuchs/Sommer 2006 freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


Siehe auch "Potsdam" - Albert Einstein-Turm.

https://fit.princeton.edu/people/lionel-gossman

Figurenschmuck auf der Schlossbruecke - Foto: Prof. Lionel Gossman USA

Auf der Nordseite der Schlossbrücke stehen die vier Figurengruppen - von links:

 
Nike richtet den Verwundeten auf (1853 von Ludwig Wichmann)
"Nike richtet den Verwundeten auf "
1853 von Ludwig Wilhelm Wichmann (* 1788; † 1859)



 
Athene führt den Krieger in neuen Kampf (1853 von Albert Wolf )
"Athene führt den Krieger in neuen Kampf "
1853 von Albert Wolff (* 1814; † 1892)



 
Athene schützt den Krieger im Kampf (1854 von Gustav Bläser)
"Athene schützt den Krieger im Kampf "
1854 von Gustav Bläser (* 1813; † 1874)



 
Iris trägt den gefallenen Krieger zum Olymp (1857 von August Wredow)
"Iris trägt den gefallenen Krieger zum Olymp empor"
1857 von August Wredow (* 1804; † 1891)



 
Berliner Dom am Lustgarten
100 Jahre - evangelischer Berliner Dom (2005) am Lustgarten, in Berlin-Mitte.
1894 - 1905 nach Plänen von J. Raschdorff erbaut, Ausschmückung  Johannes Götz.
Gesamthöhe 114 Meter.

Der letzte deutsche Kaiserdom ist der größte protestantische Kirchenbau des 19. Jahrhunderts in Deutschland.
Auch gedacht als Reformations-Gegenstück - "Hauptkirche des Protestantismus",
ein "paralleles Monument
zum Petersdom", der päpstlichen Residenz in Rom.

Kaiser Wilhelm II. legte 1894 den Grundstein für den monumentalen Zentralbau im Stil der italienischen Hochrenaissance
und übergab selbst 1905 die repräsentative Hofkirche der Hohenzollern seiner Bestimmung.

Hauptwerk des deutschen Historismus, nach Kriegszerstörung ab 1974 aufgebaut
und am 6. Juni 1993 wieder eingeweiht.



     Blick von der Berliner Domkuppel    
Am Abend auf dem Kuppel-Aussenrundgang des Berliner Doms.



Domkuppel Domengel 1     Domkuppel Domengel 2     Domkuppel Domengel 3
Auf dem Kuppel-Aussenrundgang.

Der Berliner Dom gliedert sich in drei Hauptteile:

Im Norden befand sich die heute abgetragene Denkmalskirche.



Tauf- und Traukirche -  Berliner Dom
Im Süden die Tauf- und Traukirche.



 
Berliner Domkuppel
Besonders sehenswert ist die Predigtkirche mit den imposanten Kuppelmosaiken.
Blick hinauf in die Kuppel des Berliner Doms.



 
Predigtkirche im Berliner Dom
Die Predigtkirche mit rund 2.000 Sitzplätzen.



Altarnische im Berliner Dom
Die Altarnische im Berliner Dom.



Die Dom-Sauerorgel "Alte Dame"
Die große Sauer-Orgel
"Alte Dame"
Dom Altarwand von Schinkel
  Die Altarwand nach
Schinkels Plänen
Berliner Dom - Altar
Der Altarraum
 
  
 

 
kaiserliches Treppenhaus - Berliner Dom      Kaiserliches Treppenhaus im Berliner Dom.
Das kaiserliche Treppenhaus.



Sicht auf die restaurierte Friedrichsbrücke.
Blick auf die restaurierte und verbreiterte Friedrichsbrücke vom Außenrundgang der Berliner Domkuppel.

Wie die 1945 gesprengte Vorgängerbrücke ist sie wieder auf die doppelte Breite gebaut worden.
Der nördliche Gehsteig der Brücke mündet wieder direkt in den Kolonnadengang der
Museumsinsel an der Alten Nationalgalerie (links im Foto)
.




 
Hot Syncopators auf der Friedrichsbrücke
Bei den Streifzügen durch die Stadt, hier auf der Friedrichsbrücke, links im Hintergrund die
Alte Nationalgalerie, kann man manchmal sehr gute Künstler bei ihren Darbietungen als
"Straßenmusikanten" erleben.

Klasse Entschädigung für wunde Füße und Anlass zum längeren Verweilen,
die Band Hot Syncopators (Swing Guitar Orchestra), die den Sound des
berühmten Jazz-Gitarristen Django Reinhardt fantastisch interpretieren konnte.




Blick zur Kuppel der Berliner Synagoge
Blick über die Spree und Friedrichsbrücke (Museumsinsel) zur silber-goldenen Kuppel
der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße und zum Monbijou Park - Bäume rechts der Spree.


Im Monbijou Park, gegenüber der Museumsinsel, stand seit 1706, bis zu seiner
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, dass Schloss Monbijou.
Es wurde 1706 unter König Friedrich I. von Hofbaumeister Eosander von Göthe (* 1669; † 1728) erbaut.
Ab 1710 wohnte dort Dorothea, Kronprinzessin (* 1687; † 1757) und Gemahlin des späteren
Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. (* 1688; † 1740).
1877 wurde das Schloss zum Hohenzollernmuseum erklärt.

Im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, wurden die Reste von 1958 bis 1961 komplett abgetragen.


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Die Neue Synagoge ist im maurisch-byzantinischen Stil erbaut worden
(Vorbild: Alhambra in Granada/Spanien)
und die größte der in Berlin noch bestehenden Synagogen - jetzt aber ohne Gebets-Haupthaus.

1859 wurde die Neue Synagoge von Eduard Knoblauch (* 1801; † 1865) begonnen und
durch Friedrich August Stüler (* 1800; † 1865) vollendet.

Synagoge in Berlin - Oranienburger Straße

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Beschreibung aus dem Buch "Berlin und seine Bauten" - Verlag Klinkhardt u. Biermann - Leipzig,
Ende des 19. Jahrhunderts von dem Autor - Kunsthistoriker und Germanist
Georg von Oettingen (* 13. März 1859; † 20. Dez. 1943) beschrieben.

 Zitat:

"In der Synagoge, Oranienburger Straße, hat Knoblauch mit Glück die orientalische Ornamentik zu einer
Schöpfung von fremdartig düsterer Pracht benutzt und damit eine charaktervolle Lösung seiner Aufgabe
gefunden als mancher Baumeister christlicher Tempel."

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Das damals größte jüdische Gotteshaus Deutschlands (3.200 Sitzplätze) wurde 1866 zum jüdischen Neujahrsfest,
in Anwesenheit von Ministerpräsident Bismarck (* 1815; † 1898) und von Mitgliedern des Berliner Magistrats sowie der
Stadtverordnetenversammlung, feierlich eingeweiht.

Zur Zeit der Einweihung gab es in Preußen etwa 240.000 Deutsche jüdischen Glaubens, in Berlin lebten 28.000 von ihnen.
Das waren damals gut vier Prozent seiner Bevölkerung.


      

Synagoge Oranienburger Str.        Synagoge in Berlin - Oranienburger Straße       Synagoge in Berlin-Mitte   
Die Türme und der Eingangsbereich der Neuen Synagoge.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde bei den Nazi-Pogromen - Reichskristallnacht -
gegen die deutschen Juden, die Neue Synagoge demoliert und in Brand gesteckt.
Das Jüdische Museum wurde geschlossen.

Der letzte Gottesdienst fand am 30. März 1940 in der Synagoge statt.

Während der Reichskristallnacht konnte die Synagoge durch das mutige Eingreifen des
Reviervorstehers vom Hackeschen Markt, Wilhelm Krützfeld (* 1880; † 1953), erhalten werden.
Doch am 22. November 1943 zerstörten sie Bomben während eines britischen Luftangriffs.

1958 wurden die Reste des Hauptraumes der Synagoge gesprengt und abgetragen.
Mitte der 80er Jahre fanden erste Untersuchungen des Instituts für Denkmalpflege
über den Wiederaufbau und die Restaurierung der Gebäude statt.

1988 wurde auf Beschluss des damaligen DDR-Ministeriums die Stiftung Neue Synagoge Berlin
- Centrum Judaicum
gegründet.
Es ist eine Informationsstelle für jüdisches Leben und versteht
sich als Brücke zwischen ost- und westeuropäischem Judentum.
Es hat die Aufgabe, die Geschichte der Juden in Berlin und seinem Umfeld aufzuarbeiten.


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Als man 1989 eine Decke entfernte, die erst während der Nazi-Zeit eingezogen worden war,
entdeckten Bauarbeiter unter anderem die verloren geglaubte Ewige Lampe (Licht) - Ner Tamid,
ein Geschenk, das die vermögende Familie Jakoby der Jüdischen Gemeinde 1866 übergeben hatte.


Diese Lampe - Ewige Licht - hing in der Synagoge vor dem Toraschrein.
Es sollte an die ewige Gegenwart Gottes erinnern.
Vorbild für das Ewige Licht in der Synagoge ist ein immer brennendes Feuer im Jerusalemer Tempel.

Die Lampe, einige architektonischen Fragmente und auch Teile der Inneneinrichtung stehen
im Mittelpunkt einer Dauerausstellung.

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Kuppel der Synagoge - Oranienburger Straße
Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung erhielten 1991 die drei Türme ihre silbervergoldeten Kuppeln
zurück und wurden mit dem Davidstern bekrönt.

Am 7. Mai 1995 erfolgte die Wiedereröffnung und Einweihung der Neuen Synagoge als Centrum Judaicum.

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ehemalige Kaiserliche Postfuhramt in Berlin-Mitte   
Das ehemalige Kaiserliche Postfuhramt befindet sich in direkter Nähe der Neuen Synagoge
in der Oranienburger Straße - Ecke - Tucholskystraße.
  
Dieser prächtige historische Bau wurde 1875-1881 nach Plänen von Carl Schwatlo (* 1831; † 1884) errichtet.
Die gelbe Klinkerfassade mit roten und blauen Schmuckelementen erinnern an Bauten der
italienischen Frührenaissance.
 
Die Fassade und der achteckige Turmaufsatz zwischen den zwei kleinen Kuppeln ist ein
architektonischer Bezug zu der Neuen Synagoge mit ihren Kuppeln,
die schon 1866 eingeweiht wurde.
  
Im Zweiten Weltkrieg wurde der große Gebäudekomplex stark beschädigt und von 1973
bis 1989 wieder aufgebaut und restauriert.
Der Postbetrieb wurde 1995 endgültig eingestellt. Ab 1997, bis heute, fanden in den
Räumen des Postfuhramtes wechselnde Kunstausstellungen statt.


 
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