Schloss Cecilienhof pfeil1.gif (1042 Byte)
Pfingstberg / Belvedere
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für Quereinsteiger
     
pfeil.gif (272 Byte) Fotoarchiv
Neuer Garten am Heiligen See
und
Belvedere auf dem Pfingstberg
in Potsdam

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Nach dem Tod des kinderlosen Friedrich II. - der Große (* 1712; † 1786)
übernahm dessen Neffe Friedrich Wilhelm II. (* 1744; † 1797)
die Regierung.

Friedrich Wilhelm II.

Er ließ ab 1786 auf ehemaligen Wein- und Obstgärten nordöstlich des Parks Sanssouci durch den
Landschaftsgärtner J. A. Eyserbeck
(* 1762; † 1801) einen Englischen Park anlegen.

 Den Mittelpunkt bildet das Marmorpalais am Ufer des Heiligen Sees.
               
Marmorpalais am Heiligen See im Jahr 2001.

Foto: 2001

Das Marmorpalais als Sommerresidenz

1787 - 1793
für Friedrich Wilhelm II., König von Preußen (1786 bis 1797),
von den Architekten Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) und Carl von Gontard (* 1731; † 1791)
errichteter Hauptbau des Neuen Gartens, ein Meisterwerk des Frühklassizismus in Preußen.


Marmorpalais am Heiligen See im Mai 2017.
Foto: Mai 2017

Es wurde für 15 Millionen Euro bis Mitte 2009 restauriert und renoviert,
auch der Ehrenhof wurde wieder hergestellt
.



Friedrich Wilhelm II. distanzierte sich damit deutlich von den Architektur- und Gartenideen seines Onkels Friedrich II.,
mit dem er sich nie richtig verstanden hatte.


Das aus roten Backstein errichtete Gebäude am Heiligen See war dem Privatleben Friedrich Wilhelms II. vorbehalten.
Prachtvolle Ausstattung sind die Wohnräume des Königs, mit kostbarer englischer Wedgwood Keramik,
dem Konzertsaal und ein orientalisches Zeltzimmer.
Am 9. November 1797 überließ König Friedrich Wilhelm II. seinem Sohn Friedrich Wilhelm (III.) die Regierungsgeschäfte,
 da er dazu aufgrund von Atemnot und Bewegungsunfähigkeit nicht mehr in der Lage war.

 Während eines Krampfanfalls starb Friedrich Wilhelm II. am 16. November 1797,
 morgens um 8:58 Uhr, im Alter von 53 Jahren im Marmorpalais.

Friedrich Wilhelm III.
Die erste Umgestaltung wurde dann 1797 von seinem Sohn, Friedrich Wilhelm III. (* 1770; 1840),
durch Georg Friedrich
von Boumann (* 1737; † 1812) vorgenommen.

1843 bis 1848 wurde der Innenausbau wiederum von dessen Sohn, Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; † 1861),
durch
Ludwig Ferdinand
Hesse (* 1795; † 1876), nach Plänen von Ludwig Persius (* 1803; † 1845), verändert.

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Friedrich Wilhelm IV.
Friedrich Wilhelm IV. (* 1795; † 1861), ein künstlerisch begabter Monarch und Romantiker
seiner Zeit, hatte die Idee, die ganze Insel Potsdam einschließlich Babelsberg, Glienicke,
Pfaueninsel und Sacrow als Landschaft zu gestalten.

In dieses Vorhaben bezog er alle bereits bestehenden Schloss- und Parkanlagen ein,
ließ die Hügellandschaft um Potsdam mit kleineren Schlössern bebauen und durch
Sichtbeziehungen verbinden.

1816 und 1828 gestaltete Peter Joseph Lenné (* 1789; † 1866) den Park Neuer Garten zu einem
einheitlichen Landschaftsbild mit weiten Rasenflächen um.

Karte - Neuer Garten in Potsdam
Übersicht-Tafel als Foto aus der Parkanlage Neuer Garten.

Fotos der aufgeführten historischen Gebäude hier anwählbar.
Weitere Fotos siehe unten !

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Ab 1847 ließ Friedrich Wilhelm IV. auf dem Pfingstberg das Belvedere, eine große
Aussichtsschlossanlage im italienischem Stil, von Ludwig Persius erbauen.

Ausgangspunkt für seine Planungen war die die nördlich von Rom gelegene Villa Casino Caprarola (1585).

Durch seine Romreise 1828 inspiriert, gibt es zahlreiche Handskizzen und Entwürfe von ihm.

Peter Joseph Lenné vervollständigte dieses landschaftsarchitektonische Ensemble.
Er fasste
1862  beide Gelände als Landschaftspark zusammen.
 
1990 - 93 wurde der Neue Garten nach den historischen Plänen des
Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné rekonstruiert.



Heiliger See
Vom Neuen Garten am Heiligen See, der Blick zum Ostufer des Sees.

Im Hintergrund der Fernmeldeturm der Deutschen Bundespost
auf dem
Schäferberg, in Berlin/Zehlendorf.

Postturm auf dem Schäferberg in Berlin-Zehlendorf


 
Kormorane auf dem Heiligen See
Auch für Kormorane lohnt sich ein Besuch am Heiligen See.


 
Eingang zur Schwanenbrücke zum Neuen Garten am Heiligen See.
Am Ende der Schwanenallee - ausgehend von der Glienicker Brücke - befindet sich die seit 1999 heute noch
"provisorische Schwanenbrücke"
als einer der "Eingänge" zum Neuen Garten am Heiligen See,
die über den "Hasengraben" führt (Foto: Sept. 2019).

Der Hasengraben ist ein kleiner Kanal in der Berliner Vorstadt von Potsdam.
Er verbindet den Heiligen See (links) mit dem Jungfernsee / Havel (rechts).


 
Schwanenbrücke - Richtung Ausgang Neuer Garten in Potsdam.
Schwanenbrücke - Sicht in Richtung Glienicker Brücke - "Ausgang" vom Neuen Garten.

Die unscheinbare Behelfsbrücke ist nur der Ersatz für das, zwischen 1945 und 1989,
zum Einsturz gebrachte
Original.

Die Sandsteinblöcke konnten nach 1990 aus dem Wasser geborgen werden.

Die Brücke wurde zu Zeiten der DDR-Mauer in der DDR (Potsdam) nachts angestrahlt,
denn sie befand sich im Sperrgebiet (Todesstreifen) gegenüber von West-Berlin.

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Bei der alten Schwanenbrücke handelte es sich um ein mit Kalksandstein verkleidetes Bauwerk,
das mit vier Laternen (Kandelaber) geschmückt war und von "vier gusseisernen Schwänen" gestützt wurde.

Schwäne galten als Symbole der Reinheit, des Reifens und der Vollendung.

Die vier gusseisernen Schwäne mit ihren weit ausgebreiteten Flügeln gaben der Brücke und
der Uferpromenade schließlich den Namen.

Der
Architekt Albrecht Dietrich Schadow (* 1797; † 1869) entwarf die kleine Brücke im Jahr 1841.

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Für die Herstellung der malerisch wirkenden Kandelaber, die die Brücke schmückten,
sollen noch Sponsoren gefunden werden.
Die vorhandenen historischen Pfeiler und die 80 geborgenen Bogensteine sollen dann wieder "auferstehen".

Der "Verein Berliner Vorstadt e. V." trägt mit einer "Sammlung und Spendenaufruf" zum Wiederaufbau der Brücke bei,
die Kosten werden auf insgesamt 300.000 Euro geschätzt.


 
Zufällig ein Schwan an der Schwanenbrücke in Potsdam.       Zufällig ein Schwan an der Schwanenbrücke in Potsdam.

Wie es der Zufall so will, befand sich am Tag meines Besuches ein Schwan unterhalb der Schwanenbrücke

Zufällig ein Schwan an der Schwanenbrücke in Potsdam.       Zufällig ein Schwan an der Schwanenbrücke in Potsdam.

am Ufer des Jungfernsees (Havel) und putzte gründlich sein Gefieder.


 
Schwanenbrücke über dem Hasengraben in Potsdam.
Die Ansicht zur Schwanenbrücke, die den Hasengraben überspannt, vom Ufer des Jungfernsees (Havel).

Mit einem Kahn kann man derzeit nicht vom Jungfernsee, durch die Schwanenbrücke,
zum Heiligen See fahren, die Durchfahrt ist nicht möglich.

Durch eine Wiederherrichtung dieser Brücke in ihrer alten Schönheit wäre der Eintritt zum
UNESCO-
Weltkulturerbe - dem Neuen Garten am Heiligen See - entsprechend gewürdigt.

 

Schwanenbrücke über dem Hasengraben in Potsdam.        Hasengraben - vom Heiligen See - in Potsdam.
Der "Hasengraben" wurde im Jahr 1737 angelegt, hier die Ansicht zur Schwanenbrücke
aus Richtung Heiliger See zum Jungfernsee (Havel)
.

Er verband damals die Havel (Jungfernsee) über den Heiligen See und den Behlertgraben mit dem damaligen Bassin,
des im selben Zeitraum trockengelegten heutigen Bassinplatz in Potsdam.

Dieser Transportweg war notwendig, um die vielen Materialien für die Zweite barocke Stadterweiterung
in die Innenstadt Potsdams zu schaffen.

Unterirdisch wurde der Abfluss vom Bassinplatz an der Ostseite des "Platz der Einheit" zum Stadtkanal weiter geführt.

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Als Fährmann und späterer Brückenpächter wurde Martin Behlert bekannt (Lebensdaten ? / * ; † ),
der neben den Materialtransporten für das "Holländische Viertel" gegen Bezahlung
auch Personen durch diese Gewässer beförderte.

Nach ihm wurden der Behlertgraben, der zwischen 1737 bis 1739 angelegt wurde,
die Behlertstraße
und die Behlertbrücke benannt.


 
Themistokles-Herme am Osrufer des  Heiligen Sees in Potsdam.     Kopf des Themistokles am Osrufer des  Heiligen Sees in Potsdam.
Die Themistokles-Herme am Ostufer des Heiligen Sees,
schräg gegenüber vom Marmorpalais (Westufer),
wurde nach einem antiken Original aus weißem Marmor gefertigt.

Sie zeigt die Büste des griechischen Feldherrn Themistokles - dem "Kämpfer zur See".

Sie wurde
Anfang August 1790 von Friedrich Wilhelm Erdmannsdorff (* 1736; † 1800) für
König
Friedrich Wilhelm II.
(* 1744; † 1797) in Italien bei Ostia (Ausgrabungsort) erworben.

1791 traf diese dann in Potsdam ein und wurde 1792 mit einem neuen, unbekannten Kopf versehen.
Anschließend ist sie
auf der Landbrücke zwischen dem Heiligen See und Havel, schräg gegenüber
dem Marmorpalais, bis 1830 aufgestellt worden.
Nach ihrer Überführung 1830 in das Museum wurde die Herme mit einer Nachbildung
d
es "Strategenkopfes" versehen.


Ab 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, war die Büste verschollen.
Eine
neue Kopie der Herme und der für lange Zeit mit ihr verbundene "Strategenkopf" wurde im Jahr
1993
wieder dort aufgestellt, wo die originale Herme zwischen 1792 und 1830 im Neuen Garten stand.


 
Blick über den Heiligen See in Potsdam.
Der Blick über den Heiligen See zum Marmorpalais, Roten Haus und Grünen Haus.


 
Das Grüne Haus am Heiligen See in Potsdam.
Das sogenannte "Grüne Haus" am Nordufer, nahe der Badestelle am Heiligen See.

Das Grundstück diente schon vor der Anlage des Parks
dem Bildhauer, Kunsttischler und
Bronzegießer Heinrich Friedrich Kambly (* 1750; 1801) als Wohnung und Werkstatt.

Dieses
Haus wurde auch von König
Friedrich Wilhelm II. erworben und umgebaut.

Wenige Monate vor dem Tode des Königs richtete hier der Berliner Hofapotheker und Professor der Chemie und Pharmacie
Sigismund Friedrich Hermbstädt (* 1760; † 1833) ein Labor ein, in dem er in Spezialöfen aus Braunstein (Manganoxid) und Salpetersäure,
"
Lebensluft" herstellte.
Diese Luft wurde in Ballons abgefüllt, ins Marmorpalais gebracht und dem an Atemnot leidenden Monarchen über einen Schlauch zugeführt.
Tatsächlich ging es Friedrich Wilhelm II. anschließend für einige Tage besser - retten konnte ihn das Experiment aber nicht mehr.


Später erlangte das "Grüne Haus" als erste Dienstwohnung des 1816 nach Potsdam berufenen
Landschaftsgärtners Peter Joseph Lenné
(* 1789; † 1866) an Bedeutung.
Als "Probearbeit" wurde ihm die gärtnerische Gestaltung des Umfeldes übertragen, die er später für den gesamten Neuen Garten fortsetzte.

Heute wohnen im "Grünen Haus"
acht Mietsparteien, vornehmlich Mitarbeiter der "Stiftung Preußische Schlösser und Gärten".


 
Das Rote Haus am Heiligen See in Potsdam.
Das sogenannte "Rote Haus" am nordöstlichen Ufer des Heiligen Sees - Nähe vom "Grünen Haus",
stand auch schon, bevor Friedrich Wilhelm II. den Park errichten ließ.

Früher war es mal ein Weinmeisterhaus (Winzer-Kate), vor 1763 in den Weingärten errichtet.
Heute noch vermittelt es den Eindruck ländlicher Idylle, es ist im Laufe der Jahre immer mehr zugewachsen.

Einige Zeit lang wohnte Johann Friedrich Ritz (* 1755; 1809), der Gärtner und spätere Geheimkämmerer des Königs darin.

Scheinehe mit
Wilhelmine Encke (* 1753; † 1820) - ab 1794 Gräfin Lichtenau, der Mätresse des Königs
Friedrich Wilhelm II.

7 Jahre stand das Haus leer - seit dem Jahr 2001 wohnt hier der
Chefrestaurator der "Stiftung Preußische Schlösser und Gärten".



 
Bibliothek am Heiligen See - Neuer Garten - Potsdam.
Die Gotische Bibliothek, ein zweistöckiger Pavillon,
 
Bibliothek am Heiligen See - Neuer Garten - Potsdam.     Bibliothek am Heiligen See - Neuer Garten - Potsdam.
an der Südspitze des Heiligen Sees gelegen, mit Blick zum Marmorpalais.

Sie wurde
1792 bis 1794 von Carl Gotthard Langhans als neugotischer Turmpavillon
für die Büchersammlung
des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet.


Das Untergeschoss enthielt klassische französische Literatur, das Obergeschoss
war den deutschen Klassikern sowie Schriften der Rosenkreuzer vorbehalten.

Die Bücher wurden 1933 in das Potsdamer Stadtschloss verlagert und verbrannten bei der
Kriegszerstörung desselben; heute befinden sich keine Schriften mehr in dem Gebäude.


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Im Zweiten Weltkrieg fiel eine Bombe in den Heiligen See, wonach das Gebäude in Richtung Wasser abrutschte,
am Fundament noch sichtbar (im Foto links).
Die Gotische Bibliothek nannten die Anwohner "Schiefer Turm von Potsdam"; das Gebäude verfiel zur Ruine.

Zum 1000. Geburtstag Potsdams machte Berlin im Jahr 1993 ein großzügiges Geschenk in Höhe von 1,6 Millionen Mark
zur Erhaltung des Bauwerks.
Erst in den Jahren 1995 bis 1997 wurde unter großem Aufwand und mit Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt
das Fundament gesichert und die zuvor abgetragene Bibliothek aus den Originalteilen vollständig rekonstruiert.

Der Grundstein für den Wiederaufbau wurde am 6. Februar 1995 im Beisein von Vertretern der SPSG gelegt.

Das Obergeschoss ist abgesperrt und die Bibliothek kann nur durch die Fenster im Erdgeschoss besichtigt werden,
sie ist nicht öffentlich zugänglich.



 

Palais Ritz-Lichtenau in Potsdam.    Palais Ritz-Lichtenau in Potsdam.
Fotos: April 2003

Das "Palais Ritz-Lichtenau" in der Behlertstr. 31 bzw. Kurfürstenstr. 40,
gegenüber der Gotischen Bibliothek, in Sichtverbindung zum Marmorpalais.

Zum Palais gehören noch ein Kutscher- und Gartenhaus, 2005 wurde es zum Verkauf angeboten.


Nach jahrelanger umfangreicher Sanierung und Restaurierung durch die neuen Besitzer,
wird ab 2013 der einzigartige Festsaal des Palais und die angrenzenden Räume mit ihren
Originalfassungen auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Das Palais beherbergt jetzt das renommierte Haut- und Laserzentrum Potsdam.
 


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1796 - 97
wurde das legendenumwobene Schlösschen von dem Architekten Michael Philipp Daniel Boumann (* 1747; † 1803)
für den Geheimen Kämmerer von Friedrich Wilhelm II.,  Johann Friedrich Ritz (* 1755; † 1809) und dessen Gemahlin (Scheinehe),
Wilhelmine Encke (* 1753; † 1820) - ab 1794 Gräfin Lichtenau, erbaut.

Die Innenarchitektur wurde durch Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) ausgeführt.

Friedrich Wilhelm II. hatte es für seine bürgerliche Geliebte Wilhelmine Encke, ab 1794 Gräfin Lichtenau,
in Auftrag gegeben und in Sichtverbindung zu seinem Domizil, dem Marmorpalais im Neuen Garten bauen lassen.

Gräfin Lichtenau
Die Gräfin Lichtenau hat aber nur kurz im Palais gelebt, denn zwei Monate nach der Einweihung,
die am 25. September 1797 stattfand, starb Friedrich Wilhelm II.

Nach dem Tod des Königs wurde der gesamte Lichtenauesche Besitz konfisziert.


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Der musische Prinz Friedrich Wilhelm (II.), er spielte Cello, hatte schon als Halbwüchsiger
Liebschaften mit den Wäschermädchen und anderen "Weibsbildern" niederen Standes.

Als er beim Musizieren die  Tochter des Hofmusikanten Encke kennen lernt, verliebt er
sich in die 13 jährige Wilhelmine und sie werden ein Liebespaar.
Er kümmert sich auch um Bildung und Geschmack des bürgerlichen Mädchens, schickt
sie dazu sogar nach Paris. Als Mätresse an seiner Seite wird sie ihm eine kluge Beraterin.

Am 8. August 1781 "beendet" Kronprinz Friedrich Wilhelm (II.) auf Druck des
Rosenkreuzer-Ordens,
denen er an diesem Tag als "Bruder Ormesus" beitrat, den Umgang mit Wilhelmine,
bleibt aber mit ihr "tief befreundet".

http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenkreuzer

Aus dieser Verbindung entstammen vier uneheliche Kinder, das dritte war
sein abgöttisch geliebter Sohn Friedrich Wilhelm Moritz Alexander (* 1779; † 1787)

Er verstarb im Alter von achteinhalb Jahren aus ungeklärter Ursache -
man vermutet aber, dass er vergiftet wurde.

Noch von seinem Großonkel, Friedrich II., zum "Grafen von der Mark" ernannt.

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Grabmal Alexander von der Mark in der Alten Nationalgalerie.
Das "Grabmal des Grafen Alexander von der Mark",
1790
von Johann Gottfried Schadow (* 1764; † 1850) erschaffen,


Alte Nationalgalerie auf der Berliner Museumsinsel
ist in der Berliner "Alten Nationalgalerie" (Museumsinsel)
- als Dauerleihgabe der Dorotheenstädtischen Kirche -
auf der Empore des dritten Ausstellungsgeschosses zu sehen und gilt als bedeutendes Zeugnis des Frühklassizismus.

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Friedrich Wilhelms II.
bürgerliche Geliebte Wilhelmine Encke-Ritz, auch "schöne Wilhelmine" genannt,
1777 von Friedrich II. widerwillig mit einer jährlichen Apanage als offizielle Mätresse anerkannt,
wurde später durch ihn 1796 in den Adelsstand zur Gräfin Lichtenau erhoben.

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1793 gab Friedrich Wilhelm II., im Volk auch "Der dicke Lüderjahn" genannt,
seiner Geliebten die Anweisung zum sofortigen Bau eines Lustschlosses auf der
Pfaueninsel
in der Havel.
Doch im Jahr der Fertigstellung starb der Monarch.
 
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Sein Sohn und Thronfolger Friedrich Wilhelm III. (* 1770; † 1840) aus der Ehe mit
Friederike Luise von Hessen-Darmstadt (* 1751; † 1805),
ließ Gräfin Lichtenau sofort nach der Thronbesteigung auf der
Festung Glogau
in Festungshaft werfen.

Die Stadt Glogau heißt heute Glogów und liegt im Westen Polens, etwa 80 km nordwestlich von Breslau an der Oder.

Ihr wird der Prozess wegen Bereicherung, Betruges, Landesverrats etc. gemacht.
Die gegen sie erhobenen Vorwürfe erwiesen sich aber als unbegründet.
1809 darf die Gräfin Lichtenau wieder nach Berlin zurückkehren, sie wird rehabilitiert
und erhält 1809, hauptsächlich durch Intervention Napoleons I. (* 1769; † 1821),
einen Teil ihres Vermögens zurück.


St. Hedwigs Kathedrale in Berlin Mitte.

Die Gräfin starb am 9. Juni 1820 im Alter von 67 Jahren in Berlin und wurde in einer Gruft der
römisch-katholischen St. Hedwigs-Kathedrale - hinter der Deutschen Staatsoper - beigesetzt.

Als die Gruft 1943 leer geräumt wurde, um im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum Verwendung zu finden,
erfolgte ihre Umbettung auf den St. Hedwigs-Friedhof in Berlin-Mitte.


 
St Hedwigs Friedhof in Berlin-Wedding.
Auf dem Alten Domfriedhof St. Hedwig in der Liesenstraße,
Berlin-Mitte, Ortsteil Gesundbrunnen,
im ehemaligen Todesstreifen der 1989 gefallenen Ost-Berliner DDR-Mauer.

 
Gedenkplatte Gräfin Lichtenau - St Hedwigsfriedhof in Berlin-Wedding.     Gedenkplatte Gräfin von Lichtenau - St Hedwigs Friedhof in Berlin-Wedding.
Heute erinnert an Wilhelmine Gräfin von Lichtenau (* 1753; † 1820) eine kleine Grabplatte im Rasen der sonst leeren
Grünfläche des Alten Domfriedhofs St. Hedwig, im wieder zugänglichen ehemaligen Ost-Berliner Todesstreifen,
wo fast alle Grabstellen zu DDR-Zeiten eingeebnet wurden.

GPS-Position
   Breitengrad:       Längengrad:      
 
N 52°32'20.20" , E 13°22'40.65"


 
Gedaechtnisurne_Graf_von_der_Mark.jpg (15045 Byte)
Als König Friedrich Wilhelm II. ab 1786 den Neuen Garten anlegen ließ, gehörte die Gedächtnisurne
für
den Grafen Alexander von der Mark (* 1779; † 1787) zu den frühesten bildhauerischen
Dekorationen in unmittelbarer Nähe des Marmorpalais
am Westufer des Heiligen Sees.

Der König hatte die Urne zum Andenken an seinen abgöttisch geliebten, früh verstorbenen
unehelichen Sohn Friedrich Wilhelm Moritz Alexander, aus der Verbindung mit seiner
bürgerlichen Mätresse Wilhelmine Encke-Ritz (Gräfin Lichtenau), anfertigen lassen.

Alexander verstarb im Alter von achteinhalb Jahren.

 
Gedaechtnisurne - Blick zum Ostufer
Die 1789 für den Neuen Garten aus Marmor angefertigte Gedächtnisurne für den
Grafen Alexander von der Mark war fast 60 Jahre verschollen.

Hier der Blick zum "neuen" Villenviertel am Ostufer des Heiligen Sees,
gegenüber dem Marmorpalais.

Mitarbeiter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg fanden
im November 2004 die Urne ca. 10 Meter vom Ufer entfernt, in etwa 5 Meter Tiefe auf
dem Grund des Heiligen Sees.
Sie wurde restauriert, der Muschelbewuchs entfernt, die Marmoroberfläche gereinigt
und wieder auf das noch vorhandene marmorne Postament aufgesetzt.


 
Ehemalige Küche für das Marmorpalais am Heiligen See.
Die ehemalige Schlossküche wurde 1788 bis 1790 - nahe dem Marmorpalais,
am Westufer des Heiligen Sees in Form eines versunkenen Tempels erbaut.


Schlosskueche im Neuen Garten
Die ehemalige Schlossküche war unterirdisch mit dem Marmorpalais verbunden.


Blick durch die Säulen der Küche für das Marmorpalais.
Blick vom westlichen Seeuferweg zum Marmorpalais,
durch die wuchtigen Säulen der ehemaligen Schlossküche.


Küche, Marmorpalais und Pyramide (Eiskeller) am Heiligen See.
Foto: April 2003

Schlossküche (links) für das Marmorpalais und die Pyramide (Eiskeller), rechts im Foto.

Vor der Pyramide, am Uferweg des Heiligen Sees, erkennt man schwach eines der bedeutendsten
Kunstwerke des Neuen Gartens, das weiße Postament mit der Erinnerungsurne für den
Grafen Alexander von der Mark.



Marmorpalais am Westufer des Heiligen Sees.
Marmorpalais
am Westufer des Heiligen Sees (Foto: 19.09.2019).
Bedeutender Bau des preußischen Frühklassizismus.

Ab 1881 war das Marmorpalais die Sommerresidenz des späteren Kaiserpaars
Wilhelm II. (* 1859; † 1941) und Auguste Victoria (* 1858; † 1921).

Ab 1905 wohnten bis zur Fertigstellung des Cecilienhofes im Jahr 1917
Kronprinz Friedrich Wilhelm Victor August Ernst von Preußen (* 1882; † 1951) und seine Familie im Schloss.

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beherbergte das in der Sowjetischen Besatzungs Zone
- dann DDR - liegende Schloss ein
Russisches Militärmuseum bzw. Deutsches Armeemuseum.

Nach dem DDR-Mauerfall (1989) und Abzug des Sowjet-Militärs (1993) wurde das Marmorpalais
seit Jahren restauriert. Ab April 2006 können nun die restaurierten und rekonstruierten
Säle und Einrichtungen wieder besichtigt werden.


Pyramide-Eiskeller für Schlossküche
Der als Pyramide "getarnte", 1791 - 92 erbaute ehemaliger Eiskeller, zum Frischhalten
und Einfrieren von Lebensmitteln, für die Schlossküche des Marmorpalais.

Darunter ein ca. 5 m tiefer Keller in drei Etagen.
In der untersten Etage wurde Eis eingelagert, welches damals im Winter gleich
vom Heiligen See entnommen werden konnte.


          Gedächnisurne für Gräfin Ingenheim
Hinter der Pyramide ließ Friedrich Wilhelm II. auf einer Parklichtung diese Gedächtnisurne für die Gräfin Ingenheim aufstellen.

Die zweite Ehefrau - Gräfin Ingenheim - Friedrich Wilhelms II.
Julie Amalie Elisabeth von Voß, ab 1787 Gräfin Ingenheim (* 1766;  1789)
war die große Liebe von Friedrich Wilhelm II.

Die schriftliche Einwilligung zur "morganatischen Ehe" hatte der König durch seine Frau,
Königin Fiederike Luise erhalten, die nach sieben Geburten ihre ehelichen Pflichten als erfüllt ansah.


Portal Schloss Charlottenburg - Berlin
Die "Zweitehe" wurde  am 7. April 1787 in der Charlottenburger Schlosskapelle (bei Berlin) geschlossen.
Heute ist Charlottenburg ein Ortsteil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin.

Im November 1787 erhob Friedrich Wilhelm II. Julie Amalie Elisabeth von Voß zur "Gräfin von Ingenheim".
Nur zwei Jahre später, am 25. März 1789, erlag sie im Alter von 22 Jahren an Lungentuberkulose.


Am 1. April 1789 wurde Julie von Voß - "Gräfin von Ingenheim" - auf eigenen Wunsch in ihrem Geburtsort,
auf dem Friedhof oder in der
Schlosskirche Buch,
im gleichnamigen
Ortsteil von Berlin-Pankow,
in einer Gruft unter dem Altar der Kirche beigesetzt.

Über dem Portal der Schlosskirche Buch in Berlin.
Über dem Portal der Schlosskirche Buch.


Schlosskirche Buch in Berlin-Buch.
             Schlosskirche Buch in Berlin-Buch.
Die Farbgestaltung und das Äußere des barocken Kirchengebäudes aus dem Jahr 1736,
ohne kriegszerstörten Glockenturm 1950 wieder aufgebaut,
 hat gewisse Ähnlichkeit mit dem erst 1787 - 93 gebauten Marmorpalais.

Der Glockenturm soll demnächst wieder rekonstruiert und aufgesetzt werden - Stand Juli 2019
,
einer der Sponsoren ist wieder mal der
TV-Moderator Günther Jauch.


Der Bestattungsort in der Schlosskirche - Familiengruft - unter dem Altar
oder auf dem Kirchhof, scheint nicht genau bekannt zu sein.


Familiengruft derer von Voss auf dem Friedhof der Schlosskirche Buch.

Das Familiengrab derer von Voß, auf dem Kirchhof der Schlosskirche Buch,
mit dem Familienwappen.


GPS-Position
   Breitengrad:       Längengrad:      
 
N 52°38'07.56" , E 13°29'54.44"

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Die "morganatische Ehe" im europäischen Hochadel - bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts,
war die
Bezeichnung für eine nicht standesgemäße Ehe,
bei der die vermögens- und erbrechtliche Stellung der unebenbürtigen
Frau und der Kinder durch einen Ehevertrag festgelegt wurden.


 

Orangerie im Neuen Garten
Die 1791- 93 nach Plänen von Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) erbaute, 86 m lange Orangerie.

Sie befindet sich
Im südlichen Teil des Neuen Gartens,
ca.
250 Meter vom Marmorpalais entfernt,
hinter dem "Damenhaus" und den Häusern
des "Holländischen Etablissements".

Der Eingangsbereich und der dahinter liegende Saal wird im Sommer als Café genutzt.
Im Herbst nehmen die Pflanzenkübel zur Überwinterung wieder Beschlag von den Räumen.


 
Orangerie im Neuen Garten.
Die Orangerie mit dem Ägyptischen Portal wird von einer Sphinx bewacht.

In den Wandnischen des halbrunden Eingangsbereichs stehen zwei schwarz gefärbte Statuen
ägyptischer Götter aus der Werkstatt des Bildhauers Johann Gottfried Schadow (* 1764; † 1850).


 
Orangerie im Neuen Garten
König Friedrich Wilhelm II. wollte die Orangerie nicht nur zur Überwinterung der Pflanzen nutzen.

In der Mitte des Grundrisses befindet sich ein kostbarer Festsaal (Palmensaal),
der als Konzertraum diente.


Der Palmensaal ist ein mit Taxus-, Pflaumenbaum- und Rüsternholz getäfelter Raum.
Große Fenster und eine zentrale Tür an der Südseite öffnen den Blick in den Park.


Friedrich Wilhelm II. nutzte den Saal für kleine Konzerte, die er,
selbst auf dem Cello spielend, gemeinsam mit einem Kammerorchester gab.


 
Holländisches Etablissement - Damenhaus - Neuer Garten - Potsdam.    Holländisches Etablissement - ehem. Stallungen - Neuer Garten - Potsdam.
(Fotos: 2001)


Die
Häuser des "Holländischen Etablissements", ehemals vier Kavaliershäuser,
ein Pferdestall, eine Remise für die Kutschen und ein "Damenhaus" mit Blumenbeet (links).


Alle Häuser sind aus rotem Ziegel mit holländischen Giebeln erbaut.

Da dem "dicken Lüderjahn", wie ihn die Berliner genannt haben, eine Frau nicht genug war,
bereiteten sich in diesem Haus, in der Nähe des Marmor Palais,
einige Damen der Potsdamer Gesellschaft zum Treffen mit dem König Friedrich Wilhelm II. vor.

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Der preußische Grafiker und bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus,

Johann Gottfried Schadow (* 1764;  † 1850), urteilte einst über das Treiben bei Hofe:

"Ganz Potsdam war wie ein Bordell, alle Familien dort suchten nur mit dem Könige,
mit dem Hof zu tun zu haben.
Frauen und Töchter bot man um die Wette an, die größten Adligen waren am eilfertigsten."

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Heute wohnen Angestellte der
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) in den Häusern,
die sie jedoch nach ihrem Ausscheiden aus den Diensten der SPSG dann wieder verlassen müssen.


 

Obelisk am Marmorpalais im Neuen Garten.
Der Obelisk am Ende der Pyramideneichen-Hauptallee des Neuen Gartens, vor dem Marmorpalais.

Der Obelisk wurde von Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) entworfen, die
vier Medaillons von
Johann Gottfried
Schadow (* 1764; † 1850) und Johann Christoph Wohler d. J. (+ 1749; † 1799).

Die
Medaillons
stellen Männerköpfe in verschiedenen Lebensaltern dar.
Diese sollen die vier Jahreszeiten symbolisieren.


 
Holländisches Etablissement am Heiligen See - Potsdam.
Das sogenannte "Holländische Etablissement" diente als Wohnstätte für Bedienstete,
aber auch als reizvolle Kulisse vom Heiligen See aus.


Die Häuser mit holländischem Vorbild entstanden zwischen 1789 bis 1790 nach Plänen von Carl Gottfried Langhans
und erstrecken sich vom Haupteingang mit den vier Torpavillons und dem Portierhaus bis zur Orangerie,
hinter dem "Damenhaus"
.


 
Pyramideneichen-Hauptallee im Neuen Garten, Potsdam.
Entlang der schnurgeraden Pyramideneichen-Hauptallee,
der Weg vom und zum
Marmorpalais.

Hier die Sicht vom Marmorpalais in Richtung des eigentlichen Haupteingangs vom Neuen Garten.


 

Hauptausgang vom Neuen Garten - Alleestraße / Am Neuen Garten in Potsdam.   Haupteingang zum Neuen Garten - Alleestraße / Am Neuen Garten in Potsdam.
Ansicht des Haupttors vom Ökonomieweg des Neuen Gartens.                                            Rechter Eingang zur Pyramideneichen-Hauptallee im Park.

Die im holländischen Stil ausgeführten Torgebäude zum Neuen Garten am Südwesten des Parks.

Das Portierhaus (links), mit je zwei flankierenden Torpavillons, entstand 1789 bis 1790 nach dem
Entwurf von
Carl von Gontard (* 1731; † 1791).
Die Ausführung übernahm
Oberhofbaurat Andreas Ludwig Krüger (* 1743; † 1822).

In ihnen befanden sich unter anderem die Wache, Ställe, Kutschen und Geräte.

Das aus unverputzten, roten Ziegeln errichtete Portierhaus ist eingeschossig und besitzt ein Walmdach.
Die ebenfalls aus roten, unverputzten Ziegeln errichteten Torpavillons sind mit Kupferblech gedeckt und
mit
Hauben ausgeführt, die von Laternen bekrönt werden.




Haupteingang zum Neuen Garten - Kreuzung Alleestraße / Am Neuen Garten in Potsdam.

Die Toranlage bildet den Haupteingang von der
Straßenkreuzung Alleestraße / Am Neuen Garten
in den Park und gehört baustilistisch zu den Gebäuden des "Holländischen Etablissements".

Schmiedeeiserne Gitter mit Toreinfahrten verbinden je zwei Pavillonbauten miteinander.


 

Schindelhaus im Neuen Garten - Potsdam.
Am Ökonomieweg, in Richtung Schloss Cecilienhof, kommt man links vom Weg am "Schindelhaus" vorbei.  

Das Gebäude mit dem schönen Schindeldach wurde um
1796 für die Nutzung als Wohnhaus erbaut.

Nach 1945 im Neuen Garten
unmittelbar gegenüber der verbotenen russischen "KGB-Militärstadt" gelegen,
stand es leer und verfiel zusehends.

1990 bis 1993 wurde die umfassende Sanierung und Erneuerung von Dach, Keller und Erdgeschoss begonnen.
Ab 1994 bis 1996 wurde das Haus komplett rekonstruiert, u. a. erfolgte die Herstellung der Schieferdeckung
und die Instandsetzung von vier Rundfenstern in den Dachgauben.

Das Gebäude wird nun wieder als Wohnhaus genutzt.


 
Schloss Cecilienhof - Front - Neuer Garten.
Schloss Cecilienhof
wurde als letztes Schloss der Hohenzollern 1913 - 1917 im Stil eines englischen Landsitzes von
Paul
Schultze-Naumburg
(* 1869; † 1949), für das letzte Kronprinzenpaar Wilhelm (* 1882; † 1951)
und seiner
Gemahlin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin (* 1886; † 1954), erbaut.


 
Schloss Cecilienhof
Etwa 200 m vom Ufer des Jungfernsees, hinter der Crystal- und Muschelgrotte gelegen,
idyllisch im Park des Neuen Gartens eingebettet.

Hinter dem großen Erkerfenster, im Mittelteil der Parkfront des Schlosses,
befindet sich die ehemalige Wohnhalle der Prinzenfamilie,
heute
die historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens von 1945.


 
Cecilienhof am Jungfernsee
Nach dem Ende der Monarchie im Jahre 1918 (Revolution) - zum Ende des Ersten Weltkriegs,
musste Kaiser Wilhelm II. abdanken und ging ins Exil im niederländischen Doorn.

Den meisten Mitgliedern des Hauses Hohenzollern war es möglich, weiterhin in Deutschland zu leben.
Bis 1945 war ein Zentrum der Familie das Schloss Cecilienhof in Potsdam,
der Wohnsitz des Kronprinzenpaares.

Dort wurden auch zahlreiche Gäste empfangen, darunter Künstler wie Max Reinhardt (* 1873; 1943),
Curt Goetz (* 1888; 1960), Otto Gebühr (* 1877; 1954), Elly Ney (* 1882; 1968),
Wilhelm Furtwängler (* 1886; 1954), Wilhelm Kempff (* 1895; 1991) oder der junge
Herbert von Karajan (* 1908; 1989), aber auch die Politiker Gustav Stresemann (* 1878; 1929)
und Heinrich Brüning (* 1885; 1970) sowie die Botschafter von England, Frankreich,
Amerika, Polen und Italien.

Darüber hinaus folgten Adolf Hitler (* 1889; 1945), Hermann Göring (* 1893; 1946),
Joseph Goebbels (* 1897; 1945) und Benito Mussolini (* 1883; 1945)
mehrmals Einladungen des Kronprinzenpaares.


 
Frontseite Cecilienhof im Neuen Garten - Potsdam.
Die Vorderansicht von Schloss Cecilienhof.

Es wurde bis Januar 2014 als Schlosshotel für 75 Gäste in 41 Zimmern und Suiten genutzt.
Das 4-Sterne-Hotel befand sich im Westflügel des Schlosses Cecilienhof, links vom Eingang zur Gedenkstätte.

Aufgrund umfassender Renovierungsarbeiten am Schloss Cecilienhof wurde das Schlosshotel dann am
5. Januar 2014 geschlossen und der
Hotelbetrieb eingestellt.


 
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Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945)

In der ehemaligen Wohnhalle der Prinzenfamilie befindet sich die historische Gedenkstätte
des Potsdamer Abkommens von 1945.
Die Konferenzräume sind noch im Originalzustand erhalten.


Innenhof des Schlosses - Rasenbeet mit dem fünfzackigen Sowjetstern aus roten Geranien
Der 1945 gepflanzte große, fünfzackige Sowjetstern aus roten Geranien
empfängt heute immer noch die Besucher im Innenhof des Schlosses, an dem
die letzte der drei Konferenzen der Alliierten des Zweiten Weltkriegs stattfand.

Knapp zehn Wochen nach der deutschen Kapitulation treffen sich am
17. Juli bis 2. August 1945 die Großen Drei Alliierten
hier zur dritten der
großen Konferenzen nach Teheran und Jalta, die über das zukünftige Leben
von Millionen von Menschen entscheiden sollten,
vertreten durch Großbritannien (Churchill, ab 28.7. Attlee), USA (Truman), und
der UdSSR (Stalin) im Neuen Garten - Potsdam, auf  Schloss Cecilienhof.


Churchill - Truman - Stalin - 1945     Attlee - Truman - Stalin - 1945
Freundschaftlich präsentieren sich hier Winston Churchill (* 1874; † 1965) bzw. Clement Attlee (* 1883; † 1967),
Harry S. Truman (* 1884; † 1972) und Josef Stalin (* 1878; † 1953) im Innenhof des Schlosses den Fotografen.
In Wahrheit misstrauen sich die drei Staatschefs einander zutiefst.


Am 25. Juli wurde die Konferenz vertagt, weil Churchill und Attlee nach London mussten,
wo das sensationelle Londoner Wahlergebnis bekannt gegeben wurde.
Am 26. Juli trat Churchill zurück. Er fuhr nicht wieder nach Berlin,
wo die Konferenz am Abend des 28. Juli mit Attlee fortgesetzt wurde.

Am 28.7. wurde ein Ultimatum an Japan zur Beendigung des Krieges gestellt
(mit unterzeichnet für China von Tschiang Kai-schek).

Beraten und verhandeln wollen sie über eine gemeinsame Nachkriegspolitik,
vor allem darüber, was mit dem besiegten Deutschland geschehen soll.

Beschlossen wurden unter anderem die Demokratisierung, Entmilitarisierung und Entnazifizierung Deutschlands,
Reparationszahlungen an die Siegermächte und die Aussiedlung der deutschen Bevölkerung aus Polen,
der Tschechoslowakei und Ungarn.

Doch über entscheidende Probleme können die Staatschefs der USA, der
Sowjetunion und Großbritanniens sich nicht einigen.


Die Interessengegensätze zwischen den Potsdamer Kontrahenten sind enorm:

Churchill fürchtet die wachsende Präsenz von Stalins Sowjetmacht in Europa
und Truman lässt den britischen Premier die Überlegenheit der USA deutlich spüren.
Stalin fühlt sich von Washington bedroht, umgekehrt verkörpert der Sowjetführer
für Truman die rote Gefahr.

Statt eines gerechten und dauerhaften Friedens, wie geplant, leitet die
Potsdamer Konferenz den kommenden Kalten Krieg,
die Aufteilung der Welt in eine westliche und eine östliche politische Einflusssphäre
und das atomare Wettrüsten ein.


 
Schloss Cecilienhof im Neuen Garten.
Schloss Cecilienhof nach der Restaurierung im September 2018, die im Jahr 2014 begonnen hatte.

Die Sanierung des Schlosses Cecilienhof war eine besondere Herausforderung, da die Arbeiten
im Inneren und an der Gebäudehülle bei laufendem Besucherbetrieb durchgeführt wurden.

Das
Gästeappartement im Potsdamer Schloss Cecilienhof konnte schon 2017 wiedereröffnet werden.
Es
ist ein Ensemble von vier Räumen und besteht aus Wohn-, Schlaf- und Badezimmer sowie einer Dienerkammer.


 
Schloss Cecilienhof nach der Restaurierung im Neuen Garten.    Schloss Cecilienhof nach der Restaurierung im Neuen Garten.
Die
historische Dachdeckung, die Fassadensanierung sowie die Wiederherstellung der Außenanlagen sind abgeschlossen.

Die
kunstvoll gestalteten Schornsteingruppen, 36 unterschiedliche an der Zahl, wurden wieder sichtbar, die charakteristisch für das Haus sind.

Aufgrund von schadhaften Verfugungen, Frostschäden und korrodierten Eisengliedern an den Schornsteinen
war deren Standfestigkeit gefährdet.
Durch mühevolles, kleinteiliges Abtragen, Sichern und handwerkliches Wiederaufbauen ist es gelungen,
alle originalen Ziegelformsteine zu erhalten.


 
Narzissbrunnen im Hinterhof von Schloss Cecilienhof - Neuer Garten.
Der Narzissbrunnen
im Innenhof des Schlosses Cecilienhof.
Auf dem Brunnenrand sitzt
Narziss.


Der Brunnen ist ein Bauwerk aus dem Jahr 1930 von dem Bildhauer Hubert Netzer (* 1865;  1939).

"Narziss" ist in der griechischen Mythologie der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos und der
Nymphe Leiriope, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte und die Liebe anderer zurückwies.

Nach der Sage
verliebte sich die "Bergnymphe Echo" in ihn.

Nach ihr ist das bekannte Phänomen des Echos benannt.


Da er ihre Liebe verschmähte, straften ihn Nemesis - in der griechischen Mythologie die "Göttin des gerechten Zorns"
und Aphrodite -
in der griechischen Mythologie die "Göttin der Liebe", der Schönheit und der sinnlichen Begierde.


 
Narzissbrunnen im Hinterhof von Schloss Cecilienhof - Neuer Garten.
Als Narziss sich zum Trinken über eine Quelle beugte, verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild.

Diese unerfüllbare Liebe zehrte ihn so auf, dass er starb und daraufhin

in eine Narzisse
verwandelt wurde.



 
Eremitage im Neuen Garten am Jungfernsee - Potsdam.
Die "Einsiedelei" am Jungfernsee, auch Eremitage genannt.

Sie wurde im Neuen Garten in der Nähe des Cecilienhofs, auf der in den Jungfernsee
vorspringenden Landzunge
"Am Quapphorn" errichtet.

GPS-Position
    Breitengrad:       Längengrad:        
N 52°25'15.66" , E 13°04'39.16"

Es handelte sich um einen kleinen Pavillon aus Holz ohne Fenster, der Licht nur durch ein Oberlicht in seinem Reetdach erhält.

Die Eremitage war 1796 für König Friedrich Wilhelm II. von dem Hofzimmermeister Johann Brendel (* 1753;  1803) errichtet worden.
Der äußerlich mit Eichenborke verkleidete und mit einem Reetdach gedeckte Pavillon besaß im Inneren einen luxuriösen Salon.
Der Fußboden bestand aus farbigen Marmor, die furnierte Wandvertäfelung war mit Intarsien geschmückt.

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Mit einer großzügigen Spende vom "Rotary Club Potsdam" konnte die Eremitage 2007
neu aufgebaut und 2012 mit Eichenborke bekleidet werden.

Die Mitglieder des RC Potsdam unterstützen durch Geldspenden und durch persönliches
Engagement soziale und kulturelle Projekte in der Region.

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Muschelgrotte im Neuen Garten im Jahr 1999.    
Muschelgrotte im Neuen Garten im Jahr 1999.
Fotos: Okt. 1999

Die Crystal- und Muschelgrotte, fast am Ufer des Jungfern Sees als versteckter Rückzugsort
und für Teestunden
erbaut, diente auch als "Laube" für sommerliche Abendvergnügungen.

GPS-Position
    Breitengrad:       Längengrad:        
N 52°25'14.35" , E 13°04'18.15"

Ihre tiefere Bestimmung bestand jedoch als Stationskapelle eines rituellen Parkweges
des Rosenkreuzer-Ordens *), dem Friedrich Wilhelm II. angehörte.

Sie wurde auf Befehl Friedrich Wilhelm II. 1791 - 1794 von
Oberhofbaurat Andreas Ludwig Krüger
(* 1743; † 1822) geschaffen.

Möglicherweise stand hier die Felssteingrotte im Rheinsberger Schlosspark am Grienerick See von 1753 Modell.

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*) Der Rosenkreuzer-Orden soll Preußen 12 Jahre dominiert haben.
Mystisch-phantastische, spiritistisch-okkultistische und alchemistische Übungen
brachten dem Orden und Friedrich Wilhelm II. einiges an Kritik ein. Er bildete
einen starken Einschnitt in der Entwicklung zu seinem Onkel Friedrich dem Großen.
Auch Friedrich Wilhelm III. distanzierte sich von seinem Vater und ließ sogar eine
Untersuchungskommission zum Einfluss und Wirken der Rosenkreuzer einsetzten.

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Von 1963 bis 1989 lag diese eigenwillige Gartenstaffage im Sperrgebiet der DDR-Grenzbefestigungsanlagen
und war mangels möglicher Pflege dem endgültigen Verfall preisgegeben.

 
Die offene Eingangshalle der Muschelgrotte im Neuen Garten - Potsdam.     Die offene Eingangshalle der Muschelgrotte im Neuen Garten - Potsdam.
Die restaurierte "offene" Eingangshalle der
Crystal- und Muschelgrotte im Neuen Garten - im Hintergrund (rechts) die "Meierei".

Auch die folgenden Fotos wurden am "Tag des offenen Denkmals", am 9. September 2018 aufgenommen.


 
Crystal- und Muschelgrotte, am Ufer des Jungfern Sees.
Erst seit dem DDR-Mauerfall 1989 konnte mit der Notsicherung der Crystal- und Muschelgrotte begonnen werden.

Im Frühjahr 2006 war die Fassadensanierung abgeschlossen und Fenster sowie Türen wurden
durch Rekonstruktion der nicht mehr vorhandenen Originale angeglichen und eingebaut.


 
In derCrystal- und Muschelgrotte - Neuer Garten - Potsdam.
Innen ein Saal (Mitte), flankiert von zwei anschließenden Kabinetten.

Hier das Kabinett hinter der "offenen" Eingangshalle
.


 
Im Mittelsaal der Muschelgrotte - Neuer Garten - Potsdam.    Im Mittelsaal der Muschelgrotte - Neuer Garten - Potsdam.
Für die Grottierung der durch Spiegel, Nischen und Fenstertüren gegliederten Wände kamen einst neben
farbig unterlegtem Marienglas, grünem Serpentinit oder Glasfluss auch Muscheln zur Anwendung.

Die Deckenkonstruktion im Mittelsaal soll wieder hergestellt werden.


 
Deckengrottierungen in den Kabinetten der Muschelgrotte Neuer Garten.
Die Überreste der Deckengrottierung im zweiten Kabinett - Nebenzimmer bzw. Hinterzimmer.

Möglichkeiten für die Restaurierung und Rekonstruktion zur Wiederherstellung der Grottierungen werden noch erarbeitet.


 
    Borkenküche für die Muschelgrotte im Neuen Garten - Potsdam.
Die "Borkenküche" für die
Crystal- und Muschelgrotte im Neuen Garten.

König Friedrich Wilhelm II. ließ die Borkenküche wie auch die Eremitage 1796
ebenfalls von dem
Hofzimmermeister Johann Brendel (* 1753;  1803) in Nähe
der Muschelgrotte und vom
Schloss Cecilienhof errichten.

GPS-Position
    Breitengrad:       Längengrad:        
N 52°25'13.82" , E 13°04'12.61"


Der reetgedeckte und mit Eichenborke bekleidete runde Pavillon mit angefügtem Seitenflügel
diente als Küchengebäude zur Versorgung für die nahe gelegene Muschelgrotte.
Von hier wurden die Speisen und Getränke für die geheimnisvollen Feste mit den Mitgliedern
des "Rosenkreuzer-Ordens" in der Muschelgrotte am Ufer des Jungfernsees gebracht.

Aus dem reetgedeckten Dach ragt ein aus Blech getriebener Baumstamm bekrönt mit einer Eule aus Kupfer.
Das war die Esse der Küche, die aber nur kurz genutzt wurde.

Ab 1797 regierte sein Sohn Friedrich Wilhelm III., der kein Interesse
mehr an der Küche und Muschelgrotte hatte.

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Dank einer nochmaligen großzügigen Spende vom Rotary Club Potsdam konnte die Borkenküche über dem
erhaltenen Fundament und Ziegelboden 2010 bis 2013 neu aufgebaut und 2012 auch mit Eichenborke bekleidet werden.

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Meierei im Neuen Garten am Jungfernsee
Die Meierei direkt am Ufer des Jungfernsees gelegen, Nähe Schloss Cecilienhof, an
der nördlichsten Seite des Parks vom Neuen Garten - Schiffsanlegestelle Cecilienhof.

Sie entstand zum Ende des 18. Jh. nach einem Entwurf von Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808)
durch König Friedrich Wilhelm II.

1844 wurde das Gebäude durch Friedrich Ludwig Persius (* 1803; † 1845) zu einer burgartigen
Anlage im "normannischen Styl" umgebaut.

Im Jahr 2003 feierte man in Potsdam den 200. Geburtstag des Architekten Ludwig Persius.



Meierei - Front
Der Einbau eines Pumpwerkes für die Bewässerung des Neuen Gartens wurde nach 1861
vorgenommen. Das Rückhalte-Hochbecken befindet sich im Belvedere, auf dem Pfingstberg.

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Meierei lag als Ruine bis 1989 im Grenzbereich der
Berliner Mauer und war, auch durch die direkte Anwesenheit der sowjetischen Armee,
für die Öffentlichkeit unzugänglich.

Komplett restauriert und wieder aufgebaut wurde sie im Jahr 2003, dem 200. Geburtstag von Ludwig Persius,
als Gasthausbrauerei Meierei - Brauhaus im Neuen Garten - Potsdam im preußisch-ländlichen Wirtshausstil eröffnet.

Vom Biergarten hat man einen wunderschönen Rundblick auf die Wald- und Seenlandschaft,
den Königswald und am gegenüberliegenden Berliner Ufer - den Glienicker Volkspark.
 

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"Verbotene KGB-Stadt" am Pfingstberg.

In Potsdam hatte der sowjetische Geheimdienst KGB fast 50 Jahre lang einen wichtigen westlichen Vorposten:
die Deutschlandzentrale der Militärspionageabwehr, das sogenannte "Militärstädtchen Nr. 7".

Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Spionageabwehr SMERSCH.
 

KGB Gefaengnis Leistikowstrasse 1 in Potsdam
Foto: Okt. 1999

Heute Begegnungsstätte:  Das ehemaliges KGB-Gefängnis, Haus Leistikowstraße 1,
vor 1945 - Mirbachstraße 1 - Evangelisch-Kirchlicher Hilfsverein - EKH,
heute Friedrich-Ebert-Straße 53, in der Nähe vom Parkeingang zum Schloss Cecilienhof.

Das Gefängnis war für die UdSSR ein wichtiger Repressionsort im "Kalten Krieg".

 
Gedenkstätte Leistikowstr. KGB Gefängnis in Potsdam, Neuer Garten
Seit 2012 ist es offiziell eine Gedenkstätte und Museum.

Öffnungszeiten:
Di. - So., 14 - 18 Uhr
Mo. geschlossen


 
Gedenktafel KGB Gefängnis Leistikowstr. Potsdam, Neuer Garten Gedenktafel KGB Gefängnis Leistikowstr. Potsdam, Neuer Garten
Das kirchliche Gebäude wurde nach der Potsdamer Konferenz am 13. August 1945 von der
sowjetischen Besatzungsmacht konfisziert und als KGB Gefängnis der Spionageabwehr umgebaut.

Russische und deutsche Häftlinge wurden hier unter schlimmsten Bedingungen
inhaftiert, verhört und gequält.


Stehkarzer - KGB Gefängnis Leistikowstraße - Potsdam.
"Stehkarzer"

Eine Bestrafungsart für Häftlinge in der Sowjetunion, besonders unter Stalin,
vorschriftsmäßig 72 Stunden Strafestehen in eigens dafür eingerichteten Stehkarzern
oder einer brustschmalen Nische, als Variante davon auch das zwangsweise Knien.

Dieser Karzer diente zur Isolationshaft.
Sie war gängige Praxis, um Häftlinge zu bestrafen oder im Rahmen der Vernehmungen zu Geständnissen zu zwingen.
 Im Karzer mussten die Gefangenen oft mehrere Tage stehen und durften sich nicht auf den Boden setzen.
Es fehlte jegliche Frischluftzufuhr, viele bekamen Erstickungsanfälle.
Sie brachen bereits nach wenigen Stunden zusammen.
Das Gefängnispersonal schüttete über ohnmächtigen Häftlingen Wassereimer aus,
damit sie wieder zu sich kamen.
Da Kübel fehlten, mussten die Gefangenen ihre Notdurft auf den Boden dieser Zelle verrichten.


 
Zellengang im Keller des KGB Gefängnis Leistikowstr. Eine der Zellen im KGB Gefängnis Leistikowstr. - Potsdam
Zellentrakt im Keller des KGB Gefängnisses.


 
Eine der unmenschlichen Gefängniszellen im KGB Gefängnis.


 
       
Die ehemalige Deutschlandzentrale für die sowjetische Militärspionageabwehr in Potsdam.
Fotos: Juli 2019

Im einstigen "KGB-Viertel" in Potsdam erinnern nur noch wenige restliche Spuren an die
frühere "verbotene Militärstadt",
die ein Areal zwischen dem Neuem Garten und dem Pfingstberg eingenommen hatte.

Hier befand sich fast 50 Jahre lang die Deutschlandzentrale der sowjetischen Militärspionageabwehr.


GPS-Position
  Breitengrad:        Längengrad:   
   N 52°24'56.74,  E 13°03'58.82"


Die ehemalige Deutschlandzentrale für die sowjetische Militärspionageabwehr in Potsdam.   Die ehemalige Deutschlandzentrale für die sowjetische Militärspionageabwehr in Potsdam.
Das Hauptgebäude der ehemaligen "Deutschlandzentrale für die sowjetische Militärspionageabwehr"
in der heutigen Straße "Am Neuen Garten 30/32", angrenzend zur "Leistikowstraße".

Der Geheimdienst war ein wichtiges Instrument der Sowjets bei der Sicherung der Besatzungsherrschaft
sowie dem Aufbau einer kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland.

Weiterhin sollte er Spionage westlicher Geheimdienste gegen die sowjetische Armee abwehren.

Die Geheimdienstchefs hatten im ehemaligen "Kaiserinzimmer" über dem Eingang - links im Foto,
ihr Dienstzimmer.


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Der große Gebäudekomplex des "Kaiserin Augusta Stifts" wurde von 1900 bis 1902 durch
den Architekten Arthur Kickton (* 1861; † 1944) errichtet.
Vor 1945 befand sich her ein Mädchenpensionat mit Internat
, in der damaligen Albrechtstraße 20/24.

Die Namensgeberin und Patronin, Kaiserin Auguste Viktoria (* 1858; † 1921),
war die Gattin von Kaiser Wilhelm II. (* 1859; † 1941).

1931 diente das Stift als Filmkulisse für das Internatsdrama "Mädchen in Uniform".

 Von 1945 bis 1991 (nach dem Mauerfall 1989), war hier die
Deutschlandzentrale der sowjetischen Militärspionageabwehr
eingezogen (Bibliotheksstraße).
Nach dem Auszug der Sowjets wurde die Anlage restauriert.

Die Gebäudeanlage ist heute ein Wohnhaus mit Gewerberäume.

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Belvedere und Pomona Tempel auf dem Pfingstberg
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Luftbild Pfingstberg 1930
Luftaufnahme von 1930
            
Im 17. Jh. bezeichnete man den Berg noch Eichberg, bewachsen mit einem Stadtwald,
wo es der Bevölkerung erlaubt war, kostenlos Holz für den Hausbau zu nutzen.

Am 28. Oktober 1743 schenkte König Friedrich II. der jüdischen Gemeinde von Potsdam
einen Begräbnisplatz auf dem Eichberg. Seitdem wurde er Judenberg bezeichnet.
Dieser jüdische Friedhof existiert noch heute.

1817 ließ König Friedrich Wilhelm III., der ein Grundstück mit Pavillon (Pomonatempel)
von dem Geheimen Rath Carl Ludwig von Oesfeld (* 1741; † 1804) ankaufte,
den Berg in Pfingstberg umbenennen, seine dritte Namensgebung.

Königin Luise (* 1776; † 1810) war vorher des öfteren zum Pfingstfest zu Gast bei dem "Geheimen Rath".
Nach dem Grundstückskauf hat sie angeblich die Umbenennung vorgeschlagen.
1810 verstarb die Gemahlin Friedrich Wilhelms III. (* 1770; 1840) - zum Andenken an seine geliebte Frau
soll er dann die Namensänderung vorgenommen haben.

Mit 76 Metern ist der Pfingstberg die höchste Erhebung in der Stadt Potsdam.

Auf der westlichen Seite des Berges führt die Nedlitzer Straße Richtung Spandau vorbei,
auf der östlichen Seite schließt sich der Neue Garten an.

Gebaut wurde das Belvedere nach Entwürfen des preußischen
Königs Friedrich Wilhelm IV.
(* 1795; † 1861),


Friedrich Wilhelm IV.

als eine große Aussichts-Schlossanlage mit Freitreppe und Wasserspielen,
Blickrichtung zum Neuen Garten.

Ausgangspunkt für seine Planungen war die nördlich von Rom gelegene
Villa Casino Caprarola (1585) .
Unter der Leitung des Architekten Ludwig Persius und Mitwirkung von
August Stüler
sowie Ludwig Ferdinand Hesse war 1847 der Baubeginn.

Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm IV. - Bauabschluss 1863,
aber nicht in der Vollendung wie von ihm ursprünglich geplant.


Aussichtsschloss Ursprungsplanung

Friedrich Wilhelm IV. starb
, nach langer schwerer Krankheit, am 2. Januar 1861.

Im Juli 1857 traf ihn auf der Rückreise von einem Besuch bei Kaiser Franz Joseph in
Österreich ein erster Schlaganfall, dem weitere folgten, die Lähmungserscheinungen
des Sprachvermögens, später auch anderer Gehirnfunktionen nach sich zogen.

Sein Bruder Wilhelm ( I.) übernahm die Stellvertretung des Königs ein Jahr später.
Als die dauerhafte Regierungsunfähigkeit seines kinderlosen Bruders wahrscheinlich
geworden war, auch die Regentschaft.

Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm IV., war sein Nachfolger Wilhelm (* 1797; † 1888)
- der spätere deutsche Kaiser Wilhelm I. ab 1871 -
nicht mehr bereit, die kostspieligen Phantasien seines Bruders fortzuführen.

Er ließ das Belvedere zu einem provisorischen Ende bringen.


 

Belvedere verwildert
Foto: Okt. 1999

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 - 1945) war der Pfingstberg Sperrgebiet.
Durch die Anwesenheit der sowjetischen Armee war die Öffentlichkeit nicht mehr erwünscht.

Die Parkanlage verwilderte, samt Belvedere und Pomona Tempel.

Links der Westturm mit Kolonnade, in der Mitte die Nordarkade, davor
die Eingangshalle, rechts der Ostturm und Kolonnade.

Durch die private Initiative von ca. 25 - 40 jungen Leuten,
dem heutigen
Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.,

wurde schon ab 1988 / 89, ohne fremde Hilfe, das Belvedere in Pusselarbeit
von Wildwuchs befreit, aufgeräumt und historische Kleinarchitekturen gerettet.

Unter diesen jungen Leuten befand sich auch Wieland Eschenburg und Matthias Platzeck,
der nach der Wiedervereinigung 1990 Ministerpräsident des Landes Brandenburg wurde.



Ostturm und Nordarkade eingerüstet     Westturm und Nordarkade eingerüstet - 1999.
Fotos: Okt. 1999

Belvedere Rückfront: Ostturm, Nordarkade und Westturm eingerüstet.

Wegen Einsturzgefahr wurde die Umgebung des Belvederes lange Zeit gesperrt.

Blinder Vandalismus verursachte große Schäden und die komplette Zerstörung des kleinen Pomona Tempels.


 
Wiederaufbau Belvedere Pfingstberg
Aufnahme vom Dach des Pomona Tempels, Okt. 2001.

Aufgrund dieser Zustände und auch Geldmangel, ca. 27 Mio. DM,
konnte nur schrittweise die Wiederherstellung dieser schönen Schloss-Aussichtsanlage erfolgen!

Hier die Ansicht zu dem schon fast fertig restaurierten Westturm (links) und der Südfront mit Eingangshalle sowie den Freitreppen.

Mit einer großzügigen Spende von Dr. Werner Otto (Otto - Versand), insgesamt ca. 10 Millionen DM
und mit der Zusage der Hermann Reemtsma Stiftung, für jede privat gespendete DM eine weitere hinzuzulegen,
waren langsam sichtbare Erfolge zu verzeichnen.



Teilweise Wiedereröffnung Belvedere
Die teilweise Wiedereröffnung, mit dem restaurierten Westturm
und dem Römischen Kabinett, erfolgte am 7. April 2001.

Zu den vielen bekannten und prominenten Befürwortern dieses Projektes des Fördervereins, gehörte u. a. auch der
TV-Moderator Günther Jauch.

Spenden für die Rekonstruktion bzw. Instandhaltung sind sehr willkommen !

Auskunft: 
Förderverein Pfingstberg e.V.
Große Weinmeisterstraße 45 a
14469 Potsdam 

Tel: +49 331 200 5793 0
Fax: +49 331 200 5793 9 
E-Mail: info@pfingstberg.de

Website:  www.pfingstberg.de


Innenhof Rückhaltebecken    Westliche Kolonnade Belvedere
Fotos: April 2001

Blick über das Wasserbecken im Innenhof des Belvederes.
Es dient als Rückhalte-Hochbecken für die Fontänen und Wasserspiele vor dem Marmorpalais sowie zur Bewässerung des Neuen Gartens.

Links, die östliche Kolonnade, deren Dach 1995 durch Brandstiftung völlig zerstört wurde !

Trotz des schlechten Wetters an diesem Tag, ein erfreulicher Anblick auf die westliche Kolonnade (rechts) die ebenfalls restauriert wurde.

Im Vordergrund das Wasserbecken mit versenkbarer Freilichtbühne, für künftige Veranstaltungen.


 
Belvedere - Innenhof Rückhaltebecken und neuer Ostkolonnade.  
Foto: Mai 2016

Der Innenhof mit neu aufgebauter östlicher Kolonnade,
die über die Freitreppen zu erreichen ist.


 
Foto: Mai 2019

Über die Freitreppe, hoch zur überdachten Kolonnade, geht es zum Eingang
des teilweise restaurierten Westturms, mit dem Römischen Kabinett.


 
Roemisches Kabinett im Westturm              West-Kolonnadendach
Foto: April 2001

Römisches Kabinett im Westturm
, mit Blick zur überdachten Kolonnade.
Teilweise erhaltene  Malereien im Innenraum des Kabinetts, die mit viel Mühe
wieder hergestellt werden sollen.

Leider herrschte an diesem Tag schlechtes Wetter, doch auch diese
Feuchtigkeit ist für die Zukunft ein Problem der laufenden Instandhaltung!


 
Blick auf Pomonatempel
Foto: April 2001

Vom westlichen Turmdach, der Ausblick auf den Pomona Tempel
und dem neu erstellten Laubengang (
Pergolen-Umlauf) vor dem Belvedere.

Mit dem Entwurf wurde der damals erst neunzehnjährige Schinkel (* 1781; † 1841) beauftragt.
Als Schüler Gillys in Berlin übernahm er nach dem Tod des Friedrich Gilly (* 1772, 1800)
dessen noch nicht zu Ende geführten Bauten und damit möglicherweise auch den
Auftrag zum Pomona Tempel.


 
Schinkels Pomonatempel am Pfingstberg / Belvedere in Potsdam.
Foto: Okt. 1999

Pomona Tempel auf dem Pfingstberg, frühestes Bauwerk (1801)
nach dem Entwurf des erst 19jährigen Karl Friedrich Schinkel.

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Pomona
war die römische Göttin der Baumfrüchte.

In Allegorien der vier Jahreszeiten verkörpert Pomona den Herbst.
Ihre Attribute sind Hippe (sichelförmig gebogenes Messer)
und Füllhorn (Symbol des Glücks - gefüllt mit Blumen und Früchten).


 
Abend am Belvedere und Pomona Tempel
Pomona Tempel und Belvedere in der Abenddämmerung.


Theatervorführungen im Belvedere
Die Aussichts-Schlossanlage wird manchmal auch am Abend für Theateraufführungen genutzt.


Belvedere am Abend
Das Belvedere auf dem Pfingstberg, bei Veranstaltungen in der Nacht, romantisch angestrahlt.



Foto: Mai 2019

Schinkel wählte für den Bau die Form eines griechischen Tempels.
Er kopierte dazu offensichtlich die Nordfassade des Erechtheions
auf der Akropolis von Athen.
Vermutlich errichtete man erst 1817 das Sonnenzelt, das sich bei
Teegesellschaften oder ähnlichen Anlässen über der Dachterrasse
aufspannen ließ.

Die Hermann Reemtsma Stiftung ermöglichte, mit einer Spende
von 500.000 DM,
den Wiederaufbau dieses kleinen Tempels.


Pegasus Gruppe
Die Pegasus-Gruppe auf dem Plateau über der Eingangshalle
ziert seit dem 24. Mai 2002 wieder die Südfront des Belvederes .


Pegasus bedeutete in der griechischen Mythologie ein geflügeltes Ross, das Blitz und Donner des Zeus trug.
In der Neuzeit nannte man es Dichter- oder Musenross.

In der Astronomie bedeutet Pegasus ein im Herbst über Süden sichtbares umfangreiches Sternbild.


 
   
Fotos: Mai 2019

Die Reemtsma-Stiftung ermöglichte auch hier durch eine Spende, dass diese Bronzekopien wieder
aufgestellt werden konnten.

Der Berliner Bildhauer Andreas Hoferick (* 1959) hat hierfür in aufwändiger Kleinarbeit die
Vorlage geschaffen.
In der Kunstgießerei Borchardt in Schönermark wurden sie gegossen.
Die 1863 hergestellten Originale waren nach dem Zweiten Weltkrieg verschwunden.

1995 fanden Mitglieder des Fördervereins Pfingstberg bei Ausgrabungen Bruchstücke der Figuren.
Diese Teile und einige Fotos aus den Jahren um 1930, dienten als Vorlage für die Rekonstruktion.


Belvedere Aufbau
Foto: Mai 2003

Das Belvedere bald wieder in neuer (alter) Pracht.
Der Aufbau der wichtigsten Bauabschnitte ist fast abgeschlossen.

Im Juni 2003 werden auch der restaurierte Ostturm mit dem Maurischen Kabinett sowie die durch
Brandstiftung zerstörte Ostkolonnade (rechts) und die Nordarkade (Mitte) fertiggestellt sein.


 
Ostkolonnade rekonstruiert
Foto: Juni 2003

Hier die sehr schöne, wieder hergestellte und rekonstruierte Ostkolonnade.


 
Belvedere Frontansicht Pfingstberg
Die "unvollendete" Aussichtsanlage mit Stilelementen italienischer Renaissancevillen.

Das Belvedere ist seit dem 26. Juni 2003 wieder komplett begehbar.


140 Jahre nach dem provisorischen Bauabschluss unter Wilhelm I. und zum 200. Geburtstag von Friedrich Ludwig Persius,
erstrahlt die von Friedrich Wilhelm IV. geplante und von Persius erbaute Aussichts-Schlossanlage wieder im neuen Glanz.


Der für den Wiederaufbau verantwortliche Architekt: Manfred Selle sowie der Bauleiter: Detlef Röper.


 
Rueckfront Belvedere Nordarkade
Foto: Juni 2003

Die restaurierte Belvedere Rückfront mit der Nordarkade.


 
Der Blick von der Westkolonnade zur Ostkolonnade des Belvederes.   Auf der Westkolonnade des Belvederes.
Fotos: Mai 2016

Die Westkolonnade mit Blick zur Ostkolonnade und Nordarkade (rechts).


 


Fotos: Mai 2019


Schneller als gedacht konnte aufgrund der Initiative des Fördervereins Pfingstberg in Potsdam e.V.,

der vielen privaten kleinen Spenden und der schon vorgenannten großzügigen Spender,
sowie den Baubetrieben mit ihren sehr guten Handwerkern,
die Restaurierung und Rekonstruktion der Aussichts-Schlossanlage fertiggestellt werden.


 
      
Foto: Mai 2019

Belvedere, Rückfront der Nordarkade, mit Blick zum Ost- und Westturm.


 
Maurische Kabinett im Ostturm des Belvedere - Pfingstberg      
Das Maurische Kabinett im Ostturm des Belvederes.

Es wird des öfteren für Hochzeiten als Standesamt genutzt.

Auch der TV-Moderator Günther Jauch ließ sich hier in dieser romantischen Atmosphäre
mit seiner langjährigen Lebensgefährtin standesamtlich trauen
.

 
      
Fotos: Mai 2019

Die Wände des Römischen Kabinetts
waren nach dem Entwurf des Baumeisters und Malers Ludwig Ferdinand Hesse
(* 1795; † 1876)
mit Malereien des pompejanischen Stil geschmückt.

Nach 1994 versuchte man die originale Substanz zu erhalten und zu restaurieren.


          Römische Kabinett im Westturm des Belvedere - Pfingstberg
Das Römische Kabinett im Westturm, mit der Wendeltreppe zum Turmaufstieg.

 
Die schöne Aussicht über Potsdam und Umgebung von den Türmen des Belvederes.


Foto: Mai 2019

Das Dach
vom Westturm mit dem Wendeltreppen-Ausstieg.

Hier der Blick zum Ostturm mit den Sichtachsen:

 zum Turm der Villa Henckel, im Hintergrund (Mitte) zur Pfaueninsel, davor der Schlosspark Sacrow
und rechts zum Schlosspark Glienicke.



Der Blick vom Ostturm des Belvederes.
Foto: Mai 2019

Blick vom Ostturm zur Stadt Potsdam (links).


 
Belvedere - Blick vom Westturm nach Babelsberg.     Belvedere - Blick vom Westturm nach Babelsberg.
Foto: Mai 2019

Blick vom Westturm des Belvederes
nach Babelsberg, über das Plateau und die Freitreppen zum Vorplatz
mit dem
Pergolen-Umlauf (Laubengang), der mit Buchen bewachsen im Sommer Schatten spendet.


 

Foto: Mai 2019

Dieser Schmetterling -
"Distelfalter" - gesellte sich am Tag meines Besuches
an der warmen Innenmauer auf dem West-Turmdach des Belvederes zu mir.

Da seine Flügelenden nicht exakt gleichmäßig gekennzeichnet sind und auch kleine Fehlstellen aufweisen,
scheint er eine weite Reise hinter sich gebracht zu haben.
Sie sind unterschiedlich abgenutzt, somit hat er hier in Brandenburg nicht das Licht der Welt erblickt.

Die kaum ein Gramm schweren Schmetterlinge überqueren regelmäßig einen ganzen Kontinent.
Wenn ich mit ihm kommunizieren könnte, würde er mir eventuell einiges über seine weite Reise und
überquerte Länder erzählt haben.

Erkenntnisse aus einem Bericht des TV-Senders ARTE:
"Wundersame Wanderungen - Distanzflieger Distelfalter"


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Der "Distelfalter" (Vanessa cardui), auch "Painted Lady" (Gemalte Dame) genannt,
ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter.
Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 45 bis 60 Millimetern.

Die Nahrung der Raupen sind Disteln, daher auch der Name "Distelfalter".

Distelfalter sind Wanderfalter und kommen in ganz Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika
und Australien bis in eine Höhe von ca. 3.000 Metern vor.

Bei ihren Wanderungen können die Falter weite Strecken - bis 15.000 km - zurücklegen,
indem sie sich vom Wind tragen lassen.

In Europa fliegen die Falter von Mai bis Juli ein. Sie bilden dann je nach Klima bis zu zwei Generationen aus,
die von Juli bis August und von September bis Oktober fliegen.


 
Panorama BUGA Bornstedter Feld
Ausblick vom Dach des Westturms des Belvederes über das BUGA- Gelände.
Bundesgartenschau, die im April bis Oktober 2001 auf dem Bornstedter Feld stattgefunden hat.

Zu DDR-Zeiten (SBZ = Sowjetische Besatzungs Zone) war es das ehemalige Panzerübungsgelände der UdSSR.

Links oben, im Hintergrund, befindet sich der Klausberg (Drachenberg) mit dem Ruinenberg und Normannischen Turm.

Hinter dem Berg befindet sich der Park Sanssouci.


 
Biosphäre im Volkspark Potsdam - Nähe Pfingstberg.

Eingebettet im ehemaligen BUGA-Park - heute Volkspark - ist eine große Halle die neue Freizeitattraktion:

       
 "Biosphäre", der Tropengarten in Potsdam
.


 

Foto: Mai 2019

Blick vom Belvedere zur "Roten Kaserne".

Die Rote Kaserne ist eine ehemalige Kaserne in der Nauener Vorstadt in Potsdam.
Sie wurde 1892 bis 1895 erbaut und mehrfach erweitert.

Ihren Namen verdankt sie dem roten Klinker, mit dem sie errichtet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Rote Armee die Kaserne.
Die Sowjetarmee beanspruchte die Kaserne dauerhaft als Standort für die
34. Artillerie-Division der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands
(3. Oktober 1990) und dem
Abzug der russischen Truppen 1993 standen die Gebäude leer.

Weite Teile der Anlage an der Nedlitzer Straße stehen seit 1999 unter Denkmalschutz.

Noch vor der Aufnahme der Roten Kaserne in den Denkmalschutz 1999 wurden die besonders
stark verfallenen ehemaligen Stallungen abgerissen und auch die Altlasten im Erdreich beseitigt.


 
    
Fotos: Mai 2019


Bereits 1991 hatte die Stadt Potsdam für die Kaserne und das umliegenden Gebiet "Bornstedter Feld"
einen Bebauungsplan aufgestellt, der eine Dreiteilung des Areals vorsah:
Gewerbenutzung im Norden, ein Mischgebiet in der Mitte und ein Wohngebiet im Süden.

1995 erlangte dieser Bebauungsplan Rechtskraft.

Hier der Blick vom Turm des Belvederes, zu den teilweise noch 2019 im Bau befindlichen Wohnanlagen.


 
Panorama Potsdam-Stadt

Der Blick vom Westturm des Belvederes nach Potsdam:
        
1) Der Telegraphenberg mit dem Wissenschaftspark Albert Einstein, davor
  der Brauhausberg mit dem alten Landtagsgebäude der Landesregierung von
  Brandenburg, früher von der "SED" genutzt und zur DDR-Zeit "Kreml" genannt.
2) Das Alte Rathaus am Alten Markt.
3) Die Kuppel der Nikolaikirche.
4) Die katholische Propsteikirche St. Peter und Paul auf dem Bassinplatz.
5) Hochhaus eines Hotels (ehem. Interhotel).



Foto: Mai 2019


 

Panorama Babelsberg
Die Aussicht zum Park Babelsberg, davor der Neue Garten:
 
1) Der Flatowturm im Park Babelsberg.
2) Das Marmorpalais im Neuen Garten am Heiligen See.



Foto: Mai 2019

Links im Bild sieht man den Turm vom Dach des Oberstufenzentrums III "Johanna Just",
in der Berliner Vorstadt / Potsdam, an der Berliner Straße / Rubensstraße.

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Johanna Bertha Just (* 1861;  1929) war die Gründerin und Direktorin
der
Staatlichen Handels- und Gewerbeschule für Mädchen in Potsdam.

1904
wird sie zur "Königlichen Gewerbeschul-Vorsteherin" ernannt.

Die Potsdamer Schule expandiert und so wird 1908 in der heutigen
Berliner Straße 114/115 ein repräsentativer lichtdurchfluteter Neubau eingeweiht,
den die Kaiserin Auguste Viktoria (* 1958; † 1921) ideell unterstützt hat.

Nach der "Abdankung" Kaiser Wilhelm II. (* 1859; † 1941) Ende 1918 wird die Anstalt in
“Staatliche Handels- und Gewerbeschule für Mädchen zu Potsdam”
umbenannt.
Johanna Just bleibt Direktorin, bis sie 1926 in den Ruhestand geht.


 

Panorama Schloss Babelsberg
   
1) Maschinen-Pumpenhaus am Ufer der Glienicker Lake
  bzw. des Tiefer See, für den Park Babelsberg.
2) Schloss Babelsberg.
3) Kleines Schlösschen (Damenhaus) im Park Babelsberg.



Foto: Mai 2019

Belvedere Aussicht zur Glienicker Lake (Berlin-Zehlendorf),
mit dem Wasserweg (Havel) zum Griebnitzsee (Berlin-Zehlendorfer und Potsdam-Babelsberger Ufer).


 

Panorama Glienicker Schlosspark und Schäferberg
 
1) Aussicht über die Havel, zum Fernmeldeturm auf dem
  Schäferberg (Berlin-Zehlendorf).
2) Maschinenhaus, für die Schlossanlage im Park Klein-Glienicke.
3) Das Casino an der Havel, im Schlosspark Klein-Glienicke.

                   

Fernmeldeturm der Deutschen Bundespost auf dem Schäferberg
Fernmeldeturm der Deutschen Bundespost auf dem Schäferberg
an der Königstraße in Berlin-Zehlendorf.

Zwischen 1961 bis 1964 erbaut, dient dieser Turm dem Fernmeldeverkehr.
Die Gesamthöhe beträgt 212 Meter, mit dem Schäferberg - über NN = 315 Meter.
Mögliche Schwankung der Turmspitze ca. 1,45 Meter.

Seine funktechnischen Einrichtungen ermöglichen den Austausch von Ferngesprächen,
Telegrammen, Bildtelegrammen, Fernschreibnachrichten sowie Fernseh- und
Tonrundfunkprogrammen mit der ganzen Welt.

Wie beim Fernmeldeturm in Berlin-Frohnau existierte auch hier eine Richtfunkstrecke,
aber von Berlin-Zehlendorf (Schäferberg) nach Torfhaus-Harz (Niedersachsen), um im
"Kalten Krieg" zu DDR- Mauerzeiten
Telefongespräche von West-Berlin nach Westdeutschland führen zu können.
 
Diese Funkstrecke wurde mit Antennen von 30 m Durchmesser für den
Überhorizontrichtfunk betrieben.

1996 sind die Antennen abgebaut worden, da sie nach dem Mauerfall nicht mehr nötig waren.
 
Eine Besichtigung des Turmes ist aus betrieblichen Gründen leider nicht möglich.
 

           
Panorama Pfaueninsel
Foto: Mai 2001

Blickrichtung vom Ostturm des Belvederes nach Spandau/Berlin (für Spandauer: "bei Berlin"), über die Havel.
1) Das "Lustschloss" auf der Pfaueninsel

Davor befindet sich Sacrow mit dem Schlosspark und der Heilandskirche - in der Bucht am Jungfernsee.
 

Der kleine Turm, links unten im Foto, gehört zur historischen "Villa Henckel".

Leider war die "Villa Henckel" bis Anfang des 21. Jahrhunderts sehr marode, trotzdem wurde die Villa
zu DDR-Zeiten - bis nach dem Mauerfall 1989 - als "Altersheim und Behinderteneinrichtung" genutzt.

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Die Villa Henckel ist eine zweigeschossige spätklassizistische Turmvilla auf dem Pfingstberg in Potsdam.

Von 1868 bis 1870 wurde die Villa von dem Baumeister Friedrich Ernst Petzholtz (* 1839;  1904) für
den Berliner Bankdirektor Hermann Henckel (Lebensdaten unbekannt) und seine Familie errichtet.

Es war die erste Turmvilla, die nach der Regierungszeit Friedrich Wilhelms IV. in Potsdam entstanden ist.

Die umgebende Parkanlage wurde ab 1872 von den Hofgärtnern Hermann Vollert (Lebensdaten unbekannt)
und Gustav Meyer (* 1816;  1877) angelegt.

Zum Anwesen gehört auch ein Winzerhaus, das Mitte des 19. Jahrhunderts im Stil eines antiken Tempels erbaut wurde.


 

Foto: Mai 2019

Der Turm der restaurierten "Villa Henckel" - Blick vom Ostturm des Belvederes.

2004 erwarb der Medienmanager Mathias Döpfner die Villa, der in den Jahren 2008 bis 2010
zunächst die Innenräume und die Fassaden sanieren ließ.



    
Fotos: Mai 2019

Heute gehört sie einer Gesellschaft, deren Mehrheit der Vorstandschef des Springer-Verlags, Mathias Döpfner, hält.

Das Besondere ist außerdem der große Park, der zum Anwesen gehörte und der heute
teilweise der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten übereignet ist.




    

Fotos: Mai 2019

Es folgte ein jahrelanger Streit über die Umstände der Parksanierung unterhalb der Villa,
zwischen dem Pfingstberg und Neuen Garten
und die
öffentliche Zugänglichkeit des 6,3 Hektar großen Parkareals.

Die inzwischen laufenden Sanierungsarbeiten sind bis 2023 angesetzt.


 
Fontane-Büste neben der Villa Quandtam Pfingstberg in Potsdam.                Villa Quandt am Pfingstberg in Potsdam.
                                 Theodor-Fontane-Büste.                                                              Einfahrt zur Villa Quandt, Große Weinmeisterstraße 46/47.        

Die Villa Quandt wurde im Jahr 1833 von der Kriegsrats-Witwe Ulrike Augusta von Quandt erworben und nach ihr benannt.

Im Jahr 1922 verbrachte Prinz Wilhelm-Karl von Preußen (* 1922; † 2007) seine Kindheit und Jugendzeit in dem Gebäude.
Später wurde die Villa
zur Nutzung auf Lebenszeit an Prinz Oskar von Preußen (* 1888; † 1958),
dem Sohn von Kaiser Wilhelm II. (* 1859; † 1941) überlassen.
Er ließ die Villa 1930 um zwei Flügelbauten erweitern - Foto unten rechts.

Links vom Eingang des Gebäudes steht die 1985 vom Bildhauer Peter Fritzsche (*1938)
geschaffene Bronzebüste Theodor Fontanes
(* 1819 ; 1898).

Fotos: Juli 2019



Villa Quandt am Pfingstberg in Potsdam.    Villa Quandt am Pfingstberg in Potsdam - Parkseite.
Die Villa Quandt befindet sich unterhalb der Villa Henckel in der Parkanlage zwischen dem Pfingstberg und dem Neuen Garten.

Im linken Foto sieht man rechts, neben der Villa, das "Kutscherhaus".

Die Villa ging nach dem Abzug der Sowjets 1994 in den
Besitz der
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) über.


Das Theodor-Fontane-Archiv mit dem
Brandenburgischen Literaturbüro hat das Gebäude von der SPSG
gepachtet und baute es mit Hilfe einer Millionenspende der Hermann-Reemtsma-Stiftung wieder auf.

Außerdem flossen Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.

Die Gesamtinvestition belief sich auf 3,2 Millionen Euro.


 
Kutscherhaus am Pfingstberg in Potsdam.       Schild am Kutscherhaus - Friedrich August Stüler Stiftung.
Das frühere "Kutscherhaus" der Villa Henckel, errichtet um 1860, steht zwischen der Villa Quandt und der Villa Lepsius.

Im Zuge der Anlage des Parks der Villa Henckel wurden Wirtschaftsgebäude gebraucht.
Eines
davon war das Kutscherhaus nebst benachbartem Stall - der heute nicht mehr existiert,
in dem die Besucher der Villa Henckel ihre Pferde und Kutschen unterstellen konnten.

Im Kutscherhaus wohnte seinerzeit der Portier der Villa Henckel,
die damals nur über die Große Weinmeisterstraße zu erreichen war.


Das kleine, nur 80 Quadratmeter große, noch aus der Zeit der russischen Besatzung des sogenannten "KGB-Viertels"
grau gestrichene Haus ist heute Sitz der neu gegründeten "Stüler-Stiftung" - mit "feudalem Türschild", rechtes Foto.

Es sollte bis 2017 restauriert und renoviert sein, die Gelder hierfür scheinen aber doch nicht zu reichen
um das Gebäude denkmalgerecht wiederherzustellen.

 Noch bietet es einen traurigen Anblick, aus sowjetischer Besetzung stammend:
Vergitterte Fenster, bröckelnder Putz, ein Dach aus Wellasbest, innen blättert die Farbe von den Wänden.

Der berühmte Architekt Friedrich August Stüler (* 1800; † 1865)
der auch am Bau des Belvederes auf dem Pfingstberg beteiligt war,
wäre wohl mit dieser Unterkunft nicht zufrieden gewesen.

Fotos: Juli 2019.


 

Gärtnerhaus unterhalb des Parks der Villa Henckel in Potsdam.
Das ehemalige Gärtnerhaus der Villa Lepsius in der Großen Weinmeisterstraße,
heute "Pfingstberghaus" genannt, das bereits zum 1772 errichteten Weinmeisterhaus gehörte.

Die Nutzung durch den sowjetischen Geheimdienst als Garage,
Kfz-Werkstatt und Lager bis 1994 setzte dem
Gebäude schwer zu und es trug große Schäden davon.

Um die Einfahrt für die russischen LKWs zu ermöglichen, wurde der westliche Giebel nach dem Krieg 1945 verändert.


Dank einer EU-Förderung aus dem EFRE-Konversionsprogramm konnte der
Förderverein Pfingstberg
in Potsdam e.V.
das Gebäude 2006 bis 2007 sanieren.

Das Gärtnerhaus ist nun in seiner äußeren Erscheinung wieder hergestellt worden.

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Quandt befindet sich hier heute die
Geschäftsstelle
des Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.


Durch die Nutzung als Geschäftsstelle ist es für die Öffentlichkeit nur an
besonderen Tagen wie dem Internationalen Museumstag zugänglich.

Der Veranstaltungssaal des Hauses mit Gartenzugang kann
für geschäftliche Veranstaltungen gemietet werden.

Foto: Juli 2019.


 
Villa Lepsius am Pfingstberg in Potsdam.   Villa Lepsius am Pfingstberg in Potsdam - Parkseite.
Die Geschichte der Villa Lepsius reicht in das 18. Jahrhundert zurück, als auf dem Pfingstberg noch Wein angebaut wurde.

Der älteste Teil des Gebäudes ist ein tonnenförmiger Weinkeller.
Er gehörte zum Weinmeisterhaus des Kammerdieners von Friedrich II. (* 1712; † 1786),
Johann Gottfried Zeising (*1700; † ?), der hier seit 1772 einen
Weinberg bewirtschaftete.

Im Jahr 1868 kaufte der Berliner Bankier Henckel diese Villa.

In dem umgebauten Herrenhaus lebte von 1908 bis 1926 der evangelische Theologe,
Humanist und Gründer des "Armenischen Hilfswerkes"
Dr. Johannes Lepsius mit seiner Familie.

Als "Forschungs- und Begegnungsstätte" hält das Lepsiushaus heute
die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Menschen wach.

In der oberen Etage der Villa befindet sich eine umfangreiche Bibliothek.

Fotos: Juli 2019.


 
Findling mit Beschriftung neben der Villa Lepsius in Potsdam.       Findling mit Beschriftung neben der Villa Lepsius in Potsdam.
Die Vorder- und Rückseite des Gedenksteins,
ein mannshoher Findling aus Granit, steht neben der Villa Lepsius in einem kleinen Hain.

 Er trägt die Aufschrift "Erleuchte Herr Ihre Seelen" und weist auf die besondere Bedeutung des Anwesens hin:
"Von diesem Ort in Potsdam führt Dr. Johannes Lepsius (*1858; 1926) seinen Kampf gegen den Völkermord an den Armeniern."

Im damaligen Deutschen Reich wollte man nichts vom Treiben des türkischen Bündnispartners wissen.


 

Alexander Newski Kirche - Russische Kolonie
Die russisch-orthodoxe Kapelle Alexander-Newsky-Kirche.

Karl Friedrich Schinkel (* 1781; † 1841), der bedeutende Berliner Baumeister,
wirkte auch hier an dieser Stelle und entwarf dieses Kleinod mit einem Grundriss von nur 10 x 10 m.

Den Grundriss bildet ein griechisches Kreuz, das in ein Quadrat eingebunden ist und
an der Ostseite mit halbrunder Apsis abschließt.


Sie wurde 1829 nahe dem Pfingstberg auf dem Kapellenberg (vormals Alexanderberg),
als Teil der russischen Kolonie Alexandrowka erbaut und eingeweiht.



 
Blockhaus in der Kolonie Alexandrowka
Die russische Kolonie Alexandrowka - wird heute als Museum geführt.

König Friedrich Wilhelm III. (* 1770; † 1840) ließ 1826 dieses russische Kunstdorf innerhalb eines Jahres als
bleibendes Denkmal und zur Erinnerung an seine Freundschaft mit dem verstorbenen Zar Alexander I. (* 1777; † 1825)
vor dem Nauener Tor erbauen.

In den 12 Gehöftanlagen, die im russischen Blockhausstil errichtet wurden, lebten 12 russische Sänger mit ihren Familien.
Die Sänger dienten in der preußischen Armee.

 
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Angaben der Erbauer, Jahreszahlen und Beschreibungen auf dieser Seite,
stammen teilweise aus dem "Falk Plan" Berlin mit Potsdam,
gängigen Lexika und Zeitungsartikeln,
aus Prospekten bzw. ausgestellten Tafeln der
"Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg",
*) sowie aus dem Buch
"Die Provinz Brandenburg",  vom Julius Klinkhardt Verlag,
aus dem Jahr 1900, sowie dem
Förderverein Pfingstberg in Potsdam e.V.

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Berliner BZ Foto-Bärchen
   
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