Steuben-Denkmal pfeil1.gif (1042 Byte)
Albert Einstein (-Turm) pfeil1.gif (1042 Byte)
Schloss Caputh pfeil1.gif (1042 Byte)
Frame_Startseite.jpg (1763 Byte)
für Quereinsteiger
pfeil.gif (272 Byte) Fotoarchiv
 
Zwischen Berlin und Potsdam ist die Glienicker Brücke
am südwestlichen Stadtrand von Berlin, dass wichtigste Verbindungsstück über die Havel.
Sie ist jetzt wirklich eine "Brücke der Einheit" - für den Spaziergänger gibt es keine
Grenzen mehr, zwischen den Preußischen Schlössern und Gärten an der Havel.

Flagge Bundesland Brandenburg

 

Flagge der Landeshauptstadt Potsdam

Bundesland Brandenburg

 

Landeshauptstadt Potsdam

*) Beschreibung aus 1900 :                                                                                    
Potsdam
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Damals bearbeitet nach den Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Potsdams aus den Jahren  1862 bis 1864.

....... gerade in und bei Potsdam aber haben die Fürsten unseres Landes vorzugsweise gern verweilt, hier haben sie
die Stunden der Erholung gesucht und gefunden, hier ihre Muße verwendet zum Entwerfen neuer Pläne.
Es gibt keine Stadt in unserem Vaterlande, die ein so treuer Spiegel des Charakters und der Wirksamkeit der
preußischen Könige ist, als Potsdam.
Auf jedem Schritt in der Stadt und deren Umgebung stoßen wir auf Spuren ihrer Tätigkeit, ihrer Vorliebe für unsere Havelstadt.

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"Der Blick von der Glienicker Brücke wetteifert mit den schönsten Punkten der Welt“,
schrieb einst Alexander von Humboldt (* 1769; † 1859) Mitte des 19. Jahrhunderts in seinen Aufzeichnungen nieder.
 

Glienicker Bruecke
Aus dieser Sicht - vom Park Babelsberg, führt die Brücke links nach Potsdam, rechts nach Berlin-Zehlendorf.

Genau in der Mitte verläuft die Stadt- und Landesgrenze zwischen Potsdam und Berlin,
über 38 Jahre lang war diese auch die Grenze des Kalten Krieges.

Seit dem 17. Jahrhundert verband eine Brücke aus Holz die Havelufer zwischen der
Garnisonstadt Potsdam
und der Residenzstadt Berlin.

Von 1794-95 wurde eine gepflasterte, so genannte  Preußische Musterchaussee an diese herangeführt.


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Filmkulisse, Agentenschleuse und Grenzort,
eine "deutsche Verbindung",
die zu unserem Glück jetzt so nicht mehr existiert !


Zum Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) wurde die Glienicker Brücke durch die deutsche Wehrmacht zerstört,
weil man damit den Vormarsch der Roten Armee nach Berlin aufhalten wollte.

1949 erfolgte auf Beschluss der damaligen Brandenburger Landesregierung die Wiederherstellung und ist dann
als "Brücke der Einheit" für den Verkehr freigegeben worden.

Die Machthaber der DDR, die ihr diesen Namen gaben, verhinderten jahrzehntelang die Einheit Deutschlands.

Zur Zeit des Kalten Krieges war ab 1952 die Brücke absolutes Sperrgebiet und durfte nur von Diplomaten
und Angehörigen der Alliierten benutzt werden.

Nach dem Mauerbau am 13. Aug. 1961, verlief  in der Mitte der Brücke die Grenzlinie zwischen dem
politischen Osten und Westen.
Ab Dezember 1985 nannten auch die Organe der DDR die Verbindung nun wieder Glienicker Brücke.

37 Agenten
des "Kalten Krieges" - KGB und CIA - wurden hier von den Siegermächten in drei spektakulären Aktionen,
bis zur Wiedervereinigung Deutschlands, gegenseitig ausgetauscht.

Am 10. Februar 1962 um 8:00 Uhr morgens, Francis Gary Powers, US-Pilot des am 1. Mai 1960 von den Sowjets
abgeschossenen U-2-Aufklärungsflugzeugs, gegen den Meisterspion und Topagenten der Sowjets und in den USA
zum Tode verurteilten KGB Oberst Rudolf Abel.

Am 12. Juni 1985 um 12:00 Uhr mittags der zweite und größte Agentenaustausch, mit 23 CIA-Agenten und 4 Ost-Spionen.

Am 11. Februar 1986, der sowjetische Bürgerrechtler Anatolij Schtscharanski, 1978 wegen angeblicher Spionage
in der Sowjetunion verhaftete Dissident und 3 Agenten des CIA, gegen 5 Agenten des KGB.

Deshalb nannte man die Brücke auch "James Bond Bridge" oder "Agentenrampe".

Bezeichnenderweise lag geopolitisch die westliche Hälfte der Brücke im Osten - der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik / Potsdam

und
ihre östliche Hälfte im Westen - dem ehemaligen West-Berlin, zur Bundesrepublik Deutschland gehörend.

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Firma Metz - Luftbildaufnahme mit einer Drohne über der Glienicker Lake
Luftbildaufnahme  (Juli 2008)
der herrlichen Umgebung von Potsdam/Land Brandenburg und Berlin/Zehlendorf an der Havel.

Das Gewässer der Glienicker Lake mit der "Berliner Vorstadt" in Potsdam (links).
Oben, hinter der Glienicker Brücke - der Jungfernsee und Blick in Richtung
Lehnitzsee (Land Brandenburg),
nach rechts - die Havel (Jungfernsee), mit der am Ufer gelegenen Sacrower Heilandskirche (Potsdam)
und dem gegenüber liegenden Schloss Glienicke, Richtung Pfaueninsel (Berlin-Zehlendorf)

Links unten im Foto, der Weg zum Schloss und Park Babelsberg an der Glienicker Lake (Potsdam)
und der Wasserweg (Tiefer See) in Richtung Potsdam zur Freundschaftsinsel.

Rechts der Park vom Jagdschloss Glienicke an der Glienicker Lake (Berlin-Zehlendorf),
mit dem Wasserweg (Havel) zum Griebnitzsee (Berlin-Zehlendorfer und Potsdam-Babelsberger Ufer).

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Diese Drohnen-Luftbildaufnahme (auf 26 KB stark komprimiert)
durfte ich mit freundlicher Genehmigung der Firma Metz-Luftbilder
in 32657 Lemgo - hier verwenden.
 
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Alte und Neue Glienicker Brücke
Die früher hier vorhandene Holzbrücke war den steigenden Verkehrsanforderungen bald nicht mehr gewachsen,
deshalb wurde sie 1834, nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel (* 1781; 1841),
durch eine massive, breitere Steinbrücke ersetzt.

Hier
die noch erhaltenen historischen Kolonnaden auf der Potsdamer Stadtseite.
Die Brücke galt damals als architektonisches Meisterwerk in der Potsdamer Schlösserlandschaft.




Glienicker Brücke
1904 bis 1907 wurde die Steinbrücke zeitgemäß durch eine Stahlkonstruktion abgelöst.

Hier der Blick von Potsdam nach Berlin-Zehlendorf (links).

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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ist Potsdam die Landeshauptstadt des Bundeslandes Brandenburg - das
größte der 5 neuen Bundesländer
,
welches sich aus 14 Landkreise zusammensetzt und das Bundesland Berlin umschließt.

8 Landkreise Brandenburgs, die mit Berlin eine Landesgrenze (im Uhrzeigersinn) bilden,
sind:
südwestlich - Potsdam-Mittelmark (PM), westlich - Havelland (HVL), nördlich - Oberhavel (OHV),
nordöstlich - Barnim (BAR) und Märkisch-Oderland (MOL), östlich - Oder-Spree (LOS),
südöstlich - Dahme-Spreewald (LDS) und südlich - Teltow-Fläming (TF).

Die anderen 6 Landkreise liegen im:

nordwestlichen Brandenburg - Prignitz (PR) und Ostprignitz-Ruppin (OPR),
nordöstlichen Brandenburg - Uckermark (UM),
südöstlichen Brandenburg - Oberspreewald-Lausitz (OSL), Spree-Neiße (SPN).
und südlichen Brandenburg - Elbe-Elster (EE).

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Auf der Potsdamer Seite, vor der Brücke rechts, steht eine 2,80 m hohe Skulptur mit der
griechischen Siegesgöttin "NIKE`89" aus vergoldeter Bronze von Wieland Förster.
  
Siegesgöttin NIKE von Wieland Förster

Sie wurde 1999 zum 10. Jahrestag des Mauerfalls aufgestellt von der
Fördergemeinschaft "Lindenstraße 54" *)
 
*) Ehemaliges
Untersuchungsgefängnis der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit (BVfS) Potsdam.




Marlene Dietrich, Albert Einstein und Ludwig van Beethoven an der Glienicker Brücke
Bürgerfest an der Glienicker Brücke - 10. November 2009.

Die Banner mit den Farben der Nationalflagge der Bundesrepublik Deutschland zeigen:

Marlene Dietrich (* 1901; 1991), legendärer Ufa-Star in Potsdam-Babelsberg.

Albert Einstein (* 1879; 1955),
Physiker, Querdenker, Pazifist
 - Einsteinturm auf dem Telegraphenberg in Potsdam und Einsteinhaus in Caputh / Potsdam Mittelmark  -

Ludwig van Beethoven (* vor 1770 - Taufdatum; † 1827)
Das legendäre Konzert zum Mauerfall und Staatsgeburtstag
"Beethovens Neunte",
dirigiert von Daniel Barenboim mit seiner Berliner Staatskapelle.


Bürgerfest an der Glienicker Brücke, 20 Jahre nach Grenzöffnung - 10. November 2009

20 Jahre nach Grenzöffnung ( 2009 ).


Bürgerfest an der Glienicker Brücke, 20 Jahre nach Grenzöffnung - 10. November 2009





Villa Schöningen in Potsdam
Die klassizistische Villa Schöningen im italienischen Villenstil wurde ab 2007 komplett restauriert
und ist seit 1996 Teil des Berlin-Potsdamer UNESCO-Weltkulturerbes.

Sie steht seit 1843 auf der Potsdamer Seite, direkt an der Ecke Berliner Strasse / Schwanenallee,
auch Weg zum Neuen Garten und Heiliger See, links neben der
Glienicker Brücke.





Villa Schöningen an der Glienicker Brücke - Vorstadt Berlin in Potsdam
Die Villa  wurde von Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; † 1861) in Auftrag gegeben und nach
Plänen des Architekten Ludwig Persius (* 1803; † 1845) in den Jahren 1843 - 45 erbaut.


Erster Bewohner wurde des Königs Hofmarschall Kurd Wolfgang von Schöning (* 1789; † 1859),
danach kaufte die Familie Herrmann Wallichs (* 1833; † 1928) dieses Gebäude,
Mitgründer der Deutschen Bank, die als deutsche Juden Opfer der Nazis wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Villa dann von den Organen der kommunistischen
Machthaber enteignet worden und
diente lange Zeit als DDR-Kindererziehungsheim.


Nach der Maueröffnung verfiel die Villa immer mehr, war sehr marode und der Abriss drohte.
Retter des Gebäudes waren Mathias Döpfner (* 1963), Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG
und der Unternehmer Leonhard H. Fischer (* 1963).

Sie kauften die Villa im Jahr 2007 mit dem Ziel, diese zu erhalten und daraus ein offenes Haus
der Erinnerung, der Kunst und der Begegnung zu machen.

Es entstand ein kleines Privatmuseum und wurde pünktlich zum
20. Jahrestag des Mauerfalls
2009 eröffnet.



 
Gartenrestaurant hinter der Villa Schöningen.
Gartenrestaurant - Villa Schöningen.



 
Anlegestelle der kaiserlichen Marinestation - Schwanenallee in Potsdam
Rechts von der Villa Schöningen, vor dem Villenviertel in der Schwanenallee,
befindet sich am Ufer des Jungfernsees die ehemalige norwegische Visitenkarte der
"Kaiserlichen Matrosenstation Kongsnæs".

Diese kann, nach einem gewonnenen Rechtsstreit gegen die dort wohnenden neuen Villenbesitzer,
jetzt wieder rekonstruiert und eventuell zur Saison 2017 fertiggestellt werden.


Die "Ventehalle" wird ein kleines Café / Restaurant mit norwegischer und märkischer Küche beherbergen.

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Hier
fanden Im Jahr 1897 die ersten erfolgreichen Versuche einer drahtlosen Funkverbindung
- über
zwei Kilometer - zum gegenüberliegenden Ufer des Jungfernsees,

Ensemble der Sacrower Heilandskirche.
zwischen dem "Glockenturm der Sacrower Heilandskirche"

und  der ehemaligen "Kaiserlichen Matrosenstation Kongsnæs" statt.



 
   Steganlagen Matrosenstation Potsdam.
Die "Ventehalle" wird als attraktiver Zugang zum Jungfernsee originalgetreu rekonstruiert.

An den wieder hergestellten Steganlagen werden historische Boote ihre Liegeplätze haben.

Fregatte Royal Luise auf der Spree        Wikinger-Fährschiff KARI

Auch der Nachbau der historischen Miniaturfregatte "Royal Luise" (links) kann dann wieder
in ihrem Heimathafen liegen, eventuell auch das
Wikinger- und Fährschiff KARI (rechts).



 
Bootshaus der Matrosenstation - Potsdam.
Das ehemalige "Bootshaus" wird in Zukunft als "Seglerheim" für verschiedene Aktivitäten
von Wassersportlern genutzt.

Im ehemaligen "Kapitänshaus" und in der "Matrosenkaserne" (links) befinden sich in Zukunft Wohnungen.



 
Panorama der Umgebung Potsdam
Blick vom Flatowturm im Schlosspark Babelsberg über den "Tiefer See"
zur "Berliner Vorstadt" in Potsdam.



 
Skyline von Potsdam
Skyline der Stadt Potsdam, davor die Humboldt Brücke über die Havel / Tiefer See.

Der mächtige Kuppelbau der evangelischen St. Nikolaikirche beherrscht auch heute noch die Silhouette der Potsdamer Innenstadt.

Im Foto links, der 1997 entstandene Wohnturm der Residenz Heilig Geist Park, ehemaliger Standpunkt der Heilig Geist Kirche.
Vom Turm-Café in der 12. Etage, hat man eine weite Aussicht über die Potsdamer Kulturlandschaft.

Öffnungszeiten:   Sa. und So., von 14:00 bis 19:00 Uhr

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Die stattlichen Turmbauten der ehemaligen Heilig Geist-, St. Nikolai- und der  gesprengten
Garnisonkirche hatten eine städtebauliche Bedeutung. Ihre charakteristischen Silhouetten,
in ungefähr gleichem Abstand voneinander auf die Ost-West-Achse der Stadt Potsdam verteilt,
prägten - bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von Heilig Geist- und Garnisonkirche -
den unverwechselbaren Potsdamer "Dreikirchenblick".



Hans Otto Theater an der Havel in Potsdam
Das neue futuristische Gebäude des Potsdamer "Hans Otto Theater" in der Schiffbauergasse -
abgehend von der Berliner Straße
am Tiefen See,
auf einer Landzunge am Ufer der Havel,
 von dem
Kölner Architekten Gottfried Böhm (* 1920) entworfen, wurde 2006 eröffnet.
Es ist der erste Potsdamer Neubau von internationalem Rang.


 
 
Hans Otto Theater in Potsdam
Die
Architektur erinnert ein wenig an das
"Sydney Opera House" in Australien.

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Hans Otto (* 1900;  1933) war ein deutscher Schauspieler.
Als einer der ersten Künstler linker Gesinnung wurde er von den Nationalsozialisten ermordet.

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Residenz Heilig Geist Park
Die Residenz Heilig Geist Park, 1997 entstanden, entspricht dem früheren Standort der ehemaligen Heilig-Geist-Kirche.

Die zwischen 1726 und 1728 erbaute Heilig-Geist-Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945) zerstört,
danach das Kirchenschiff abgetragen und der Kirchenstumpf 1974 gesprengt.

Anstelle des Kirchturms entstand hier ein Wohnturm mit einer weithin sichtbaren stählernen Spitze als Wahrzeichen.
Der Turm beherbergt 22 Appartements für Wohnen ohne Betreuung und ein Aussichtscafé mit 55 Plätzen im 12. Obergeschoss.
Öffnungszeiten: Sa. und So. von 14:00 bis 19:00 Uhr

Ansonsten ist sie eine Einrichtung für betreutes Wohnen und stationäre Pflege.
Sie befindet sich in idyllischer und zugleich zentraler Lage am Ufer der Havel in Potsdam, gegenüber der Freundschaftsinsel.

Beschreibung aus dem Prospekt der "Residenz Heilig Geist Park".



 
Blick von der Freundschaftsinsel zum Alten Markt.
Die Freundschaftsinsel, als natürliche 6,5 ha große Insel vor der Altstadt Potsdams gelegen,
entstand am Zusammenfluss von Havel und Nuthe.

Der Name der Insel ist kein Überbleibsel aus der DDR-Zeit.



 
Freundschaftsindel in Potsdam.
Im Vordergrund befindet sich die Skulpturengruppe
"Schönheit des Menschen in der Natur“,
welche die Bildhauerin der ehemaligen DDR Margret Middell (* 1940) modellierte und
die
am Eingang zur Langen Brücke 1976 aufgestellt wurde.



 
Im Rosengarten der Freundschaftsinsel
Der berühmte Staudenzüchter Karl Foerster (* 1874; 1970) gab der Insel ihr Gesicht.
Auf seine Anregung wurde hier zwischen 1938 und 1940 der erste Schau- und Sichtungsgarten
für winterharte Blütenstauden, Farne und Gräser in Deutschland angelegt.

Im Vordergrund die Bronzeskulptur "Tanzpaar" von 1962 im Rosengarten der Freundschaftsinsel,
geschaffen von der Bildhauerin der ehemaligen DDR Ingeborg Hunzinger-Frank (* 1915; † 2009).



 
Lustgarten - Blick Alter Markt
Der ehemalige Blick zum Alten Markt, vom Hafenbecken an der Langen Brücke.

Die "Ringerkolonnade" am Neptun-Bassin, direkt am Lustgarten, dahinter das Hochhaus vom "Hotel Mercure"
- zu DDR-Zeiten "Interhotel".
 
Herzlichen Dank an Herrn Bathe aus Potsdam, für die Korrektur meines Lapsus - nicht "Interconti" sondern "Interhotel".


Der Lustgarten, als ältester Garten der Stadt Potsdam, ursprünglich wirklich mit prächtigen Anlagen im barocken Stil als
solcher erschaffen, unterlag häufig gartenkünstlerischen Veränderungen.
Die Anlagen wurde bald nach dem Tode König Friedrich I. (* 1657; 1713) in einen kahlen Exerzierplatz umgewandelt.

Die dann hier auf dem Lustgarten bis 1740 exerzierende Riesengarde (Langen Kerls) des
Soldatenkönigs
Friedrich Wilhelm I. (* 1688; † 1740)
und seit dieser Zeit vor dem Schloss täglich mittags zur Wachtparade aufziehenden Soldaten dieser Regimenter,
prägten das Wort von der berühmt gewordenen Potsdamer Wachtparade.

Auch Peter Joseph Lenné (* 1789; 1866) wirkte ab 1818 im Lustgarten.
Im südlichen Teil gab es das Neptun-Bassin, barocke Wegeachsen, Baumalleen/-haine,
welche sich teilweise bis kurz vor Ende des Kriegsjahres 1945 nicht wesentlich verändert hatten.



Historische Saeulen am Neptun Bassin im Lustgarten
Reste der vergrabenen und 1969 wieder gefundenen historischen "Ringerkolonnade",
waren bis 2015 zwischen dem Neptun-Bassin und Hafenbecken aufgestellt.

Sie wurden
nach einem Entwurf von Knobelsdorff (* 1699; 1753) - ehemals - von 1745 bis 1746 am Stadtschloss errichtet.

Dieser Teil des Lustgartens wurde zur Bundesgartenschau, die im April bis Oktober 2001 in Potsdam stattfand, wieder hergestellt.



 
Ringerskulpturen der Kolonnade
Die Balustrade der Ringerkolonnade war historisch ehemals mit insgesamt 14 Säulenpaaren verziert.

Die
Plastiken zeigen Szenen aus Ring- und Fechtkämpfen, geschaffen aus der Hand
des preußischen Bildhauers Friedrich Christian Glume (* 1714; 1752)
.

Ursprünglich stellte sie die Verbindung zwischen dem Stadtschloss und Marstall her.



 
Das Hafenbecken Potsdam ohne Ringerkolonnaden
Die Ringerkolonnade ist hier verschwunden, denn sie wurde am historischen Standort,
am Stadtschloss wieder aufgebaut.

Nur die Grundmauer ist zur Zeit noch vorhanden (Foto März 2016).




 

"Neptuns Triumph" im Potsdamer Lustgarten am Hafenbecken kommt jetzt,
nach der Entfernung der Ringerkolonnade, erst richtig zur Geltung.

Das von
König Friedrich I. (* 1657; 1713) zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Hafenbecken für eine Prunkjacht
angelegte Wasserbassin, das unter Friedrich II. (* 1712; † 1786) nach 1749 seinen Skulpturenschmuck erhielt.

Die Skulpturengruppe entstand nach einem Entwurf von Johann August Nahl der Ältere (* 1710; 1781)
und wurde von den Bildhauern Johann Peter Benckert (* 1709; † 1765) sowie
Johann Gottfried Heymüller
(* 1715; † 1763) in Sandstein ausgeführt.


Von der ursprünglichen Gruppe ist durch die Vielzahl der Reparaturen und Überformungen
kein Original mehr vorhanden.



 
Skulpturen zu Neptuns Triumph in Potsdam
Bei der Neugestaltung des Brunnens im Jahr 2000 zur Bundesgartenschau (2001), wurden inmitten
des Bassins die Fundamente von "Neptuns Triumph" und auch Skulpturenfragmente gefunden.
Diese wurden freigelegt, restauriert und soweit wie möglich wieder aufgestellt.

In den vergangenen Jahren sind eine komplette Skulptur und einige Fragmente wieder entdeckt worden.
Jahrzehntelang wurden sie auf privaten Grundstücken bewahrt.



 
Die Ringerkolonnade steht wieder am historischem Ort.
Die Ringerkolonnade ist auf dem "Steubenplatz" am Stadtschloss (Landtag) zurückgekehrt.



 
Die Ringerkolonnade steht wieder am historischem Ort
Fotos: März 2016

Nun werden die noch vorhandenen 7 Säulenpaare der Kolonnade und der obere Säulenschmuck restauriert.
 
Die fast zerbröckelten Ringerskulpturen folgen, denn sie
warten jetzt genauso auf ihre Sanierung und Geldgeber hierfür,
wie die Figurengruppen vom Landtagsschloss, die aber größtenteils weit schwerer beschädigt und unvollständiger sind.


Feuchtigkeit und Rost haben die Stahlstützen im Inneren der Sandstein-Skulpturen aufgebläht und die Figuren-Gruppen gesprengt.



 
Die Ringerkolonnade zwischen Marstall und Stadtschloss.
Einst verband diese Kolonnade mit 14 Säulenpaaren den Marstall mit dem Stadtschloss.

Dies wird nicht mehr möglich sein, da über die Hälfte der ehemaligen Kolonnade mit den
Skulpturen durch Kriegseinwirkung und nachfolgender Sprengung verloren gegangen sind.



 
Potsdam Alter Markt
Der Alte Markt Potsdams zählte - und zählt bald wieder - zu den schönsten Plätzen Europas.

Eingerahmt von der evangelischen St. Nikolaikirche, dem Stadtschloss, dem Alten Rathaus,
der Garnisonkirche, dem Stadtkanal und dem Lustgarten bildete er den Kern
des Gesamtdenkmals Potsdam.
      
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Das Stadtschloss und die Garnisonkirche wurden kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges (14. April 1945) durch britische Luftangriffe zerstört.
Das Schloss brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Die Ruine wurde im Jahre 1959 - 60, trotz Proteste aus dem In- und Ausland, auf Beschluss der damaligen Organe der DDR-Regierung abgerissen.

Im Mai 1968 wurde die Ruine der Garnisonkirche auf direkten Befehl des SED-Generalsekretärs Walter Ulbricht (* 1893; 1973) gesprengt.


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Nach der Wiedervereinigung Deutschlands - 3. Okt. 1990, wurde in Potsdam/Brandenburg beschlossen,
das Stadtschloss mit dem Fortunaportal wieder aufzubauen, um die attraktive Stadtmitte am Alten Markt
so weit wie möglich original zu rekonstruieren.
 
Historische Grundmauern des alten Potsdamer Stadtschlosses
Die historischen Grundmauern des alten Potsdamer Stadtschlosses.
  In der Mitte des oberen Bildhintergrundes steht noch der ehemalige Marstall, das heutige Filmmuseum.
 
    

Am 28. Januar 2002 erfolgte der Wiederaufbau des Fortunaportals, dem nördlichen Eingang des ehemaligen Stadtschlosses,
am 12. Oktober 2002 das Aufsetzen der Kuppel auf das wieder errichtete Fortunaportal vor der St. Nikolaikirche.
      
Fortuna - Aufnahme vom Kuppel-Aussenrundgang der St. Nikolaikirche         Rekonstruiertes Fortunaportal - Kuppel
Durch das persönliche Engagement und einer großen Spende des bekannten Fernsehmoderators Günther Jauch (* 1956)
konnte die deutsche Zementindustrie als Hauptsponsor für die Wiedererrichtung des Fortunaportals,
dem ehemaligen nördlichen Eingang zum Potsdamer Stadtschloss, gewonnen werden.

Damit hat der Alte Markt seine drei Kuppelbauten zurückerhalten.
 



Potsdamer Stadtschloss - Fortunaportal 1701
gescanntes, altes Fremdfoto

Das alte Potsdamer Stadtschloss wurde zwischen 1662 bis 1669 unter der Leitung des
holländischen
Baumeisters Johann Gregor Memhardt (* 1607; 1678) errichtet.

Der Architekt des Schlosses ist strittig. Ende 1661 hielt sich in Potsdam zu Planungszwecken
Johann Moritz von Nassau-Siegen (* 1604; 1679) auf, deshalb wird er als
Architekt des Potsdamer Stadtschlosses genannt.
Der Große Kurfürst (* 1620; 1688) selbst war an den Planungen beteiligt,
1663 bis 1664 nahm er eine Planänderung vor.


 Blick von der St. Nikolaikirche, deutlich erkennbar das Fortunaportal - welches nach Plänen
von Jean de Bodt (* 1670; 1745) im Jahr 1701 erbaut wurde.

Anlässlich der Krönung von Friedrich I. (* 1657; 1713) im Jahr 1701 wurde das Fortunaportal
als nördlicher Abschluss des Schlosses eingeweiht.

 
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Zu dieser Zeit,

Anfang des 17. Jahrhunderts, begann die Geschichte des preußischen Rechts- und Militärstaates,
als Brandenburg einige nicht zusammenhängende Gebiete im Osten und Westen erworben hatte.

Auf den Namen Königreich Preußen getauft wurde der Staat aber erst am 18. Januar 1701,
nachdem sich Kurfürst Friedrich III. (* 1657; 1713), der sich nach seiner Selbstkrönung in Königsberg (1)
König Friedrich I. nannte und damit den zu seiner Herrschaft gehörenden Territorien, die zerstreut
zwischen Memel und Rhein lagen, den würdigen Rahmen gegeben hatte.

Die Rangerhöhung zum König erreichte er durch friedliche Mittel und zähen Verhandelns.
Sparsames Wirtschaften war aber nicht seine Stärke, er war eher ein Verschwender, der die
Staatsfinanzen ruinierte, er war eitel und prunksüchtig - dabei aber gebildet, mit Interesse an
Künsten und Wissenschaften und tolerant in Religionsfragen, so dass Preußen ihm neben
der Königskrone auch die Tradierung (Überlieferung) von Toleranz und Kulturförderung
zu verdanken hat.

Wenig bekannt ist, dass die Berliner Friedrichstraße nach ihm benannt wurde.

Auszug einer Beschreibung in der Zeitung Märkische Allgemeine vom 24. Nov. 2000,
des Schriftstellers Günter de Bruyn
(* 1926), wohnhaft in Beeskow.


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(1) Die Stadt wurde 1255 durch deutsche Ordensritter gegründet und war bis Ende des Zweiten Weltkrieges die Hauptstadt
der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen.
Heute heißt sie Kaliningrad und ist die Hauptstadt des Kaliningrader Gebietes - Förderationseinheit,
einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee.

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Der Sohn Friedrichs I. (* 1657; 1713), Friedrich Wilhelm I. (* 1688; 1740), Soldatenkönig von 1713 bis 1740,
wählte das Potsdamer Stadtschloss zu seinem ständigen Wohnsitz.


Er prägte den Wahlspruch von Brandenburg-Preußen:

"NEC  SOLI  CEDIT"
- Selbst der Sonne weicht er nicht -
der preußische Adler.

Brandenburg Adler

An vielen Turmgesimsen, Kuppeldächern, an Säulen, auf den Emporen
der Kirchen, überall waren militärische Symbole angebracht:
Fahnen, Standarten, Trophäen, Helme, Adler und
mehrmals auch sein so geliebter Wahlspruch.

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Die Glanzzeit des Stadtschlosses ist die Friedrich II. (* 1712; 1786), dem Enkel Friedrichs I.
Er und sein Baumeister von Knobelsdorff  begannen 1744 mit dem schrittweisen
Umbau des Schlosses, der sich bis 1752 hinzog und an dem er wesentlichen Anteil hatte.
   
Der Nachfolger des kinderlosen Friedrich II., sein Neffe Friedrich Wilhelm II. (* 1744; 1794),
zeigte nur geringes Interesse für das Stadtschloss.
     
Nach seinem Tod hatten sein Sohn und neuer König Friedrich Wilhelm III. (* 1770; 1840) und
seine Frau Königin Luise (* 1776; 1810) eine Vorliebe für das Stadtschloss in Potsdam.
Das führte bei einigen Räumen im Schloss zu nicht geringen Eingriffen in
die friderizianische Raumdekoration.
    
Auch unter König Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; 1861) gab es noch einige Veränderungen.
Nach seinem Tod wurde das Stadtschloss nur noch selten bewohnt.
       
Nach 1918 - Ende des Ersten Weltkrieges -
Revolution - Flucht Kaiser Wilhelm II. (* 1859; 1941) nach Holland,
wurde das Potsdamer Stadtschloss wie auch die anderen Potsdamer Schlösser zu
einem Museum, das 1927 der Preußischen Schlösserverwaltung zugeordnet wurde.

Potsdam verlor damit seine Bedeutung als Garnison- und Residenzstadt preußischer Könige.
     
 

Der Potsdamer Stadtschlossneubau, Stand am 27. Mai 2012
Der Neubau des Potsdamer Stadtschlosses mit seinem Kupferdach.

Hier die Sicht vom Kuppel-Aussenrundgang der evangelischen St. Nikolaikirche, welche den Fortschritt im Mai 2012 zeigt.

 
Mit einer 20 Millionenspende ermöglichte der Mäzen Hasso Plattner (* 1944)
- Mitbegründer des Softwareunternehmens SAP -
dass die historische Fassade und auch das originalgetreue Kupferdach wieder mit aufgebaut wurde.



 
Das neu errichtete Potsdamer Stadtschloss
Der fertig gestellte Neubau des Potsdamer Stadtschlosses (Landtag Brandenburg), Blick in den Schlosshof.
Aufnahme März 2014.
 
Über dem südlichen Hofeingang des Schlossgebäudes kann man die Dachterrasse der Landtags-Kantine erkennen.

Das Potsdamer Stadtschloss wurde nach dem Entwurf des Dresdener Stararchitekten
Prof. Dr.-Ing. E. h. Dipl.-Arch. Peter Kulka (* 1937)
und 4jähriger Bauzeit errichtet, am 18.-19. Januar 2014 feierlich eröffnet.



 
Die neuen Palazzos am Stadtschloss Potsdam
Auf dem "Alten Markt", der "Piazza", mit der Sicht von der St. Nikolaikirche, stehen rechts vom Alten Rathaus
bzw. links neben dem
Stadtschloss die
im Zweiten Weltkrieg zerstörten, teilweise noch im Nachbau befindlichen,
rekonstruierten Gebäude des "
Palazzo Barberini" (Bildmitte),
rechts daneben die kleineren Häuser "
Palazzi Chiericati", "Palazzi Pompei" und das
Eckhaus
auf dem
Karree vor der "Alten Fahrt" (Humboldtstraße) an der
Havel.



 
Die Neubauten der Palazzos am Alten Markt
Alle Nachbauten der Palazzos in der Humboldtstraße stehen mit historischer Fassade,
die an das von italienischen Vorbildern geprägte Potsdam erinnern sollen.



 
Die Kunsthalle bzw. der Palazzo - das "Museum Barberini".
Die Kunsthalle bzw. der Palazzo - das "Museum Barberini" - wurde von dem Software-Milliardär Hasso Plattner (SAP)
für die Stadt Potsdam gestiftet.

Der Einzug der Kunstsammlung und die Eröffnung des Museums fand am 20. Januar 2017 statt.



 
Skulpturen auf der Balustrade des Palazzos
Skulpturen auf der Dach-Balustrade des "Palazzi Chiericati", in der Humboldtstr. 4

Aufnahme von der Dachterrasse
der Schloss-Landtags-Kantine.



 
Blick von der Freundschaftsinsel über die "Alte Fahrt" (Havel)
Der Blick von der Freundschaftsinsel über die "Alte Fahrt" (Havel) zu den Rückfronten der neugebauten Palazzos.



 
Stadtschloss in Potsdam - März 2016
Der Blick zum rekonstruierten neuen Potsdamer Stadtschloss von der Langen Brücke, zur Kuppel der St. Nikolaikirche,
und rechts zu den Neubauten der "
Palazzos" in der Humboldtstrasse vor der "Alten Fahrt" an der Havel (März 2016).



 
Blick vom Potsdamer Hafen zum Stadtschloss - Landtag
Die Aussicht vom Potsdamer Hafen an der Langen Brücke zum Stadtschloss, bzw. Landtagsgebäude.

Im Hafen an der Langen Brücke ist der Liegeplatz des Motorschiffs (MS) "Sanssouci".



 
Vogelperspektive zum alten Stadtkern von Potsdam
Die Sicht vom Brauhausberg zum Alten Markt und neuem Landtag von Brandenburg in Potsdam.

Im Hintergrund - oben rechts - sieht man das Belvedere auf dem Pfingstberg, unten
rechts neben dem Stadtschloss kann man die Nachbauten der neuen Palazzos  vor der "Alten Fahrt" sehen.



 
Panorama von der "Kaiser-Wilhelm-Aussichtsplattform" unterhalb des "Kreml" (Brauhausberg), mit Blick

zur Kuppel vom
Stadthaus (Stadtverwaltung/Rathaus), zum Kirchturm der Propsteikirche St. Peter und Paul (links),
zum
Belvedere auf dem Pfingstberg und zur Kuppel vom Alten Rathaus (rechts).
 
Im Vordergrund der neue
Brandenburger Landtag (Stadtschloss), die dominierende
St. Nikolaikirche
und rechts davon die rekonstruierten Gebäude der Palazzos.



 

Blick von der Terrasse der Potsdamer Landtags-Kantine über den Schlosshof
zum Fortunaportal und zur St. Nikolaikirche.



 
Blick vom Potsdamer Schlosshof
Blick über den Schlosshof zum nördlichen Eingang - Fortunaportal,
zur
St. Nikolaikirche und zum Alten Rathaus.
Foto: Ende Dez. 2013

Der Obelisk auf der Piazza - dem Alten Markt, wurde noch bis zum Sommer 2014 restauriert (Gerüst).
     



 
Im Hof des Potsdamer Stadtschlosses - Blick zum Hofeingang
Im Potsdamer Schlosshof, Blick zum südlichen Hofeingang des Schlossgebäudes,
auf dessen Dach sich die Terrasse der Landtags-Kantine befindet.
 
Der Potsdam/Brandenburger Landtag ist erst Mitte Dezember 2013 hier eingezogen.

Im Hintergrund das Hochhaus "Hotel Mercure".



 
Linker Treppenaufgang im südlichen Portaleingang Blick durcg das Fenster im Aufgangsbereich Rechter Treppenaufgang im südlichen Portaleingang
Die Treppenaufgänge des südlichen Portaleingangs des Potsdamer Stadtschlossgebäudes,
der schlicht im kalten Weiß gestaltet wurde mit Fensteraussicht zum
nördlichen Eingang
- Fortunaportal - vor der
St. Nikolaikirche .

 


  
Stadtschlosshof in Potsdam.
In zweifacher Ausführung schmücken die "Kopien" der elliptischen Kuppelrotunde von Schloss "Sans, Souci."
 
jetzt den Stadtschlosshof auf einem "weißen Teppich" (Schnee), passend zum weißen Innendesign des Schlosses. 
 Foto: Anfang Februar 2015



 
Obelisk auf dem Alten Markt in Potsdam
Obelisk vor der Kirche auf der Piazza, dem Alten Markt in Potsdam.

Im alten Ägypten galt die Säule als Strahl des Sonnengottes, dessen Schatten die Ordnung des Tages anzeigte.

Friedrich der Große
ließ diesen
1753 - 1755, nach römischen Vorbild und einem Entwurf von Knobelsdorff, errichten.

Im Zweiten Weltkrieg ist er auch schwer beschädigt, in den 1970er Jahren komplett abgetragen
und Ende der 1970er Jahre wieder neu errichtet worden.

Die alten Basreliefs am Schaft des Obelisken
(
bei Bildhauerarbeiten dasjenige, was nur wenig über die glatte Fläche erhaben ist)
mit den Brustbildern des Kurfürsten Friedrich Wilhelm und der Könige Friedrich I., Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.
wurden nicht mehr angebracht.

Angeblich ging eines der Königs-Medaillons verloren.

Das damalige SED Regime der DDR, mit ihrer kommunistischen Überzeugung,
erinnerte nicht gerne an die Geschichte des Königreichs Preußen,
zumal der Führer des Nazireichs - Adolf Hitler - eine besondere Affinität zum König Friedrich II. hatte.

Somit schmückte man das Ruhmesdenkmal mit den Bildnissen der bedeutendsten Baumeister Potsdams:

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
(* 1699; 1753), Carl Philipp Christian von Gontard (* 1731; 1791),
Karl Friedrich Schinkel (* 1781; 1841)
und Friedrich Ludwig Persius (* 1803; 1845).



 
Altes Rathaus am Alten Markt Potsdam
Foto: 2002

Altes Rathaus am Alten Markt in Potsdam.

 
Altes Rathaus - Potsdam Museum - am Alten Markt
Foto: März 2016
 
1735 bis 1755 von Johann Boumann (* 1706; 1776) und
Ludwig
Hildebrandt (* 1720; 1770) erbaut,
nach einem nicht verwirklichten Entwurf des Kunstgenies

      
Seitenansicht: Altes Rathaus auf dem Alten Markt in Potsdam
 und Architekten Andrea Palladio (* 1508; 1580) für einen Palazzo in Vicenza.



 
Altes Rathaus und von Knobelsdorf Haus
Foto: März 2016

Rechts
, durch einen modernen Verbindungsbau mit dem Rathaus verbunden,
das 1750 erbaute barocke Wohnhaus von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (* 1699; 1753).

Beide Gebäude mit dem modernen Verbindungsbau bilden jetzt das Potsdam Museum.



 
Atlas auf dem Alten Rathaus am Alten Markt in Potsdam          Kuppelblick von der St. Nikolaikirche in Potsdam
Aufgenommen im Juli 2009 vom Kuppel-Aussenrundgang der St. Nikolaikirche.

Die vergoldete Atlasfigur mit der Weltkugel von 1777 (griech. Sagengestalt) auf der Dachkuppel des Alten Rathauses,
soll von hieraus Potsdam und die ganze Welt grüssen. Sie ist der Turmfigur auf dem Rathaus in Amsterdam nachgebildet.


Kurz nach Fertigstellung des Rathauses stürzte die aus Blei gegossene Figur ab.
Ein Jahr später wurde eine Kopie der Atlasfigur aus Kupfer angefertigt.
Sie überstand sogar im Kriegsjahr 1945 die Bombardierung, während das Rathaus selbst zerstört wurde.
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Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
war nicht nur der königliche Baumeister Friedrich II. , sondern auch sein Freund.
Beim Bau von Park und Schloss Sanssouci, nach den Plänen von Friedrich II., kam es zum
Zerwürfnis zwischen den Freunden.

von Knobelsdorff starb am 16. September 1753 in Berlin und wurde am 18. Sep. 1753
in der Gruft der Neuen (Deutschen) Kirche, heute Deutscher Dom,
auf dem Gendarmenmarkt in Berlin bestattet.
1757 wurde nebenan sein Freund, der Hofmaler Antoine Pesne (* 1683; 1757) zur letzten Ruhe gebettet.

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Herzlichen Dank an Herrn Kroll aus Berlin-Tempelhof - Stadtentwicklungsamt - leitender Baudirektor,
für folgenden Hinweis:


Beim Umbau der Deutschen Kirche 1881/82 verlegte man die sterblichen Überreste der
Gräber auf einen der Friedhöfe am Halleschen Tor.
Das Grab war durch eine Marmortafel und einen Putto (kleiner Knabe) gekennzeichnet.
Diese Grabanlage fiel einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und ist danach von
einer Straße überbaut worden.

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Auf dem Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, im
(West-)Berliner Bezirk Kreuzberg vor dem Halleschen Tor
- Zugang von der Zossener Straße -
erinnert "nur" ein einfacher weißer Gedenkstein aus Marmor,
ein Epitaph - Gedächtnismal, das nicht identisch mit der Grabstelle ist -

Grabstelle von Knobelsdorff und Pesne
als Ehrengrab ( ? ) des Landes Berlin
an Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (* 1699; † 1753), Architekt Friedrich II.,
Gartengestalter, Maler und
Antoine Pesne (* 1683; † 1757), Historien- und Bildnismaler sowie Bildhauer
am Hofe Friedrich I. und II.



Nicolai Kirche am Alten Markt
Die evangelische St. Nikolaikirche am Alten Markt, Baubeginn 1831 - 37, wurde von Karl Friedrich Schinkel (* 1781; 1841)
in Zusammenarbeit mit seinen Schülern Ludwig Persius (* 1803; 1845) und August Stüler (* 1800; 1865) errichtet.

Bei dieser Aufnahme - im Jahr 2000 - war das Fortunaportal noch nicht neu erbaut.


 
 
Restaurierte Nikolaikirche in Potsdam
Foto Juli 2010, nach 8jähriger Restaurierung.

Die Kirche zählt zu den bedeutendsten klassizistischen Bauwerken
Karl Friedrich Schinkels in Deutschland, Gesamthöhe 78 m. Sie wurde
nach dem Vorbild der Londoner St.-Pauls-Kathedrale entworfen.
Die Fertigstellung 1850 erlebte K. F. Schinkel nicht mehr.

Erst die Berliner
Maschinenbauanstalt von August Borsig (* 1804;  1854) - hier anklicken
ermöglichte 1843 - 50 den Bau dieser, damals
kühnen hohen eisernen kupferbedeckten Kuppelkonstruktion,
ca. 20 Jahre nach dem 1. Entwurf von K. F. Schinkel.

1945 wurde die Kirche schwer zerstört. 1947 - 1981 wieder aufgebaut.



Kuppel - Nikolaikirche
**) Blick hinauf in die 52 Meter hohe Kuppel der Nikolaikirche.

14 Figuren zieren die Kuppel:
Menschen aus der Geschichte des Gottesvolkes, von dem im Alten Testament erzählt wird.

Diese Figuren haben Schüler von Daniel Christian Rauch (* 1777; 1857) geschaffen.
Unterhalb der Kuppel, im gewölbten Übergang zum quadratischen Kirchengebäude,
wurden die Bilder der vier großen Propheten des Alten Testamentes dargestellt:

Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel.



Altar Nikolaikirche
**) Der Altar befindet sich im vorderen Kreuzarm, in einer halbrunden Nische.

Der Kirchenraum hat den Grundriss eines griechischen Kreuzes:

Ein quadratischer Mittelbau mit vier gleich großen Kreuzarmen, darüber weite Tonnengewölbe.

Altar und Taufstein bestehen aus schwarzem böhmischen, das Kreuz hinter dem Altar aus weißem Marmor.
Der Baldachin über dem Altar wird von vier Säulen aus venezianischem Marmor getragen.
Kreuz und Altarüberbau sind von dem Bildhauer F. Tieck (* 1776; 1851) geschaffen worden.
Die Leuchter auf dem Altar, von K. F. Schinkel (* 1781; 1841) entworfen, stammen aus der ehemaligen Garnisonkirche.

In der großen Wandmalerei an der halbrunden Nischenwand hinter dem Altar - entworfen von Schinkel,
gemalt von B. W. Rosendahl
(* 1804; 1846),
sind in der oberen Reihe die vier Evangelisten mit ihren Symbolen Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dargestellt.
In der unteren Reihe die zwölf Apostel.

Das Wandgemälde soll, nach alten Entwürfen von K. F. Schinkel, wieder restauriert werden. 

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**) Die o. a. Beschreibung ist ein Auszug aus dem Informationsblatt
der Nikolaikirche in Potsdam, erstellt von Michael Kuhlmann (im Februar/1991).



Marstall - Filmmuseum
Ehemalige/r Orangerie und Marstall, ab 1981 als Filmmuseum genutzt.
Es pflegt Nachlässe berühmter Schauspielerinnen und Schauspieler.
Im Museumskino werden Leinwand-Raritäten vorgeführt.

Hinter dem Marstall lugt die alles überragende Kuppel der St. Nikolaikirche hervor.



 
Marstall - Filmuseum Potsdam
Der Marstall ist der einzig original erhaltene Bauteil des Potsdamer Stadtschlosses.

Die Schmuckplastiken über den Portalen zeigen Kutscher und Stallburschen bei ihrer Tätigkeit.

Ursprünglich 1685 von F. A. Nering (* 1659; 1695) als Orangerie erbaut, ab 1714 Marstall.
1746 Umbau und Erweiterung durch G. W. v. Knobelsdorff.
1922 in ein Museum umgewandelt, im Zweiten Weltkrieg beschädigt,
wurde das Gebäude 1977 bis 1980 wieder hergestellt.



 
Alter Markt - Filmmuseum
Die enorme Größe des 1959 - 60 abgetragenen alten Stadtschlosses konnte man von dieser Ansicht aus nur erahnen.



Marstall, mit dem wieder aufgebauten Potsdamer Stadtschloss
Der Marstall und das wieder aufgebaute Potsdamer Stadtschloss am Alten Markt.
Foto: Oktober 2013




 
General von Steuben
Das Denkmal für General Friedrich Wilhelm August von Steuben (* 1730; † 1794)
etwas versteckt hinter dem Marstall / Filmmuseum, vor der Straße Am Neuen Markt.

Das Denkmal soll wieder auf dem Platz vor dem Landtagsschloss, dem 2014 neu erstellten "Steubenplatz" umgesetzt werden.  
Bis dahin werden aber noch einige Jahre vergehen, da erst die
Bebauung des heutigen Areals der Fachhochschule,
die hinter dem Landtagsschloss - neben
der  St. Nikolaikirche steht, abgeschlossen werden muss – zum Schutz des Kunstwerks.

1994 wurde es als Kopie des Washingtoner Originals angefertigt - das bis heute vor dem Weißen Haus in Washington steh
t,
nachdem das ursprüngliche Potsdamer Steuben-Denkmal - 1911 neben dem Stadtschloss in einer Grünanlage aufgestellt,
nach 1945 eingeschmolzen worden war.

Am 30. April 2005 wurde am Potsdamer Steuben-Denkmal auf Initiative aus dem amerikanischen Verteidigungsministerium
eine Bronzetafel angebracht, mit der die Verdienste des Offiziers um die amerikanische Unabhängigkeit gewürdigt und
die deutsch-amerikanische Verbundenheit beschworen wird.

Die Inschrift der Bronzetafel lautet:

DEM DEUTSCHEN KAISER UND DEM DEUTSCHEN VOLKE
GEWIDMET VOM KONGRESS DER VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
ALS WAHRZEICHEN UNUNTERBROCHENER FREUNDSCHAFT

NACHBILDUNG DES DENKMALS FÜR
         
GENERAL
FRIEDRICH WILHELM AUGUST
VON STEUBEN
            
GEBOREN IN MAGDEBURG 1730           GESTORBEN IM STAATE NEW YORK 1794
                 
ERRICHTET IN WASHINGTON
IN DANKBARER ANERKENNUNG SEINER VERDIENSTE
IM FREIHEITSKAMPFE DES AMERIKANISCHEN VOLKES


Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien (1775 – 1783)
gibt es zwei Menschen, die eine unverzichtbare Rolle gespielt haben:
George Washington und General von Steuben.
Washington war der wichtigste Befehlshaber, Steuben der wichtigste Stabsoffizier.
Deshalb gilt Steuben als einer der Gründungsväter der Vereinigten Staaten.

Die German-American Steuben Parade New York findet jährlich
Mitte September auf der Fifth Avenue in New York statt.

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In der Armee Friedrich II. bringt es von Steuben nur bis zum Hauptmann, kommt danach in seiner Offizierslaufbahn aber nicht weiter.

Er versucht sich als Hofmarschall in den Diensten des Fürsten von Hohenzollern-Hechningen, wurde dort zum Baron und zum
Träger des "Hausordens der Treue".

Um sich für den Posten eines leitenden Offiziers in der Armee des Nordamerikanischen Freiheitskampfes auf der Seite der aufständischen
englischen Kolonien bei General George Washington zu bewerben, hielt er sich einige Zeit in Frankreich auf.

Frankreich, mit Ludwig XVI ( * 23.08.1754 Versailles; † 21.01.1793 Paris - hingerichtet) unterstützte damals, zuerst geheim,
den Unabhängigkeitskampf finanziell und mit Waffen.

Dann, vor mehr als 200 Jahren, machte der preußische Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben in Amerika Geschichte.

Im Dezember 1777, ausgestattet mit etlichen Empfehlungsschreiben und französischem Adjutanten,
von den französischen Vermittlern als General der Armee Friedrich des Großen benannt, betrat
der Magdeburger den neuen Kontinent Amerika, um mit General George Washington, dem späteren
ersten Präsidenten der USA, im Freiheitskrieg 1775 – 1783 für die Unabhängigkeit des Landes zu kämpfen.
Der Krieg gegen die Kolonialherren aus England ging dort bereits ins zweite Jahr.

Steuben reformierte in kürzester Zeit die Armee der schlecht ausgebildeten und schlecht versorgten Amerikaner,
indem er den Truppen preußische Disziplin beibrachte und die Versorgung in geordnete Bahnen lenkte.
Er vermittelte den Amerikanern im Kampf gegen die britischen Truppen eine taktische und operative Ausbildung.
 
1778 schließt Frankreich mit den Vereinigten Staaten einen Handelsvertrag.
Insgesamt entsendet Frankreich etwa 11.000 Soldaten nach Nordamerika.

Truppenteile unter dem Befehl von General von Steuben hatten großen Anteil am Sieg.

Sein persönlicher Einsatz als General-Inspekteur der Armee der Vereinigten Staaten von Amerika und zeitweilig
Generalstabschef George Washingtons, ermöglichte den endgültigen Sieg der Amerikaner über die Briten
bei Yorktown (1781), die zur Kapitulation der britischen Truppen und - nach langen Verhandlungen,
für Frankreich zum Pariser Frieden von 1783 führt.
    
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Portal Kabinetthaus in Potsdam am "Neuer Markt" Kabinetthaus in Potsdam - Am Neuen Markt 1
Eingangsportal und Hofdurchfahrt.

Ein Hermenpaar, genannt "Mohrin und Mohr",
stützt den Balkon über der Hofdurchfahrt.

Kabinetthaus
in der Straße Am Neuen Markt 1.

 
                                                                
Das Kabinetthaus
ist auf Veranlassung König Friedrich II. 1753,
vermutlich nach Plänen des Baumeisters Friedrich Wilhelm Diterichs (* 1702; † 1789),
errichtet worden.

Der Neffe Friedrich II., Friedrich Wilhelm (II.) bewohnte das Haus von 1764 bis zu seiner Thronbesteigung im Jahr 1786 und mietete das
angrenzende Eck-Nachbarhaus (hinten) in der Schwertfegerstraße 8 gleich dazu.
Erbaut wurde es 1765 von dem königlichen Baumeister Heinrich Ludwig Manger.

Hier wurde am 3. August 1770 der Sohn Friedrich Wilhelm (II.), der spätere König Friedrich Wilhelm III. geboren.
Er war der erste Preußen-König aus dem Hause Hohenzollern, der in Potsdam zur Welt kam.
Friedrich Wilhelm III. regierte von 1797 - 1840.

Es ist auch das Geburtshaus von Wilhelm von Humboldt, der hier am 22. Juni 1767 geboren wurde,
späterer Gründer (1810) der Humboldt Universität zu Berlin - Unter den Linden.

Sein Vater, Alexander Georg Freiherr von Humboldt lebte mit seiner Frau bis 1769 im Hause des Kronprinzen.
Er war einer der Kammerherren der Kronprinzessin Friederike Luise von Hessen-Darmstadt,
der zukünftigen Frau Friedrich Wilhelm II., des "dicken Lüderjahn".

Von 1788 bis 1808 bildete in diesem Gebäude die Königliche Ingenieurakademie die ersten Ingenieure
für das Königreich Preußen aus.


1833 kaufte die Krone das Haus für das Königlich-Preußische Kabinett, seitdem ist das Gebäude als "Kabinetthaus" bekannt.


Siehe auch Schlösser und Gärten im Foto-Archiv - Humboldt-Schloss (oder hier anklicken).



Kutschstall - Neuer Markt Potsdam
Der königliche Kutschpferdestall in Potsdam, allgemein als Kutschstall bezeichnet, das von dem
Hofbaumeister Andreas Ludwig Krüger
(* 1743; 1822)
für die ca. 100 königlichen Pferde
 1787 - 1790
gebaute Haus "Am Neuen Markt".

Die Kutschen wurden im Hof von Remisen (Wirtschaftsgebäude) aufgenommen.
Im niedrigen Obergeschoss wohnten damals die Stallburschen und Vorreiter.


Nach dem Zweiten Weltkrieg für unterschiedliche Zwecke genutzt, konnte das Gebäude nach einer
grundlegenden Sanierung im Jahr 2003 seiner heutigen Bestimmung übergeben werden.


Das Haus für Brandenburgisch-Preußische Geschichte hat heute hier seine Räume.




Viergespann - Kutschstall
Das Portal wird mit einer Quadriga (Viergespann) gekrönt.
Flankiert wird sie von Figurengruppen, die Kutscher und Stallburschen bei ihrer Arbeit darstellen.



Neuer Markt in Potsdam
Der Neue Markt wurde um 1680 angelegt, hier mit restaurierten Bürgerhäusern, in der Mitte des Marktplatzes
steht noch
die alte Ratswaage.

Unter Friedrich Wilhelm I. bekam der Neue Markt,
nach Plänen Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, seine prägende Gestalt.

Einer der schönsten Plätze Potsdams bewahrte sein altes Aussehen.




Neuer Markt in Potsdam
Als einziger Platz in der historischen Stadtmitte Potsdams hat der Neue Markt die
Kriegszerstörungen weitgehend unbeschadet überstanden.

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, nach dem Mauerfall, konnten die verkommenen,
maroden Häuser und der königliche Kutschstall restauriert und der Platz neu bepflastert werden.

Der Neue Markt ist heute der einzige noch annähernd
vollständig erhaltene Stadtplatz des 18. Jahrhunderts in Potsdam,
ein bauhistorisches Kleinod.

Am und auf dem Neuen Markt gibt es heute Restaurants (Ratswaage), die zum Verweilen einladen.



Stadtkanal in Potsdam
Der Stadtkanal von Potsdam, in der damaligen "Straße Am Kanal", heutige Yorckstraße,
entstand 1722 als holländische Gracht.

Er hat keinen natürlichen Zulauf mehr, deshalb wird er für bestimmte Anlässe manchmal künstlich geflutet.

Im Rahmen der ersten barocken Stadterweiterung ließ Friedrich Wilhelm I. den Kanal anlegen,
um das sumpfige Gelände zu entwässern. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verkauften hier
die Havelfischer ihren frischen Fang.

Zu Beginn der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde der Kanal zugeschüttet um breitere Straßen und
eine neue DDR-Stadtplanung zu realisieren. Mit dem Abriss der Garnisonkirche 1968 war auch der
Stadtkanal vollends aus dem Stadtbild verschwunden.

Seit 1999 wird nun der 2 km lange Stadtkanal abschnittsweise wieder freigelegt.
Durch Spenden war es u. a. möglich, die Gitter und Pfosten am Kanalufer neu herzustellen und zu montieren.
Mit einem Namensschild werden die Spenderinnen und Spender an den einzelnen Pfosten jeweils erwähnt.


Die umliegenden barocken Häuser wurden und werden restauriert, somit wird der schöne historische Stadtkern wieder hergestellt.



Brockessche Palais am Stadtkanal in Potsdam
Foto: Anfang April 2015

Am Stadtkanal, in der Yorckstraße 19 - 20, steht das "Brockessche Haus" auch als "Brockessche Palais" bezeichnet.

Es ist ein denkmalgeschütztes Bürgerhaus und wurde 1776 nach dem Entwurf von
Carl von Gontard (* 1731; 1791)
für den Glasschleifer Johann Christoph Brockes errichtet.

Die Palastfassade, damals noch auf dem Giebel mit "Putten" geschmückt, wurde von Friedrich II. bezahlt.
Das 8 Meter breite Gebäude musste Brockes selbst finanzieren.
Wegen der damaligen Praxis, finanzielle Zuschüsse von Friedrich dem Großen für protzige Fassaden zu erhalten,
wurden von der Bevölkerung diese Fassaden spöttisch als "Vorhemdchen" bezeichnet.
Solche Gebäude bekamen auch den Namen "Patronentasche", wegen dem prachtvollen Äußeren mit wenig Inhalt.

Nach dem Tod von Brockes wurde das Haus an den preußischen Staat verkauft,
der hier dann die "Oberrechnungskammer" unterbrachte.
 
17 Jahre stand das im Zweiten Weltkrieg wenig beschädigte Gebäude leer, 2007 ging es in Privatbesitz über.
Ab 2014 wird es mit Entkernung saniert und restauriert, anschließend in Eigentumswohnungen aufgeteilt.

Das "Vorhemdchen" des "Palais" ist schon restauriert worden, im "Hof" wird noch sehr viel angebaut
und an den Flanken werden ebenfalls Gebäude hochgezogen.

Die "Patronentasche" bekommt also jetzt sehr viel Inhalt.



 
Blick in die Wilhelm-Staab-Straße in Potsdam
Hier der Blick vom Stadtkanal in die Wilhelm-Staab-Straße - früher "Kleine Jägerstraße",
wo die historischen Häuser auch schon restauriert wurden, das zweite Gebäude von links
ist der "Nikolaisaal Potsdam".



 
Das Gebäude des Nikolaisaales in der Wilhelm-Staab-Straße in Potsdam
Das Gebäude des "Nikolaisaal Potsdam" in der Wilhelm-Staab-Straße 10 -11, dessen Vorgeschichte sehr umfangreich ist.

Es ist ein Konzertsaal mit sehr schöner Architektur, guter Akustik, gemütlicher Atmosphäre und gleichzeitig auch eine Galerie.
  
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stand auf diesem Grundstück von dem "Manufactürier" Glogger ein Wohnhaus,
im Hof einige Fabrikgebäude.

1777 entstand nach Plänen
Georg Christian Ungers (* 1743; 1799) an Stelle des Vorgängerbaus ein prachtvolles
barockes Wohngebäude für den Schuhmachermeister Joachim Friedrich Spring.

1904 errichtete die St. Nikolai-Gemeinde im Hof einen Gemeindesaal, nach Plänen des Berliner Architekten Richard Herzner.
Nach Abriss der im Hof stehenden Fabrikgebäude wurde 1909 in Anwesenheit der Kaiserin Auguste Viktoria von Preußen (* 1858; † 1921)
und hoher kirchlicher Würdenträger der Neubau eingeweiht,
das Gebäude erhielt den heutigen Namen.

Der "erste Nikolaisaal" wurde für viele Veranstaltungen zu klein, so dass die Planung eines deutlich größeren "zweiten Nikolaisaals"
durch den Architekten Hanns Dustmann (* 1902; † 1979) und mit der Fertigstellung des Gebäudes 1934 die Einweihung stattfand.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 ist das Gebäude durch Luftangriffe noch schwer beschädigt worden.
Der Wiederaufbau wurde in Angriff genommen und 1946 konnten hier schon wieder die ersten
Konzerte veranstaltet werden, somit wurde das Haus eine der wichtigsten Konzertstätten Potsdams.

Künstler wie der Sänger Dietrich Fischer-Dieskau (* 1925; † 2012), der Pianistin Elly Ney (* 1882; † 1968),
dem Pianisten Wilhelm Kempff (* 1895; † 1991), dem Dirigenten Wilhelm Furtwängler (* 1886; † 1954), der
hier 1949 mit dem Berliner Symphonischen Orchester gastierte, Vicco von Bülow "Loriot" (* 1923; † 2011)
der auf der Bühne seinen unvergleichlichen Humor an die Lachmuskeln schickte, Jazzlegende Jan Garbarek (* 1947)
begeisterte das Publikum ebenso wie die Chansonette Juliette Greco (* 1927).
Auch die deutsche Soulsängerin Joy Denalane (* 1973) brachte zusammen mit dem Filmorchester Babelsberg
die ehrwürdigen Wände des Konzerthauses zum Beben.

Ab 1958 wurde der "Große Nikolaisaal"
zweckentfremdet, bis in die 1990er Jahre war es sehr still um dieses Gebäude.

Mit einer großzügigen Spende wurde es möglich, den Bau zu renovieren. Der französische Architekt Rudy Ricciotti (* 1952)
wurde mit dem Umbau, wobei der alte Nikolaisaal bis zu 2/3 abgetragen wurde, beauftragt und schuf einen neuen Klangraum.

Beschreibung des Architekten Rudy Ricciotti:

"Auf dem Weg zum Konzert durchdringt der Besucher zuerst den barocken Block, durchschreitet dann das Foyer
aus den Dreißiger Jahren, um schließlich, im Herzen der barocken Stadt, im Konzertsaal Platz zu nehmen.
Hier entwickelt die Architektur mit Raum, Form, Licht und Musik ihr Temperament."


Bei dem Blick von der Wilhelm-Staab-Straße auf das barocke Frontgebäude vermutet man im "Hof - Hintergrund"
nicht den großen "Saal - Anbau".


Die erneute feierliche Eröffnung des "Nikolaisaals Potsdam" im August 2000, lockt mit seinen Veranstaltungen
und Konzerten alljährlich wieder eine steigende Zahl von Gästen an.




 
Portal Exerziergebäude - Langer Stall
Portal aus dem Jahr 1781, auf Befehl Friedrich II. von Georg Christian Unger (* 1743; 1799)
vor die schlichte Fachwerkfront des Langen Stalls erbaut - heute "versteckt" zwischen
Plattenbau-Wohnhäusern in der Breite Straße.

Das erhalten gebliebene Portal war Teil des 1734 nach Plänen von Pierre de Gayette (* 1688; 1747)
entstandenen Exerziergebäudes für die Potsdamer Garnison, welches durch Kriegseinwirkung im
Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945)
abbrannte (14. April 1945) und gilt als Beispiel für den spätbarocken Klassizismus.


In den Wintermonaten exerzierten hier die Soldaten - Riesengarde - von Friedrich Wilhelm I.,
deshalb auch von der Bevölkerung damals Langer Stall genannt.



Garnisionkirche in Potsdam  Neues Glockenspiel für die Garnisonkirche
Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen ließ 1732 für seine Truppen die Garnisonkirche erbauen.

Sie erhielt 1736 ein 40-stimmiges Glockenspiel, das ab 1797, dem Regierungsantritt
Friedrich Wilhelm III., zur vollen Stunde "Lobe den Herrn" und zur halben Stunde
"Üb' immer Treu und Redlichkeit" nach der Mozartschen Papageno-Melodie aus der
Zauberflöte abspielte, mit dem aber auch andere Musikliteratur zum Klingen gebracht
werden konnte.


Im rechten Foto ist das neue Glockenspiel für die Garnisonkirche abgebildet, das die
Iserlohner Fallschirmjäger mit Hilfe von Spenden neu gebaut und am 14. April 1991
an Potsdam übergeben haben. Es wurde vorübergehend in der Dortustraße aufgebaut.


Linkes Foto - vor dem Exerziergebäude stand die Garnisonkirche (Foto: Modell der Gebäude),
die im Zweiten Weltkrieg, in der Nacht vom 14./15. April 1945, durch britische Bomber und
einer Feuersbrunst des Exerziergebäudes zerstört wurde und den Turm teilweise zum
Einsturz brachte.
Die obere offene Turmlaterne (Glockengeschoss) wurde völlig zerstört. Sie bestand aus
kupferbeschlagenem Eichenholz, in der die 40 Glocken des erweiterten Glockenspiels
befestigt waren.
Zuvor hatte es ohne menschliches Zutun 15 Minuten lang das Lied
"Üb´ immer treu und Redlichkeit" gespielt und fiel dann tönend zu Boden.

Im Mai 1968 wurde die Ruine der Garnisonkirche auf Befehl der SED-Führung
- Walter Ulbricht (* 1893; 1973) - gesprengt. Dabei widersetzte sich aber der stattliche Turm.
Die stehen gebliebene südliche Turmhälfte musste dann am 23. Juni 1968 durch eine
zweite Sprengung beseitig werden.

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Die erste Garnisonkirche wurde 1722 nach Plänen von Pierre de Gayette (* 1688; 1747)
als Fachwerkbau eingeweiht.
Der Untergrund war ein Sumpfgebiet, so dass sich bald starke Risse im Gemäuer bildeten.
1730 befahl Friedrich Wilhelm I. den Abriss der Kirche, Anfang September war dies vollzogen.

Nach der Sumpftrockenlegung und besserem Grundbau, wurde 1732 eine zweite Garnisonkirche
mit hervorgerücktem Turmbau, nach Plänen von Phillip Gerlach (* 1679; 1738), an gleicher Stelle errichtet.

Während seines Potsdam Besuches im Jahr 1747 spielte Johann Sebastian Bach (* 1685; 1750) auf
der großen Orgel in der Garnisonkirche, die über der Kanzel von Joachim Wagner (* 1690; 1749)
geschaffen wurde, Friedrich dem Großen vor.



 
Aufbau der Garnisonkirche
Foto: 22. März 2006

Der viel diskutierte Rückbau - die Rekonstruktion des Turms und der Garnisonkirche soll voraussichtlich im Okt. 2017,
überwiegend mit Hilfe von Spendengeldern (ca. 65 Mio. Euro), begonnen werden.

Die Grundsteinlegung zum dritten Neubau erfolgte nun 60 Jahre nach ihrer Zerstörung, am 14. April 2005.



 
Grundsteinlegung Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam im Beisein von Wolfgang Joop
Als einer der ersten großzügigen Spender zum Wiederaufbau war unter anderen auch der
in Potsdam wohnende Mode-Designer Wolfgang Joop (* 1944) anwesend.



 
Aufbau der Garnisonkirche in Potsdam - Stand Oktober 2013
Der Wiederaufbau der Garnisonkirche geht nur langsam voran.
Stand: Oktober 2013




 
 Kirchturmwetterfahne für die Garnisonkirche.       gescanntes Zeitungsfoto der Turmspitze Garnisonkirche Potsdam
Die vorläufige Aufstellung, in einer schützenden Gitterkonstruktion, der turmbekrönenden Wetterfahne für die
Kirchturmspitze der barocken Garnisonkirche
in der Breite Straße.
Rechts, gescanntes Zeitungsfoto aus der Sonderausgabe "Die Welt" 2014 - von Michael Brunner.

Die aus Kupferblech getriebene Wetterfahne bildete einst den krönenden Abschluss des über 88 m hohen Kirchturmes.

Sie besteht aus der Königskrone mit Reichsapfel, dem zur Sonne aufblickenden Adler -
er steht für die christliche Seele, die zu Gott aufschaut - sowie dem Monogramm König Friedrich Wilhelm I.
An der Spitze der ca. 8,65 m hohen Wetterfahne thront eine Sonnenscheibe, welche Christus symbolisiert.

Die stattlichen Turmbauten der ehemaligen Heilig Geist-, St. Nikolai- und der  gesprengten Garnisonkirche hatten eine
städtebauliche Bedeutung.
Ihre charakteristischen Silhouetten, in ungefähr gleichem Abstand voneinander auf die Ost-West-Achse der Stadt Potsdam verteilt,
prägten - bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von Heilig Geist- und Garnisonkirche -
den unverwechselbaren Potsdamer "Dreikirchenblick".



 
Ehem. Militär-Waisenhaus und Potsdam Museum
Ehemaliges Großes Militär-Waisenhaus Potsdam (links) und das Naturkundemuseum (rechts).

In der Breite Straße 11–13 befindet sich das Naturkundemuseum Potsdam.

Ursprünglich 1770 von dem Baumeister Georg Christian Unger (* 1743; 1799) als "Ständehaus" erbaut worden.
Es wurde als Versammlungshaus der Landräte genutzt, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, bald danach restauriert
und seit Mitte der 1950er Jahre dient es als Museum.


Eine Dauerausstellung und Sonderausstellungen zur Natur und Umwelt gibt es dort.
Es stellt die Fische Brandenburgs in zahlreichen Schauaquarien vor, deren Sammlungen
ihren Schwerpunkt im Bereich Wirbeltiere (Fische, Lurche, Kriechtiere, Vögel, Säugetiere)
und Insekten (Käfer, Schmetterlinge, etc.) haben.



 
Monopteros mit Caritas-Figur
Seit Dezember 2004 krönt der Monopteros - von einer Säulenreihe umgebener antiker Tempel - mit seinen 8 Säulen
und einer drei Meter großen originalgetreuen Kopie der historischen Caritas-Figur aus vergoldetem Kupfer wieder
den Mittelrisalit (Vorbau) des ehem. Großen Militär-Waisenhauses.

Die siebeneinhalb Meter hohe Kuppel des 47 Meter hohen Bauwerks gehört nun wieder zur Silhouette der Stadt Potsdam.



 
Landesamt für Bauen und Verkehr in Potsdam
Zu beiden Seiten des Naturkundemuseums  befinden sich Gebäude,
die zu Potsdams
größtem barocken Ensemble gehören, dem Großen Militär-Waisenhaus.



 
Giebelfront über dem Torbogen Breite Straße 7a.
Die Giebelfront mit der Königskrone und dem Monogramm Friedrich Wilhelm I. über dem Torbogen - Breite Straße 7a.

Das Große Militär-Waisenhaus in der Lindenstraße wurde durch den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I.,
Vater des "Alten Fritz", als Stiftung gegründet, der Architekt war Pierre de Gayette (* 1688; † 1747).

Die Bauarbeiten dauerten von 1721 bis 1738, die ersten Waisenkinder zogen schon 1724 ein und
wurden
in einem einfachen, dreigeschossigen Bau untergebracht.

1725 kümmerte sich die Stiftung um 600 Waisenkinder und 1740, zu Beginn der Schlesischen Kriege,
lebten hier über 1.500 Waisen !

Die Kinder sind oft selbst für ihren Unterhalt aufgekommen, wurden als billige Arbeitskräfte "vermietet"
und arbeiteten bis zu 10 Stunden am Tag !


 E
rweitert wurde das Gebäude 1739 - 42 und 1771 - 78 nach Entwürfen von Carl von Gontard (* 1731; † 1791),
an der Straße zu einer fast geschlossenen vierflügeligen Anlage gestaltet.


1992 wurde die Stiftung des Soldatenkönigs wiederbelebt und 2004 die Restauration des Komplexes abgeschlossen.



 
Hiller-Brandtsche Häuser in der Breite Straße Potsdam    
Gegenüber dem Militär-Waisenhaus stehen zwei der prachtvollsten Barock-Häuser der Stadt, die Hiller-Brandtschen Häuser
in der Breite Straße 26 bis 27 - stark gegliedertes Doppelhaus mit Mittelbau ("Kaserne") - Baujahr 1769.

Sie gehören zu den individuellen Bürgerhäusern mit Palais-Fassaden, die Friedrich der Große auf eigene Kosten errichten ließ.
In den viergeschossigen Häuserteilen wohnten jeweils die Besitzer, während der dreigeschossige Mittelbau für die einquartierten
Soldaten bestimmt war.

Benannt sind diese Häuser nach ihren Besitzern, dem Kaufmann Johann Friedrich Hiller und
dem Schneidermeister Johann Gebhardt Brandt.
Noch 1870 ist die Nummer 26 im Besitz des Kaufmanns und Stadtrats Hiller.

Baumeister war auch hier
Georg Christian Unger (* 1743; 1799), der sich nach Vorlagen des
englischen Architekten Inigo Jones
(* 1573; † 1652) für Schloss Whithall in London (vor 1619) richtete.

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Das rechte Foto zeigt die Hiller-Brandtschen Häuser nach der Rekonstruktion und dem Umbau - mit einheitlichen Fenstern.
Auch die Straßenbeleuchtung auf der Mittelinsel wurde erneuert.
 - Aufnahme März 2016 -



 
Gesims (links) und Balkon der Hiller-Brandtschen Häuser              Gesims (rechts) und Balkon der Hiller-Brandtschen Häuser.
Das Haus ist mit reichem Figurenschmuck auf dem Gesims und auf den Balkonen,
insgesamt 29 Plastiken, geschmückt worden.

Ab dem Jahr 1985 wurde in den rekonstruierten Häusern eine Ausstellung vom Potsdam Museum eröffnet.
Heute sind diese Gebäude in privatem Besitz und wurden für 25 Eigentumswohnungen umgebaut.



 
Prediger Witwenhaus in der Breite Straße 25 in Potsdam.
Das "Prediger-Witwenhaus", rechts neben den Hiller-Brandtschen Häusern, in der Breite Straße 25,
ehemals Wilhelm-Kütz-Straße 14.

Wegen Baufälligkeit wurde das dreigeschossige Gebäude in den Jahren 1826/27 auf den Grundmauern des Vorgängerbaus
durch den Architekten und Schinkel Schüler, Regierungs- und Baurat Carl Wilhelm Redtel (* 1783; 1853) ersetzt.
1977-1980
rekonstruiert.


Der Erstbau wurde um 1674 von der Kurfürstin Dorothea Sophie (* 1636; † 1689) und ihrem Gemahl
Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (* 1640; † 1688) für die Witwen und Waisen reformierter Priester
gestiftet und von dem holländischen Baumeister Johann Gregor Memhardt (* 1607; 1678) errichtet.
Es befanden sich 12 Witwenwohnungen in dem Haus.



 
Büste des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. in der Front-Mittelachse des Hauses.
Die in der Mitte der Häuserfront eingelassene Büste wurde vom Vorgängerbau in den
Neubau übernommen und stellt den Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg dar.



 
Obelisken entsprachen dem damaligen Zeitgeschmack Friedrich II. von Preußen.

Dieser hier steht in der Nähe vom Naturkundemuseum - in der Breite Straße, nahe der Lindenstraße.

Früher stand er mit einem Pendant am bzw. als Neustädter Tor,
an der Havelbucht und war mal ein wichtiger Zugang zur barocken Stadt.

Das Neustädter Tor in der Breite Straße wurde 1753 nach einem Entwurf von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erbaut.
Zwei Obelisken, in der senkrechten Achse verdreht so aufgestellt - dass immer jeweils zwei Seiten als "Draufsicht" zu sehen waren -
bildeten praktisch den "Tordurchgang".

Die sie schmückenden Hieroglyphen und Ornamente hatten ähnliche Gestaltung wie auf dem schon vorhandenen
Obelisken in Potsdam, Parkeingang Sanssouci, haben aber keine der ihnen angedichteten Bedeutungen.
Ägyptische Hieroglyphen wurden erst um 1820 entziffert, die Symbole auf den Obelisken sind reine Fantasie!

Im Zweiten Weltkrieg, noch 1945 durch Bombenangriffe teilweise zerstört, wurden die Reste des Tores 1969 abgetragen.
Heute ist nur noch ein Obelisk erhalten, der 1981 restauriert und wieder, etwas versetzt, in der Breite Straße
aufgestellt wurde und erinnert nur noch an das alte ehemalige Stadttor.



 
Moschee Neustädter Havelbucht in Potsdam
Moschee, am Ende der Neustädter Havelbucht errichtet.
Das Dampfmaschinenhaus beherbergt das Pumpwerk für den Park Sanssouci.
Im Auftrag von Friedrich Wilhelm IV., nach Plänen von Ludwig Persius, 1841 - 1843
im Stil einer türkischen Moschee erbaut, mit Minarett als Schornstein getarnt.

Der erste Großauftrag von 
August Borsig, die Berliner Dampfmaschine,
mit 81,4 PS damals größte in Preußen, welche zwei doppeltwirkende Wasserpumpen
antrieb. Sie ist eine der ältesten Dampfmaschinen in Deutschland, die seit ihrer
Stilllegung 1895 fast unverändert erhalten geblieben ist.

Technische Daten der Dampfmaschine:
Baujahr: 1842 - Leistung: 81,4 PS - Bauart: 2-Zylinder-Zwilling-Bockmaschine
Hublänge: 1600 mm - Drehzahl: 18 U/min - Dampfdruck: 2,5 at
Wirkungsweise: Niederdruckdampfmaschine mit Einfachkompression, doppelt wirkend.


50 Jahre lang arbeitete diese Maschine zuverlässig, 1895 wurde sie durch eine neue,
stärkere Dampfmaschine mit 106 PS abgelöst.
Die Anlage wurde dann erweitert und 1937 durch zwei elektrisch betriebene
Kreiselpumpen ersetzt.
Die letzte Modernisierung der Pumpen fand 1976 statt.

Über eine 1,8 km lange Druckleitung zum Hochbassin auf dem Ruinenberg werden
die Wasserspiele im Park von Sanssouci heute noch durch ein weit verzweigtes
Röhrensystem mit Havelwasser von hier gespeist.


Ab September 1985 dient die Moschee auch als Museum und ist mit der historischen
Dampfmaschine von August Borsig ein technisches Denkmal.

Für Vorführungen (ohne Dampf) noch betriebsbereit !

Öffnungszeiten
:
Anfang Mai bis 15. Oktober Mittwoch bis Sonntag      von 9:00 - 17:00 Uhr
16. Oktober bis Anfang Mai nur Samstag und Sonntag von 9:00 - 16:00 Uhr



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Ein Teil der traditionsreichen Firma Borsig existiert noch heute auf dem
alten Werksgelände in 13507 Berlin-Reinickendorf (Tegel), Egellsstr. 21
(hier anklicken)

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Hauptwache - Alte Wache in Potsdam
Historisches Gebäude in Potsdam, die Hauptwache, heute Alte Wache genannt.

Bis 1735 verlief an der Charlottenstraße eine Stadtmauer, der ersten
Stadterweiterung Potsdams. An der Hauptwache wurden Händler und Waren, aus
Werder sowie auch aus Brandenburg, kontrolliert. Ende des 18. Jahrhunderts gestaltete
Andreas Ludwig Krüger (* 1743; 1822) die Hauptwache in ein repräsentatives Bauwerk mit
klassizistischer Säulenkolonnade um.

Heute residiert hier die Niederlassung der Commerz Bank.



Brandenburger Tor in Potsdam
Brandenburger Tor in Potsdam auf dem Luisenplatz.

Es steht vor der Brandenburger Straße, die 1733 - 39 einheitlich mit zweigeschossigen Häusern
bebaute Hauptachse der 2. Potsdamer Neustadt.
Im Auftrag Friedrich II. von Carl von Gontard (* 1731; 1791) und Georg Christian Unger (* 1743; 1799)
nach dem Vorbild des antiken Trajanbogens 1770 zur Erinnerung an den Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763)  erbaut.



Brandenburger Tor auf dem Luisenplatz
Durch den Torbogen erkennt man die Propsteikirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz,
am östlichen Ende der Brandenburger Straße.



 
Fußgängerzone Brandenburger Straße in Potsdam
Die Straße und viele der Häuser wurden nach der Wende restauriert,
umgestaltet zur Fußgängerzone mit Geschäften, Cafés und Restaurants.



 
Brandenburger Straße Fußgängerzone in Potsdam
Die Stadt Potsdam hat nun, seit März 2005, hier wieder ein Kaufhaus.

1905 - 1907 im Jugendstil errichtet, wurde es ab 1931 von der Rudolph Karstadt AG betrieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es in der ehemaligen DDR als Warenhaus der Konsum-Genossenschaft.
1990, nach der Wiedervereinigung, übernahm es Horten, ehe 1994 wieder Karstadt die Leitung des Hauses führte.
Durch einen Brand im Jahr 1996 wurde das Kaufhaus schwer beschädigt, weshalb es jahrelang geschlossen blieb.

Nach dem Um- und Ausbau wurde hier auf dem Boulevard eines der schönsten Kaufhäuser des Karstadtkonzerns
wiedereröffnet, als Stadtpalais Karstadt Potsdam.



 
Jaegertor in Potsdam
Das Jägertor, an der Kreuzung Jägerstraße/Hegelallee, 1733 erbaut.

Den Namen erhielt es nach dem vor der Stadt liegendem kurfürstlichen Jägerhof.





Auf dem Tor befindet sich eine Skulptur mit einem von Jagdhunden gestellten Hirsch,
zu beiden Seiten stehen flammende Granaten,
die den Bezug zum Jägerhof und militärischem Zweck des Tores verdeutlichen sollten.

Einziges Stadttor aus der Zeit des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.,
es war ursprünglich Teil der alten Potsdamer Stadtmauer.



 
Holländisches Viertel, Kurfürstenstraße in Potsdam.
Holländisches Viertel an der Kurfürstenstraße, neben dem Nauener Tor.

In vier Karrees geteilt, bestand es aus 134 Traufen- und Giebelhäusern aus rotem
Backstein im holländischen Stil (davon noch heute 128 erhalten), die 1732 - 34 von dem
holländischen Zimmermeister Jan Bouman (* 1706; 1776) und holländischen Bauleuten errichtet wurden.
Sie waren die Ersten, die der Einladung Friedrich Wilhelm I. folgten und nach Potsdam übersiedelten.

Die Spezialisten sollten auch helfen, die Sümpfe vor den Toren Potsdams trockenzulegen.

 

 
Nauener Tor in Potsdam - Stadtausgang
Nauener Tor, innere Ansicht - Stadtseite - hier geht es zur Stadt "hinaus"
- zum Potsdamer Stadthaus (Rathaus) - Nauener Vorstadt,
entlang der Friedrich-Ebert-Straße -
Ausfallstraße nach Nauen.


1755 von Johann Gottfried Büring (* 1723; 1788) nach einer Skizze Friedrich des Großen erbaut,
erinnert es an die Überreste einer mittelalterlichen Burg.

Vorbild hierfür soll das Castle auf der Insel Inveray, in Schottland gewesen sein.

Einer der ersten neugotischen Bauten auf dem europäischen Festland,
 die "Kegeltürme" von Schloss Rheinsberg inspirierten wahrscheinlich auch hier Friedrich II
.



Nauener Tor - Beginn des Holländer Viertels.
Rechts vom Nauener Tor beginnt das Holländische Viertel, davor gemütliche Restaurants.

Das
Holländische Viertel wurde als Quartier für Einwanderer aus den Niederlanden von
Friedrich Wilhelm I. zum Bau in Auftrag gegeben.


 
 
Holländische Viertel - Häuser am Nauener Tor.
Häuser des Holländischen Viertels in der Friedrich-Ebert-Straße am Nauener Tor.

Viele marode Gebäude wurden nach dem Mauerfall liebevoll restauriert, teilweise das Viertel
zur Souvenir-Meile, mit kleinen Cafés, Weinstuben und Restaurants umgestaltet.



 
Straße im Nauener Viertel.
Mittelstraße im Holländischen Viertel.

1906 hat sich hier der Schuhmacher Wilhelm Voigt (* 1849; 1922) die Uniform eines Hauptmannes
bei dem Trödler Remlinger ausgeliehen, der in der Mittelstraße Nr. 3 seinen Laden führte. Verkleidet
mit dieser Uniform, als "Hauptmann von Köpenick" (Stadtteil in Berlin), unterstellte er in der
Berliner Seestraße die Schwimmschul-Wache vom Plötzensee seinem Kommando und unternahm
mit zehn Soldaten seine Fahrt nach Köpenick.
Dort beschlagnahmte er am 16. Oktober 1906 die im Rathaus Köpenick befindliche
Stadtkasse und machte damit das (preußische) Militär-, Offiziers- und Befehlsgehabe lächerlich.

Als Köpenickiade ging diese Tat in die Weltgeschichte ein.
Durch das gleichnamige Theaterstück von Carl Zuckmayer (* 1896; 1976)
aus dem Jahr
1931 wurde er zur literarischen Figur.



 
Bassinplatz Nr. 10 - Wohnhaus von Mozart 1789
In dem 1773 von Carl von Gontard entworfenen Haus in der
Straße Am Bassin, Nr. 10, wohnte im Frühjahr 1789
Wolfgang Amadeus Mozart (* 1756; 1791).

Der Bassinplatz entstand gleichzeitig (ab 1732) mit dem Bau des Holländischen Viertels,
durch Zuschüttung eines damals hier vorhandenen Sees, der über einen Graben mit dem
Heiligen See und der Havel verbunden war.

Die Sümpfe vor den Toren Potsdams wurden in dieser Zeit trockengelegt.



 
Franzoesische Kirche Bassinplatz
Die Französische Kirche am Bassinplatz.
Sie ist die älteste erhaltene Kirche Potsdams.

Friedrich der Große schenkte den Hugenotten das Gotteshaus, die in Potsdam eine zweite Heimat fanden.
Mit den Plänen beauftragte er seinen Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (*1699; 1753),
die dann von Jan Bouman d. Ä. (* 1706; 1776) 1751 - 53 ausgeführt wurden.
Vorbild war das Pantheon in Rom.

Die Statuen beiderseits des Portals, das Relief und Giebelfeld stammen
von Friedrich Christian Glume (* 1714; 1752) und seiner Werkstatt.

Der schlicht gehaltene Innenraum wurde 1832 - 33 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel (* 1781; 1841) neu gestaltet.
Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, konnte Dank einer Spende des Berliner Tagesspiegel
bereits Anfang der neunziger Jahre mit der Sanierung der Französischen Kirche begonnen werden.

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Die Geschichte der französisch-reformierten Kirche zu Berlin und Potsdam ist untrennbar mit dem
Edikt der französischen Krone vom 18. Oktober 1685
verknüpft.

In diesem Edikt von Fontainebleau wurde das Toleranzedikt von Nantes zurückgenommen und damit die 850.000 Hugenotten,
etwa 8 Prozent der französischen Gesamtbevölkerung, in den Stand von geächteten Außenseitern versetzt.
Der reformierte Gottesdienst wurde verboten, die reformierten Kirchen zerstört und nicht zum Abschwören bereite Prediger
wurden des Landes verwiesen.

Trotz eines Auswanderungsverbotes flohen ca. 200.000 Protestanten in verschiedene europäische Länder.
Etwa 30.000 der Flüchtlinge wurden in Preußen, Brandenburg bzw. in der Stadt Berlin aufgenommen.

Gefördert wurde diese Entwicklung durch Kurfürst Friedrich Wilhelm (der große Kurfürst),
der in seinem Einladungsedikt vom 29. Oktober 1685 den Zuwanderern eine freie,
öffentliche Religionsausübung in französischer Sprache und nach reformierter amtlicher
Form des kirchlichen Gottesdienstes gestattete.

So kam es, dass in Berlin insgesamt ca. 20.000 Hugenotten Zuflucht fanden.
Damit war etwa jeder fünfte Berliner um 1700 von französischer Herkunft.



St. Peter und Paul - Kirche auf dem Bassinplatz                 Altar und Kirchenschiff - St. Peter und Paul - Potsdam
Die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz, am östlichen Ende der Brandenburger Straße.

Die Kirche wurde als Garnisonkirche für die katholischen Soldaten erbaut. Heute dient sie der katholischen Gemeinde als Pfarrkirche.
Sie wurde 2007 restauriert, u. a. war das Gebälk des Dachstuhls morsch.

Wilhelm I. ließ sie 1867 - 70 nach Plänen der Architekten August Stüler (* 1800; 1865) und Wilhelm Salzenberg (* 1803; 1887)
dort erbauen.
Sie gilt als typisches Beispiel des Historizismus des 19. Jh. und wurde als gelber Backsteinbau auf kreuzförmigen Grundriss
in byzantinisch-romanischen Formen erbaut.
Ihr 64 m hoher Turm, der dem Kampanile von San Zero in Verona nachgebildet wurde,
ist ein weithin sichtbares Zeichen des Glaubens in der Stadt Potsdam.



Nauener Tor in Potsdam - Stadteingang
Nauener Tor - äußere Ansicht, hier fährt die "Tram" oder der öffentliche Bus
von der historischen Altstadt Potsdam
(Stadtzentrum) via Stadthaus (Rathaus)
- Nauener Vorstadt - zum Schloss Sanssouci,
Biosphäre Potsdam
(am Stadtpark) und Belvedere (Pfingstberg) bzw. umgekehrt,
für Pkws und Motorräder ist die Durchfahrt gesperrt.



 
Potsdamer Stadthaus-Rathaus
Wenn man das Nauener Tor vom Stadtzentrum aus durchquert, erreicht man das
Stadthaus - Landratsamt (Stadtverwaltung-Rathaus) Potsdam,
in der
Friedrich-Ebert-Straße 79/81, Nauener Vorstadt.

Das Regierungsgebäude - im Stil des Wilhelminischen Barock - wurde von 1902 bis 1907
nach dem Entwurf des Architekten Paul Kieschke
(* 1851; 1905) als Sitz
des damaligen Regierungspräsidenten von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann
(* 1852; † 1932)
einem
Schüler von J. H. Strack (* 1805; † 1880) und J. C. Raschdorff (* 1823; † 1914),
erbaut.

Kaiser Wilhelm II. legte persönlich Hand an und setzte architektonische Veränderungen durch.



 
Blick vom Kuppel-Aussenrundgang der St. Nikolaikirche - Richtung Pfingstberg
Aufgenommen im Juli 2009 vom Kuppel-Aussenrundgang der St. Nikolaikirche.
 

Blick zum Belvedere auf dem Pfingstberg, über die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul.



Panorama Potsdam-Stadt
Der Blick vom Westturm des Belvederes (Pfingstberg) nach Potsdam:
                              
1)   Der Telegraphenberg mit dem Wissenschaftspark Albert Einstein,
davor der Brauhausberg mit dem alten Landtagsgebäude der Landesregierung
von Brandenburg, früher von der "SED" genutzt und zur DDR-Zeit
"Kreml" genannt.
2) Das Alte Rathaus am Alten Markt
3) Die Kuppel der St. Nikolaikirche
4) Die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz
5) Hochhaus des Hotels Mercure (ehem. Interhotel)

          
                                       

Auf dem Brauhausberg steht der "Kreml",
von den Einwohnern Potsdams in der damaligen DDR-Zeit so benannt.

Der Brauhausberg ist ein 88 Meter hoher Berg in der Teltower Vorstadt von Potsdam.

Seinen Namen bekam er im Jahr 1716 nach der Eröffnung der königlichen Bierbrauerei - "Königsbrauerei" - auf dem Berg.
Die ehemalige Brauerei war noch in den 1980er Jahren in Betrieb und wurde erst dann durch eine moderne Brauanlage im
Industriegelände Rehbrücke ersetzt.

Von 1899 bis 1902 wurde unter Kaiser Wilhelm II. (* 1859; † 1941) nach Plänen von Franz Schwechten (* 1841; † 1924)
auf dem Brauhausberg die neue Kriegsschule - später Reichskriegsschule und Reichsarchiv - gebaut.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges zog hier die Zentralverwaltung der
SED-Kreisleitung Potsdam ein
und blieb es bis zur Wende.
SED Emblem bis 1990
An der Turm-Fassade ist noch der Umriss des SED-Parteiemblems zu erkennen, das auf die Nutzung bis 1990 erinnert.

In den denkmalgeschützten Gebäudekomplex der Reichskriegsschule zog nach der Wiedervereinigung und einigen Umbauarbeiten 1991
der Landtag Brandenburg ein und hatte dort bis zum Umzug (Dezember 2013) in das neu erbaute Potsdamer Stadtschloss seinen Sitz.



 
Albert Einstein, das Jahrhundert-Genie
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Er fasziniert und begeistert die Welt bis heute als
Physiker, Querdenker, Pazifist, Weltbürger und Visionär.

           
   Albert Einstein  
( * 14.3.1879 in Ulm; † 18.4.1955 in Princeton/USA)

Vor mehr als 100 Jahren stellte er mit seinen Arbeiten damals geltende Grundlagen der Physik
auf den Kopf, im April 2005 war sein 50. Todestag.

1905 quantentheoretische Deutung des lichtelektrischen Effektes, für den Albert Einstein 1921 den Nobelpreis bekam.


Weitere Entdeckungen folgten: Das Energie und Materie dasselbe sind, was Einstein in seiner wohl weltberühmtesten
Formel E = mc 2 ausgedrückt hat.

Sie war ein Nachtrag zu seiner 1905 veröffentlichten Speziellen Relativitätstheorie.

Die Masse (m) kann demnach als konzentrierte Form von Energie (E) betrachtet werden,
verbunden durch das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit c (299 792 Kilometer pro Sekunde).
Diese "Masse-Energie-Äquivalenz" ist die Grundlage für Atombomben und Kernkraftwerke.


1919
gelang es Einstein dann, wiederum mit Licht - mit Hilfe eines an der Sonne vorbeilaufenden,
gebogenen Lichtstrahls - die postulierte Raumkrümmung durch Gravitation zu beweisen.


Manche wissen nicht, dass wir bis heute von seinem Genie profitieren:

1905 wird, sozusagen nebenbei, die gesamte Lasertechnik begründet - eine Technik,
die inzwischen von der Zahnbehandlung bis zum DVD-Player zur Alltagspraxis geworden ist.
Fernseher oder Digitalkameras würden ohne Einsteins Erkenntnisse nicht funktionieren.
Mit seinen Formeln berechnen Mediziner die Strahlendosis, Ingenieure Mixturen für Straßenbeläge.

In relativ naher Zukunft werden Computer nicht mehr mit "bits und bytes" arbeiten,
sondern nach der Quantentheorie, mit unvorstellbarer Menge an Daten und Geschwindigkeit!


 
In Caputh, Landkreis Potsdam-Mittelmark -
zwischen Geltow und Werder, am Templiner- und Schwielowsee gelegen,

hatte Einstein 1929 für sich und seine Familie ein Sommerhaus aus Holz - Am Waldrand 15 - 17,
mit Blick auf den Templiner See (Havel),
von dem Architekten Konrad Wachsmann (* 1901 in Frankfurt/Oder; † 1980 in Los Angeles/USA)
bauen lassen, in dem er jedoch nur drei Sommer verbringen konnte.

Damals eine revolutionäre, industrielle Hausbau-Vorfertigung, des Chefarchitekten Konrad Wachsmann,
seit 1926 bei der Firma Christoph und Unmack AG in der Oberlausitz beschäftigt.

Einsteinhaus in Caputh
Foto: März 2005

Das Einsteinhaus und -grundstück wird hier gerade für eine halbe Million Euro saniert, gefördert mit Mitteln der Bundesregierung.
Seit dem 26. Mai 2005 kann das Haus wieder besichtigt werden.

Hier trafen sich einst Wissenschaftler und Künstler von Weltgeltung wie
Max Planck
(* 1858; 1947), Max Liebermann (* 1847;  1937) oder Heinrich Mann (* 1871; 1950).

Albert Einstein hat seit 1933 sein Haus in Caputh nie wieder betreten.

Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zwang ihn, als Deutschen jüdischen Glaubens, 1933 zur Emigration.
Er verließ Deutschland und fand seine letzte Wirkungsstätte an der Princeton University in New Jersey/USA,
einem reizenden Städtchen 100 km südlich von New York, wo er 1955 im Alter von 76 Jahren verstarb.

Auch der Architekt dieses Hauses - Konrad Wachsmann - war Deutscher jüdischen Glaubens und emigrierte
ebenfalls in die USA, nach Los Angeles, wo er 1980 im Alter von 79 Jahren  verstarb.


Herzlichen Dank an Herrn Prof. em. Lionel Gossman (* 1929) aus den USA,
Professor (emeritiert) für Romanistik an der Princeton University,
der die folgenden zwei Fotos im März 2005 aufgenommen und mir mit den Informationen (Bildunterschriften)
 
freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


https://fit.princeton.edu/people/lionel-gossman
 

Einsteinhaus in der Mercer Street - Princeton/USA - Foto: Prof. Lionel Gossman USA

Einsteinbueste von Sergei Konenkov - Foto: Prof. Lionel Gossman USA

Das bescheidene Wohnhaus Einsteins in der
Mercer Street/Princeton/USA, in dem er seinen
Zufluchtsort gefunden hatte.
Die Büste von Einstein in der alten Bibliothek des
"Institute for Advanced Study",
geschaffen von dem russischen Bildhauer Sergei Konenkov (* 1874; 1971),
der diese dem Genie 1939 zum 60. Geburtstag geschenkt hat.
            
Das Refugium Einsteins wird immer von einem Professor des Institute for Advanced Study
bewohnt, da Einstein nicht wollte, dass es in ein Museum umgewandelt wird.
              
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Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges warnte Albert Einstein die amerikanische Regierung
vor einer eventuellen Atombombe aus seinem Heimatland, dem damaligen Nazireich,
woraufhin die USA ihre erste verheerende Atombombe (ohne Mitwirkung Einsteins)
entwickelte und am 6. August 1945 auf Hiroshima anwendete.

Einstein wandte sich gegen eine weitere Produktion von Atombomben, mit leider erfolglosen
Eingaben an die amerikanische Regierung. Er hat seine Initiativen zum Bau der amerikanischen
Atombombe später immer bereut, noch dazu, als das tragische Ausmaß dieser Katastrophe
sichtbar wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte er 1952 der zweite Präsident Israels werden.
Einstein lehnte aber dankend ab.
                 
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Einsteinturm auf dem Telegraphenberg in Potsdam
Der Einsteinturm auf dem Telegraphenberg, nahe dem Potsdamer Hauptbahnhof.

Er wird vom Astrophysikalischen Institut genutzt und ist architektonisches Denkmal und Forschungsstätte zugleich.

Erbaut 1920 - 1922 nach Plänen des Architekten Erich Mendelsohn (* 1887 in Allenstein; † 1953 in San Francisco/USA),
der auch 1933 aus Deutschland emigrierte und seitdem in den USA lebte.

Der Einsteinturm steht im heutigen Wissenschaftspark Albert Einstein, Observatorium des Astrophysikalischen Instituts Potsdam.
Er gilt seit seiner Entstehung weltweit als einer der originellsten und wichtigsten Bauten des 20. Jahrhunderts.

Zur Überprüfung der Relativitätstheorie von 1916 des Physikers Albert Einstein geschaffen.

Mit 21 Jahren beendet Einstein sein Studium in Mathematik und Physik, findet aber keine Arbeit.
Ab 1902 arbeitet er am Berner Patentamt. 1905 gilt als sein "Wunderjahr".
Er präsentierte Arbeiten im Bereich elektromagnetischer Strahlung und der Speziellen Relativitätstheorie.


Von 1914–1932 wirkte er als Professor an der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.



 
Wissenschaftspark Albert Einstein - Observatorium Potsdam
Wissenschaftspark Albert Einstein in Potsdam mit dem Michelson-Haus, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Mitarbeiter des PIK beraten politische Entscheidungsträger in Deutschland, Europa und der UNO.
 
Das Kuppelgebäude wurde als erste Forschungsstätte auf dem Telegraphenberg errichtet.
1876 entstand hier das erste astrophysikalische Observatorium der Welt.

- Astrophysikalisches Institut -

- Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ) -
(federführend an der Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean)
- Klimafolgenforschung - Polar- und Meeresforschung -
- Meteorologisches Observatorium Potsdam -


Erst im Jahre 2002 wurde das Gebäude nach dem dtsch./amerik. Physikprofessor
Albert Abraham Michelson (* 1852 in Deutschland; 1931 in den USA)
umbenannt, der 1881 im Keller dieses Hauses mit einer selbst erbauten Apparatur,

Prinzip_Michelson_Interferometer.jpg (4925 Byte)
dem Michelson-Interferometer - hier das Prinzip der Apparatur -
die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit nachwies und 1907 hierfür den Nobelpreis bekam.




Grosser Refraktor
1899 kam der Grosse Refraktor, ein 12,5 m langes Doppelfernrohr mit 50 und 80 cm Öffnung,
dass zu jener Zeit größte Linsenfernrohr der Welt, auf den Berg.

Kaiser Wilhelm II. (* 1859; 1941) vollzog damals persönlich die Einweihung.

Es ist heute das viertgrößte Linsen-Teleskop der Welt.

Die Daten und Historie der Gebäude sind teilweise den Informationstafeln
des Wissenschaftsparks entnommen.

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Schloss Caputh am Templiner See

Schloss Caputh amTempliner See
Der älteste erhaltene Schlossbau aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688)
in der Potsdamer Kulturlandschaft wurde zunächst 1662 durch den kurfürstlichen
Generalquartiermeister Phillip de Chièze
(* 1629; 1679) als schlichtes Landhaus erbaut.




Schloß Caputh von der Parkseite
Parkansicht.

1671 ist es erweitert und zum Landsitz des Großen Kurfürsten und
seiner zweiten Gemahlin Dorothea (* 1636; † 1689) ausgebaut worden.
Ein Jahr nach dem Tod Friedrich Wilhelm von Brandenburg verstarb auch seine zweite Gemahlin.

Schloss Caputh wurde dann der bevorzugte Aufenthaltsort des Kurfürsten Friedrich III.,
der ab 1701 als König Friedrich I. in Preußen regierte.

Ein Höhepunkt in Capuths Geschichte war das "Dreikönigstreffen" 1709.
Zu einem großen prächtigen Fest im barocken Garten empfing hier
König Friedrich I. von Preußen (* 1657; 1713)
Kurfürst August (den Starken) von Sachsen und König in Polen (* 1670; 1733)
sowie König Friedrich IV. von Dänemark (* 1671; 1730).

Von den einst prunkvoll gestalteten Innenräumen des Schlosses sind unter anderen
der Festsaal und der berühmte Fliesensaal aus dem Jahr 1720 erhalten.

Der Park wurde um 1820 von Peter Joseph Lenné gestaltet. Noch heute vorhandene
Altbäume und wieder freigelegte Wege weisen ihn als südwestlichsten gestalteten
Punkt der Lennéschen Landesverschönerung
aus.


Nach umfangreichen Bau- und Restaurierungsarbeiten durch die Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist das Schloss Caputh seit 1998/1999
als Schlossmuseum der Öffentlichkeit wieder zugänglich.


Erreichbar von Potsdam Hauptbahnhof - mit dem BUS 607 -
Richtung Ferch (Potsdam Mittelmark / PM)
 - Haltestelle: Caputh Schloss.




          
Evangelische Kirche in Caputh
Dem Schloss schräg gegenüber steht die evangelische Dorf-Kirche in Caputh.
Sie ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika im so genannten Rundbogenstil.
Der Glockenturm steht neben dem Kirchenschiff und ist durch einen
Verbindungsbau mit diesem vereint.




Altar in der Dorfkirche von Caputh
Der Altar in der halbrunden Nische der Dorfkirche.



Orgel der Dorfkirche von Caputh
Die Orgel der Dorfkirche.



Auf Befehl Friedrich Wilhelm IV. wurde 1848 der Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler (* 1800; 1865)
als Baumeister mit der Planung und Ausführung eines neuen Kirchenbaus für Caputh betreut.

Es ist nachgewiesen, dass der König selbst mehrmals die Pläne gestalterisch beeinflusst hat.
Die feierliche Einweihung fand auch deshalb am 8. Februar 1852 in seiner Anwesenheit  statt.



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Angaben der Erbauer, Jahreszahlen und Beschreibungen auf dieser Seite,
stammen teilweise aus dem "Falk Plan" Berlin mit Potsdam,
gängigen Lexika, Zeitungsartikeln, aus Prospekten bzw.
ausgestellten Tafeln der
"Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg",
*) sowie aus dem Buch
"Die Provinz Brandenburg",  vom Julius Klinkhardt Verlag,
aus dem Jahr 1900.

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