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Schloss Rheinsberg bei Neuruppin
im nordwestlichen Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin gelegen.
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Brände und der 30jährige Krieg (1618-48) verursachten in der erstmalig 1335 erwähnten Stadt und im Schloss große Schäden.
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (* 1688; † 1740), Soldatenkönig von 1713 bis 1740,
kaufte 1734 das Schloss und schenkte es dem Kronprinzen, dem späteren Friedrich II. (* 1712; † 1786)


Kavalierhaus und Schloss Rheinsberg am Grienericksee
Das Schloss am Grienericksee hatte Friedrich Wilhelm I. dem Kronprinzen geschenkt,
um ihn für die sichtbare Loyalität zu belohnen, die dieser seit seiner missglückten
Fahnenflucht 1730 dem König gegenüber bewiesen hatte.
Damals hatten die Beziehungen zwischen Vater und Sohn einen Tiefpunkt erreicht.

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Im Oktober 1730 tagte in Schloss Köpenick - im heutigen Berliner Bezirk Köpenick, das
Kriegsgericht über Kronprinz Friedrich und seinen Vertrauten von Katte und Keith.
Der 18jährige Prinz und seine Freunde wurden der Fahnenflucht angeklagt.
Der König forderte die Todesstrafe.
Den Prinzenmord verhinderten die Proteste europäischer Fürsten und hoher Militärs,
von Keith konnte fliehen, Hans Hermann von Katte wurde
in der Festung Küstrin enthauptet.

Auf Befehl seines Vaters musste Prinz Friedrich (II.) der Enthauptung beiwohnen.

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*) Beschreibung aus dem Jahr 1900:                                                          
                               
Der Name Rheinsberg ist unzertrennlich verknüpft mit dem Andenken an die Zeit,
in der Friedrich der Große als Kronprinz dort weilte und die er selbst
als die glücklichste seines Lebens bezeichnet hat.

Auch die Kronprinzessin Elisabeth Christine zählte die Tage von Rheinsberg zu den
frohesten ihres Lebens. Was es auch war, das sich trennend zwischen das königliche
Paar gestellt hatte (Mussehe), sie wusste sich sowohl als Kronprinzessin, wie auch
später als Königin die Achtung einer klugen, einfachen, würdigen Frau zu wahren.
Es fehlt nicht an Beweisen, dass auch Friedrich II. ihr diese Achtung zollte, wie er
stets darauf gehalten hat, dass ihr überall, wo sie auch erschien, erwiesen wurde.

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Nach seinem Regierungsantritt im Jahr 1740 "verbannte" König Friedrich II. (* 1712; † 1786)
seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern (* 1715; † 1797) und schenkte
ihr
das Schloss Schönhausen (in Berlin-Pankow, Stadtteil Niederschönhausen).

Bis 1797 war Schloss Schönhausen ständiger Wohnsitz von Königin Elisabeth Christine.

Sie ließ auf dem Gelände ihres Schlosses Schönhausen Leineweber aus Sachsen ansiedeln.
1753 entstand in der Umgebung die "Königin-Plantage", das spätere Schönholz,
als Garten und Maulbeerplantage.

Sie verstarb 11 Jahre nach dem Tod ihres Mannes Friedrich dem Großen.

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*) Die Provinz Brandenburg - Rheinsberg

Das unbedeutende, bis dahin wenig bekannte Städtchen Rheinsberg bei Neuruppin erhält
durch Kronprinz Friedrich, den genialen Königssohn, seine historische Bedeutung,
bekommt seine bauliche und landschaftliche Gestalt und gewinnt für die nachfolgenden
Geschlechter den Nimbus einer Reliquie.

Nicht unbekannt ist die Veranlassung, die den jugendlichen Hohenzollernprinzen nach
Rheinsberg führte. Die lange Strafzeit in Küstrin hatte ihr Ende erreicht und das
Verhältnis zwischen Vater und Sohn war ein besseres geworden.
Der Kronprinz hatte nicht nur, wie der König es bestimmt, auf der dortigen
Domänenkammer fleißig gearbeitet, sondern zeigte sich auch bald nachher willig in der
Vermählungsangelegenheit mit der Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern.

Nicht leicht war dem Kronprinzen die völlige Unterwerfung unter den Willen seines Vaters
König Friedrich Wilhelm I. geworden; allein die Freiheit, das schönste Kleinod des Menschen,
war gewonnen.

Da er sein Regiment in gutem Stande hielt, er war vom Vater zum Generalmajor ernannt worden,
auch die Küche des Vaters fleißig mit Wild und Pasteten versorgte, sah dieser ihm manches nach,
gestattete ihm in Rheinsberg französische Komödien, Konzerte und Bälle und verwehrte ihm nicht,
mit dem Dichter Voltaire einen lebhaften Briefwechsel zu unterhalten.

Am letzten Tage des Maimonats 1740 stand Friedrich am Sterbelager seines Vaters.
Der pflichtgetreue König ging dahin voll Hoffnung auf Gott und auf seinen Fritz.

Nachdem Friedrich II. zu eigener Hand von den Ministern seines Vaters den Eid der Treue und in
Königsberg
(1) die Huldigungen seines Volkes empfangen hatte (30.5.1740), kehrte er nach
Rheinsberg zurück, um sich von einer Grippe zu erholen. Da erhielt er die Nachricht vom Tode
Kaiser Karl VI.
(2), verließ sein trautes Tuskulum (ruhiger Landsitz), um es nie wieder zu sehen.

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(1) Die Stadt Königsberg war bis Ende des Zweiten Weltkrieges die Hauptstadt der ehemaligen
preußischen Provinz Ostpreußen.
Heute heißt sie Kaliningrad und ist die Hauptstadt des Kaliningrader Gebietes
(Förderationseinheit),
einer russischen Exklave zwischen Polen und Litauen mit Zugang zur Ostsee.
  
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(2)  Kaiser Karl VI. (* 1685; 1740) war Kaiser des
Heiligen Römischen Reiches und König von Ungarn, der letzte männliche Spross
aus dem Hause Habsburg.

   Nach dem Tod Karls VI. wird seine Tochter Maria Theresia (* 1717; † 1780) Herrscherin
über die Habsburger Territorien sowie über Ungarn und Böhmen.

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Regional Bahnhof - Rheinsberg - Mai 2000   Bahnhof Rheinsberg - neue Regionalzuege - März 2005
Mai 2000                                                                                           März 2005
 

Ankunft mit Regional-Zügen über Oranienburg oder Hennigsdorf bei Berlin,
in der Endstation Bahnhof Rheinsberg.
Der Bahnhof wird leider nur noch in den Sommermonaten angefahren.

Im Winter mit dem Regio - von Hennigsdorf bis Neuruppin-Rheinsberger Tor,
dann mit dem Bus 764 bis zum Schloss Rheinsberg (Stand März 2013).


Mit Musik- und Theateraufführungen hat sich Rheinsberg heute zum kulturellen
Schwerpunkt der Gegend entwickelt. Im ehem. Kavalierhaus der Schlossanlage gibt
es die Musikakademie Rheinsberg, Bundes- und Landesakademie.

Die Kammeroper Schloss Rheinsberg ist bekannt für ihre Aufführungen im
Schlosstheater (Kavalierhaus), Schlosshof und Naturtheater (Heckentheater).




Am Markt vor der Kammeroper in Rheinsberg.

Am Markt, vor dem Kavalierhaus - Schlosstheater - Kammeroper  - in Rheinsberg.




Kammeroper am Schloss Rheinsberg
Kavalierhaus (Schlosstheater) am Schloss Rheinsberg.



 

Kronprinz Friedrich in Rheinsberg    Standbild - Kronprinz Friedrich
Standbild von Kronprinz Friedrich (II.), vor dem Schlosspark-Haupteingang.

Von 1736-1740 lebte hier der zukünftige König Friedrich II. - der Große, mit seiner
ungeliebten Frau ("Mussehe", heiratete auf Befehl seines Vaters aus Gehorsam),
Prinzessin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern.



Schloß Rheinsberg - Stadtansicht
    Frontseite und Eingang zum Schloss Rheinsberg.



Schloß Rheinsberg am Grienerick See
Schloss Rheinsberg am Ostufer des Grienerick Sees (Parkansicht),
bei Neuruppin.
1734 - 1740 von Johann Gottfried Kemmeter (* Ende 17. Jh.; † 1748) und
v. Knobelsdorff
(* 1699; † 1753) erbaut, 1786 von Jan Boumann (* 1706; † 1776)
und Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) vervollständigt.


Das Gelände südlich des Schlosses wurde von Knobelsdorff und dem
Gärtner Johann Samuel Sello
(* 1724; † 1787) auch jenseits des Rhins (Fluss),
zur Anlage eines Parks genutzt
.


*)
Im Jahr 1744 schenkte König Friedrich II. nach der Thronbesteigung
die Herrschaft seinem Bruder Heinrich (* 1726; † 1802), der jedoch erst im Frühling
1752 mit seiner jungen Gemahlin, der Prinzessin Wilhelmine von
Hessen-Kassel, nach Rheinsberg übersiedelte.
Sogleich ging der kunstsinnige Prinz an ein Vergrößern und Verschönern
dessen, was er im Schlosse und Parke vorfand.

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Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
war nicht nur der königliche Baumeister Friedrich II. , sondern auch sein Freund.
Beim Bau von Park und Schloss Sanssouci, nach den Plänen von Friedrich II., kam es zum
Zerwürfnis zwischen den Freunden.

von Knobelsdorff starb am 16. September 1753 in Berlin und wurde am 18. Sep. 1753
in der Gruft der Neuen (Deutschen) Kirche, heute Deutscher Dom,
auf dem Gendarmenmarkt in Berlin bestattet.
1757 wurde nebenan sein Freund, der Hofmaler Antoine Pesne zur letzten Ruhe gebettet.

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Herzlichen Dank an Herrn Kroll aus Berlin-Tempelhof - Stadtentwicklungsamt - leitender Baudirektor,
für folgenden Hinweis:


Beim Umbau der Deutschen Kirche 1881/82 verlegte man die sterblichen Überreste der
Gräber auf einen der Friedhöfe am Halleschen Tor.
Das Grab war durch eine Marmortafel und einen Putto (kleiner Knabe) gekennzeichnet.
Diese Grabanlage fiel einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und ist danach von
einer Straße überbaut worden.

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Am unteren Eingangsportal der Deutschen Staatsoper in Berlin wurde 1953 eine bronzene
Gedenktafel zur Erinnerung an von Knobelsdorff, dem Baumeister Friedrich des Großen,
angebracht.

Auf dem Kirchhof Jerusalem und Neue Kirche II, im
(West-)Berliner Bezirk Kreuzberg vor dem Halleschen Tor
- Zugang von der Zossener Straße -
erinnert "nur" ein einfacher weißer Gedenkstein aus Marmor,
ein Epitaph - Gedächtnismal, das nicht identisch mit der Grabstelle ist -

Grabstelle von Knobelsdorff und Pesne
als Ehrengrab ( ? ) des Landes Berlin
an Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (* 1699; † 1753), Architekt Friedrich II.,
Gartengestalter, Maler und
Antoine Pesne (* 1683; † 1757), Historien- und Bildnismaler sowie Bildhauer
am Hofe Friedrich I. und II.

             

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Das barocke Wohnhaus, von Knobelsdorff 1750 erbaut, steht noch am
Alten Markt in Potsdam, rechts neben dem Alten Rathaus.
Die Arbeiten von Pesne können heute noch, u. a. auch am Schloss Sanssouci,
bestaunt werden.



Säulengang - Schloß Rheinsberg
Blick vom Schlosshof durch den Säulengang, zum Westufer des Grienerick Sees.

*) Während der langen Jahre, in denen Prinz Heinrich (* 1726; † 1802)
die
Herrschaft in Rheinsberg führte, hat es im Schlosse,
im Parke und im nahen Buberow-Wald an Bauten selten gefehlt.
Bildhauer, Maler und Architekten, meist Künstler in ihrem Fache,
u. a. Carl Gotthard Langhans (* 1732; † 1808) und
Bartolomeo
Verona
(* 1740; † 1813) waren ständig beschäftigt.



Schloss Rheinsberg - Ansicht vom Kavalierhaus
Parkansicht aus Richtung Kavalierhaus (Schlosstheater) zum Schloss.



Gartenportal und Schlossparkeingang Rheinsberg
Das Gartenportal mit den korinthischen Säulengruppen,

daneben die Sandsteinskulpturen der Pomona und der Flora, am Ende der Hauptallee,
der verlängerten Nord-Süd-Achse des Schlosses als Schlosspark-Eingang,
erbaut nach Plänen des
Architekten von Knobelsdorff (* 1699; † 1753),
mit der Sicht durch den Park, über die Billardbrücke vom Rhin, zum Schloss.

Pomona - altrömische Göttin der Baumfrüchte und
Flora - altrömische Göttin der Blüten und Pflanzenwelt,
gestaltet von Christian F. Glume.

Das Pendant mit den Säulen steht als "Wiederholung" am Obelisk-Eingang
zum Park von Schloss Sanssouci in Potsdam.



 
Der Salon im Park von Rheinsberg
Blick durch den Schlosspark zum Salon, direkt auf der Querallee,
den ein Deckengemälde des Hofmalers Antoine Pesne schmückt.
 
Im Hintergrund links - das Kavalierhaus (Schlosstheater) und Schloss Rheinsberg.



Grabmal von Prinz Heinrich
Die Grabpyramide des Prinzen Friedrich Heinrich Louis im Park von Rheinsberg,
1800-1801 durch Hofbaurat G. W. Steinert errichtet.
1802 wurde Prinz Heinrich in der Pyramide beigesetzt.


Schon zu Lebzeiten hatte sich der Prinz am Eingang zum Schlossgarten seine
letzte Ruhestätte in Form einer abgebrochenen Pyramide errichten lassen und
seine französische Grabinschrift an der Grufttür selbst verfasst.


Diese wendet sich direkt an die Besucher des Parks, hier die Übersetzung:

"Wanderer erinnere Dich, dass Vollkommenheit nicht auf Erden ist,
wenn ich auch nicht der beste der Menschen habe sein können.
Wenigstens gehöre ich nicht zu der Zahl der Schlechten.
Lob und Tadel berührt den nicht mehr,
der in der Ewigkeit wohnt."


In den letzten Tagen des Monats Juli 1802 hatte sich der Prinz beim Baden eine
Erkältung zugezogen und am 1. August wurde er von einem Schlaganfall getroffen.
Am 3. August, dem Geburtstag Friedrich Wilhelm III. (* 03.08.1770; † 07.06.1840),
verstarb er im Alter von 76 Jahren.



Rheinsberg - Naturtheater im Park
Das Naturtheater (Heckentheater) im Park von Rheinsberg wurde 1976
wieder hergerichtet und
dank des Festivals Kammeroper Schloss Rheinsberg
auch wiederbelebt.



 
Feldsteingrotte im Schloßpark Rheinsberg
Die Feldsteingrotte von 1753, im Schlosspark Rheinsberg, diente auch als Laube
für sommerliche Abendvergnügen.

Innen ein kleiner Saal, flankiert von zwei anschließenden Kabinetten.
Ihr Inneres war mit Muscheln, Glas und künstlichen Tropfsteinen ausgeschmückt.

Einbezogen in die Umgebung, sollte das Äußere den Eindruck eines
urtümlich wilden, gewachsenen Naturprodukts vermitteln.



Egeriagrotte im Park von Rheinsberg
Die Egeriagrotte, links am Weg zum Obelisk.

Prinz Heinrich ließ die Grotte der Nymphe Egeria in Rheinsberg um das Jahr 1790
in einer Feldsteinausführung im Schlosspark erbauen.

Das Besondere in dieser Felshöhle stellte die Figur der Nymphe Egeria dar,
die die Grotte schmückte.
Ab 2006 wurde die stark zerfallene und notdürftig stabilisierte Grotte restauriert,
im Zuge dessen auch, im vorgelegenen kleinem Teich - Morast -,
Fragmente der lang vermissten Figur der Egeria aufgefunden wurden.


Nach der römischen Sage war Egeria die Gemahlin und Beraterin des Königs Numa,
der sich in geheimen nächtlichen Zusammenkünften von ihr über
Staats- und Religionswesen belehren ließ.




Am Grienerick See - Parkblick
Sicht vom Schlossgarten über den Grienerick See zu den
Terrassen mit dem Obelisk am Westufer.

*) Frei von jedem nichtigen Ehrgeiz, war Prinz Heinrich stets bereit, fremde
Verdienste freudig anzuerkennen.
Aus dieser Gesinnung heraus widmete er den Helden des Siebenjährigen Krieges
ein Denkmal, das noch heute als die schönste Zierde des Parks gelten darf.



Blick vom Obelisk zum Schloß Rheinsberg
Sicht vom Obelisk zum Kavalierhaus (Schlosstheater, links) und Schloss Rheinsberg.



Obelisk von 1791
Obelisk, erbaut 1791 von Boumann, auf den Terrassen am
Westufer des Grienerick Sees.
Weitab vom Schloss, aber nicht zu übersehen.

Er ist ein Erinnerungsdenkmal an den Siebenjährigen Krieg (1756 - 63),
mit 28 Medaillons von Namen der Generäle und Offiziere, die Entscheidendes für den
Sieg vollbracht hatten und für Prinz Heinrichs Bruder, August Wilhelm (*1722; †1758).

Seinen Bruder Friedrich II., gegen den er oft opponierte, erwähnte Prinz Heinrich hierauf nicht.
 

 
 Medaillons am Obelisk in Rheinsberg

Die Inschrift auf der Vorderseite des Obelisk lautet:

Das Denkmal ist allen preußischen Helden gewidmet, die durch Tapferkeit und Kenntnisse
verdient haben, dass man sich ihrer ewig erinnere
.
Die von der Hand der Freundschaft in diesem Marmor eingegrabene Namen sind die
Wahl einer vorzüglichen Achtung,
welche denen keineswegs zum Nachteil gereichet,
die so wie diese sich ums Vaterland verdient gemacht haben und an der öffentlichen
Hochachtung teil nehmen.

Zum Ewigen Gedächtnis August Wilhelms, Prinz von Preußen,
zweiten Sohnes Königs Friedrich Wilhelms.




 
Sicht vom Obelisk nach Schloss Rheinsberg

*) Als hohen Obelisk hat er es errichtet, an dem man die Namen preußischer
Offiziere mit ehrenvoller Erwähnung ihres Charakters und ihrer Taten liest.
Am 4. Juli 1791 fand die Einweihungsfeier statt.
Der Prinz selbst hielt von einem erhöhten Platze aus mit Begeisterung die
Ansprache, leider in der dem Volke damals verhassten französischen Sprache.
Es war vielleicht die schönste und zugleich die letzte große Feier in dem
sonst so festreichen Rheinsberg.



Malesherbes Säule im Park Rheinsberg
Die Malesherbes Säule über den Terrassen vom Park Rheinsberg,
 
im Forst Boberow - ca. 200 m hinter dem Obelisk gelegen.

Die Malesherbes Säule widmete Prinz Heinrich dem Andenken des gleichnamigen französischen Ministers
und
Verteidigers Ludwigs XVI. vor der französischen Versammlung - dem Nationalkonvent, der aufgrund
seiner Verteidigung vor diesem gemeinsam mit seinem König auf der Guillotine sterben musste.

Ein Zitat aus der Inschrift des Gedenksteines:

 „Nicht für seinen König setzte er sich ein, wohl aber aus Verständnis
für das Wesen dieses unglücklichen Monarchen.“

Prinz Heinrich hatte Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (*1721; †1794)
bei seinen beiden Frankreich-Reisen 1784 und 1788/1789 kennen und schätzen gelernt.



 

Die Katakombe, Denkmal für teure Verstorbene,
liegt etwas versteckt im Boberow Wald, rechts von der
Malesherbes Säule,
in der Nähe vom  Böbereckensee.

1992 wurde das Denkmal restauriert.

Dieser "Tempel" ist aus Feldsteinen gemauert und wirkt ziemlich schlicht.
Prinz Heinrich ließ ihn als symbolisches Grabmonument im Jahre 1790 errichten.
Die von ihm in französisch verfasste Inschrift auf dem Portal erläutert den
symbolischen Wert dieser Erinnerungsstätte:

O Euch, deren Asche vermischt ist, geliebte Verwandte, beständige Freunde,
treue Diener es ist Eurem Andenken dem ich dieses Denkmal weihe.
Der Tod achtet weder Rang, noch Geschlecht, noch Alter und derjenige,
welcher so viele Verluste überlebte, hat nichts als den süßen Trost der Erinnerung.

Wanderer!
Wer du auch seiest, vergieße einige Tränen bei diesem Grabe!
Gibt es ein Herz, welches nicht einen Gegenstand betrauert, der ihm teuer war,
oder welches nicht daran denkt, dass eines Tages das düstere Weh
kommen wird, es einzuhüllen mit seinem Trauerschleier?




Kleine Metalltafel mit Hinweis auf den ehemaligen Freundschaftstempel.
Rechts hinter dem Denkmal für teure Verstorbene entdeckt man eine kleine,
auf einem Felsstein angebrachte Metalltafel, die den Ort markiert,
an dem damals ein so genannter achteckiger "Tempel der Freundschaft"
- auch Jupitertempel genannt - gestanden hat.

In diesem "Freundschaftstempel", ein kleiner Kuppelbau, pflegte Prinz Heinrich
zu speisen, wenn das Wetter eine Fahrt über den Grienerick See zuließ.



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Der Rheinsberger "Leuchtturm" (Wartturm)

So berichtet man:

Der Kronprinz habe mit seiner in Rheinsberg stationierten Kompanie zu exerzieren
und nicht "unnütze" Schöngeistereien zu treiben, meinte der König.

Um auf väterliche "Kontrollbesuche" vorbereitet zu sein, ließ Kronprinz Friedrich
unweit seines Schlosses in Rheinsberg einen Turm errichten.
Diesen besetzte er mit einer Wache, welche ihm die königliche Kutsche, die meist
aus Berlin über Neuruppin nach Rheinsberg rollte, rechtzeitig anzuzeigen hatte.
Per Lichtsignale meldete die Wache die nahende "Gefahr" und Friedrich hielt bei
Vaters Ankunft fügsam Gewehr statt Querflöte in den Händen.

Zur Zeit des Kronprinzen in Rheinsberg stand der Turm auf dem Krähenberg
aber noch nicht, deshalb gehört diese Legende ins Reich der Phantasie.
Der Turm wurde erst ca. 1792 erbaut.

               
   Leuchtturm (Wartturm) Rheinsberg                         Sichtachse zum Schloss
Diesen "Leuchtturm" gibt es noch heute - Sichtachse nach Norden, über das
Säulen-Gartentor vom Schlosspark und der Billardbrücke über den Rhin, zum Schloss.

Der gotische Sechseckturm, etwa einen Kilometer vom Rheinsberger Schloss
entfernt auf dem ca. 117 m (üNN) hohen Krähenberg, wurde zum
romantischen Ausflugsziel für Einheimische und Touristen.

Die Wiederherstellung des schon zum zweiten Mal (1803 und 1945) verfallenen
und zerstörten Turmes wurde u. a. durch private Spenden und
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ermöglicht.

Seit dem Sommer 2002 ist der Turm für Besichtigungen
wieder zugänglich und begehbar.




Pension Kutscherstube am Krähenberg in Rheinsberg
Den Schlüssel zum "Leuchtturm" erhält man in der "Pension & Kutscherstube"
(Reiterhof und Pferdepension Erdmann) - am Fuße des Krähenberges -





Holländermühle in Rheinsberg am Krähenberg
aus Richtung Schloss Rheinsberg kommend, vorbei an der "Holländer Mühle".


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Die berühmtesten Söhne aus der nahen Stadt Neuruppin:

         Schinkeldenkmal in Neuruppin  Predigerwitwenhaus in Neuruppin  Theodor Fontane Denkmal in Neuruppin
                   
K.-F. Schinkel Predigerwitwenhaus Theodor Fontane
Denkmal in Neuruppin Denkmal
(* 1781 ; 1841)   (* 1839 ; 1898)

             

  Die Biografien dieser zwei bedeutenden Persönlichkeiten, die in Neuruppin geboren
wurden, stehen eng mit dem Predigerwitwenhaus in Zusammenhang.
Das Haus wurde als zweigeschossiger Fachwerkbau 1735/36 als Domizil für
Predigerwitwen errichtet.
Während des großen Stadtbrandes 1787 wurde auch das Geburts- und Wohnhaus
Karl-Friedrich Schinkels in Neuruppin zerstört. Der Vater, Johann Christoph Schinkel,
war Pfarrer und Superintendent an der Pfarrkirche und starb kurz nach dem Stadtbrand.
Zwischen 1787 und 1794 wohnte die Witwe Schinkels mit ihren Kindern im
Predigerwitwenhaus. Somit verbrachte K.-F. Schinkel sein 6. - 13. Lebensjahr in diesem Haus,
der später einer der bedeutendsten deutschen Architekten, Maler und Baumeister wurde.

Auch Theodor Fontane ist mit diesem Haus verbunden. Seine Mutter, Madame Fontane,
lebte hier mit ihrer Tochter Elise zwischen 1849 und 1869.
In seinen Erinnerungen erwähnt Fontane, wohl der bedeutendste deutsche Schriftsteller
des 19. Jahrhunderts, das Haus.

Ein Spruch von Theodor Fontane, den man eventuell beachten sollte:

"Gesundheit und ein heit´rer Sinn
führen leicht durch´s Leben hin."
 
  
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Angaben der Erbauer, Jahreszahlen und Beschreibungen auf dieser Seite
stammen teilweise aus Prospekten der
"Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg",
Rheinsberger Tourismus-Service, Kunst- und Kulturverein Rheinsberg e.V.
bzw. gängigen Lexika,

*) sowie aus dem Buch
"Die Provinz Brandenburg",  vom Julius Klinkhardt Verlag,
aus dem Jahr 1900.

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Berliner BZ Foto-Bärchen
 
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