Hinweis zur Fa. "VEB Bergmann-Borsig" - ehem. in Ost-Berlin / DDR pfeil1.gif (1042 Byte)   pfeil.gif (272 Byte) Foto-Archiv
               
"Alte" BORSIG GmbH

in Berlin-Tegel, Bezirk Reinickendorf.

Bueste August Borsig
August Borsig

(* 23.06.1804; 06.07.1854)


Borsig
war und ist einer der großen Namen der Berliner Industriegeschichte.
Hier wurden und werden Erzeugnisse mit Weltruf hergestellt.

Wenn vom Kunden nicht anders gewünscht, wurden die
Erzeugnisse immer mit einer
speziellen Farbe, dem
"Borsigblau" - Preußenblau, ausgeliefert.


Weltweit heute noch für Qualitätsarbeit und Know-how bekannt, war und ist alleine die mögliche
Namensübernahme, auch für die ehemalige
"Mutterfirma" Babcock "Borsig" AG und deren
damals
angeschlossenen Tochterfirmen, durch den Bekanntheitsgrad ein Imagegewinn.

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Die ehemalige Deutsche Babcock Wilcox AG - dann Deutsche Babcock AG,
ansässig in Oberhausen (NRW),
nimmt den traditionsreichen Namen
"Borsig" in seine Firmierung auf.


Zitat aus dem Mitarbeiterbrief der Deutschen Babcock AG
- Mutter-Konzern der BORSIG GmbH in Berlin-Tegel -
vom 22. März 1999, des
Honorarprof. Dr.-Ing Klaus G. Lederer.

Zitatanfang:

Auch unser Vorschlag, unser Unternehmen
"Deutsche Babcock Aktiengesellschaft" in "Babcock BORSIG Aktiengesellschaft"
umzubenennen, wurde mit breiter Mehrheit angenommen.

Wir haben diesen Namen gewählt, weil er die
"Wurzeln des Unternehmens" deutlich macht,
den
"Wandel im Konzern" dokumentiert und unsere dann unverwechselbare Eigenständigkeit
auf den internationalen Märkten
unterstreicht.
Zitatende

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Anscheinend hatte man hierbei vergessen, dass die "Wurzeln des Unternehmens" auf die US-amerikanischen
Erfinder George Herman "Babcock" (* 1832;
1893) und Stephen "Wilcox" (* 1830;1893)
- den "Erfindern des Wasserrohrkessels" - zurückgehen.
   

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Die "Borsig-Wurzeln" wurden schon ab ca.1980 in (West-)Berlin von der Deutschen Babcock AG
unter der Führung von Hans Lorenz Ewaldsen systematisch aufgelöst und zerstört !

Keine führenden Politiker oder Wirtschaftsbosse großer Konzerne glaubten jemals an einen Mauerfall.

Schon der
SPD-Vorsitzende Willy Brandt sorgte sich "um die Lebensfähigkeit der Stadt Berlin".
Langfristig sei mit weiterer
"Vernichtung von Arbeitsplätzen und einem Schrumpfen der industriellen Leistungsfähigkeit"
(West-)Berlins zu rechnen!

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Nicht von
August Borsig, der geschickte, aber miese "Schach-Zug"
des Herrn Prof. Dr.-Ing Klaus G. Lederer und der "Deutschen Babcock AG".

Damit dann auch fast das ENDE der Traditionsfirma A. BORSIG ?!


165jähriges Jubiläum in 2002 - Borsigtore - Fotomontage
Fotomontage (Juli 2002)

Das historische BORSIG-Tor, des alten ehemaligen Werksgeländes der Firma A. Borsig.

Ab 1854 Leitung der Firma in der Chausseestr. (Mitte) und in Moabit durch den Sohn Albert Borsig,
ab 1898 im Werk Tegel - Borsigerben - Enkelkinder Arnold, Ernst und Conrad in der Berliner Str. 27

und das neue Werkstor in der Egellsstr. 21, der traditionsreichen,
über 180 Jahre (22. Juli 2017) alten
Berliner Maschinen-, Apparate- und Kesselbau-Firma.

Spätestens mit der Ansiedlung der
Borsigwerke 1895 bis 1898
wurde Tegel zum bedeutenden
Industriestandort. Mehrere tausend Facharbeiter und Angestellte strömten täglich durch das
heute denkmalgeschützte neugotische Eingangstor in der Berliner Straße.

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Abriss und Neubau auf dem ehemaligen Borsig-Werksgelände.
Foto, aufgenommen aus der oberen Etage des neuen
Borsig-Hauptgebäudes in der Egellsstraße 21,
die Fortsetzung der Zerstörung bzw. Rationalisierung (?) des ehemaligen
Borsig Imperiums, im März 1999.


Mit dem Verkauf dieses größten Teils des Areals vom
Borsig-Werksgelände einschließlich des Borsig-Turms
und der denkmalgeschützten Häuser in der Berliner Straße an den (West-)Berliner Senat
und
der
Borsig-Wohnungsbaugesellschaft mit den Miethäusern in Borsigwalde an die GESOBAU
in Berlin-Reinickendorf (Wittenau)
sowie
des
Borsig-Maschinenbaus an die
MAN Turbomaschinen AG GHH BORSIG
- MAN Diesel & Turbo
- heute MAN Energy Solutions -
und
der
Borsig-Kugelhahnproduktion für Hochdruck-Pipelines,
"Typ G", "S" und "U" -
 Nennweite 25 mm bis 1.400 mm (DN 1 bis 56 Zoll)
einschließlich Stell-Antrieb, an die Fa. Schuck-Armaturen GmbH in Steinheim,

hat die Deutsche Babcock AG wahrscheinlich
"den Clou gelandet" und die
gesamte Firma A. Borsig GmbH
"für ´nen Appel und ´nen Ei", nämlich "plus-minus-null" erworben!

Selbst die Beseitigung der damaligen
Bodenkontamination auf dem Werksgelände - u. a. links im Foto,
verursacht durch die ehemalige Eisen- und Stahlgießerei, Schmiedepressenhalle, Kesselschmiede,
sowie dem eigenen Kraftwerk, wurde durch die Stadt Berlin vorgenommen.

Der vorangegangene Neubau des Verwaltungsgebäudes in der Egellsstr. 21 wurde natürlich
mit Investitionen,
Geldern der Wirtschaftsförderung der Stadt (West-)Berlin, unterstützt
.

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Obwohl selbst profitabel wirtschaftend, musste die verbliebene
Rest-Borsig GmbH (Apparatebau),
infolge des
Missmanagements des "Mutter-Konzerns" Babcock Borsig AG,
im
Jahr 2002
ebenso Insolvenz anmelden.
 
Das Traditionsunternehmen BORSIG gehörte vor Jahrzehnten zu den größten (West-)Berliner
Arbeitgebern in der Industrie,

1960 waren hier noch ca. 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Trotz Mauerfall wurde bis Sept. 2002 das Werk auf "258" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

-
inkl. Betriebsstätte Gladbeck - geschrumpft !

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Nach der Folge-Insolvenz 2002 waren mit der Beteiligungsgesellschaft "capiton AG", im kleinen
Restunternehmen der
"neuen Fa. Borsig" wieder ca. 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
(Stand Februar 2008).

Im März 2008
wurde der letzte Teil der
neuen Firma BORSIG von der "capiton AG" verkauft
und bekam wieder mal einen neuen Besitzer,
die "KNM" - einen malaysischen Energiedienstleister mit Sitz in Kuala Lumpur.

http://www.knm-group.com

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Damit ist die
Firma Borsig (Restunternehmen) nach 171 Jahren (Juli 1837 bis 2008)
seit ihrer Gründung durch
August Borsig nicht mehr in deutscher Hand.

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Traurig aber wahr,
auf dem alten klassischen Rest-Gelände der ehemaligen Borsigwerke befindet sich heute der
"Sirius Business Park Borsigwerke".
Eingang Egellsstr. 21

Die
Neue (Rest-) Fa. Borsig "mietet" nun ab dem Jahr 2008 "Büro- und Produktionsflächen"
von der "niederländischen Investmentgesellschaft DDS Lime B.V." an
und ist damit nur "eine von vielen Mietern" auf dem ehrwürdigen,
"ehemaligen, eigenen Borsig-Werksgelände".



Historisches Borsig Tor
Das denkmalgeschützte
BORSIG-Tor in der Berliner Str. 27,
wurde nach Plänen der
Architekten Konrad Reimer (* 1853; † 1915) und Friedrich Körte (* 1854; † 1934) 1898 fertig gestellt.

Die Torwächter in den Nischen der neugotischen Türme
des BORSIG-Tores sind Kopien;
sie
stellen einen Schmied und Eisengießer dar.
  
Original Zinkhoguß-Figur des Torwächters Schmied vom Borsig-Tor.
Schmied

 
Original Zinkhoguß-Figur des Torwächters Eisengießer vom Borsig-Tor.
Eisengießer

Die originalen Zinkholguß-Figuren wurden 1853 von den Bildhauern
Gustav Seidel (* 1803; † 1884) und Louis Köppen (Lebensdaten nicht bekannt) geschaffen.

Sie sind im Museum Reinickendorf, Alt-Hermsdorf 35 zu besichtigen und wurden Mitte 1990

Rathaus Reinickendorf in Berlin.
vorübergehend hier als Leihgabe im Foyer des Rathauses Berlin-Reinickendorf ausgestellt
.


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Im Hintergrund des Borsig-Tores steht der Borsig-Turm,
das ehem. Hauptverwaltungsgebäude der
Firma A. Borsig.

Er
zählt zu der Architektur des "Backsteinexpressionismus" der 1920er Jahre.

Mit einer Grundfläche von 20 mal 16 Meter, einer Höhe von 65 Metern und 12 Stockwerken,
war er der erste Industrie-Hochbau in Berlin und ein weithin sichtbares architektonisches
Wahrzeichen von Tegel.


Die beengten Platzverhältnisse auf dem Werksgelände haben den Anstoß zum Turmbau gegeben.
Außerdem diente er anfangs auch als "Wasserturm", in der 9. Etage wurde ein Wasserbehälter eingebaut.
Der Turm entstand als Stahlskelettbau, dessen Fassaden aus Backstein gemauert sind.

Unter Beteiligung des Architekten Eugen Georg Schmohl (* 1880; † 1926)
- auch Erbauer des Ullsteinhauses in Tempelhof -

wurde im September 1922 der
Borsig-Turm durch die eigene Bauabteilung der Fa. A. Borsig
begonnen und im Frühjahr 1924 abgeschlossen.

Im Turm waren die Räume der Betriebsdirektion, Konferenzzimmer, Betriebskalkulation,
Maschinen- und Betriebsabteilung, Betriebsbuchhaltung und Vortragssaal untergebracht.



Sicht vom Dach des Borsig-Turms
Der Blick vom Dach des BORSIG-Turms zum historischen BORSIG-Tor (Foto: Sept. 2012).

Links das ehemalige Hauptverwaltungsgebäude mit den Konstruktionsbüros, heute ein
Ärztezentrum und
rechts das ehemalige Kasinogebäude, heute eine Dienststelle der
Polizei
Direktion 1 - Abschnitt 11.

Der Abschnitt 11 umfasst die Ortsteile Heiligensee, Konradshöhe, Tegel, Borsigwalde sowie den westlichen Teil
des Ortsteils Reinickendorf.
Im Dienstgebäude am denkmalgeschützten Borsigtor befindet sich neben der Polizei auch das
Bürgeramt Tegel.

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Heute ist das
BORSIG-Tor die Durchfahrt zum modernen Einkaufszentrum
- in den ehrwürdigen
BORSIG-Hallen -
bzw. zu Firmen, die sich auf dem ehemaligen BORSIG-Gelände
etabliert haben.


Wo einst Tausende von Arbeitern schwere Lokomotiven, Dampfmaschinen, Dampfturbinen, Verdichter,
Kolbenkompressoren, große Schiffsdieselmotoren und Kessel für Kraftwerke bauten,
kaufen heute Menschen aus dem gesamten Berliner Norden und dem Umland in den
Hallen am Borsig-Turm ein.



Blick zum ehemaligen BORSIG Magazingebäude
Der Blick vom Dach des BORSIG-Turms zur ehemaligen Magazinhalle der Fa. Borsig (Foto: Sept. 2012).

Oben, über der Baumgruppe, kann man den ca. 6 km entfernten Flughafen Tegel erkennen.


Deutlich sichtbares Zeichen des Erfolges und des Firmenprestiges war in den 1920er Jahren
des vergangenen Jahrhunderts das erste Berliner Hochhaus,
der BORSIG-TURM.

Die Spitze auf dem Dach des Borsig-Turms
Die Turmspitze auf dem Dach des
BORSIG-
Hochhauses (Foto: Sept. 2012).


Der Rest des BORSIG Imperiums
Die Restgebäude des BORSIG-Imperiums und -Geländes mit dem
neuen Hauptgebäude Egellsstraße (links) und den Betriebshallen des Apparatebaus.

Im Vordergrund (rechts) die ehemaligen Hallen des
Borsig-Maschinenbaus
,
jetzt zu
"MAN Energy Solutions" gehörend.



Sicht vom Dach des Borsig-Turms zum Tegeler See
Der Blick vom Dach des BORSIG-Turms zu den übrig gebliebenen
BORSIG-Fertigungshallen (links) und zum
Tegeler See mit dem
BORSIG-Binnenhafen an der
Havel-Oder-Wasserstraße.

Fotos: Sept. 2012

Blick vom Borsig-Turm zum Tegeler Hafen.
Der Blick vom
BORSIG-Turm über die Dächer der neuen Gebäude und Mieter auf dem
ehemaligen
Borsig-Werksgelände zum Tegeler Hafen.



Marina-Yachthafen - im Borsighafen
Marina Liegeplätze im südlichen
Borsig-Binnenhafenbereich werden vom
Motor Yacht Club Tegel e.V. (Borsigdamm 4) schon seit Jahren genutzt.

Im Hintergrund die
Fabrikgebäude, der nun auch
"ehemaligen Fa. Herlitz PBS AG",
Hersteller für Papier und Schreibwaren, auf dem ehemaligen
Borsig-Fabrikgelände.

Heute
die "Pelikan Group GmbH" mit Sitz in Berlin,
eine der führenden Markenanbieter von Qualitätsprodukten
aus den Bereichen Papier-, Büro- und Schreibwaren (PBS) sowie Papeterie.

Zum Unternehmen gehören die Marken "Pelikan", "herlitz", "Susy Card" und "Geha".


Die heute noch vorhandenen Logistikanschlüsse auf dem früheren Werksgelände am Tegeler See:

Inaktiver "
Bahnanschluss" bis auf das Werksgelände - leider stillgelegt,


Flughafen-Tegel, fast auf dem Werksgelände - 6 km Entfernung - ca. 10 min Fahrzeit,
für nationalen und internationalen persönlichen Kundenkontakt enorm wichtig, auch eilige
Ersatzteillieferungen der
Borsig- und MAN-Erzeugnisse können schnell ausgeliefert werden,

Autobahnanschluss A111 in 500 m -
ein paar Straßen weiter - fast um die Ecke,

U-Bhf Borsigwerke in Berlin-Tegel / Reinickendorf

dann noch die
U-Bahn Station Borsigwerke der BVG-Linie U6 und der

Borsig-Binnenhafen
am Tegeler See
(Havel-Oder-Wasserstraße)
-
 jahrelang nicht genutzt -
an der Rückseite des Werksgeländes.

Die folgenden Fotos wurden von der
Borsigdammbrücke, über der Durchfahrt vom Borsighafen
zum Tegeler See, am
Borsigdamm aufgenommen.

Borsighafen Oktober 2008 - Reaktivierung für Schwerlasttransporte
Der
Borsighafen - Tegeler See (Foto: Okt. 2008)
direkt am hinteren Bereich des
Borsig-Werksgeländes.

Noch in den 1960er Jahren, der Zeit meiner Lehre im Maschinenbau der
Fa. Borsig AG,
war hier reger Betrieb der Binnen-Frachtschifffahrt,
die auch Kohle und Koks für das firmeneigene Kraftwerk und den Stahlhochofen anlieferte.

Mit einem fahrbaren Hochkran wurden die Binnen-Frachtschiffe entladen und die Ladung mit einem großen
überirdischen Förderband bzw. per Loren mit kleiner Betriebs-Lokomotive in das Werksgelände transportiert.

Auch die schwerlastigen Erzeugnisse, wie Schiffsdieselmotoren und Kolbenkompressoren etc.,
wurden hier auf Binnen-Frachtschiffe verladen.


Besuch der Wasserschutzpolizei im Borsighafen.
Seit ca. 1970 nicht mehr genutzt, wurde der Hafen jetzt durch das Land und die Stadt Berlin
mit neuer Kaimauer bis 2009 wieder
ausgebaut und dann
reaktiviert (Foto: Sept. 2009).

Der
Borsighafen erhielt eine Auffahrrampe, eine sogenannte Roll-on/Roll-off Anlage (Ro/Ro Anlage)
zum direkten Befahren eines Schwerlasttransporters an das Transportschiff (links).

Besuch und Kontrolle der Berliner Wasserschutzpolizei im
Borsighafen am Tegeler See.


Borsighafen mit RoRo Anlage
Die neue Kaimauer mit Plattform für Spezialkrane zum Heben der Schwerlasten (Foto: Aug. 2017).

Die "neue" Firma Borsig (Apparatebau) sowie auch MAN (Maschinenbau) wollen dort ihre schweren,
sperrigen Apparate, Anlagen, Maschinen und Aggregate nun wieder verschiffen, weil der Transport zum
Westhafen durch die Stadt nur mit Polizeibegleitung und Schwerlasttransporten in der Nacht durchgeführt
werden konnte und - speziell über und unter Brücken - immer
komplizierter und teurer wurde.



Borsig Apparat - Abhitzesystem für eine Formaldehydanlage - letzter Schwertransport vor der Insolvenz im Juni 2002
Foto: Februar 2002

 Abhitzesystem für eine Formaldehydanlage,
letzte Lieferung der
BORSIG GmbH
- noch unter der Firmierung "Babcock
Borsig AG" -
mit Schwerlasttransport durch Berlin zum Westhafen.

  
Borsig Apparat- Abhitzesystem für eine Formaldehydanlage - Schwertransport in der Nacht - vor der Insolvenz Juni 2002
Foto: Februar 2002

Jetzt dauert ein Transport der Hightech-Produkte von Borsig und MAN per Schiff,
über die Havel-Oder-Wasserstraße nach Hamburg, nur noch ca. 8 Tage, statt
vorher ca. 5 Wochen auf dem Landweg mit Schwerlasttransporten.


Abhitzekessel - Verladung im Borsighafen - Berlin-Tegel.    Abhitzekessel verläßt den Borsighafen in Berlin-Tegel.

Quellenangabe: "obs/Deutsche Bahn AG/Max Lautenschläger"
Bildrechte: Deutsche Bahn AG - Fotograf: Max Lautenschläger (2014).

Ein 141 Tonnen schwerer und 16 Meter langer Abhitzekessel der
"Neuen Fa. Borsig" wurde am 20. Juni 2014 im
Borsighafen auf ein Binnen-Frachtschiff verladen und dann vom Tegeler See bis nach Aken an der Elbe verbracht.


Verladung des BORSIG Abhitzekessels in die Antonov AN 225 - Halle/Leipzig.

 
Quellenangabe: "obs/Deutsche Bahn AG/Michael Neuhaus"
Bildrechte: Deutsche Bahn AG - Fotograf: Michael Neuhaus (2014).


"DB Schenker Logistics" brachte dann von dort, mit einem Schwergut-Lkw,
den Kessel zum Flughafen Leipzig / Halle 
(Schkeuditz) in Sachsen, wo er in
das größte
Frachtflugzeug der Welt, der
sechsstrahligen "Antonov AN 225",

Die Antonov AN 225 - Halle/Leipzig.
verladen wurde und flog den Abhitzekessel bis nach
Edmonton in Nordamerika
- Hauptstadt der kanadischen Provinz Alberta.

Dort wird der Abhitzekessel zur Abkühlung von Prozessgas von ca. 1000 °C auf 500 °C eingesetzt,
um im Gegenzug Hochdruckdampf zu erzeugen.
Das Prozessgas wird weiterverarbeitet, um dann als Kunstdünger die Fabrik zu verlassen.


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Borsigbogen aus dem Wiederaufbaujahr Berlins 1954.
Auf der gegenüberliegenden Seite vom Borsig-Binnenhafen und Borsigdamm, oberhalb der breiten Freitreppe,
die vom Anfangspunkt der Greenwichpromenade bis hinunter an den Tegeler See führt,

steht seit
1954 der "Borsigbogen" (Mosaikbogen) mit Bildmosaiken der Berliner Wieder-Aufbauaktivitäten
und Hinweisen der
Wassersportmöglichkeiten, die der Tegeler See bietet.

Der Bogen entstand fast ausschließlich aus Teilen von Trümmerschutt und wurde
von dem Bildhauer Gerhard Schultze-Seehof (*1919; † 1976) geschaffen.

Dieser Mosaikbogen wurde zur Erinnerung des 5. Jahres des Berliner Aufbauprogramms nach Ende des Zweiten Weltkriegs
- auch der zerbombten und völlig
zerstörten Firma Borsig -
hier aufgestellt, so am Fuße des Bogens vermerkt.

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Ab September 1987
befindet sich der neue Zugang zum geschrumpften Werksgelände der Fa. Borsig GmbH
ca. 800 Meter weiter links vom alten
Borsig Tor in der Berliner Str. 27, jetzt in der Egellsstr. 21 - 13507 Berlin-Tegel.

Das Neue Verwaltungsgebäude der Borsig GmbH in Tegel, Egellsstr. 21
Das neue Verwaltungsgebäude und die neue Werkseinfahrt am Abend, im
Februar 2002.

Trotz "Untergangsstimmung" gibt es hier und in den Werkshallen immer noch
fleißige
Borsig-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter.

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Die
Borsig-Fertigungsstätte sollte von Berlin-Reinickendorf, Egellsstraße 21
nach
Bilbao in Spanien verlegt werden!

Aus "Kostengründen", so der Vorstandschef Lederer des Mutterkonzerns Babcock Borsig AG.

Eventuell wäre die "Firmenzerschlagung in Berlin" und die "Firmenneugründung
Borsigs"
in Spanien mit Geldern der EU belohnt worden ?!

Die Europäische Union und die Globalisierung machen's möglich ?

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BABCOCK und Borsig - INSOLVENZ - September 2002

Zitat aus "wallstreet:online"
Der US-Großaktionär Guy Wyser-Pratte:

Selten wurde ich von einem Konzernchef so getäuscht, betrogen und belogen!!
Im Nachhinein wird mir erst so richtig bewusst, wie uns die Babcock-Bande 2001 u. a. bei
der Verschmelzung Balcke-Dürr AG mit Babcock Borsig AG über den Tisch gezogen hat!


Klaus Lederer
hat bei Babcock wie ein Alleinherrscher regiert.

Betrug, Selbstbedienung, Täuschung lauteten die Vorwürfe in der Klageschrift
gegen den Stuttgarter Honorarprofessor an das New Yorker Distriktgericht.


Babcock Mitarbeiter - Protest Demo in Duesseldorf    Babcock Mitarbeiter - Protest Demo in Duesseldorf

2. Juli 2002
   

Babcock Mitarbeiter - Protest Demo in Duesseldorf

Demo-Fotos der Belegschaft der "Babcock Borsig AG" in Oberhausen.


B A B C O C K
Belogen - Abgeledert - Betrogen - Chaos - Ohne - Chance - Kaputt

"
22.000 Arbeitslose" und einen Finanzschaden von rund "5 Milliarden Euro"
- die zweitgrößte deutsche Firmenpleite -
hinterließ der
ehemalige Vorstandschef Honorarprof. Dr. Ing. Klaus Lederer (* 1948)
mit seinen Vasallen

- nur 5 Jahre bei BABCOCK im Amt -

und hat tatsächlich noch über
6.000.000 (sechs) Millionen Euro

als
Abfindung erhalten!


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Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen waren nicht abergläubisch, jedoch war am
"Freitag, den 13. September 2002", für uns der letzte Arbeitstag
bei der Fa. Borsig GmbH in Tegel !

Die Entlassungspapiere sind uns am "Sonntag", den 15. September 2002,
per "Eilbote" an der Wohnungstür ausgehändigt worden !

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   Borsig-Industriesaurier - 42 Arbeitsjahre bei der Fa. Borsig in Berlin-Tegel.
Meine "Betriebsrente = 66,30 Euro / Monat ",
wegen der Insolvenz und späteren Frühverrentung !


Betriebsversammlung - Diskussion mit dem Direktor - Ulrich Orling
Auf der letzten außerordentlichen Betriebsversammlung Februar 2002,
der Autor dieser Website - Ulrich Orling -
42 Jahre Borsigianer (1960 - 2002) in Berlin-Tegel
im "Gespräch" mit dem damaligen Direktor der Borsig GmbH.

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Zitat aus der Zeitschrift "Die Welt" vom 10.07.2002, Politik - Seite 04:

Es ist noch nicht lange her, da wurden deutsche Firmen von einer Generation geprägt,
die im Unternehmen herangereift war und sich mit ihm identifizierte.
Sie fühlte sich eins mit ihrer Firma
und brachte selbst häufig große Opfer,
wenn es Schwierigkeiten gab.

Heute wechseln Führungskräfte häufig die Betriebe und betrachten die ihnen anvertrauten
Firmen als Objekte, um die sie sich temporär kümmern.

Dabei geht es vor allem um Geld:
Die Steigerung des Börsenwertes einerseits und des eigenen Gehalts andererseits.
Eine Beziehung zur Firma entsteht nicht mehr.

Der Kapitalismus zeigt damit ein hässliches Gesicht, das er eigentlich nicht verdient.

Diese ungute Entwicklung darf keine Zukunft haben.

Zitat Ende. 

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Der Neuanfang der geschrumpften Fa. Borsig in Berlin-Tegel
 
Zwar existiert ein kleines Restunternehmen, die "neue Fa. Borsig" (Apparatebau),
noch heute (Stand 2019),
das übrig gebliebene, kleine
Borsig-Werksgelände in Tegel wurde jedoch längst aufgegeben,
es gehört nicht mehr der
Firma Borsig.


Werkseinfahrt Borsigtor
Foto: Februar. 2007

5 Jahre später, seit der Folgeinsolvenz im September 2002, nun mit dem veränderten Borsig Logo
- ohne die "Babcock-Weltkugel" des insolventen ehemaligen "Mutterkonzerns" -

Die heutige Werkseinfahrt ist auch der Zugang für die
Neufirmierung
MAN Energy Solutions (2018),
die schon
vor 2002 in einigen Etagen des Gebäudes techn. und kaufm. (Borsig-) Büros übernommen hatte
und in den wenig verbliebenen, ehemaligen
Borsig-Maschinenbau-Werkshallen

auch den
(Borsig-) Maschinenbau weiterführt.

Die im Jahr 2002 noch zur Fa. Borsig gehörende Lagerhaltung, Vormaterialbereitstellung
sowie Transportabteilung etc., wurde ausgegliedert und in eine selbstständige Firma,
der
"Sinus
Logistic GmbH Dienstleistungen Berlin" integriert.



Neuer Werkseingang ehemaliges Borsig Werksgelände, Mieter Fa. Borsig, MAN und PKE.
Foto: Juli 2019

Seit 2008
nun leider auch nur noch ein
Mieter auf dem ehemaligen, eigenen
Borsig Werksgelände,
die
"Neue Fa. Borsig" beim neuen Verwalter, der
"Sirius Business Park Borsigwerke".

Der niederländische "Energieversorger NUON" hat das ehemalige, neue Hauptgebäude
der
Alten Borsig GmbH wieder verlassen und ist hier nicht mehr Mieter.

Dafür kam die "PKE Deutschland GmbH" als neuer Großmieter.

Die
PKE Deutschland GmbH mietete ab Oktober 2018 im "Sirius Business Park Borsigwerke"
rund 1.300 Quadratmeter Bürofläche in der 6. Etage des "Hauptgebäudes" mit zusätzlicher Lagerkapazität an.



Der neue Besitzer des ehemaligen Borsig Werkgeländes.    Am Werkseingang des ehemaligen Borsig Werksgeländes die Auflistung der Mieter des Geländes und Büroräume.

Fotos: Juli 2019

Ehemaliger Parkplatz der Alten Borsig GmbH 2019.
Das die "Neue Fa. Borsig" im Eingangsbereich des "ehemaligen" Borsig-Werksgeländes am Werkstor
Egellsstraße 21 anscheinend keine Einflussnahme
mehr hat, erkennt man an dem abgesperrten,
stark verwilderten, verwahrlosten, nicht mehr benutzten großen
"Parkplatzgelände".


Früher wurde dieser Parkplatz mit den Autos der
Borsig-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter
sowie der von MAN stark frequentiert.



Borsig mit versteckter Babcock-Weltkugel.
Nach der
Insolvenz im September 2002 wurde die
"Babcock Weltkugel" erst mal schnell zugeklebt.

Die "Vergangenheit mit Augenklappe" steht heute noch so, am linken,
verwahrlosten Eingangsbereich des "Sirius Business Park Borsigwerke".
- Juli 2019 -


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Die Eisengießerei und Maschinenbau-Anstalt von
August Borsig
im Jahr 1847 in der Chausseestraße.


BORSIG-Eisengiesserei in Berlin - Chausseestrasse um 1847
"Ansicht der Eisengießerei und Maschinenbau-Anstalt von
A. Borsig"
Aquarell von Carl Eduard Biermann (* 1803; † 1892).

Der Schüler und Mitarbeiter des Königlichen Baumeisters Schinkel,
Johann Heinrich Strack (* 1805; † 1880) wurde von
August Borsig
mit dem weiteren Aus- und Umbau seiner Fabriken betraut.
Strack war Vertreter des Berliner Spätklassizismus und zählte neben
Schinkel und Stüler zu den
wichtigsten Berliner Architekten des 19. Jahrhunderts.
Er war ca. 24 Jahre hindurch der Familie Borsig als Architekt verbunden.

Für das Werksgelände an der Chausseestraße in Berlin entwarf er u. a. den berühmt
gewordenen Uhr- und Wasserturm, der einem achteckigen Turm aus dem
antiken Athen des ersten vorchristlichen Jahrhunderts nachgebaut wurde,
den Turm der Winde mit dem griechischen Windgott Äolus als Wetterfahne.

Der Standort dieses Turms ist in dem Aquarell von Carl Eduard Biermann (* 1803; † 1892)
dargestellt (oben).

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Nachdem in Moabit fast die gesamte Produktion konzentriert war, wurde das Stammwerk 1887
in der Chausseestraße - fünfzig  Jahre nach seiner Gründung - geschlossen und abgerissen.

Verwaltung und Lokomotivbau wurden nach Moabit verlegt.
Aber auch für das Moabiter Werk schlug 1896 die letzte Stunde.

Die Enkel des Firmengründers August - Arnold, Ernst und Conrad - hatten sich auf der Suche nach einem größeren
und schon damals verkehrstechnisch günstig gelegenen Grundstück - zu Wasser und per Schiene erreichbar -
für eine Übersiedlung nach Tegel entschieden.

Die Architekten Konrad Reimer (* 1853; † 1915) und Friedrich Körte (* 1854; † 1934) entwarfen die
neuen Werksanlagen.

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Firma A. BORSIG - Beschreibung um 1900
- aus dem Buch "Die Provinz Brandenburg" - Julius Klinkhardt Verlag:

Schon ragt der gewaltige Schornstein der großen Borsigwerke, die seit einem Jahre
sich hier in Tegel erheben, in die Höhe, beständig umschwebt von einer dicken,
schwarzen Rauchwolke, mit welcher die weißlichen Wölkchen der niedrigeren Schlote
zu seinen Füßen sich fortwährend zu vermischen streben.
Aus dem Innern des großartigen Betriebes tönt beständig das Dröhnen der Hämmer,
das Klirren des geschlagenen Metalls, lauter noch als aus der Germania (Germania-Halle)
wie heute die Egells`sche Fabrik, die nun Krupp`scher Besitz ist, heißt.

Die Strecken Waldes, die noch zwischen Berlin und Tegel standen, sind gefällt oder
schon zur Axt verurteilt. Vor dem Eingang des Orts, der mit dem überaus stattlich
dreinschauenden Borsigwerk beginnt, erhebt sich das neue Strafgefängnis ..................

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Herzlichen Dank an Herrn Dipl.-Ing. Augusto Salvo González
für folgende Informationen:


Auf dem Campus der heutigen Technischen Universität Berlin (TU am Ernst-Reuter-Platz),
vor dem Gebäude der Fakultät V (Reuleaux-Haus), steht die Ruine der ehemaligen
Arkadenhalle mit ihren "Terrakotten" von
"Borsig´s Eisengießerei und Lokomotivbauanstalt",
die 1901 in den Garten der alten, ehemaligen Technischen Hochschule (TH) umgesetzt
und von dem Architekten Carl Vohl (* 1853; † 1932) dort als Denkmal wieder aufgestellt wurde.
Fotos: Jan. 2008

Bogenhalle der Alten Borsigwerke in der Chausseestraße in Berlin.


ehem. Bogenhalle der Borsigwerke in der Chausseestr.    Gewölbe der ehem. Bogenhalle Borsigwerke Chausseestr.
Erbaut wurde diese 1858
bis 1860 von Johann Heinrich Strack (* 1805; † 1880) und schloss ursprünglich

Arkadenhalle Werk Oranienburger Tor
das Gelände der Maschinenbau-Anstalt an ihrem ersten Standort

Oranienburger Tor in Berlin
 nahe des Oranienburger Tores zur Chaussee- / Ecke Torstraße ab.

Die Terrakotten (Bildwerke aus gebranntem Ton) wurden von Gustav Blaeser (* 1813; † 1874)
gestaltet, der ein Schüler von Christian Daniel Rauch (* 1777; † 1857) war.

Das Tor von Carl von Gontard (* 1731; † 1791) erbaut - existiert heute nicht mehr, Ansicht um 1867.



Figuren von Carl von Gontard auf dem Portal Landgut A.Borsig in Gros Behnitz
Diese historischen Figuren auf dem Portal des ehemaligen "Landgut Borsig" - heute Landgut Stober,
in Groß Behnitz,
einem Ortsteil von Nauen im Landkreis Havelland, Brandenburg,
 - ca. 40 km westlich von Berlin -
stammen von
Carl von Gontard (* 1731; † 1791), der diese auf dem Oranienburger Tor
als Schmuck über den Fußgängerdurchgängen platziert hatte (sh. oben).


Der kunstsinnige
Albert Borsig (* 1829; † 1878) - Sohn von August Borsig -
erwarb nach dem Abriss des
Oranienburger Tores in Berlin den Torschmuck und
setzte ihn auf die Ziegelpfeiler des Eingangstores seines gerade erworbenen Gutes in Groß Benitz.

Albert Borsig hat das Anwesen 1866 dem Grafen von Itzenblitz abgekauft und mit Gebäuden eines an
italienischer Leichtigkeit erinnernden Stils erbauen lassen.

Hier schaffte die
Industriellenfamilie Borsig ein Mustergut, wo mit modernster Landmaschinen- und Stalltechnik
die pflanzlichen und tierischen Zutaten zur Versorgung der werkseigenen Kantinen in Berlin hergestellt wurden.

Nach dem Tod seines Vaters (1878) führte Ernst von Borsig senior bis zu seinem Tod (1933) das Landgut weiter,
von 1933 bis 1945 tritt wiederum dessen Sohn,
Ernst von Borsig junior in seine Fußstapfen.

"Brieftauben" überbrachten den Bedarf der Berliner Küche.


Borsig Bahnhof Groß Behnitz bei Nauen - Fremdbild aus Video
Ein eigener Bahnanschluss mit Bahnhof - Nähe dem Landgut Borsig - sorgte für den Transport nach Berlin.

Der in den 1870er Jahren erbaute Bahnhof mit klassizistischem Empfangsgebäude, Güterschuppen, Wasserturm,
Streckenwärterhaus und Stellwerk.
Der Bahnhof lag an der in den 1860er Jahren geplanten Eisenbahnverbindung von Hannover nach Berlin,
die auf Grund einer Spende der
Familie Borsig (15,5 ha Land und 10.000 Taler) über Groß Behnitz geführt wurde.



Straßenschild Zum Bahnhof Groß Behnitz bei Nauen    Borsig Bahnhof Groß Behnitz bei Nauen
Heute (Stand Sept. 2015) ist der Bahnhof außer Betrieb und verwildert,
auf der Gleisstrecke fahren Schnellzüge der
DB.

Neu angebrachte Straßenschilder weisen weiterhin auf diesen Bahnhof,
sogar die Havelbus-Linie 660 - vom Bahnhof Nauen -
hat hier eine Haltestelle "Bahnhof Groß Behnitz" noch in ihrem Fahrplan.




Landgut A. Borsig in Groß Behnitz bei Nauen
Eingangsportal zum restaurierten ehemaligen
"Landgut Borsig", heute "Landgut Stober",
mit dem Ensemble von Ziegelbauwerken - Logierhaus, Ställe, Brennerei und Kornspeicher -
des historisch landwirtschaftlichen Musterbetriebs, der 1923 eine Größe von ca. 2.700 ha erreichte.
Foto: 2011

GPS-Position
Breitengrad:       Längengrad:    

N 52°34'51.85" , E 12°44'03.18"



Alte Werkslok von KRUPP, Baureihe der ČKD/Škoda BS200 KRUTWIG, Landgut Borsig/Stober.
Eine
"Werkslok von KRUPP", aus der Baureihe der ČKD/Škoda BS200 KRUTWIG, steht auf dem
ehemaligen
Landgut Borsig - jetzt "Landgut Stober" - und gilt als eines der Groß Behnitzer Wahrzeichen.

Die alte Schmalspur Dampflokomotive steht hier stellvertretend für die Borsig Dynastie,
die Groß Behnitz damals prägte
(Foto: 2011).



Das ehemalige Landgut A. Borsig heißt jetzt "Landgut Stober".
Das ehemalige Landgut Borsig heißt jetzt "Landgut Stober" (Foto: 2011).

Nach mehr als zwei Jahren des Prozessierens ist der Namensstreit um das Landgut in Groß Behnitz jetzt entschieden.
Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe gab dem inzwischen 79 jährigen Kläger Manfred von Borsig recht und untersagte
dem Inhaber Michael Stober, den Namen A. Borsig und Borsig weiter zu verwenden.

Zitat aus der Zeitschrift "MAZ" von Dez. 2015:


Der reagierte sofort, hat das Areal am Behnitzer See inzwischen in "Landgut Stober" umbenannt.
Auch der Internetauftritt wurde bereits geändert.

Heute das erste Bio-zertifizierte Hotel in Berlin/Brandenburg.
Website "Landgut Stober - ehem. A. Borsig" hier aufrufen (anklicken)
.


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Landgut A. Borsig am Großen Behnitzer See
Der damalige Gutshof von "Albert Borsig", heute das Landgut Stober, liegt idyllisch am Groß Behnitzer See.

Fotos: 2011

Behnitzer See - Landgut August Borsig.         Behnitzer See - Landgut August Borsig.
Groß Behnitz gehört zu den größten, in ihrer ursprünglichen Form erhaltenen Landschaftsparks im Havelland.
Der öffentliche, ca. 30 Hektar große, rings um den See begehbare Park, ist der letzte einer eiszeitlichen Seenkette.
Seit 1966 steht er unter Denkmalschutz.




Dorfkirche und Friedhof Groß Behnitz, gegenüber vom Landgut A. Borsig (Stober).
Gegenüber dem
"Landgut Borsig" - jetzt "Landgut Stober" - steht die Alte Dorfkirche Groß Behnitz
auf dem Dorf-Friedhof, hinter der sich die Grabanlage der
Familie Borsig befindet.

Das Grabmal des Firmengründers August Borsig (sh. weiter unten) befindet sich auf dem
"
Dorotheenstädtischen Kirchhof"

- gegenüber dem Borsighaus -
in Berlin-Mitte,
neben den Grabmälern von Christian Daniel Rauch und Friedrich August Stüler.

Fotos: 2011

Grabanlage der Familie Borsig in Groß Behnitz.
Das ab 1866 errichtete Familienbegräbnis der Borsigs (ohne den Firmengründer August),
mit den Gräbern des
Albert Borsig (* 1829; † 1878) und seiner Söhne
Arnold (* 1867; † 1897) und Ernst (* 1869; † 1933).

Am 1. April 1897 kam Arnold Borsig bei einem Grubenunglück mit Gasexplosion in der Hedwigswunsch-Grube
ums Leben, in einer von seinem
Vater Albert Borsig 1862 gegründeten Zweig-Produktionsstätte
- dem
Biskupitz-Borsigwerk, Kreis Zabrze, in der damaligen Provinz Schlesien.

Am 27. Januar 1909 wurden
Ernst von Borsig
und sein Bruder Conrad von Borsig
in den preußischen erblichen Adelsstand erhoben.

Conrad von Borsig (* 1873; † 1945) lebte seit 1933 zurückgezogen in Pommern auf seinem
zwischen 1922 und 1924 erworbenen Gut Prillwitz.

Er wurde bei Kriegsende von sowjetischen Soldaten vor seinem Haus erschossen.
Sein Grab befindet sich in dem von ihm angelegten dendrologischen Garten,
der 1945 in staatlichen polnischen Besitz überging.



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Die Villa Borsig in Berlin-Reinickendorf (Tegel),
ein neobarockes Schloss aus dem Jahr 1913.
  

Villa Borsig am Tegeler See in Berlin
Am Westufer des Tegeler Sees, der "Halbinsel Reiherwerder", befindet sich die Villa Borsig (Seitenansicht).

Rund um das Gebäude ließ der Enkel des berühmten Firmengründers August Borsig,
Ernst von Borsig (* 1869; † 1933), einen gepflegten Park, teilweise mit exotischen Pflanzen anlegen.



Borsig Villa in Berlin-Tegel auf der Halbinsel Reiherwerder - Fremdbild von Video
Der neobarocke Schlossbau - hier der Blick vom Park, 1911 bis 1913 nach Plänen der Architekten Alfred Salinger (* 1872; † 1935)
und Eugen Schmohl
(* 1880; † 1926)
erbaut, erinnert mit seinen Stilelementen und seitlichen Arkaden an die Architektur der Gebäude
im Park von Sanssouci in Potsdam.


Nach dem Tod von
Ernst von Borsig 1933 war es bis zum Herbst 1937 der Wohnsitz der Familie Borsig,
dann wechselte das Gut mehrmals den Besitzer,
bis die Bundesrepublik Deutschland - nach der Wiedervereinigung 1990 - in der Bundeshauptstadt die Halbinsel erwarb.

Die bestehenden, zum Teil aus der Kaiserzeit stammenden Gebäude wurden renoviert und um vier Neubauten ergänzt.


Borsig Villa am Tegeler See
Der Blick über die "Große Malche" (Tegeler See) zur
Villa Borsig.

GPS-Position
Breitengrad:       Längengrad:    

N 52°35'15.03" , E 13°15'37.17"


Die Halbinsel
gehört seit Anfang 2006 zusammen mit den benachbarten Gebäuden,
dem Gästehaus des Bundesaußenministers und der Bundesregierung - auf einem 14 Hektar großen,
parkähnlichen Gelände der Akademie - Auswärtiger Dienst des Auswärtigen Amts,
die der Ausbildung deutscher und ausländischer Diplomaten dient.

Die Gebäude und das Gelände sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

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Fast gleichzeitig mit der Errichtung der Tegeler Anlagen wurde für das gesamte
Borsig Unternehmen ein Verwaltungsgebäude,
das sogenannte Zentralbüro gebaut, das auf dem Gelände der um 1890 abgerissenen Wohnhäuser der ehemaligen
Lokomotivfabrik in der Chausseestraße 6 (später Nr. 13) entstand.
 

Borsighaus in Berlin-Mitte                   Schmied am Borsighaus
Das "Borsighaus" in Berlin-Mitte, heute Chausseestraße 13 (vormals Nr. 6), Nähe Oranienburger Tor.

1899 ebenfalls von den Architekten Reimer und Körte erbaute
ehemalige Verwaltungsgebäude der
Firma August Borsig.

Das Gebäude der ehemaligen Borsig-Hauptverwaltung mit seiner Sandsteinfassade im
Stil der Neorenaissance steht heute noch in der Häuserfront der Chausseestraße und
erinnert eher an eine individuell gestaltete repräsentative Stadtvilla.

An der Straßenfront des Gebäudes, über dem Haupteingang des ehemaligen Zentralbüros,
wurde auf einer Konsole unter einem kupfernen Baldachin, eine lebensgroße Bronzefigur eines
Schmiedes von dem Berliner Bildhauer Gotthold Riegelmann (* 1864; † 1935) angebracht.
Er soll die Bedeutung des Handwerks symbolisieren.
Darunter finden sich die
Initialen A. B.

In dem Gebäude verblieb nach 1937 nur noch die
August Borsig'sche Vermögensverwaltung, wo sie
auch nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der fünfziger Jahre in Ost-Berlin ihren Sitz hatte.
Darauf übersiedelte sie nach West-Berlin und stellte 1981 endgültig ihre Tätigkeit ein.


Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Borsighaus vom Versorgungswerk
der Zahnärztekammer als Anlageobjekt erworben und ab 2000 saniert.


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Direkt gegenüber dem
Borsighaus befindet sich,
auf dem "Dorotheenstädtischer Kirchhof",
das Grabmal von
August Borsig.

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Außerdem, auch im Gegenüber - in der Chausseestr. 125 - arbeiteten und wohnten von 1953 - 1956
Bertolt Brecht (* 1898; † 1956) und von 1953 - 1971 Helene Weigel (* 1900; † 1971).

Beide wurden ebenfalls
auf dem "Dorotheenstädtischer Kirchhof" beerdigt.

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Gemaelde Eisenbahnbruecke Ehrenbreitstein
Eisenbahnbrücke Ehrenbreitstein
 
  Gemaelde Borsig Lokomotiv Montagehalle
Lokomotiv Montagehalle
"Vollendungsarbeiten an einer Lokomotive"
             
Im
Deutschen Technikmuseum Berlin (SDTB) zu sehen:
Zwei Gemälde von Paul Friedrich Meyerheim (* 1842; † 1915) die
August Borsig für sein
schlossähnliches Wohnhaus in Berlin-Moabit anfertigen ließ.

Tradition und Fortschritt im Verkehr bringt der Maler in seinem Gemälde zum Ausdruck.
Die Lokomotive und die Eisenbahnbrücke in Ehrenbreitstein (Koblenz) wurden in den

Borsig-Werken hergestellt.
Während die Postkutsche das traditionelle Verkehrsmittel darstellt, symbolisiert die Eisenbahn
den technischen Fortschritt.

Dieser Text stammt aus dem
BORSIG-Video des
Deutschen Technikmuseums Berlin.
Hier befinden sich auch Bestände des
Borsig-Archivs und sämtliche Jahrgänge
der ehemaligen
Borsig-Zeitung.

www.sdtb.de
                                     
Trebbiner Straße 9, in der Nähe U-Bahnstation Möckernbrücke.
Öffnungszeiten:      Dienstag - Freitag  von  09:00 - 17:30 Uhr
Samstag - Sonntag von  10:00 - 18:00 Uhr
Montag  geschlossen.

                
Für seine berühmte Parkanlage in Berlin-Moabit, in der Nähe der Stromstraße,
holte sich Preußens "Lokomotivkönig"
Borsig den Gartenkünstler P.J. Lenné
als Berater und Gestalter.

Ehemalige Borsig Villa in Berlin-Moabit
Das ebenso bekannte schlossähnliche Wohnhaus, 1843 von dem Architekten Strack
in diesem Park erbaut
, wurde als 
"Borsigsche Etablissement" bezeichnet.

Ein Stück von der Arbeit des Gartenkünstlers, die von König Friedrich Wilhelm IV.
August Borsig geneidet wurde, kann man heute nur noch erahnen.

Im "Essener Park", heute in einem besseren Berliner "Moabiter Hinterhof" -
Essener Str. 2-3 gelegen, sind leider nur noch unscheinbare,
kümmerliche Reste der berühmten Anlage erhalten
.

 

Bueste Franz Anton Egells
Anton Egells
(* 25.08.1788; 30.07.1854)
  Bueste August Borsig
August Borsig
(* 23.06.1804; 06.07.1854)

August Borsig wurde am 23. Juni 1804 als Handwerkerssohn im schlesischen Breslau geboren.
Bis zu seinem 18. Lebensjahr ging er - seiner Neigung zu handwerklicher Arbeit nachgebend -
bei einem Zimmermann in die Lehre. Er war dann Zimmermann und hatte eine
Baufachschule absolviert.

In Berlin nahm
August Borsig 1824 ein Studium am Berliner Gewerbeinstitut auf,
das er jedoch bereits 1825 wieder beenden musste.
Der Direktor für die Ausbildung von Maschinenbau-Ingenieuren,
Peter Christoph Wilhelm Beuth (* 1781; † 1853)

wollte die Segnungen der Anstalt nicht an einem Menschen
verschwenden, der doch nie imstande sein werde, etwas zu leisten.


Trotzdem stellte Franz Anton Egells, der Inhaber der damals bedeutendsten
Berliner Maschinenbauanstalt,
Borsig als Praktikanten ein.

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Der junge
Borsig trat in die Fabrik zunächst als Zeichner ein.
Neben der Eisengießerei betrieb man in der Fabrik auch den Maschinenbau.
Um alle Zweige desselben von Grund auf kennen zu lernen, wurde er ein
schlichter Eisenarbeiter.
So von der Pike auf dienend, machte er alle Grade dieses Gewerbes durch,
bis er sich nach einigen Jahren zum Geschäftsführer emporarbeitete.
Unter seiner Leitung nahm das Egellssche Institut großen Aufschwung, so dass
ihm der Besitzer Vollmacht erteilte und ihn zum Mitdirektor ernannte.

(aus dem Buch: Die Provinz Brandenburg - 1900 - Julius Klinkhardt Verlag)

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Zehn Jahre später, am 22. Juli 1837, gründete
Borsig vor dem Oranienburger Tor neben
dem Egellsschen seinen eigenen Betrieb, eine Maschinenbauanstalt und Eisengießerei.

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Weihnachtliche Lok "Borsig 1" in den Hallen am Borsigturm 2018.
Weihnachtliche Borsig-Lokomotive im Einkaufscenter "Hallen am Borsigturm", Berlin-Tegel (Dez. 2018).

Gelungene und passende weihnachtliche Augenweide mit dem "1:1 Nachbau" der Lokomotive
"Borsig 1".

Die erste eigene Lokomotive mit dem Namen "Borsig" und der Fabriknummer 1 baute das Borsig-Werk 1840.



Borsig Lokomotive Beuth Fabr.-Nr. 24
Die erste, eigenständig entwickelte Konstruktion, eine dreiachsige Dampflokomotive mit einer Treibachse
zwischen zwei Laufachsen, wurde 1841 in der Fabrik von August Borsig gebaut.

Sie war ein Jahrzehnt der Prototyp aller schnellen deutschen Lokomotiven mit nur einer Treibachse.

Die erste Maschine dieser Bauart bekam den Namen Beuth, mit der Fabrik-Nr.:  24.
Hier auch im Deutschen Technikmuseum Berlin (SDTB) zu bestaunen (Rekonstruktion).


Durch Sabotage an dieser Dampflok versuchte sich die Konkurrenz bei der
"Choriner Wettfahrt" (1843) durchzusetzen. Die Manipulation an den Kolben in
den Zylindern wurde jedoch durch einen Mitarbeiter Borsig´s rechtzeitig entdeckt
und die Wettfahrt konnte siegreich gegenüber der englischen Konkurrentin,
ein Stephenson-Modell, beendet werden.

Damit war der Durchbruch zum erfolgreichsten Lokomotivbau in Europa geschafft.

1843 produzierten die
BORSIG-Werke als erstes deutsches Unternehmen Lokomotiven in Serie.

Nur 17 Jahre nach Gründung seines Unternehmens am Oranienburger Tor, im Jahr des Jubiläums
zum Bau der 500. Lokomotive, verstarb am 6. Juli 1854 der Industriepionier, Geheime Kommerzienrat und
"Preußens Lokomotivkönig"
August Borsig
auf dem Höhepunkt seines Lebenswerkes in Berlin.

Restauriertes Grabmal von August Borsig

Das restaurierte Grabmal von August Borsig (* 1804; 1854) auf dem "Dorotheenstädtischer Kirchhof"
- gegenüber dem Borsighaus -
in Berlin-Mitte - Nähe Oranienburger Tor,
neben den Grabmälern von Christian Daniel Rauch und Friedrich August Stüler.



Grabmal August Borsig
Vor der Büste - rechts - kniet
ein Genius (Schutzgeist im römischen Altertum),
 der ein Medaillon der Ehefrau
Luise Borsig, geb. Praschl (* 1806; † 1887), hält.

Links vor der Büste wurde die Knabenfigur - Borsigs Sohn Albert - erneuert.
Diese wurde vor einigen Jahren gestohlen und nie wiedergefunden.


Siehe auch im Archiv :  Dorotheenstädtischer Kirchhof, oder hier klicken.

Seine Firma entwickelte sich zur größten Lokomotivfabrik des europäischen Kontinents.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Albert (* 1829; † 1878) die Leitung des Unternehmens.

Die Söhne von
Albert Borsig - Arnold (* 1867; † 1897), Conrad (* 1873; † 1945) und Ernst (* 1869; † 1933) -
führten nach ihrer Volljährigkeit ab 1894 die Borsig-Werke weiter.
Sie begannen mit der Planung eines neuen Werkes und dem Umzug der alten Betriebe am
Oranienburger Tor und Moabit auf ein Gelände in der Nähe des Dorfes Tegel, welches sowohl
auf dem Wasserweg (Borsig-Hafen) als auch per Schiene zu erreichen war.

1898 fand die Einweihung der
neuen Werksanlagen der Fa.  A. Borsig in Berlin-Tegel statt.


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Herzlichen Dank an Herrn Deryck J.H. Ferrier M.Sc. (* 1933) aus
Paramaribo/Suriname
(Managing Director, Center for Economic and Social Scientific Studies - CESWO -),

der meine Website im WWW gefunden und die folgenden zwei Fotos von 1942
mir im Januar 2005 zur Verfügung gestellt hat.

< Website hier anklicken >


Borsig Lok von 1905 in Surinam        Borsig Lok 1905 in der holländischen Kolonie Surinam
Diese alten Fotos zeigen zwei von acht
Borsig-Lokomotiven, welche 1905 in die ehem. holländische
Kolonie Surinam (Holländisch Guyana) geliefert wurden, dort bis 1990 aktiv im Dienst standen und
zum
"Aufbau an der wilden Küste" beigetragen haben - Link auf Fotos anklicken!


BORSIG-Fabrik-Nr. 5339 bis 5346, Baujahr 1904, Typ "StL", Bauart "B-n2t", Spurweite "1000",
geliefert an das "Department van Kolonien s´Gravenhage",
für "Tramway Paramaribo/Surinam" "KS 1" "LS 1"
bis "KS 8" "LS 8".

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Surinam stand von 1645 bis 1975 unter niederländischer Verwaltung.

Heute die Republik Suriname, Flagge von Surinam das kleinste Land Südamerikas,
das am 25. November 1975 von den Niederlanden unabhängig wurde (Nationalfeiertag).

GPS-Position
Breitengrad:     Längengrad:    

N 5°51'07.37" , W 55°12'13.96"


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Suriname ist ein kleiner Staat an der Nordostküste Südamerikas.
Er zeichnet sich durch ausgedehnte tropische Regenwälder und niederländische
Kolonialarchitektur aus und gilt als kultureller Schmelztiegel.

An der Atlantikküste liegt die Hauptstadt Paramaribo,
wo Palmengärten um den Handelsposten Fort Zeelandia aus dem 17. Jh. wachsen.
In Paramaribo befindet sich außerdem die St.-Petrus und Paulus-Kathedrale,
eine große, 1885 eingeweihte Holzkirche.


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Borsig exportierte nach Russland, Italien, Holland, Südamerika, innerhalb Europas ohnehin,
bis nach Japan und in viele andere Länder - 1914 lag der Exportanteil bei 50 Prozent.

Die Britische Eisenbahngesellschaft kaufte zehn deutsche Lokomotiven von Borsig.
Bis dahin gab es in Großbritannien, dem Ursprung der industriellen Revolution,
keine ausländischen Lokomotiven.
Kaufgrund: Die Deutschen waren billiger.


Borsig Lokomotiv Montage
BORSIG - Lokomotiv Montage um 1930

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BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 1
1840 baute
August Borsig die erste deutsche Dampflokomotive,
die "
Borsig 1".


BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 1.000
1858
wurde die 1.000ste Lokomotive ausgeliefert.

1872 war das Unternehmen, das von dem
Sohn und Enkeln Borsigs weitergeführt wurde,
in Europa der größte und weltweit der zweitgrößte Lokomotivenlieferant.

 BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 5.000
1902
war bereits die 5.000ste Lokomotive gebaut. 
 

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 8.000
1911
baute man die inzwischen 8.000ste Lokomotive.
  

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 10.000
1918
wurde die 10.000ste Lokomotive ausgeliefert.
 

BORSIG Lokomotive Fabrik-Nr. 12.000
1925
Übergabe der 12.000sten Lokomotive der
Fa. Borsig, eine Schnellzug-Lokomotive.

Die
Borsig-Fabrik-Nr.: 12000: Typ 2C1,
d. h.  2 Führungsachsen vorn, 3 Treibachsen (Buchstabe C), 1 Nachlaufachse hinten.
 

Borsig-Denkmal-Lok, Fabriknummer: 10661, Spielplatz Titusweg, Berlin-Tegel.
Die Verwendung des Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung
der "schmalspur-ostwestfalen.de":
Fotograf Patrick Paulsen
(21. Sept. 2006) - Foto oder hier anklicken.


Borsig-Fabrik-Nr.: 10661, Baujahr 1920, Bauart "B-n2t",Spurweite "1435"
Die auf dem Originalfoto mit Farbschmierereien verunstaltete Lok
sind von mir auf der Kopie per Bildbearbeitung entfernt worden.

Diese Lokomotive fuhr bis 1966 (Ausmusterung) als Werkslok (Lok 8)  auf dem
großen, alten, ehrwürdigen
Borsig-Werksgelände.

Von 1973 bis 2012 wurde sie als "Denkmal" auf dem Spielplatz der ehemaligen
"Borsig-Werks-Wohnungen" am Titusweg in Berlin-Tegel aufgestellt.

Nach einer EU Richtlinie bzw. dem Normenwerk DIN EN 1176-1 bis 7, dürfen
Lokomotiven nicht mehr auf Spielplätzen aufgestellt werden (Unfallgefahr),
da sie nicht als Spielgeräte hergestellt worden sind!


Deshalb wurde die "Denkmal-Lok" vom Spielplatz am Titusweg
für einen symbolischen Preis vom Bezirksamt Berlin-Reinickendorf
an die
"Bielefelder Eisenbahnfreunde
e.V." verkauft.  
- hier anklicken -

Die "Borsig-Denkmal-Lok" steht nun seit Okt. 2012 in Bielefeld / Ostwestfalen.
 

1931  Auslieferung der 14.000sten Lokomotive an die Ägyptische Staatsbahn.

 

Weltrekord Borsig-Lokomotive, Baureihe 05, im DB Museum Nürnberg.
Die Verwendung des Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung des
Rechteinhabers:
DB Museum Nürnberg - Foto oder hier anklicken.


Die weinrote
Borsig Lokomotive, Baureihe 05, ist eine Maschine der Superlative.

Baujahr 1935
Höchstgeschwindigkeit:  175 km/h
 Leistung:                        2.360 PS
 Länge:                           26,3 m     


Mit 130 Tonnen ist sie eine der schwersten Dampfloks die es je gab.
Sie erreichte die Rekordgeschwindigkeit von 200,4 km/h bei einem
Schnellfahrtversuch auf der Schnellfahrstrecke Berlin - Hamburg, am 11. Mai 1936.

Sie sollte den neuen Diesel-Schnelltriebwagen wie dem "Fliegenden Hamburger"
Konkurrenz bieten.

Bei der Entwicklung der Lok führte die
Fa. A. Borsig mit Holzmodellen in der
Größe 1:20 Versuche im Windkanal durch.

Zur besseren Wartung wurden zahlreiche Klappen und Rollläden in die Verkleidung eingebaut.

 

Die schnellste Dampflok Deutschlands steht heute im
DB Museum in Nürnberg.

 

  Insgesamt entstanden im Hause der Fa. A. Borsig 16.352 Dampf-Lokomotiven.

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Auch eine "Diesellok"
mit Direktantrieb und Start über Druckluft wurde von der Fa. Borsig (Rahmen und Aufbau)
1912 in Berlin nach Plänen von Adolf Klose (* 1844; † 1923) unter der Baunummer 7409/1910 zusammengebaut.

Das Winterthurer Unternehmen "Sulzer" lieferte die
"Zweitakt-Rohölmotoren 4LV38"
für die Diesel-Lok.

    Von der Fa. Borsig Zusammengebaut: Diesel-Klose-Sulzer-Thermolokomotive.
Wikipedia: Schweizerische Bauzeitung                                                           Derby Sulzer                
Band 62, Nr. 22 vom November 1913.                                                      
 - Preußen & Sachsen -      

Sie hatte die Bezeichnung "Diesel-Klose-Sulzer-Thermolokomotive".

Nach einem Jahr Versuchsbetrieb wurde die Erprobung der Diesel-Lokomotive bei Beginn
des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918) abgebrochen.
Auf Grund der Mängel, die sich im Betrieb zeigten, erfolgte kein regulärer Einsatz mehr,
die Konstruktion wurde von den Firmen nicht weiter verfolgt.


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Borsig Balancier Dampfmaschine aus dem Jahr 1850.    
Die 1850 im "Moabiter"
Borsig-Werk hergestellte Balancier-Dampfmaschine
zum Antrieb einer Getreidemühle in Spremberg bei Cottbus. Später, im
Borsig-Werk "Tegel" hinter dem historischen BORSIG-Tor als Denkmal aufgestellt,
steht sie nun heute auch im Deutschen Technikmuseum Berlin.
Für Vorführungen (ohne Dampf) noch betriebsbereit.

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Die
Maschinenbauanstalt von August Borsig baute aber nicht nur Lokomotiven sondern
ermöglichte u. a. auch die Wasserspiele im Potsdamer Park Sanssouci.

Mit dem Aufstellen einer Dampfmaschine und dem dazugehörigen Pumpwerk,
im von Ludwig Persius erbauten Maschinenhaus / Moschee, einschließlich dem
Rohrleitungssystem zum und vom Ruinenberg für die Wasserspiele im Park
hatte
Borsig seinen ersten wichtigen geschäftlichen Erfolg und darüber
hinaus eine ingenieurtechnische Meisterleistung vollbracht.

-  Zum Vergrößern und zur Beschreibung die nachfolgenden "7 Fotos" anklicken -

Moschee - Pumpstation für Park Sanssouci.
Potsdam:  Moschee / Maschinenhaus - Pumpstation.
Fontäne in Sanssouci
Potsdam:  Große Fontäne im Park Sanssouci
         
Gittertor der Neptungrotte in Sanssouci aus der Werkstatt von August Borsig.
Das gegossene Eisengitter in der Portalöffnung der Neptungrotte in Sanssouci,
wurde ebenfalls
nach einem Entwurf von Ludwig Persius
in der Werkstatt von
August Borsig gefertigt.

              
Borsig hat auch zahlreiche andere Eisenkonstruktionen an bedeutenden Bauwerken realisiert,
z. B. die Eisen-Dachkonstruktionen im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel,
 

Neues Museum auf der Museumsinsel in Berlin
Berlin:   Auf der Museumsinsel - Das Neue Museum
 
                              
die Kuppel der Kapelle im ehemaligen Berliner Stadtschloss und die
Kuppel der St. Nikolaikirche in Potsdam.
                       
Ehemaliges Berliner Stadtschloss
Berlin:    Ehemaliges Berliner Stadtschloss

 
Nicolai Kirche in Potsdam
Potsdam:   St. Nikolaikirche

 
Einer von vier Löwen der ehemaligen "Löwen-Hängebrücke" im Großen Tiergarten in Berlin.
Sie führte über einen Wasserlauf, der im Park in den Neuen See mündet.
 
Löwe von der Löwen-Hängebrücke im Großen Tiergarten - Berlin.
Die vier gusseisernen Löwen wurden in der Werkstatt von Christian Daniel Rauch modelliert.

Ursprünglich 1838 von dem Bildhauer Christian Friedrich Tieck geschaffen und von dem
Architekten Ludwig Ferdinand Hesse als dekorative Hängebrücke im Tiergarten errichtet,
wurden diese Löwen 1838 noch bei August Borsig am Oranienburger Tor gegossen.


Die
Holz-Hängebrücke wurde 2014 komplett entfernt,

an
beiden Ufern sind Stahl-Sperrbügel fest montiert worden.

D
ie Löwenbrücke war nicht nur die letzte erhaltene Hängebrücke Berlins,
sondern die älteste Drahtseil-Hängebrücke Deutschlands.

 

Luther Bruecke in Moabit.
Die Luther Brücke (1891-92) am Schloss Bellevue in Berlin-Moabit stammt genauso
von der
Fa. Borsig wie ein eisernes Schwimmdock im Hafen von Swinemünde.


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1908 baute das Unternehmen für den alten Berliner Sportpalast im Bezirk Schöneberg
( Eröffnung 1910 / Abriss 1974 )
auch die erste und größte Kunsteisbahn der Welt, mit 10.000 Zuschauerplätzen.

1925 wurde der Sportpalast von Oskar Kaufmann (* 1873; † 1956) umgebaut:
hier liefen Maxi Herber-Ernst Baier auf dem Eis, hier sah man das Sechstagerennen,
hier verkündeten aber auch die Nazis mit Goebbels den Totalen Krieg.......

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Borsig Staubsauger - Saugling - 1920
Werbeplakat um 1924

Auch dieser 3,8 kg schwere Staubsauger "SAUGLING", Modell UNIVERSAL,
wurde ca. 1924 für 140,- Mark von der
Fa. A. Borsig GmbH hergestellt und
als Präzisionsarbeit aus Berlin-Tegel für den privaten Haushalt angeboten.
In nur 20 min versprach man die Reinigung einer 4-Zimmerwohnung.
Hierfür brauchte man bestimmt auch eine schnelle Hausgehilfin.

Wahrscheinlich konnten sich wohl nur gut betuchte Bürger diesen
"Saugling" leisten und nutzen.

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BORSIG Dampf-Pflüge      BORSIG Dampfpflug

Für große landwirtschaftliche Betriebe wurden auch Dampf-Pflüge hergestellt.

Zwischen den Rädern, unter dem Dampfkessel, befand sich eine Seiltrommel.
Mit dem Seil wurde der Pflug von der stehenden Dampfmaschine per Dampfkraft
bis zum Ende der Pflugstrecke über den Acker gezogen.


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Die Leistungen des Unternehmens bei Fabrik-Organisation, Werkzeugmaschinenbau
und Werkstoffentwicklung sowie soziale Absicherung der Beschäftigten,
galt als beispielhaft in Europa.

1848 entstand ein Speise- und Unterrichtsraum und ein Bad mit Schwimmbecken.
Die Kantinen wurden mit Erzeugnissen vom
Landgut Borsig in Groß Behnitz beliefert.

Bereits vor 1848 hatte Borsig Sterbe- und Unterstützungskassen eingerichtet.
Im Jahre 1849 entstand noch eine Ausbildungswerkstatt zur Schulung für den Nachwuchs
der Facharbeiter und Werkmeister.

Außerdem entstand in Berlin-Reinickendorf eine "Wohnsiedlung Borsigwalde",
(Borsigwalder Weg - Conradstraße - Ernststraße)
für mehr als 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Umzug aus der Stadt in die Werkssiedlungen bedeutete für die Arbeiter eine enorme
Verbesserung der Lebensqualität.

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Borsigwalde ist nun seit 2012 ein Ortsteil im Berliner Bezirk Reinickendorf,

Wappen vom Ortsteil Borsigwalde in Berlin-Reinickendorf
mit eigenem Wappen.

Zuvor war Borsigwalde eine Ortslage im Ortsteil Wittenau.

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1926 wird das Unternehmen BORSIG in eine GmbH umgewandelt.

Schon 1930 stand das Unternehmen kurz vor der Liquidierung, konnte aber 1931 durch eine Fusion mit der AEG gerettet werden.

Der gesamte Lokomotivbau der Borsig-Werke in Tegel wurde 1935 in das Hennigsdorfer AEG-Werk bei Berlin verlagert.
(nach der Wiedervereinigung 1990 die Bahnwerke "Bombardier Transportation")

Als Tochtergesellschaft Borsig Lokomotiv-Werke GmbH wurde er bis 1944 dort fortgeführt.
Die AEG hielt einen Anteil von 60 Prozent an dieser Gesellschaft, die Borsig OHG war mit 40 Prozent beteiligt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden bis 1954 noch ein paar wenige Dampflokomotiven gebaut.

Zwischenzeitlich war am 1. März 1932 die Borsig-Betriebs-Gesellschaft mbH gegründet worden.
Aus der Vergleichsmasse der ehemaligen A. Borsig GmbH war diese Neugründung als Auffanggesellschaft entstanden.

Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten gab das Signal, das Werk Borsig dem NS-Regime für die
Kriegsproduktion zu unterstellen.

Im April 1933 wurde ein Übernahme-Vertrag mit der Fa. Rheinmetall unterschrieben.
Das neue Unternehmen firmierte als Tochtergesellschaft von Rheinmetall zunächst unter A. Borsig Maschinenbau AG.

Im Dez. 1935 wurde die Umwandlung der Gesellschaft mit der Firmenbezeichnung Rheinmetall-Borsig AG beschlossen.

Im Juli 1938 erfolgte die Überführung der Aktienmehrheit der Gesellschaft auf die
Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisenhütten "Hermann Göring".

Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 brachte Rheinmetall-Borsig zum ausgewiesenen Rüstungsbetrieb.
Im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben der Schwerindustrie, die während des Zweiten Weltkriegs nahezu
ausschließlich für die Rüstungsindustrie produziert hatten, war aber ein Teil der ehemaligen Rheinmetall-Borsig AG
nach wie vor Maschinenbaufabrik geblieben und hatte auch nichtmilitärische Produkte hergestellt.

Unter anderen hat ein schwerer amerikanischer Bombenangriff vom 18. März 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs
verheerenden Schaden angerichtet, so dass die "Borsig Betriebsstätten zu 80 Prozent zerstört" waren.
In den ersten Nachkriegswochen folgten mehrere Werks-Demontagen durch die Sowjetische Besatzungsmacht,
wobei vorhandene Werkzeugmaschinen und sonstige technische Einrichtungen als Kriegsbeute abtransportiert wurden.
Auch das gesamte Zeichnungsarchiv wurde mitgenommen.

Ab Juli 1945 beteiligten sich ehemalige Arbeiter und Angestellte an umfangreichen Aufräum- und Aufbauarbeiten,
die freiwillig und meistens ohne Bezahlung ausgeführt wurden.
Im August 1945 arbeiteten bereits wieder ca. 1.500 Menschen bei der Firma Borsig, welche als Reparaturbetrieb
unter dem Namen Städtisches Werk Tegel GmbH geführt wurde.

Am 27. Februar 1946 wurde auf Befehl der Französischen Besatzungsmacht eine neue Gesellschaft mit dem Namen
Borsig Maschinenbau GmbH gegründet, die aber nicht zur Eintragung kam.
Im August 1946 zog die Französische Militärregierung ihren Antrag zurück und das Werk wurde wieder unter der alten
Firmenbezeichnung Rheinmetall-Borsig AG, Werk Borsig fortgeführt.

Am 11. Nov. 1946 wurde das Tegeler Firmengelände von der französischen Militärpolizei besetzt.
Im April 1947 begannen die Franzosen mit ersten Entlassungen - von ehemals 3.600 Menschen bis auf ca. 400 Arbeiter war
die Borsig-Belegschaft nun arbeitslos geworden.

Ab 1. Juli 1947 blieb die Firma Borsig vorerst stillgelegt.
Eine erneute Demontage der Borsig-Werke erfolgte diesmal durch die Französische Besatzungsmacht.

Die arbeitslose Borsig-Belegschaft gründete am 24. Juli 1947 eine Genossenschaft unter dem Namen
"Alte Tegeler Maschinen-, Kessel- und Apparatebauer eGmbH" und mietete sich auf dem Gelände der
Siemens-Kabelwerke in Gartenfeld ein.

Ende 1949 waren die Produktionsstätten in Tegel noch funktionsfähig, die demontierten Maschinen und Werkzeuge standen
zum Teil verpackt aber wieder einsatzbereit noch in Berlin, die ehemalige Borsig-Belegschaft wartete auf einen Neustart
in den Tegeler Werken.

113 Jahre nach Gründung der Firma Borsig hatte das Tegeler Werk, jetzt endgültig von der Demontagegefahr befreit,
seine Tätigkeit im Sinne der alten Borsig-Tradition wieder aufgenommen.

Die besondere Leistungsfähigkeit der alten Borsig-Werke beruhte vor allem darauf, dass es das einzige Werk
in Deutschland
war, dass eine eigene Materialgrundlage hatte.
Der Betrieb verfügte nämlich über "zwei Siemens-Martin-Öfen" mit einer täglichen Stahlleistung von 150 t
(Schrott zur Beschickung war in Berlin und auch auf dem Borsiggelände noch reichlich vorhanden); ein Elektroofen
wurde
etwas später ebenfalls in Betrieb genommen.
Die Borsig-Werke hatten ferner eine eigene Eisen- und Stahlgießerei, eine der größten Kesselschmieden in
Deutschland und ein eigenes Kraftwerk.
In Zeiten der beschränkten Zulieferungen aus fremden Produktionsstätten sind diese werkseigenen Materialgrundlagen
von unschätzbarem Wert.


Im April 1950 konnte Borsig mit einer Belegschaft von 700 Arbeitern und Angestellten die Produktion unter dem neuen
Firmennamen Borsig AG in Berlin-Tegel Westsektor und Zweigniederlassung West in Gladbeck/Westfalen
wieder aufnehmen.

Ende 1951
wurde aufgrund eines Lizenzvertrages mit der Fiat -Turin, auch mit der Herstellung von Großdieselmotoren
mit bis zu 13.500 PS begonnen.


Im Jahre 1954 stellte die vom Zweiten Weltkrieg arg gebeutelte Firma dann den Lokomotivbau ein.
Insgesamt entstanden im Hause Borsig 16.352 Lokomotiven.
Diese Zahlen berücksichtigen die 40 nach dem Zweiten Weltkrieg in Hennigsdorf gebauten Dampflokomotiven, für die man
die Borsig-Fabriknummernzählung weiterführte.
Die letzte im Krieg vergebene Fabriknummer war die 16.312.

Die Belegschaft wuchs zu dieser Zeit enorm, 1955 standen schon wieder 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Lohn und Brot (1960 ca. 6.000 Beschäftigte).

1956 wechselte wieder mal der Eigentümer, die AG für Berg und Hüttenwesen, später Salzgitter AG
- Eigentum des Bundes, wurde der neue Besitzer.

1966 kamen aufgrund des DDR-Mauerbaus am 13. Aug. 1961 und der konjunkturellen Einbrüche Mitte der 60er Jahre die
Borsig-Werke erneut in arge Schwierigkeiten.
Die Staatshaushaltsprobleme, die unter anderem zum Rücktritt von Bundeskanzler Ludwig Erhard führten, brachten staatseigene unrentable Betriebe auf den Prüfstand.

Für den Berliner Arbeitsmarkt war auch damals schon das Überleben von Borsig in Tegel, als einen der größten Arbeitgeber
im Westteil der Stadt, von besonderer Bedeutung.

Also wurde das Tegeler Werk privatisiert - 1967 wurde die Borsig AG in eine GmbH umgewandelt und ging in den
Besitz der neu gegründeten bundeseigenen Deutschen Industrieanlagen GmbH (DIAG) über,
die 1968 mit der Teilprivatisierung von Borsig begann.

Das Rohr- und Walzwerk in Tegel wurde inklusive Grundstück an die Thyssen-Gruppe verkauft.
                                                 
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Im Okt. 1970 wurde die "Deutsche Babcock-Wilcox AG" in Oberhausen (NRW), die spätere "Deutsche Babcock AG"
- dann "Babcock Borsig AG", neuer Eigentümer der Borsig GmbH.


Leider begann damit auch die "Zerschlagung" der altehrwürdigen Fa.  A. Borsig !

Aufgrund der Insolvenz vom 4. Juli 2002 des "Mutterkonzerns" Babcock Borsig AG in Oberhausen musste u. a. auch die
"Tochtergesellschaft"
Borsig GmbH in Berlin-Tegel Folgeinsolvenz anmelden.

Am 15. September 2002 das "Aus" für die, bis dahin schon arg dezimierte, "Alte" Borsig GmbH ?


Ab 16. September 2002
Fortführung (Neugründung) der Borsig Industrieholding GmbH in Berlin-Tegel
inklusive der Betriebsstätte in Gladbeck als unabhängiges Unternehmen mit stark reduzierter Produktpalette und nur
noch ca. 260 Beschäftigte als Gesamtbelegschaft
.

Anfang März 2008 verkaufte die Beteiligungsgesellschaft "capiton AG" für 350 Mio. Euro die "Neue" Fa. BORSIG
an den malaysischen Energiedienstleister KNM mit Sitz in Kuala Lumpur.

Das Unternehmen ist internationaler Marktführer für Entwicklung und Herstellung von Apparaten zur Kühlung von Gasen
im Bereich der chemischen und petrochemischen Industrie.


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Teilweise verwendete Literatur:  Ulrike Wahlich,  Die Borsig-Werke in Tegel.
Heimatmuseum Reinickendorf  -  Jaron Verlag  -  ISBN 3-932202-55-4

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Die ehemalige Produktpalette vor der "Zerschlagung" der
"Alten" BORSIG Werke
im Maschinen-, Kessel- , Apparate- und Modellbau, Röhrenwalzwerk, der Stahlgießerei mit zwei
Siemens-Martin-Öfen (Stahlleistung bis zu 150 t / Tag) sowie späterem Elektroschmelzofen:


            Dampf- und Kühlmaschinenanlagen, Dampfpumpen
            Schmiedepressen (12.000 t), Manipulatoren
            Bearbeitung von Kurbelwellen für Schiffsdieselmotore (45 t)
            Bau von Höchstdruckkesseln, Kessel- und Kraftwerkbau - Konkurrenz für den "Mutter-Konzern"                       
            Dampf-Turbinenbau,
            Schiffs-Groß-Dieselmotorenbau in Lizenz von Fiat-Turin (13.500 PS),
            Absorptions-Großkälteanlagen            
            Kolben-Kompressoren / Kälte-Verdichter / Erdgas-Verdichter            
            Turbo-Verdichter, Kälteanlagen
            Kugelhähne für Erdöl- und Erdgasleitungen - von DN 1 bis 56 Zoll
            Getriebe-Turboverdichter,   u.v.m.

In den vergangenen Jahren wurde diese
Produktpalette stark reduziert, da u.a. bei dem "Mutterkonzern Babcock AG"
in Oberhausen gleiche Fertigungsstätten (Konkurrenz) vorhanden waren und die damalige
"Insel West-Berlin" im "Westen"
der Bundesrepublik nicht unbedingt beliebt bzw. logistisch etwas schwer zu erreichen war
!

Solange es vom Staat Geld gab ist man geblieben - nach Einstellung der Zahlungen von "Berlinzulage" bzw. "Berlinhilfe"
verließen viele Firmen die Stadt.


Eingestellt wurde die Fertigung in der
Eisen- und Stahlgießerei, dem Modellbau, der Schmiede und eine der
größten Kesselschmieden Deutschlands.

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            Der
Borsig-Maschinenbau wurde an MAN Turbomaschinen AG GHH BORSIG (!) verkauft.
            Aus nachvollziehbaren Gründen wurde dann der Name BORSIG im Juli 2002
            aus dem ehemaligen Logo (Firmierung) der alten MAN Turbomaschinen AG GHH
"BORSIG"
           
wieder entfernt.

            Diese Produktionsstätten der ehemaligen Firma
            - seit 2010 - nun
MAN Diesel & Turbo SE,
            -
Diesel hat jetzt keinen guten Ruf mehr - also wieder Wechsel der Firmierung -
           
heute - seit 2018 - die
MAN Energy Solutions,
           
befinden sich noch in Berlin auf dem Gelände und in den ehemaligen Hallen
            der
"Alten" BORSIG Werke in Tegel, Egellsstraße 21.

                     
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Die damalige
Borsig-Kugelhahnproduktion für Hochdruck-Pipelines -
einschließlich Stell-Antrieb,
                  "Typ G", "S" und "U" -  Durchmesser-Nennweite 25 bis 1.400 mm (DN 1 bis 56 Zoll)
                
  Borsig U-Kugelhahnfertigung in  Berlin-Tegel.       BORSIG/Schuck-Armaturen - Kugelhahn       56 Zoll Kugelhahn
                          "Typ U"                                                                                                               "Typ G"
                                     
wurde 1996 an die Fa. Schuck-Armaturen GmbH in Steinheim verkauft.
                                            
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Wenn der alte August Borsig das wüsste, heute die Reste seines Lebenswerkes sehen könnte, er würde sich im Grabe umdrehen !

Übrig geblieben
in Berlin-Tegel ist nur die Fertigung von Apparaten für die chemische und petrochemische Industrie:

Abhitzekessel, Spaltgaskühler, Kratzkühler
und Spezialapparate, sowie international tätige Dienstleistung im Bereich Industrieservice.

                                                            
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Hinweis zur "Firma VEB Bergmann-Borsig" im ehemaligen Ost-Berlin / DDR - bis 1990:       

Ehemaliger Werkseingang Bergmann-Borsig
Der ehemalige Werkseingang vom VEB Bergmann-Borsig nach dem Mauerfall.

Die ehemalige Fabrik für Turbinenbau bzw. der Betrieb für
Kraftwerksanlagenbau
in (Ost-)Berlin-Pankow (Wilhelmsruh),
hatte nichts mit dem Firmengründer August Borsig und auch nichts mit dem Bergbau zu tun.

Zu DDR Zeiten war es wahrscheinlich das best bewachte Werksgelände in Europa.
Das Fabrikgelände hat in etwa die Form eines Dreiecks, wobei zwei lange Schenkel die direkte
Grenze zu (West-)Berlin, dem Stadtteil Reinickendorf (Wittenau) bildeten.

Neben den Facharbeitern und Angestellten des Werkes waren auch viel Polizei und NVA-Soldaten
als Bewachungsorgane und Fluchtverhinderer der DDR für dieses Fabrikgelände im Einsatz.

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Bei drei Mitarbeitern des Werkes nutzte die totale Bewachung aber nichts, sie gruben zu Pfingsten 1962 einen Fluchttunnel von
der Werksmauer
aus der Halle 10 des Fabrikgeländes des VEB Bergmann-Borsig zum S-Bahndamm - Richtung Oranienburg.

Der Fluchttunnel wurde erst am 12. Juni 1962 von den Organen der DDR entdeckt und zerstört.

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1907 von dem Firmengründer Sigmund Bergmann als Firma Bergmann AG
auf einem 76.000 m² großen Gelände in dem Ort Wilhelmsruh gegründet -

am 20. März 1991, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, als ABB Bergmann-Borsig GmbH
(
von ABB übernommen)
- dann, nach der Übernahme von Alstom - Alstom Power Service GmbH.


Im Zweiten Weltkrieg wie viele Firmen schwer zerstört, begann im Sommer 1945, nach umfangreichen
Demontagen, die dortige Belegschaft ebenfalls mit selbsttätigen Aufräum- und Aufbauarbeiten.

Die entscheidende Wende für die Bergmann Werke folgte 1948.

Die Stilllegung der Borsigwerke in Tegel, die Demontagedrohung durch die Französische Besatzungsmacht und die
Blockade der drei West-Sektoren Berlins durch die Sowjetische Besatzungsmacht gaben dem bis dahin unscheinbaren Nachkriegsbetrieb der Bergmann Werke im sowjetischen Sektor auf einmal starken Auftrieb.

Durch die Betriebsstilllegung der Borsigwerke im West-Sektor galt es nun im Ost-Sektor Berlins, diesen Ausfall in
kürzester Zeit wettzumachen und als Energieversorgungsbetrieb ebensoviel Kapazität wie Borsig auszubauen.

Das Werk wurde unter großem Einsatz auf- und ausgebaut. Die Belegschaft wuchs von ehemals 450 auf 1.500
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an.
Auch von der ehemaligen Borsig-Belegschaft arbeiteten einige bei "Bergmann" und konnten so ihre Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden.
Allerdings wechselte nicht die gesamte Tegeler Borsig-Belegschaft nach Wilhelmsruh, wie es sich
der "Volks Eigene Betrieb" (VEB) Bergmann erhofft hatte.

Die Namensgebung "Bergmann-Borsig"
stand also eher programmatisch für das Kräftemessen zwischen dem sowjetischen und westalliierten Berlin.
Sie sollte die Stärke und den Triumph der Ost-Berliner Wirtschaft symbolisieren.


In West-Berlin wurde der Fehdehandschuh aufgegriffen und kräftig gegen die Konkurrenz polemisiert.
Auf einer öffentlichen Versammlung im West-Berliner Bezirk Reinickendorf, am 23. Nov. 1949, verkündete der damalige
SPD-Vorsitzende Franz Neumann:

"Borsig-Tegel wird früher funktionieren als das russische Plagiat (Diebstahl geistigen Eigentums)
in Wilhelmsruh und es wird noch existieren, wenn von Bergmann-Borsig niemand mehr spricht."

Anmerkung:

Er hat nicht ganz Recht behalten, denn der Name Borsig GmbH in Berlin-Tegel war vielen nach der Wiedervereinigung nicht
so geläufig als der von Bergmann-Borsig in Berlin-Wilhelmsruh.
Jedoch hat tatsächlich ein kleiner Torso der ehemaligen Borsig-Werke in Tegel bisher überlebt.

Die Firma (VEB) Bergmann-Borsig existiert heute leider nicht mehr, es wurden dort bis zu 3.500 Beschäftigte entlassen.

Auf dem Gelände des ehemaligen VEB Bergmann-Borsig besteht heute die Alstom Power Service GmbH mit
ca. 320 Beschäftigten und es
entstand ein Gewerbegebiet mit einer Gesamtfläche von 280.000 qm, der PankowPark.

Hier sind mehr als 80 Unternehmen angesiedelt, aber auch Künstlerateliers, Kleingewerbe und Kulturstätten sowie Ausbildungsbetriebe wie die BaFu Nord GmbH.
Die Beschäftigtenzahl liegt insgesamt bei 1800. Dabei ist das wichtigste Unternehmen eine Fabrik zur Herstellung von Schienenfahrzeugen, die 1995 durch Adtranz neu gebaut worden war und heute zum
Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail gehört.

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